Hamburg IX: Was ich noch sagen wollte

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Es gibt da noch ein paar Dinge, die ich euch über Hamburg erzählen möchte, die aber in keinen anderen Artikel so richtig reinpassten. Und da ich sowieso irgendwie gerne einen Abschiedsbrief schreiben würde, kann ich so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Also, fangen wir an.

Hamburg wird auch das Tor zur Welt genannt. Ich weiß nicht, ob diese Formulierung irgendwas bei euch bewirkt, aber mir lässt sie so ein ganz kleines bisschen die Seele zittern. Das Tor zur Welt. Da höre ich Möwen kreischen und rieche eine salzige Brise vom Meer und sehe Schiffe, die mich bis an den Horizont bringen wollen. Ich fühle den Wunsch aufzubrechen, allem den Rücken zu kehren und mir vom Wind die Gedanken aus dem Kopf pusten zu lassen bis ich frei bin.

Und in meinem Kopf spielt das:

P1120717_lzn P1130088_lznP1120757_lznDass die Stadt für mich ein Abenteuer war, kann ich an den kleinsten Dingen festmachen. Zum Beispiel an der Art, wie die U-Bahn-Türen aufgehen. Das ist kein Witz. Hier in Hamburg kann man nämlich schon auf den Knopf drücken, bevor die Bahn überhaupt gehalten hat. Und während sie noch die letzten Zentimeter ausrollt, gleiten die Türen schon mit einem Zischen zurück. Dabei hatte ich immer das Gefühl, ich spränge aus dem noch fahrenden Zug.

P1120772_lznWeniger romantisch, dafür aber unglaublich praktisch ist übrigens, dass die Bahn hier ständig fährt. Jedes mal, wenn ich an den Bahnsteig komme, steht auf der Anzeigentafel: Fährt in 3 Minuten. Verpass ich in Köln meine Bahn warte ich locker 10. Oder 15. Oder auch mal 30. Hier war das absolute Maximum 8. Klingt irgendwie banal, aber es war eines der Dinge, die mich hier echt beeindruckt haben.

P1120768_lznZu den öffentlichen Verkehrsmitteln fällt mir noch etwas ein. (Dass ich so viel dazu zu sagen habe, liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich jeden Tag über einen längeren Zeitraum in U- und S-Bahnen aufgehalten hab. Sorry.) Es nervt ziemlich, dass es hier in Hamburg keine Halteschlaufen in den Bahnen gibt. Stattdessen steht aber mittig im Eingangsbereich zwischen den Türen eine Stange an der man sich festhalten kann. Heute stand ich also mit fünf Männern im Kreis um diese Stange und jeder versuchte, seine Hand um ein noch freies Stück Metall zu legen. Ich stelle mir vor, wir sahen aus als ob wir darauf warteten, dass der Portschlüssel aktiviert wird und uns zur Quidditch-WM bringt.

In Hamburg hat man immer das Gefühl, das Wasser müsste gleich um die Ecke sein. Selbst im Büro konnte ich manchmal die Signale der Schiffe hören. Okay, ich dachte zuerst, das wären Bauarbeiten, aber als ich es wusste, fand ich es ganz toll.

P1130131_lzn P1120896_lznP1130552_lzn P1130550_lznAm Anfang habe ich mich hier als Kind des Rheinlands manchmal etwas schwer getan. Zumal ich auch echt Angst vor Zurückweisung hab. Es ist nicht so, als ob die Leute wirklich unfreundlich wären, aber deutlich reservierter und nicht so offen wie zu Hause. Vielleicht liegt diese Unterkühlung an den frostigen Temperaturen. Ich fands hier nämlich immer ziemlich frisch. (Übrigens: Ich hab es trotzdem geschafft, zwei Bekanntschaften zu machen. Aber auch hier bestätigen die Ausnahmen die Regel. Die eine kam nämlich aus Hamm, die andere aus dem Pott.)

P1120769Zwar halten sich hier alle vorbildlich an das Rolltreppen-Gebot „Rechts stehen, links gehen“, dafür fahren die Fahrradfahrer grundsätzlich auf dem Fußweg und das weder besonders rücksichtsvoll noch langsam.

Hamburg hat eine Vielzahl an tollen Läden in denen es Krimskrams gibt, den man zwar nicht braucht, aber unbedingt will. Ein paar hab ich euch ja schon vorgestellt (hier, hier, hier und hier), aber ich konnte längst nicht alle besuchen, die auf meiner Liste standen. Das heißt wohl, ich muss wiederkommen.

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Oh Gott, wie gern ich das linke Outfit gehabt hätte. Aber das hätte nun wirklich jegliches Budget gesprengt. Und zwar mit einer Mischung aus Dynamit, C4 und TNT.

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Hamburg, es war schön mit dir. Du wirst mir fehlen.

Zum Schluss noch einige Tipps/Impressionen querbeet:

Die Kirmes „Hamburger Dom“, Heiligengeistfeld, 20359 Hamburg, U-Bahn-Haltestelle Feldstraße. Der Frühlingsdom ist gerade vorbei, aber es folgen noch der Sommerdom (24.07.2015 bis 23.08.2015) und der Winterdom (06.11.2015 bis 06.12.2015).

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Der Flohmarkt am Immenhof in Winterhude, 22087 Hamburg, U-Bahn-Haltestelle Mundsburg. Auf fast schon malerischem Gelände am Wasser gibt es eine riesige Auswahl und im Gegensatz zur Flohschanze ist das nicht nur Ramsch, sondern richtig tolle Sachen! Zum Beispiel stylische, außerge-wöhnliche Klamotten oder alte Märchenschallplatten. Er ist noch drei Mal dieses Jahr, immer sonntags: 31.05., 09.08. und 20.09.

P1130420_lznP1130419_lznDie Alpenkantine ist ein nettes Bistro auf der Osterstraße, Hausnummer 98, 20259 Hamburg. Es gibt Tartes, Quiches verschiedene Kuchen usw. Dem Kantinengedanken bleibt man mit den Tabletts treu, aber innen sieht es gar nicht nach Mensa aus. Da ist der Boden nämlich wunderhübsch gefliest.P1130460_lzn

Weitere Hamburg-Tipps: Hamburg I: Café Glück & Selig und Reisebuchhandlung Dr. Götze // Hamburg II: Schanzenviertel // Hamburg III: Der alte Elbtunnel // Hamburg IV: Övelgönne & Ottensen // Hamburg V: Schiffswracks am Falkensteiner Ufer // Hamburg VI: Kino 3001 // Hamburg VII: Eimsbüttel, das Blogger-Paradies // Hamburg VIII: Speicherstadt

5 Gedanken zu “Hamburg IX: Was ich noch sagen wollte

  1. Oh wie schön 🙂 Habe grade über Ina deinen Blog gefunden und bin jetzt voller Vorfreude – mache im Sommer 8 Wochen Praktikum in HH. Was hast du dort gemacht?

    1. Hey Alica, es freut mich sehr, dass du meinen Blog gefunden hast! Ich war beim Life-Verlag, die geben die deutsche Lonely Planet Traveller und Speisen & Reisen raus. Was machst du denn? Falls du es noch nicht gesehen hast, ich hab auch ganz viele Tipps für Hamburg auf dem Blog 😉

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