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Ausflugstipps NRW: Radtour zu den Dülmener Wildpferden

Wer im Dachzeltdorf Borkenberge bei Lüdinghausen übernachtet, sollte sich auf einige Überraschungen gefasst machen! Und damit meine ich nicht die Schlagerparty nebenan, sondern das schöne Umland, das mit ein paar tollen Ausflugsmöglichkeiten wie den Dülmener Wildpferden aufwartet. Hier kommen meine Tipps für ein abwechslungsreiches Wochenende in NRW.

Übernachten im Dachzeltdorf

In meinem letzten Artikel habe ich ja schon ausführlich von unserem Campingabenteuer im Dachzeltdorf berichtet. Der Campingplatz Naturpott Borkenberge, der das Dorf beherbergt, heißt aber alle Camper willkommen, egal ob mit Wohnmobil, Zelt oder Campervan. Der Platz ist sehr gepflegt und in Top-Zustand, wenn die Wohnmobilfreunde also nicht gerade eine Party schmeißen, kann man sich hier wirklich wohlfühlen!

E-Bikes ausleihen

Man kann dort aber nicht nur auf dem Spielplatz toben oder im campingplatzeigenen Schwimmbad seine Runden drehen, sondern auch E-Bikes ausleihen. Für nur 19€ pro Tag bekommt man hier ein schickes blaues Zweirad und kann stracks losradeln.

Da mein Freund und ich uns vorher keinen wirklichen Plan zu diesem Wochenende gemacht haben, fahren wir einfach drauf los und das erweist sich als absoluter Glücksfall. Wir wenden uns zuerst Richtung Dülmen und während wir so durch die Landschaft strampeln, muss ich an unsere Tandemtour in Holland denken.

Es gibt da ein klitzekleines (okay, großes) Fitnesslevelgefälle zwischen mir und meinem Freund, was eine normale Radtour in der Regel etwas… anstrengend macht. Das Tandem war da eine gute Möglichkeit, weil er mir nicht wegfahren konnte. Und die E-Bikes erweisen sich als ähnlich praktisch. Denn mein Freund hat sich geschworen, nicht vor seinem 70. Geburtstag mit Elektro-Unterstützung zu fahren und während er das schwere Fahrrad also mit reiner Muskelkraft antreibt, ohne den Motor überhaupt anzustellen, rolle ich fröhlich im Eco-Modus neben ihm her, ohne kurz vorm Herzkasper zu stehen. Schön, wenn das so gut kappt!

Die Dülmener Wildpferde

Und während ich so beglückt durch NRWs schöne Landschaft fliege, zollt mein Freund den Details der Umgebung deutlich mehr Aufmerksamkeit. Und entdeckt die braunen Flecken. Wir halten an, stellen die Räder ab und laufen einen kleinen Trampelpfad entlang. Plötzlich öffnet sich vor uns ein riesiges Feld und darauf: Jede Menge wilde Pferde! Wir sind ganz unwissend über die Herde der Dülmener Wildpferde gestolpert und kommen uns vor wie im Wilden Westen.

Okay, genau genommen handelt es sich um Ponys und nicht um Pferde, aber wer will bei dem Anblick schon päpstlicher sein als der Papst? Hier im Merfelder Bruch leben etwa 300 bis 400 der Tiere, mehr oder weniger unbeeinflusst vom Menschen und das schon seit dem Mittelalter.

Nur einmal im Jahr werden die Pferde zusammengetrieben und die Herde ausgedünnt, damit es nicht zu viele Tiere werden. Die gefangenen Junghengste werden dann versteigert. Um zu steuern, wann die Fohlen geboren werden, dürfen die Deckhengste nur von Mai bis September bei der Herde leben.

Eine Aufnahme einer Dülmener Stute mit ihrem Fohlen galt lange Zeit als meistkopierte Fotografie der Welt und zierte bis 200 in stilisierter Form sogar das Nummernschild von Kentucky!

Mittagessen im Hotel Restaurant Lütkebohmert

Langsam macht sich der Magen bemerkbar und als wir durch Maria Veen, einen Ortsteil der Gemeinde Reken fahren, stolpern wir sozusagen über das Restaurant Lütkebohmert. Die Sonne strahlt vom Himmel und neben der Gartenterrasse des Lokals blühen üppige Blumenarrangements.

Das ist der Zeitpunkt an dem wir feststellen, dass wir die Schlüssel für die Schlösser der E-Bikes vergessen haben. Mist. Aber das Personal des Restaurants ist unglaublich freundlich und so dürfen wir die geliehenen Räder mit in den Garten nehmen.

Der Service ist darüber hinaus auch schnell und sehr flexibel. So bekomme ich als Vegetarierin eine abgewandelte Bestellung und auch der Hirschbraten meines Freundes stößt auf Begeisterung. Ich frage mich allerdings, ob es sich dabei um die netten Tiere handelt, die direkt nebenan grasen…

Abstecher nach Haltern am See

Zum ersten Mal an diesem Tag überlegen wir uns ein konkretes Ziel, das wir mit den Fahrrädern erreichen wollen und die Wahl fällt auf Haltern am See. Sobald wir versuchen, den Anweisungen von Google Maps zu folgen, wird es allerdings etwas verwirrend und manchmal wissen wir nicht, ob wir noch in die richtige Richtung fahren.

Die Kilometeranzeige auf meinem kleinen Bordcomputer nähert sich der 50 und langsam würden wir uns wieder über eine Pause freuen. Da kommt glücklicherweise unser Etappenziel in Sicht und wir fahren einmal durch die Stadt, bevor wir an den See kommen und schließlich im Alten Garten einkehren. Sonne, Bier und Kuchen in Kombination mit einer gewissen Müdigkeit und sehr bequemen Sofas sorgen für eine kleine Siesta, während vor uns Tretboote über das Wasser gleiten.

Rückweg über Sythen

Als wir die Augen wieder aufschlagen ist es schon später Nachmittag und so entscheiden wir uns, auf dem kürzesten Weg zurück zum Campingplatz zu fahren. Nur, was ist der kürzeste Weg? Der Handyakku hat schon vor einiger Zeit die Grätsche gemacht und so versuchen wir uns anhand der Schilder und Wegbeschreibungen von Einheimischen zurecht zu finden.

Das erweist sich leider als gar nicht mal so einfach und auch unser blinder Passagier, eine kleine Raupe, die sich auf dem Hut meines Freundes chauffieren lässt, kann uns nicht weiterhelfen. Irgendwann landen wir in Sythen und vor dem malerischen Schlösschen befindet sich glücklicherweise auch eine Karte, die ich mit der Kamera abfotografieren kann und die uns zurück ins Dachzeltdorf führt.

An der Stelle würde ich natürlich gerne ein Bild des Schlosses zeigen, aber ich habe soviel Angst, dass auch noch der Kameraakku leer gehen könnte, dass ich das ganz vergesse. 😀

Nach 60 Kilometern kommen wir müde aber glücklich wieder am Campingplatz an und tauschen die E-Bike-Sättel gegen unsere schon wartenden Campingstühle.

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