Pembroke Nationalpark: Stürmische Küstenwanderung bei St. David’s

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Unsere Autopanne am Vortag hatte dafür gesorgt, dass wir noch nicht besonders viel von Wales gesehen hatten. Und die Reparatur nahm den gesamten nächsten Vormittag in Anspruch, sodass nur noch ein halber Tag im Pembroke Nationalpark blieb. Ausritt am Strand, Klippnklettern im Neoprenanzug und all die anderen lustigen Möglichkeiten fielen damit weg. Also was tun?

Die Antwort war dank Reiseführer schnell gefunden: Nach St. David’s fahren. Denn da sollte es einen sehr schönen Küstenwanderweg geben, der auch mit wenig Zeit lohnenswert sei. Überlegt, getan –  kurze Zeit später stiegen wir in dem kleinen Örtchen St. David’s aus unserem neu bereiften Vehikel. Ich übernahm die Führung und lotste uns mit Hilfe des Handys in Richtung Küste.

Über einen Feldweg mit Herr der Ringe-Hohlweg kamen wir bald zur St. Non’s Chapel, die malerischer nicht sein könnte. Von hier führt dann auch der Weg direkt an die Küste. Und da weht doch ein ganz schöner Wind! Also auch bei angenehmen Temperaturen eine winddichte Jacke einpacken, sonst wird’s frisch!

Spielkind, das ich ja bin, mussten zuerst die Kühe bestaunt und dem ganzen Unterfangen dann eine Prise Abenteuer hinzugefügt werden. Der Weg auf der Klippe ist zwar schön, aber viel mehr Spaß macht es, runter zur Uferlinie zu klettern und von dort alle Felsen zu bezwingen. Diese Angewohnheit hege ich schon länger und habe meiner Ma in Irland damit Sorgen bereitet. Als ich das meinem Freund erzählte, meinte er auch nur, dass seine Mutter sich bei seinen Unternehmungen auch so manches mal an den Kopf fassen würde. So wurde dann der Dauerspruch während unserer Kletterpartie: „Sag’s nicht meiner Mutter.“ (Ähm, hallo Mama, hallo Bine! Falls ihr das lest: Wir waren natürlich ganz vorsichtig!)

Nach etwa anderthalb Kilometern fröhlichem Rauf und Runter, bogen wir dann wieder ab ins Landesinnere, zum Porthclais Harbour. Respekt für den, der hier sein Picknick auspackt. Arschkalt und windig sind auch meine liebsten Wetterbedingungen für nen gemütlichen Lunch.

Danach ging es dann recht langweilig über die Straße zurück nach St. David’s. So waren es insgesamt fünf Kilometer. Schade, dass wir nicht mehr Zeit hatten, ich hätte noch ewig über die Felsen klettern können. Aber als nächstes standen jetzt Burgen auf dem Plan. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.