Radtour durch Bayern: Bernau und der Chiemsee

„Mit nur drei Gängen durch Bayern?!“

Der freundliche Mann, der mein Fahrrad in den Transporter lädt, sieht mich entsetzt an. Ich nicke freundlich und auch ein bisschen stolz, denn genau das habe ich gerade geschafft. Mit einem Hollandrad mit nur drei Gängen bin ich vom Chiemsee bis an den Königssee geradelt!

Unverhofft nach Bayern

Eigentlich bin ich auf dieser Reise gar nicht eingeplant, aber da meine Mutter diese aus gesundheitlichen Gründen absagen muss, bin ich relativ spontan eingesprungen um zusammen mit meiner Tante Bayern zu erkunden. Ohne jemals zuvor eine größere Strecke mit meinem geliebten Stadtrad gefahren zu sein. Aber ich habe vollstes Vertrauen, schließlich liebe ich mein bequemes Fahrrad!

Na, wer hat das passendere Fahrrad dabei?

Und so kommt es, dass wir es an einem sonnigen Morgen im Juni auf den kleinen Fahrradträger stellen und uns auf den Weg nach Süden machen. Unser Ziel und damit Ausgangspunkt der Reise ist Bernau am Chiemsee. Dort werden wir das Auto stehen lassen und uns, inklusive einiger Abstecher, auf den Weg zum Königssee machen. Unser Gepäck wird von einem Reiseveranstalter von Ort zu Ort gebracht, sodass wir mit leichtem Gepäck fahren können. Der Service beinhaltete außerdem unseren Rücktransport und den der Räder zu unserem Auto, siehe entsezter Mann oben. 🙂

Rosa auf dem Weg in die Alpen

Bernau am Chiemsee

Kaum in Bernau angekommen schwingen wir uns auch schon auf die Räder und machen uns zu einer ersten Erkundungstour auf zum Chiemsee. An dieser riesigen Wasserfläche tummeln sich Jung und Alt und mit einem Eis auf der Bank macht es ganz besonders Spaß, das kleine „Sehen und Gesehen werden“-Spielchen zu beobachten. Nach einem echt bayrischen Abendessen geht es dann noch in den Park, zum Kneippen. Bisschen die Blutzirkulation in den untrainierten Extremitäten in Schwung bringen! Und dann ab ins Bett, denn schließlich hält der nächste Tag das erste von vielen Highlights bereit!

Aschau und die Kampenwand

Es geht nach Aschau. Die Anfahrt ist anstrengend, wir kämpfen uns eine steile Straße hoch. Schweißgebadet rollen wir dann nach Aschau hinein und ich bin froh, dass wir mit den Rädern nicht auch noch auf den Berg müssen. Dafür nehmen wir die Gondel die Kampenwand hoch auf die Sonnenalm. Hier erwartet uns tatsächlich strahlender Sonnenschein, ein mehr als seltsames Denkmal (Ich sag nur Atomzeitalter?!), leckeres Essen und jede Menge Kühe. Ich bin im bayerischen Himmel! Von meinem Besuch dort habe ich hier ausführlich erzählt und ich kann jedem dieses Fleckchen Erde nur wärmstens empfehlen.

Rund um den Chiemsee

Unser zweiter Tag birgt die erste echte Radelherausforderung: Wir fahren etwa 80 Kilometer rund um den Chiemsee. Ähem, eigentlich ist die Strecke nur etwa 65 Kilometer lang, aber es gibt da dieses kleine Navigationsproblemchen. Ganz ehrlich, where the fuck is Übersee??? Immer wieder versuchen wir, diesen Ort anzufahren und jedes mal scheitern wir. Irgendwann lassen wir es dann Übersee sein und entscheiden uns nach Gutdünken für einen Weg.

Das ist auch besser so, denn von da an läuft alles reibungslos. Naja, bis auf die Reibung Sattel-Jeansshorts. Ich gebe zu, vielleicht nicht die beste Kleidungswahl für eine lange Radtour bei über 30°. Aber aus Fehlern lernt man ja, ne? Ansonsten ist die Strecke aber nicht weiter beschwerlich, es gibt kaum Steigungen und wir fahren immer wieder durch kleine Orte, in denen man sich eine Stärkung besorgen konnte.

Ich muss gestehen, ich finde den See nicht wahnsinnig spannend. Das Panorama ist flach, die Wasserfläche zieht sich endlos, die Berge dahinter kaum zu sehen und überall hört man kreischende und quitschende Menschen. Da kommt wohl wieder der kleine Misanthrop in mir durch, aber ich freue mich auf einsame Gegenden mit schroffen Felswänden. Da muss ich mich aber noch etwas gedulden, denn am nächsten Tag steht genau das Gegenteil an!

Herreninsel und Fraueninsel

Ich bin froh, dass wir am nächsten Tag nur eine kleine Strecke fahren, denn mein Hintern protestiert doch ein bisschen und die Temperatur nähert sich der 40°-Marke. Am dritten Tag geht es nur bis Prien und dort tauschen wir unsere Räder gegen Boote. So kommen wir trockenen Fußes zur Herren- und zur Fraueninsel. Hier bitte den klassischen Touristen mimen und ein arg gestelltes Foto vor dem Brunnen von Schloss Herrenchiemsee schießen! 😀  Zum Schluss wollen wir dann aber doch noch was für die Beinmuskeln tun (Never skip legday!) und strampeln mit einem Tretboot hinaus auf den See.

Die Fraueninsel

 

Im zweiten Teil verlassen wir Bernau und fahren weiter nach Süden! Bleibt dabei 🙂

Bis bald und gute Reise!

Reiseblogger schreiben ein Buch – Begegnungen auf Reisen

Begegnungen uaf Reisen

ES IST DA!

Das Buch, in dem 25 Reiseblogger von ihren Begegnungen auf Reisen erzählen! Und eine der Geschichten ist von mir. (Und ich bin auch noch auf dem Cover! YEAH!)

Zur Entstehung

Irgendwann letzten Herbst stolperte ich in einer Facebook-Gruppe über den Post von Barbara aka Barbaralicious: Sie bot Reisebloggern die Möglichkeit, an einem Projekt mitzuarbeiten. Wir durften ihr unsere Geschichten zum Thema „Begegnungen auf Reisen“ schicken und sie hat daraus ein Buch gemacht. Das ist jetzt bei Amazon erhältlich, entweder als e-Book oder als gebundene Version.

Hier geht es zur Print-Ausgabe!

Hier geht es zum e-Book!

Zusammengekommen ist ein buntes Sammelsurium an lustigen, autenthischen und nachdenklichen Berichten über Menschen und Situationen auf der ganzen Welt. Bei mir geht es um eine Wanderung in der Provence. Getroffen habe ich da in erser Linie mich selbst, aber das war zu dem Zeitpunkt unglaublich wichtig für mich.

Schaut doch mal rein, das e-Book ist gerade sogar kostenlos!

Mit dabei sind:

Annika von lieben-leben-reisen
Claudia von claudiaontour
Caro von Leben à la carte
Daniela von Nipponinsider
Gabriela von Mami bloggt
Jennifer von Snippets of a Traveller
Julia von bezirzt
Katharina von Kulturtänzer
Marion von Escape from Reality
Matthias von TravelTelling
Michi von Michi um die Welt
Mel von Kind im Gepäck
Sabine & Uli von travel-the-world-with-us
Sabrina und Felicia von Felibrina
Werner von whale-of-a-time
Laura von Fundorte
Alexandra von Traveling the World – Stories of a Travelista
Thomas und Ines von Gin des Lebens
Kathrin von Travelinspired
Marina von MS WellTravel
Patrick von gerryontour
Sandra von followtheworld
Anja und Anne-Katrin von GoOnTravel.de

„Bula!“ Willkommen auf der Fidschi-Insel Viwa

Hallo! Willkommen! Schön dich zu sehen! Auf Wiedersehen!

All das und noch vieles mehr bedeutet das Wort „Bula“ in der Sprache der Fidschi-Insulaner. Es sollte nur ein kurzer Abstecher vor unserer Neuseelandreise sein und uns die Möglichkeit geben, uns vom Jetlag zu erholen und uns der Zeitverschiebung allmählich anzupassen. Aber es ist viel mehr geworden und die kleine Insel Viwa in der Yasawa Inselgruppe hat sich tief in Kopf und Herz eingegraben.

Wilkommen auf Fidschi

Von der Hauptinsel des Fidschi Archipels geht es zunächst mittels Wasserflugzeug in Richtung Yasawa Inselgruppe. Wir überfliegen Inseln wie aus dem Bilderbuch, üppiges Grün, weiße Strände, klares Wasser in vielen Blautönen. Da starker Wind herrscht, werden wir mitten auf dem Meer abgesetzt und steigen in ein sehr kleines Boot mit zwei freundlichen Inselbewohnern um.

Am Strand erblicke ich eine Gruppe fröhlich singender und winkender Menschen. Ob die wohl uns meinen? Später sehen wir, dass diese Begrüßungszeremonie für alle Neuankömmlinge gemacht wird. Das aber tut der Herzlichkeit, mit der wir empfangen werden, keinen Abbruch. Und nie wirkt sie aufgesetzt oder berechnend, das Interesse an uns und unseren Lebensbedingungen ist echt.

Zyklon Winston und seine Folgen

Im Februar 2016 rast der Zyklon Winston mit bis zu 325 Stundenkilometern über die Inselgruppe und hinterlässt auch auf Viwa eine Spur der Verwüstung. Fast alle Häuser und Hütten werden zerstört, ebenso das Resort. Die Menschen flüchten in die aus Stein gebaute Kirche. Unvorstellbar für uns, wie man eine solche Katastrophe bewältigen kann, wenn bei uns schon Stürme mit Windstärken um die 100 Stundenkilometer Panik hervorrufen. Sehr schnell beginnen die 500 Inselbewohner mit dem Wiederaufbau. Während sie selbst noch überwiegend in Zelten wohnen, wird zunächst das Resort mit Restaurant und 11 Bungalows wiederaufgebaut. Denn das Resort ist die wirtschaftliche Grundlage für das Dorf.

Tropisches Obst und Menschenfleisch gefällig?

Und nun dürfen wir das Dorf besuchen. Wie machen das die Dorfbewohner nur? Selbst über spitze Steine und scharfkantige Felsen geht es barfuß. Mitten durch wilden Dschungel und angelegte Gärten mit Ananas, Bananen und anderen tropischen Obst- und Gemüsesorten. Im Dorf empfängt uns ein kleiner Markt mit selbst gefertigten Produkten der Frauen des Dorfes. Ein fröhlicher Kontakt ist schnell hergestellt. Bereitwillig zeigt man uns die wiederaufgebauten, einfachen Hütten. Vom Staat gestiftete Sonnenpannels liefern Strom. Hühner und Ziegen laufen frei herum. Fast ein Idyll. Und dann das Denkmal für den armen Missionar Baker. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er verspeist, einschließlich seiner Lederstiefel. Reumütig hat man ihm ein Denkmal gesetzt. Die Zeit der Kannibalen ist vorbei.

Tänze und Gesang der Fidschi Insulaner

Wenn man noch etwas von den einstigen Aggressionen spürt, dann in den Tänzen. Hier werden die Augen gerollt, die Zunge weit herausgestreckt und man springt auf uns zu, um wenige Millimeter vor unserem Gesicht plötzlich zu verharren. Und dann löst sich die Spannung in einem wunderbaren Chorgesang auf.

Tänze und Gesang der Fidschi Insulaner from Rosas Reisen on Vimeo.

Diese Stimmen! Mehrstimmiger Chorgesang, morgens, mittags, abends und zwischendurch. Voller Inbrunst, Rhythmus, an verschiedenen Orten. Sicher, das machen sie jetzt für uns, aber man spürt, dass sie es lieben zu singen.

Und für uns wird der Bungalow jeden Tag mit frischen Hibiskusblüten dekoriert. Für uns gibt es köstliche Gerichte mit frischen Produkten der kleinen Insel. Zubereitet von einer zurückhaltenden Küchencrew, alle von der Insel, die sich aber immer über ein Lob freuen. Man kann ihnen bei ihrer Arbeit in dem Freiluftrestaurant zusehen. Wenn man möchte, kann man sogar an einem kleinen Kochkurs teilnehmen. Und feststellen, dass Inselchili das Schärfste überhaupt ist.

Berührend ist auch das kleine Abschiedsfest abends am Strand. Heute schauen nur zwei Paare zu bei Tanz Gesang und Feuerschlucken. Aber die Umarmungen am Ende zeigen uns, dass wir uns gegenseitig wahrgenommen haben. Und die einzige Bitte an uns zum Schluss ist: Erzählt in eurem Land von uns. Aber gerne, bula!

Abschiedsgesang der Fidschi Insulaner from Rosas Reisen on Vimeo.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag meiner Tante. Von der habe ich wohl das Reise-Gen geerbt und ich durfte sie schon auf viele ihrer Abenteuer begleiten. Auf den Fidschi-Inseln war ich leider nicht dabei, aber jetzt hätte ich schon Lust! 🙂

Bis bald und gute Reise!

Tagesausflug von Dublin: Ireland’s Eye

Es gibt ja Menschen, die planen einen Kurztrip in eine Stadt und wollen sich dann diese Stadt ansehen. Verrückt. Ich bin da ein bisschen…anders. 😀 Denn dass ich dieses Konzept gerne über den Haufen werfe, habe ich ja schon in Schottland bewiesen. Und genauso ging es mir auch in Irland. Natürlich wollte ich mir Dublin angucken, keine Frage, aber wenn man schon mal auf der grünen Insel ist…dann möchte ich auch ein bisschen kitschige Kerrygold-Natur!

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Roadtrip durch Südfrankreich – Bergdörfer, Grasse und die Gorges du Verdon

Ihr wollt Sommer, Sonne und Abenteuer? Dann seid ihr hier richtig! Das ist der letzte Teil meines Roadtrips durch Südfrankreich. Wir besuchen die Parfumstadt Grasse und wandern durch die wunderschöne Gorges du Verdon! Zu Teil 1, 2 und 3 hier entlang.

Tag 14 – Kleine Bergdörfer und die Fondation Maeght

Nachdem wir gestern an der Küste unterwegs waren, wendne wir uns heute wieder den Örtchen im Landesinneren zu. Um ehrlich zu sein bekomme ich gar nicht mehr alle zusammen, Asche auf mein Haupt. Es war aber einfach schön, durchs Hinterland zu fahren, hier und da anzuhalten und durch die Dörfer zu schlendern.

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