Grönland ändert alles

Grönland Eisberge

Es ist ein Uhr nachts und die Sonne steht hoch am Himmel über West-Grönland. Ich sitze an Deck der MS Cape Race und schaue zu, wie Eisberge an mir vorbeiziehen. Unglaubliche Giganten und kleinere Schollen. Gebirge und Ebenen, auf denen man eine ganze Stadt errichten könnte.

Grönland Eisberge Grönland Eisberge

Der Tag endet nicht, obwohl ich seit Stunden hier sitze. Morgen ist Mittsommer. Eigentlich ist meine Zeit in Grönland ein einziger langer Tag. Und genau das brauche ich. Denn meine Zeit läuft ab. Meine Stunden in Grönland schmelzen dahin, genauso wie die Eisblöcke auf dem Polarmeer.

Grönland EisbergeGrönland Eisberge Grönland Eisberge

Ich wünschte, ich könnte die Zeit anhalten. Denn in mir brennt es. Seit ich hier bin, seit ich die ersten Eisberge vor Ilulissat habe schwimmen sehen. Vor allem aber seit sowohl die Guides als auch die Jungs von unserer Crew eine kleine blaue Flamme in meinem Hirn gezündet haben. Dass ich auch haben könnte, was sie haben. Dass ich vielleicht wirklich das Zeug und das Talent habe, diesen Weg zu gehen.

Grönland Eisberge Grönland Eisberge

Seit einem guten Jahr bin ich jetzt mit dem Studium fertig und habe einen festen Job. Den ich eigentlich mag und der mir eigentlich Spaß macht. Eigentlich. Grönland zerschmettert dieses „eigentlich“ wie der Bug der Cape Race das Eis vor uns. Grönland ändert alles. Nein, das stimmt nicht ganz. Auch Finnland hat schon vieles geändert.

Grönland Eisberge

Emmet, der neben mir sitzt, sieht mich von der Seite an.

„Just do it.“

Drei Worte, die so schwer wiegen und die ihm so leicht über die Lippen kommen. Die bei mir bis auf den Grund sinken. Emmet nimmt einen letzten Zug und schnippt seine Zigarette über Bord.

„Otherwise you’ll never know.“

Es ist zwei Uhr nachts und die Sonne steht immer noch hoch am Himmel über West-Grönland.

Grönland Eisberge

SOMMERJUNG – Mit 27 den Sommer der Kindheit erleben!

Wo trifft man eine Gebärdendolmetscherin, die Finalisten der Show Ninja Warrior, Hochzeitsfotografinnen und den Autor eines erotischen Reiseromans? Richtig, mitten in der Lüneburger Heide. Denn dort findet Sommerjung statt, ein Ferienlager für Erwachsene. Wer jetzt denkt „Für Erwachsene – höhö“, den muss ich leider enttäuschen. Da wird weder für den Erotikroman recherchiert, noch finden wilde Orgien statt.

Der Sommer, den du als Kind nie hattest

Nein, es geht darum, noch einmal einen Sommer wie früher als Kind zu erleben. Den ganzen Tag draußen sein, spielen, lachen, schwimmen, rennen, Spaß haben. Ohne Handys oder Zeitdruck, Smartphones und Uhren sind nämlich unerwünscht. Und so ist es ganz leicht, interessante Leute kennenzulernen und aufregende Stunden mit ihnen zu verbringen. Langweilig wird es nämlich auf keinen Fall, dafür sorgen über 20 sogenannte „Playshops“ – ob Bogenschießen, Impro-Theater, Parkour, Traumfänger basteln oder Survival-Training, hier wird jede Menge geboten.

Call me Wilhelm Tell

Wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt, war ich letztes Wochenende da und ehrlich gesagt habe ich gerade echt Schwierigkeiten, wieder in die Realität zurückzufinden. Die Tage sind wie im Rausch an mir vorbeigezogen, die Bässe der Partynacht pulsieren immer noch in meinem Bauch und ich wünsche mir nichts sehnlicher als wieder mitten in der Nacht mit der Seilbahn über den Spielplatz zu rasen. Ich will wieder den Adrenalinrausch der Talentshow spüren!

Hier habe ich meinem Teamleader Marvin erst einen Apfel vom Kopf und dann zwischen den Beinen wegschießen dürfen. (Wer sich jetzt wundert: 1. Ich kann Bogenschießen, bin aber weit davon entfernt ein Profi zu sein! 2. Es waren LARP-Pfeile, tun weh, töten aber nicht, wenn man daneben schießt. 3. Ich bin trotzdem fast gestorben vor Angst, ihn zeugungsunfähig zu machen. 4. Und das möchte ich betonen: Es war SEINE Idee! 5. Es hat geklappt! Ich bin stolz wie Bolle!)

Viele Gesichter,  viele Gespräche, spannende Persönlichkeiten

Den Rest der Nacht haben wir gefeiert, auf dem Abenteuerspielplatz getobt und kaum Schlaf bekommen. Der Frühaufsteherkurs hat mich nicht in bester Verfassung erlebt, aber ich glaube, es hatten trotzdem alle Spaß, vor allem, als wir Parabelschießen ausprobiert haben!

Es war ein Wochenende so abwechslungsreich, dass mir immer noch der Kopf schwirrt. Von der Nachtwanderung ohne Angst, aber trotzdem mit ganz anderer Aufregung. Von all dem leckeren Essen und dem eiskalten Zelt. Von Colour-Games mit Kriegsbemalung und Mädchengekicher am Lagerfeuer. Von all den neuen Gesichtern, den zwei-Minuten-Begegnungen in der Sonne und den zwei-Stunden-Gesprächen in der Nacht. Vieles ist an der Oberfläche geblieben, aber ich habe das Gefühl, mindestens eine Person kennengelernt zu haben, die ich wiedersehen werde.

Manchmal war es fast zuviel, aber das lag auch daran, dass ich selbst vier Playshops mit recht hohem Aufwand gegeben habe. Ohne Uhr ist es schwer, sich an Zeitangaben zu halten. Da kommt die Entspannung dann doch mal zu kurz, weil man nicht weiß, ob man pünktlich ist. Wer nur als Teilnehmer kommt, empfindet das Ganze sicher gechillter. Trotzdem hatte ich noch Zeit, mit Meerjungfrauenflosse zu schwimmen oder einfach in der Hängematte zu liegen und in den Himmel zu starren.

Einmal Sommerjung sein

Ich bin gekommen als jemand, der eine Realitätsflucht auf Zeit sehr gut gebrauchen konnte und genau das habe ich bekommen. Kein Kontakt nach Hause, dafür jede Menge fremde Leute. Die mich nicht kennen und bei denen ich mich so zeigen kann, wie ich möchte, egal ob ich wirklich so bin oder nicht. Die hoffentlich nach dem Wochenende eine gute Erinnerung an mich mitnehmen, selbst, wenn sie meinen Namen nie erfahren haben. Und auf die Momente, in denen ich wirklich einsam war, folgten meist direkt Begegnungen, die mir gezeigt haben, dass ich das nicht sein brauche.

Wer Lust hat, so etwas auch einmal zu erleben, im September habt ihr die Chance auf euer ganz eigenes Sommerjung!

Alle Fotos aus diesem Beitrag stammen von Katrin und Sandra, zwei unglaublich liebenswerten Frauen, die den Blog Little Blue Bag unterhalten, schaut doch mal vorbei! Sie haben auch einen tollen Artikel über das Camp geschrieben.

Bis bald und gute Reise!

Reiseblogger schreiben ein Buch – Begegnungen auf Reisen

Begegnungen uaf Reisen

ES IST DA!

Das Buch, in dem 25 Reiseblogger von ihren Begegnungen auf Reisen erzählen! Und eine der Geschichten ist von mir. (Und ich bin auch noch auf dem Cover! YEAH!)

Zur Entstehung

Irgendwann letzten Herbst stolperte ich in einer Facebook-Gruppe über den Post von Barbara aka Barbaralicious: Sie bot Reisebloggern die Möglichkeit, an einem Projekt mitzuarbeiten. Wir durften ihr unsere Geschichten zum Thema „Begegnungen auf Reisen“ schicken und sie hat daraus ein Buch gemacht. Das ist jetzt bei Amazon erhältlich, entweder als e-Book oder als gebundene Version.

Hier geht es zur Print-Ausgabe!

Hier geht es zum e-Book!

Zusammengekommen ist ein buntes Sammelsurium an lustigen, autenthischen und nachdenklichen Berichten über Menschen und Situationen auf der ganzen Welt. Bei mir geht es um eine Wanderung in der Provence. Getroffen habe ich da in erser Linie mich selbst, aber das war zu dem Zeitpunkt unglaublich wichtig für mich.

Schaut doch mal rein, das e-Book ist gerade sogar kostenlos!

Mit dabei sind:

Annika von lieben-leben-reisen
Claudia von claudiaontour
Caro von Leben à la carte
Daniela von Nipponinsider
Gabriela von Mami bloggt
Jennifer von Snippets of a Traveller
Julia von bezirzt
Katharina von Kulturtänzer
Marion von Escape from Reality
Matthias von TravelTelling
Michi von Michi um die Welt
Mel von Kind im Gepäck
Sabine & Uli von travel-the-world-with-us
Sabrina und Felicia von Felibrina
Werner von whale-of-a-time
Laura von Fundorte
Alexandra von Traveling the World – Stories of a Travelista
Thomas und Ines von Gin des Lebens
Kathrin von Travelinspired
Marina von MS WellTravel
Patrick von gerryontour
Sandra von followtheworld
Anja und Anne-Katrin von GoOnTravel.de

„Bula!“ Willkommen auf der Fidschi-Insel Viwa

Hallo! Willkommen! Schön dich zu sehen! Auf Wiedersehen!

All das und noch vieles mehr bedeutet das Wort „Bula“ in der Sprache der Fidschi-Insulaner. Es sollte nur ein kurzer Abstecher vor unserer Neuseelandreise sein und uns die Möglichkeit geben, uns vom Jetlag zu erholen und uns der Zeitverschiebung allmählich anzupassen. Aber es ist viel mehr geworden und die kleine Insel Viwa in der Yasawa Inselgruppe hat sich tief in Kopf und Herz eingegraben.

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