Mein Jahr 2022 – Ein Jahresrückblick

Wow. Noch eine Woche bis 2023. Wo zum Geier ist die Zeit geblieben? War nicht neulich noch…uuh, keine Ahnung, 2011? Nur noch wenige Tage und schon wieder ist ein Jahr rum. Und ich nähere mich der Mitte 30. Irgendwie gruselig. Aber sei’s drum, denn 2022 war wirklich nicht schlecht.

Bereit für einen authentischen und ungestylten Jahresrückblick?

Januar

Das Jahr beginnt gut, nämlich endlich, endlich wieder mit einer Reise! Es ist nur eine kleine, sie führt mich nach Holland, aber es fühlt sich so gut an, wieder unterwegs zu sein. Danach bin ich aber leider erstmal krank.

Ansonsten fahre ich oft nach Hessen und schaue mir Wohnungen an, denn im Frühjahr werden wir Bielefeld verlassen und uns eine neue Heimat schaffen müssen. Ich bin nicht allzu traurig, war das letzte Jahr dort für mich zum Teil die Hölle. Erst der Einsatz meines Freundes und dann die berufliche Situation. Ich bin bereit für einen Neuanfang!

Februar

Wir haben eine Wohnung! Und sie ist alles, was ich mir gewünscht hab: Geräumig, hell, mit großem Kellerraum und Parkplatz. Eine neue Küche wird auch noch eingebaut. Es ist zwar nicht Marburg geworden, da war nichts zu machen, aber dafür meine zweite Wahl Kirchhain. Die kleine Stadt liegt zwischen Marburg und dem Arbeitsort meines Freundes, beides ist nur 15 Minuten entfernt. Und obwohl Kirchhain nicht groß ist, hat es alles zu bieten, was man so braucht.

Mein Dachzelt kommt! Ich hatte es im Dezember bestellt, nachdem ich im Sommer 2021 mein erstes eigenes Auto gekauft habe. Und jetzt ist es da, ein Klappzelt auf meinem Jimny. Ich kann kaum erwarten, damit loszulegen.

März

Ich beginne den März in Sylt und finde es recht schwierig. Einerseits bin ich froh, wieder unterwegs sein zu können, andererseits macht mir der Angriffskrieg gegen die Ukraine schwer zu schaffen.

Unser Umzug steht an. Glücklicherweise finanziert der Arbeitgeber meines Freundes diesen in großen Teilen, so dass wir gar nicht so viel zu tun haben. Denn abbauen, packen, schleppen, fahren und aufbauen, das übernimmt alles das Umzugsunternehmen! Was für ein krasser Luxus, ich liebe ihn. Ich muss also nur ein bisschen spachteln und streichen in der alten Wohnung und einräumen in der neuen. Ach ja, und den Kater einpacken!

Und natürlich einen Job finden! Ich mache mich sofort auf die Suche und übernehme erstmal ein Ehrenamt: Ich lese Artikel für die MIKS, die Marburger Infokassette für Blinde und Sehbehinderte. Außerdem stehen all die Ämter- und Behördengänge an, so dass der Monat im Nu vorbei ist.

April

Nach einigen Vorstellungsgesprächen kommt die Agentur für Arbeit mit einem wahnsinnig tollen Vorschlag um die Ecke: Ich darf 6 Monate lang eine Weiterbildung im Bereich Online-Marketing, Suchmaschinenmarketing und Social Media machen. Zuerst hab ich ein bisschen Angst, ob ich wirklich in der Lage dazu bin, aber dann macht es mir einfach unglaublich viel Spaß!

Wir beginnen, unsere Umgebung zu erkunden, Marburg zu entdecken und uns hier in Kirchhain richtig wohl zu fühlen! Es gibt fantastische Wanderwege und Natur pur.

Mai

Ich stürze mich in die neue Arbeit, erstelle Content-Modelle, Personas und Marktanalysen und bin froh, das alles von zu Hause machen zu können, denn hier in Kirchhain wird es jetzt richtig schön. Die Felder, die Wiesen, die Wälder, alles bereitet sich auf den Sommer vor.

Nachdem ich den Junggesellinnenabschied meiner besten Freundin als Trauzeugin begleitet habe, macht mein Freund am nächsten Tag Nägel mit Köpfen. Wir sind verlobt! Und können uns auf der ebenfalls im Mai stattfindenden Hochzeit meiner Freundin schon mal mit dem ganzen Wahnsinn vertraut machen!

Im Mai steht auch der erste richtige Ausflug mit meinem neuen Dachzelt an, mein Freund und ich begeben uns ins Dachzeltdorf nach Borkenberge und erleben dort den Wildpferde-Himmel und die Schlagerhölle. 😀

Juni

Eigentlich will ich das erste Juniwochenende mit Schwester und Freundin in Münster verbringen, aber wieder einmal bin ich krank und kann nicht mit. Dafür sitze ich nun an meiner ersten Projektarbeit und betreibe Akquise für Auftragnehmer für meine Reisevorträge!

Kaum ist die Projektarbeit abgegeben und die erste Klausur geschrieben, geht es für mich nach Cornwall. Dieses ewige Sehnsuchtsziel meiner Mutter und mir, von dem wir seit 15 Jahren träumen: 2022 wird es Wirklichkeit. Wir besuchen all die Orte, auf die wir uns gefreut haben und noch so viele mehr und alles klappt erstaunlich reibungslos, trotz Flugstreiks und immer noch ungewisser Pandemielage.

Juli

Im Juli besuche ich das Mikroabenteuer-Festival in Hannover und treffe dort alte Freunde wie Lynn (Lieschen Radieschen reist) und lerne neue kennen, wie Thomas (Tommy auf Reisen) und Patrick (Riegeladventure Tools). Hier berichte ich direkt von meinen ersten Dachzelterfahrungen und übernachte auch auf dem Gelände in meiner kleinen Wohnung auf Rädern. Ich liebe es!

Eine gute Neuigkeit haut mich aus den Latschen: Bei einem Gewinnspiel von Globetrotter habe ich einen Gutschein gewonnen, mit dem ich einen Campervan für ein paar Tage mieten kann. Ich platze und in meinem Kopf überschlagen sich die Pläne. Bald ist klar: Wir wollen im Herbst nach Schweden und Norwegen! Ich stürze mich in die Planung und bin so selig, dass ich dieses Jahr endlich wieder reisen kann.

Nachdem mein Freund von seinem Lehrgang zurück ist, wartet schon das nächste Abenteuer, denn wir erfüllen uns den Traum einer Ballonfahrt. Gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen steigen wir hoch in die Lüfte und bestaunen unsere neue Heimat von oben. Ein bisschen nervös war ich vorher schon, aber es ist einfach nur schön.

Und dann passiert das Unglaubliche: Poseidon Expeditions kontaktiert mich ebenfalls, denn ich habe eine Reise gewonnen. Mein Beitrag zu ihrem Gewinnspiel hat der Jury am besten gefallen und das bedeutet, ich darf 2023 nach Grönland. Ich kann es nicht fassen und muss in den nächsten Wochen einfach immer wieder anfangen zu weinen. Grönland, der Traum, den ich 2020, 2021 und 2022 immer wieder aufgeben und eigentlich endgültig begraben musste, da ist er wieder. Und jetzt soll er Wirklichkeit werden.

Mein Freund reicht Urlaub ein und wird mich auf die Reise in den Norden begleiten und kaum ist das gebucht, habe ich eine Vision. Ich kontaktiere Poseidon Expeditions und sie sind bereit, mir noch einen Wunsch zu erfüllen: Eine symbolische Trauung durch den Kapitän an Bord unseres Schiffes! Wie gut, dass ich schon beim ersten Termin ein Brautkleid finde, in das ich mich verliebe.

Habe ich soviel Glück verdient? Bestimmt nicht. Aber nach 2021, das eins der schlimmsten Jahre meines Lebens war, nehme ich alles einfach nur an und freue mich. Es ist Sommer, die Sonne scheint, ich nehme erfolgreich an meiner Weiterbildung teil und habe Reisen vor mir. Der Juli ist mein absolutes Highlight in diesem Jahr.

August

Im August reift der Wunsch zur Idee, mit ersten Ansätzen zum Plan: Ich möchte mich selbstständig machen. Ist das realistisch? Kann das überhaupt funktionieren? Werde ich jemals 50% unserer Miete zahlen können? Ich habe Angst, aber ich hab auch Bock.

Da kommt es gerade recht, dass ich ein Wochenende in Berlin bin, um auf einer Veranstaltung von Globetrotter und sheisoutdoors einen Vortrag zu halten. Wie fast jedes Mal schwebe ich nach dem Vortrag auf Wolken. Das Referieren an sich macht mir schon unglaublich viel Freude, aber danach mit dem Publikum zu quatschen, neue Leute kennenzulernen und sich auszutauschen, das macht mich glücklich.

Auf dem Globetrotter-Treffen der DZG in Nickersfelden bin ich wieder mal mit dem Dachzelt und genieße diese Gemeinschaft von Reisenden mit ihren spektakulären Wohnfahrzeugen. Hier lerne ich den Redakteur der Mitgliederzeitschrift kennen und vereinbare, ihm für die Winterausgabe einen Artikel zu schicken.

Um hier nicht immer nur das Gute, Tolle und Schöne zu erzählen: Ein Wochenende in Köln wird zu einem emotionalen Desaster zwischen meinem Freund und mir und offenbart, dass wir noch viel an uns zu arbeiten haben, bevor es zum Standesamt gehen kann. Gebrodelt hatte es schon länger, sodass es keine Überraschung ist, aber weh tut es trotzdem. Doch so verletzt wir beide sind, wir wollen das, wir wollen an uns arbeiten, weil wir eine Zukunft miteinander wollen.

September

Wir holen unseren gemieteten Campervan ab und dann geht es nach Norden: Zuerst nach Schweden, dann nach Norwegen. Die Reise ist nicht immer leicht, weder beziehungs- noch wettertechnisch, aber wir machen das Beste draus. Und Skandinavien macht es uns da einfach. Absolutes Highlight sind die Wanderungen auf den Preikestolen und die Trolltunga, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden.

Kaum zurück geht es für mich nochmal ein paar Tage nach Ostfriesland, ins Alte Dichterhaus, wo ich mit Tante und Onkel per Rad die Umgebung erkunde.

Oktober

Die letzten Tage meiner Weiterbildung sind angebrochen und auch die letzte Klausur bestehe ich. Im Anschluss mache ich einen Kurs zur Selbstständigkeit. Es gibt so viel zu beachten, zu beantragen und zu organisieren, dass ich manchmal denke, das schaff ich nicht.

Aber es kommen auch ein paar neue Möglichkeiten hereingeschneit. So werde ich zum Bloggerwochenende nach Düsseldorf eingeladen und bewerbe mich mit drei Challenges auf das Fjällräven Polar, ein Schlittenhunderennen, dass jedes Jahr in Schweden veranstaltet wird und an dem Laien teilnehmen können.

November

Der November beginnt sehr familiär mit der Goldhochzeit von Tante und Onkel, die wir feierlich mit der ganzen Familie in einem großen Haus in der Eifel begehen. Leider bin ich danach mal wieder krank und muss deswegen einen Trip absagen, auf den ich mich sehr gefreut hatte. Denn eigentlich wollte ich die 4×4 Karpatenhilfe nach Rumänien begleiten und dort Hilfsgüter in die Bergregion liefern. Das Ganze auf dem Blog und fotografisch zu begleiten war ein großer Traum, aber der verpufft zwischen Fieber, Schüttelfrost und entzündeten Nebenhöhlen.

Es hat auch sein gutes, dass ich zu Hause bin, denn so muss mein Freund nicht allein drei Mal zum Tierarzt. Unser Kater Johnny, den wir letztes Jahr aus dem Tierheim geholt haben und der sich so gut in unsere kleine Familie einfügt, hat ein Herzleiden und seine Nieren funktionieren auch nicht so, wie sie sollen. Er muss nun teure Medikamente und Spezialfutter bekommen, darf nicht mehr Toben und seine Lebenserwartung ist rapide gesunken.

Zum Glück weiß er das alles nicht, nur die neue Diät macht ihn garstig. Und so versteht er nicht, dass ich ihn in dieser Zeit immer wieder an mich ziehe und ein bisschen weinen muss. Aber er nimmt’s gelassen, wie alles in seinem Leben.

Die Selbstständigkeit klappt überhaupt nicht. In Reihe werden mir sechs Aufträge abgesagt und die Kasse bleibt leer. Der November ist also das Lowlight des Jahres 2022 für mich.

Dezember

Der Dezember hat noch ein bisschen mehr Krankheit parat, nämlich einen miesen, hartnäckigen Husten. Trotzdem schaffe ich meine drei Aufträge bei Globetrotter, was mich sehr glücklich macht und die Kasse rettet. Da die aber trotzdem nicht gerade überquillt, beschließe ich, die Weihnachtsgeschenke dieses Jahr selber zu machen. Und so backe und sticke und nähe und zeichne und male ich wie verrückt.

Außerdem nehme ich an einer Camperwichtel-Aktion auf Instagram teil, besuche meine Ma in Köln und buche Island. Denn wenn wir 2023 eh in Grönland sind und über Island ausreisen, wäre es doch eine Schande, das nicht zu nutzen, oder? 😉

Als der strenge Frost einsetzt, verzaubert mich die schöne Landschaft, aber es gibt so viel zu tun, dass ich den Winterzauber zunächst immer nur durch das Auto- oder Wohnungsfenster bestaunen kann. Kurz bevor es wieder wärmer wird, schaffen mein Freund und ich es aber, über die Felder zu streifen und all die Schönheit bewusst wahrzunehmen.

Ich kann uns nur wieder zu der Wahl unseres Wohnorts beglückwünschen. Obwohl oder vielleicht gerade weil ich weiß, dass wir hier nicht lange bleiben werden. Also genieße ich es, so lange ich kann. Denn 2023 wird mit Sicherheit wieder einige verrückte Überraschungen bereithalten, gute und schlechte.

4 Comments

  • Hubert

    Was für ein herrlich offener und erfrischender Jahresrückblick! Tut gut nach all dem “hach, alles ist immer so toll und nur der Krieg geht mir aufs Gemüt, aber ich reise trotzdem jede Woche.”

    Drücke Dir fest die Daumen für die weitere Selbstständigkeit, nur nicht so schnell aufgeben!

    Und viel Spaß bei den kommenden Reisen!

    • Rosa

      Lieber Hubert,
      danke für dein positives Feedback! Im Moment bin ich schon wieder krank, so dass Weihnachten ausfällt. Schade, da hatte ich mich sehr drauf gefreut, aber so ist das im Leben.
      Ich hoffe, dir geht es gut und du verbringst ein paar schöne Tage!
      Alles Liebe
      Anuschka

    • Rosa

      Danke für‘s treue Lesen, lieber Georg! Ich bin auch gespannt, was das neue Jahr an Überraschungen für mich bereit hält!
      Dir wünsche ich einen guten Rutsch und ein fantastisches 2023!

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