Paragliding am Predigtstuhl – Höhenflug über Bad Reichenhall

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Der geneigte und kontinuierliche Leser erinnert sich: Ich habe mich auf die Fresse gelegt. Und bin daher während der zweiten Hälfte meiner Bayern-Reise etwas angeschlagen. Deswegen entscheiden wir uns, einen Tag im hübschen Kurort Bad Reichenhall zu verbringen und ganz gemütlich durch die Straßen zu zockeln. Wie immer kommt es etwas anders…

Der Vormittag ist wirklich tiefenentspannt. Wir schauen auf dem Markt vorbei, atmen die gute Salzluft der Sole ein und bewundern die hübschen Blumen im Kurpark. Nicht nur ich, durchaus auch meine Mutter senkt hier den Altersdurchschnitt, aber das macht gar nichts, wir fühlen uns trotzdem sehr wohl. Da das Wetter dem Bericht mal wieder widerspricht, und einfach nicht schlechter wird, wollen wir aber auch den zweiten Teil des Tages draußen verbringen.

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Unsere Wahl fällt wegen meiner lädierten Knie auf die Predigtstuhlbahn, die sich vollmundig die „Grande Dame der Alpen“ nennt. Zu Fuß käme ich heute nicht auf den Berg, in einer netten Gondel aber immer gern. Schon vor dem Gebäude laufen wir einem jungen Mann in die Arme, der uns ganz vertrauensvoll anlächelt. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass er hier sonst wahrscheinlich eher weniger junge Leute zu Gesicht bekommt, oder er einfach einen guten Tag hat. Auf mich wirkt er jedenfalls sehr sympathisch.

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Er fährt dann auch mit uns Gondel und hat einen riiiiesigen Rucksack dabei. Mit spitzen Öhrchen lausche ich dem Gespräch, in das er von anderen Mitfahrern verwickelt wird. Er hat also vor mit einem Gleitschirm von diesem Berg zu springen, soso. Na, das könnte mir auch gefallen. Aber ich bin ja noch nicht wieder ganz fit und so wandern wir zur Schlegelmulde, um uns dort mal wieder der Germknödelvernichtung zu widmen.

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Wie es das Schicksal will, setzt sich besagter junger Mann an den Nebentisch und besagte andere Mitfahrer mit an unseren. Da die Gondel sehr voll war wird gewitzelt, ob wir denn wohl alle auch wieder von dem Berg runterkommen.

Mitfahrerin 1: „Na, sonst muss der junge Mann uns mit runter nehmen!“
Mitfahrer 2: „Ach, der nimmt bestimmt nur hübsche junge Frauen mit, höhö!“

Kameraschwenk auf mich, die sich gerade ein Riesenstück Germknödel in den Mund stopft, während ihr die Vanillesauce vom Kinn tropft. Ich versuche zu lächeln. Der junge Mann lächelt zurück. Dann steht er auf und geht. Ob’s an der Vanillesauce lag?

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Wohl eher nicht, denn als wir ihm später neugierig zugucken, wie er seinen Schirm ausbreitet, fragt er mich: „Willst du denn auch mal?“

Ich (entsetzt): „Jetzt?“ (Ich habe nicht nur einen Germknödel gegessen. Sondern auch noch von dem von meiner Ma. Und einen großen Semmelknödel mit Sauce. Ich bestehe praktisch zu 90% aus Knödel.)

Er: „Ich hab heute leider nicht den Tandemschirm bei, aber morgen ging’s!“

Hach. Morgen ging’s. Zufälligerwiese hab ich morgen auch noch nicht den ganzen Tag was vor. Und zufällig würde ich dann auch keine drei Knödel essen. Er drückt mir einen Flyer mit seiner Nummer in die Hand.

Am Abend rufe ich ihn an und nach ein paar Minuten ist klar: Morgen laufe ich über die Klippe vom Predigtstuhl.

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Und so ist es, ein paar Stunden später stehe ich mit besagtem jungen Mann, der übrigens Simon heißt, wieder an der Schlegelmulde. Und bekomme erklärt, wann sich wo gute Thermikwolken bilden. Zu diesem Zweck wackele ich wie eine fette Raupe hinter ihm her, denn er hat mich bereits in mein Fluggerät verfrachtet. Ein Gurt mit, naja, einem riesigen Raupenpopo. Wenigstens muss er auch so einen anziehen, während sich schon eine beachtliche Menge versammelt hat, um unseren Start zu verfolgen.

Simon ist wahnsinnig nett, erklärt mir alles ganz genau, was ich wann zu tun habe. Eigentlich ist es idiotensicher: Er zieht den Schirm hoch, gibt mir Bescheid und dann stemme ich mich dagegen und laufe die 10 Meter bis zur Kante. Dann heben wir ab und ich lass mich in meinem Gurt hängen, bis er sagt dass ich mich hinsetzen soll. Soweit die Theorie.

Nun zur Praxis. Er zieht den Schirm hoch und gibt mir Bescheid. Ich versuche mich dagegenzustemmen und los zu laufen. Ich stemme mich nicht genug, werde von Wind und Schirm zur Seite gedrückt und reiße uns beide von den Füßen. Ah! und Oh! macht die Menge, DUMME KUH schreit mein geprelltes Knie. Ich bekomme einen Lachflash. Was denke ich mir eigentlich dabei Simon voran auf eine Klippe mit knapp 1600 Metern Höhe zuzulaufen?

Nun ja, ich denke, dass es Spaß machen könnte und wisst ihr was? Ich hab Recht! Den zweiten Start legen wir ganz elegant aufs Alpenparkett und entschweben sanft vom Predigtstuhl. Ich mache es mir in meinem Raupenpopo bequem und dann haut es mich praktisch nochmal um. So optisch. Wir fliegen über die Bergflanken, unter uns ziehen Bäume und Fels dahin und vor uns erstreckt sich das Tal mit Bad Reichenhall. Es kommt sehr selten vor, aber jetzt verschlägt es mir doch die Sprache.

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Simon kümmert sich toll um mich, erklärt, zeigt und ist nach wie vor einfach sympathisch. Und dann darf ich sogar selber fliegen! Okay, wohl auch, weil mir doch ein bisschen schwurbelig zumute ist und er meint, dass mich das ablenken könnte. Und das stimmt, der Schirm reagiert auf meine Bewegungen und ich bin fasziniert davon, dass ich uns lenke. Zwei Raupen auf Höhenflug. Trotzdem merke ich, dass ich das Ganze nicht so gut vertrage, wie ich mir wünschen würde. Määäh! Das ist bestimmt das Alter, verdammt.

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Als Simon mich dann fragt, ob ich in der Spirale oder nur normal nach unten möchte, muss ich zu meiner eigenen Enttäuschung letztere Variante wählen. Es wäre aber auch gar nicht nett, ihn anzukotzen. Elegant wie ein Elefant lande ich. Indem ich einfach auf der Wiese zusammensacke und Simon wieder mit mir reiße. So fester Boden hat schon was. Aber fliegen auch!

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich dieses Abenteuer mit Simon nicht entgehen lassen, ich bin wirklich froh, ihn kennengelernt zu haben. Den Tandemsprung mit ihm könnt ihr auf dieser Homepage buchen. Alle Bilder vom Gleitschirmflug hat natürlich er gemacht!

Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Land! – Mein Unfall im Berchtesgadener Land

Hot’s di g’schmissn?

Ja, mich hat’s geschmissen. Und zwar ganz doll. Nicht umsonst wirbt das Berchtesgadener Land wohl mit dem Spruch: Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Land!

Also entweder liebt Gott mich ganz besonders, oder er ist ziemlich sickig auf mich. Da ich ihn mein Leben lang konsequent ignoriert habe, fällt es mir leichter, an letzeres zu glauben. Fallen gelassen hat er mich auf jeden Fall, durchaus auch im Berchtesgadener Land. Allerdings vom Fahrrad. Und deswegen sitze ich jetzt im schönen Kreiskrankenhaus Berchtesgaden in der Notaufnahme und werde gefragt, obs mi g’schmissen hot.

Aaaaber der Reihe nach. Ich habe mich nach drei Jahren mal wieder in den schönen Freistaat gewagt, um zu überprüfen, ob denn jetzt auch in jeder Behörde ein Kreuz hängt. Okay, das stimmt nicht. Ich bin gekommen, um wieder Berge zu sehen, Seilbahn zu fahren (da hatte ich zuletzt etwas Pech) und um endlich die Hütte im Obersee zu sehen, die schon lange auf meiner Bucket-List steht.

Am Morgen war noch alles in Ordnung

Und bis zu diesem Nachmittag lief auch alles wie am Schnürchen. Ich habe drei perfekte Tage voller Sonnenschein, spektakulärer Wanderungen und schöner Radwege hinter mir. Doch dann mache ich den Fehler, mit meinem Rad um die Kurve zu fahren, dabei nach hinten zu gucken und auch noch zu bremsen. Die Packtasche tut ihr übriges und Perdauz! Ich lerne mit meiner rechten Körperhälfte Bayern hautnah kennen. Auf Schotter. Wenn schon, dann richtig.

Nun ja, bin ich Mädchen oder Memme? Ich humpel also zurück zum Fluss, wasche notdürftig Kies und Blut von den Händen und prüfe mal die Hilfsbereitschaft der Bayern. Während die Sache mit dem Kreuz aus meiner Sicht ziemlicher Mumpitz ist, bin ich voll dabei, wenn es um die Mitführpflicht von Verbandskästen geht. Denn die sorgt dafür, dass ich zumindest mit verpflasterten Pfoten zurück nach Berchtesgaden radeln kann. Trotz schmerzender Knie und geprellter Schulter schaffe ich die 5 Kilometer, am Fuß des Berges nach Bischofswiesen ist dann aber Schicht im Schacht. Da komm ich nicht hoch. Unsere Unterkunft liegt aber leider auf der anderen Seite.

Wie praktisch, dass ich es genau bis zum Roten Kreuz von Berchtesgaden ausgehalten habe. Denn hier lässt uns ein freundlicher Mitarbeiter unsere Räder unterstellen und verrät uns die Nummer des örtlichen Taxidienstes. Nach einem Blick auf meinen doch recht lädierten Zustand legt er uns auch dringend ans Herz, im Krankenhaus vorbeizuschauen, das wäre ihm wichtig. Na gut, da will man ja nicht so sein. Wenn es ihm doch wichtig ist. Und ich muss gestehen: So richtig scharf bin ich nicht darauf, mir den Dreck selbst aus Handflächen und Arm zu pulen.

Also fahren wir ins Krankenhaus, das, wie ich nicht unerwähnt lassen möchte, urkundlich ausgezeichnet ist! Der Service ist auf jeden Fall 1A, alle sind nett und freundlich und ich sitze nur etwa 10 Minuten in der Notaufnahme, bis ich mein Date mit dem Bergdoktor habe. Der nimmt sich auch Zeit, hört mich ab, wärend eine Schwester sich mit Pinzette und Schere  ans Werk macht. Zum Schluss wird sogar noch mein Arm geröntgt um ganz sicher zu sein, dass nichts gebrochen ist.

Während ich dann vor dem Begutachten der Aufnahmen wieder im Wartezimmer sitze, spricht mich ein anderer Wartender an. Zuvor hat er sich in einer mir fremden Sprache (türkisch? tschechisch? polnisch?) mit seinem Kollegen unterhalten, aber dann kommt in astreinem Bayerisch die zu Anfang genannte Frage. Ich bejahe und bekomme aufmunternde Worte. Immerhin bin ich nicht der junge Mann, der den Unfall mit der Holzsäge hatte. Das stimmt, da bin ich Gott doch dankbar, dass er mich nicht darein hat fallen lassen.

Gut, dass Rosas kleine Schwester zum Trösten dabei ist!

PS: An dieser Stelle möchte ich eine Lanze für die Outdoormarke mit dem Fuchs brechen. Achtung, das ist KEINE Werbung. Ich habe mir die verdammt teure Trekkinghose selbst von meinem Geld gekauft. Aber ich muss sagen, sie ist es wert. Denn obwohl ich mit der Hose ein ganzes Stück über den Schotter gerutscht bin und meine Knie ordentlich geprellt, zum Teil sogar aufgeschürft waren, hat die Hose gehalten. So soll Outdoorkleidung funktionieren! <3

Ausflugstipp Berchtesgadener Land – Königssee, Obersee und Röthbachfall

Königssee, Klappe, die zweite! Auf meiner Radtour durch Bayern 2015 habe ich den Königssee zum ersten Mal besucht und war schon ganz hin und weg. Trotzdem hätte ich mich in den Hintern beißen mögen, als ich kurz nach der Reise herausfand, dass ich anscheinend DAS Fotomotiv schlechthin verpasst hatte: Die Hütte im Obersee. Jeder Reiseblogger, der was auf sich hält, hat das Ding im Insta-Feed. Nun gut, man muss ja nicht jeden Trend mitmachen, aber wenn man dann noch mal da ist…

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Ausflugstipp Berchtesgadener Land – Hirscheckbahn am Hochschwarzeck

In Wales sind mir ja alle möglichen interessanten Fortbewegungsmittel durch die Lappen gegangen. Aber hier in Bayern, nicht mit mir! ICH. WERDE. SEILBAHN. FAHREN. Mir auch völlig wumpe wohin! Da trifft es sich gut, dass die erste schon direkt von unserer Unterkunft ausgeschildert ist: Die Hirscheckbahn am Hochschwarzeck, nur sieben Minuten mit dem Auto von Bischofswiesen entfernt.

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