Jimny & Dachzelt

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Dachzelt Dorf Deggenhausertal – Dachzelten zwischen Ponys und Obstbäumen

Dachzelt Dorf* – was ist das? Bei einem Dachzelt Dorf handelt es sich um ein kleines Areal irgendwo in Deutschland, auf dem man Dachzelte testen oder mit eigenem Dachzelt oder Van campen kann. Betrieben werden die Dörfer von den Dachzeltnomaden, einem Unternehmen, das sich mit allem rund ums Thema Dachzelten beschäftigt.

Wer also überlegt, sich ein Dachzelt zu kaufen, aber lieber erstmal ein paar Nächte probeliegen möchte, für den ist ein Dachzelt Dorf genau das richtige. Natürlich kann aber auch jemand, der bereits ein eigenes Dachzelt hat oder mit dem Camper oder Wohnmobil unterwegs ist, sich hier eine nette Zeit machen.

Übrigens: Ich war letztes Jahr schon mal in einem solchen Dachzelt Dorf in Borkenberge und hatte dort ein spannendes Wochenende. 😉

Wo gibt es überall Dachzelt Dörfer in Deutschland?

Die Dörfer verteilen sich quer durch Deutschland, dieses Jahr werden insgesamt sechs geöffnet sein. Es gibt Dachzelt-Dörfer in Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Noch ist die Karte etwas west-lastig, aber die Dachzeltnomaden freuen sich immer über Tipps, wo noch ein Dorf eröffnen könnte!

Die einzelnen Dachzelt Dörfer im Überblick

Dachzelt Dorf Furtwangen

Zum Wilden Michel
Linach 6, 78120 Furtwangen im Schwarzwald
Baden-Württemberg

⇒ Zur Website

Dachzelt Dorf Deggenhausertal

Hofladen vom Bio-Obsthof Moll für Bio-Produkte
Hagenbuch 6, 88693 Deggenhausertal
Baden-Württemberg

LEIDER NICHT MEHR VERFÜGBAR

Dachzelt Dorf Thulba

Naturcamp Thulba
u. Au 3, 97723 Oberthulba
Bayern

⇒ Zur Website

Dachzelt Dorf Kesseling

Landgasthof Steinerberghaus
Steinerbegrhütte 1, 53506 Kesseling
Rheinland-Pfalz

Eröffnet im Juni 2023

Dachzelt Dorf Amrum

Campingplatz Amrum
Inselstraße 125, 25946 Wittdün auf Amrum
Schleswig-Holstein

Eröffnet im Mai 2023

Dachzelt Dorf Sandstedt

Campingplatz WESERHENNE Rechtenfleth
Zum Weserblick 31, 27628 Sandstedt
Niedersachsen

⇒ Zur Website

Tipp: Grundsätzlich unterscheiden sich die einzelnen Dörfer natürlich in Lage und Ausstattung, daher macht es immer Sinn, sich alles genau durchzulesen, oder vor einer Buchung Fragen zu stellen. Das betrifft Dinge wie Strom und Wasser, aber auch, welche Dachzelte momentan vor Ort sind.

*WERBUNG: Für diesen Artikel wurde ich ins Dachzelt Dorf eingeladen und erhalte eine kleine Aufwandsentschädigung. Dennoch schreibe ich meine ehrliche Meinung über die Anlage.

AKTUALISIERUNG: Die Zusammenarbeit zwischen den Dachzeltnomaden und dem Obsthof Moll ist beendet, weshalb es dort leider kein Dachzelt Dorf mehr gibt.

Das Dachzelt Dorf Deggenhausertal

Das Dachzelt Dorf im Deggenhausertal befindet sich auf dem Bio-Obsthof der Familie Moll. Melli und Paddy haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben, um hier ein kleines Paradies inmitten ihrer Obstwiesen zu schaffen.

Am Eröffnungswochenede war jede Menge Programm geboten, zum Beispiel ein hübscher Kreativmarkt. Hier gab es jede Menge Selbstgemachtes, von bemalten Steinen über Grußkarten, Schmuck und Stirnbänder bis zu Leckereien aus dem Hofladen und Holz-Osterhasen.

Natürlich ist nicht jedes Wochenende so ein Trubel und ich glaube, das ist für viele Besucher auch gut so. Schließlich kann man hier auch wunderbar die Natur und die Stille genießen. Erstere sorgt allerdings manchmal dafür, das letztere nicht allzu lange anhält, denn mit einem lauten Muh von der Hofkuh oder einem Kikeriki vom Hahn muss man schon rechnen.

Wer lieber ein bisschen Kultur erleben will, kann ins nahe gelegene Salem fahren und sich dort das historische Kloster und Schloss ansehen. Einen Affenberg gibt es sogar auch in der Nähe! Wir selbst waren nicht dort, aber ein Pärchen, das wir im Dachzelt Dorf kennengelernt haben, hat die etwa 200 Berberaffen besucht.

Dachzelt-Dorf-Deggenhausertal-Wegweiser
Dachzelt-Dorf-Deggenhausertal-Kinder-Ponys

Die Dachzelt-Plattformen Deggenhausertal

Momentan gibt es drei Plattformen im Dachzelt Dorf im Deggenhausertal. Auf jeder findet sich ein Zelt von Naturbummler. Die Zelte können auch direkt auf dem Hof gekauft werden. Wer also nach einer Nacht ganz kurzentschlossen ist und ein Zelt haben will: Kein Problem!

Dachzelt-Dorf-Deggenhausertal-Schlittenfahrt

Dachzelt-Plattform Schlittenfahrt

Hier haben wir übernachtet. Geplant war zwar eigentlich Lilly, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Und wenn ich ehrlich bin: Schlitten passt natürlich eigentlich viel besser zu mir, habe ich doch einen Winter lang Schlittenhunde in Finnland trainiert.

Bei den beiden über Eck aufgestellten Schlitten handelt es sich um echt historische, landwirtschaftliche Exemplare, die früher zur Bewirtschaftung von Bauernhöfen genutzt wurden.

Montiert ist das Dachzelt “Flitzer” der Marke Naturbummler in weiß. Es ist recht kompakt, neben 2 Personen findet hier definitiv kein weiteres Gepäck Platz. Das ist bei Regen natürlich nicht so optimal, da man immer den Hang runter zum geparkten Auto laufen muss. Schuhe kann man aber unter die Schlitten stellen, dann werden sie nicht nass. Und im Zelt selbst sind noch zwei Seitentaschen und mittig eine Art Gepäcknetz vorhanden. Hier kann man die Kleidung beim Schlafen verstauen.

Dachzelt-Plattform Rutsch in die Natur

Wer es etwas abenteuerlicher mag, übernachtet auf dieser Plattform, denn da kann man morgens zum Frühstück rutschen. Das Zelt ist die “Alu-Kraftkiste” von Naturbummler und öffnet als Dreieck. Unsere Nachbarn hatten wohl einen kleinen Disput darüber, wie man darin schläft, ich tendiere aber zu: Füße ans schmale Ende! 😉

Die Plattform steht auf einem Hänger, der früher Heu durch die Gegend gefahren hat und das Zelt bietet Platz für maximal 3 Personen.

Dachzelt-Plattform Lilly

Benannt nach dem Maskottchen des Obsthofs, nämlich Pony Lilly, geht es hier hoch hinaus. Diese Plattform ist die höchste und das Dachzelt kann entweder über die eigene Leiter, oder über eine Holztreppe geentert werden.

Auch hier in dem Zelt haben zwei Gäste Platz und schlafen sicher auf den uralten Balken eines Bauernhof-Dachstuhls. Nachhaltigkeit wird hier nämlich groß geschrieben und so wurde den Balken neues Leben eingehaucht.

Dachzelt Dorf Deggenhausertal – Das war toll!

Tier & Natur

Wer Tiere mag, wird das Dachzelt Dorf lieben! Teddy und Charly, die beiden Hofkatzen sind zutraulich und schmusig, ich habe diverse Ponys gezählt, die Kaninchen laufen frei herum und eine Kuh gibt es auch. Im Tal hört man außerdem den Hahn krähen und in den Obstbäumen summt und brummt es.

Die Zelte stehen mitten auf der Wiese, leider hatten wir das Pech, das es relativ viel geregnet hat. Aber bei schönem Wetter muss es hier einfach traumhaft sein.

Ring of Fire: Feuermöglichkeiten

Wer mich kennt, der weiß, das ich Lagerfeuer über alles liebe. Praktischerweise gibt es hier im Dachzelt Dorf sowohl Grill, als auch Feuertonne, so dass man immer einen Platz für Grillkäse und Sandwicheisen findet. Aber Achtung: Am besten einen eigenen Stuhl mitbringen, die Sitzmöglichkeiten sind begrenzt.

Dafür liegt das Holz direkt neben der Feuerstelle und man kann hier ganz entspannt mit anderen Campern ins Gespräch kommen.

Hofladen

Im kleinen Hofladen mit Selbstbedienung findet man allerlei herrliche Kleinigkeiten, von Backmischungen über Nudeln zu frischen Eiern über Apfelsaft und Likör ist alles dabei, was das Herz begehrt. Gerade letzterer schmeckt echt gut und wärmt ein bisschen von innen!

Dachzelt-Dorf-Deggenhausertal-Spielplatz-Huette

Kleine Hütte “Kuhstall”

Ich gebe zu, bei dem nicht gerade berauschenden Wetter, das wir hatten, hat uns diese muckelige kleine Hütte den Hintern gerettet. Denn hier konnten wir trocken und Heizlüfter sei Dank warm sitzen, in Ruhe kochen, quatschen und im Falle meines Freundes sogar basteln.

So einen Ort sollte es auf jedem Campingplatz geben!

Dachzelt Dorf Deggenhausertal – Da ist noch Luft!

Varianz bei der Zeltauswahl

Ein bisschen schade fand ich, dass es sich bei allen Zelten um Hartschalen-Zelte handelt. Es wäre spannend, sich vor Ort auch ein Klapp-Dachzelt oder ein Hybrid-Dachzelt anschauen zu können! Etwas mehr Platz wäre auch nicht schlecht gewesen und große Familien werden hier noch nicht fündig.

Sehr begrenzte Wasser- und Waschmöglichkeiten

Momentan gibt es für Gäste eine Trockentrenntoilette. Das ist ja an sich nicht so tragisch, nur gibt es leider kein Waschbecken. Händewaschen danach muss man also per mitgebrachter Wasserflasche regeln und für’s Zähneputzen sucht man sich eben ein nettes Fleckchen. Meins ist das ehrlicherweise nicht.

Wasser kann man sich an einem Hahn unten am Hof holen, Duschen gibt es nicht. Die Hofbesitzer planen aber wohl ein Waschbecken und eine Solardusche zu installieren.

Strom nicht garantiert

Wer seinen Kameraakku oder sein Handy laden möchte, bringt am besten entweder eine Powerbank oder eine Kabeltrommel mit. Es gibt nämlich einen kleinen Stromverteiler, aber an den muss man sich selbst anschließen. Und natürlich sind die Geräte hier nicht geschützt. Da es kein Waschhaus oder ähnliches gibt, kann man das Handy also nicht mal eben im Trockenen bei der Morgenroutine laden.

Man sollte also eine eigene Kabeltrommel mit mehreren Dosen mitbringen. Aber Achtung: Wenn dann das mitgebrachte Kabel nicht lang genug ist, dann wird’s nichts mit dem Heizlüfter im Zelt. So passierte das nämlich unseren Nachbarn. Ich war aber nicht böse, denn stattdessen wurde der Lüfter im “Kuhstall” aufgestellt und so konnte ich mich auch ein bisschen aufwärmen!

Rosas-Reisen-Tipps-Campspots-Stellplaetze-Camping

Schöne Stellplätze für Camper und Dachzelte

Seit einem Jahr habe ich nun das Dachzelt auf meinem Jimny und Dank der Spritpreise 2022 sind wir längst nicht so viel rumgekommen, wie ich mir das gewünscht hätte. Doch dieses Jahr soll sich das ändern und da stellt sich mir natürlich die Frage: Wo finde ich schöne Stellplätze, auf denen ich übernachten kann?

Wild Campen in Deutschland?

Idyllisch am Fluss, auf der Wiese, am Bergweg campen, mit Vogelgezwitscher aufwachen und abends am Lagerfeuer singen, das wär’s doch, oder? So mitten in der Wildnis! Aber Achtung: Vorab noch ein paar Fakten zur rechtlichen Lage. In Deutschland ist Wildcampen verboten, wie übrigens in den meisten europäischen Ländern. Auch in Skandinavien, wo zum Teil das Jedermannsrecht greift, darf man nicht einfach irgendwo mit einem Fahrzeug sein Lager aufschlagen, denn das Recht bezieht sich auf Camper, die mit dem Zelt unterwegs sind.

Natürlich kann man immer sagen: Wo kein Kläger, da kein Richter. Aber das ist erstens nicht so ganz mit meiner moralischen Haltung zu vereinbaren. Schließlich gibt es das Gesetz nicht ohne Grund, in der Regel geht es darum, Natur und Umwelt zu schützen. Und es gibt einfach zu viele Idioten, die das mit “Leave nothing but footprints, take nothing but memories” noch nicht kapiert haben.

Und zweitens: Ich kann keinen entspannten Abend haben, wenn ich ständig Angst haben muss, von Polizei oder Landbesitzer aufgescheucht zu werden.

Fahrtüchtigkeit wiederherstellen

In Deutschland hat jeder das Recht, bis zu 10 Stunden in seinem Fahrzeug zu schlafen, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Das mag in einem ausgebauten Bus auch kein Problem sein, ein Dachzelt kann man aber dennoch nicht mal so eben aufbauen. Und Campingmöbel rausstellen und den Sonnenuntergang genießen geht auch nicht.

Wer also mit dem Argument kommt, er habe nur seine Fahrtüchtigkeit wiederherstellen wollen, während draußen der Liegestuhl mit dem Bier vor’m Wagen steht, der wird wohl auf etwaige Ordnungshüter nicht gerade überzeugend wirken. Es handelt sich also hier nicht um eine Gesetzeslücke, die man ausnutzen sollte.

Apps, Webseiten und Reiseführer mit naturnahen Campspots und Stellplätzen

Schöne, naturnahe Campingplätze muss es aber doch geben, oder? Aber wie findet man sie? Glücklicherweise helfen hier Internet und Smartphone. Denn mittlerweile gibt es viele Portale, über die man tolle Stellplätze für’s Camping oder Dachzelten finden und buchen kann. Meist handelt es sich um Privatgrundstücke, die von den Eigentümern zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt werden. Mit diesen kann dann über die App oder Website Kontakt aufgenommen werden. Ein paar davon möchte ich euch hier vorstellen.

Ich habe mich hier auf deutschsprachige Anbieter konzentriert, damit auch wirklich jeder die Möglichkeit hat, das Angebot zu nutzen. Natürlich gibt es dort draußen noch gefühlt 100 000 weitere Apps auf englisch.

Disclamier: Ich werde von keinem der Unternehmen dafür bezahlt, dass ich sie hier vorstelle. Tatsächlich habe ich auch erst zwei selbst getestet. Es geht mir also eher darum, euch eine Liste mit vielen Möglichkeiten zur Stellplatzssuche zur Verfügung zu stellen, als ein Ranking vorzunehmen.

1nitetent

Art: Website

Kosten: Nutzung umsonst

Preise: Gratis

Filter: Keine

Region: Europa, dabei Schwerpunkt Deutschland, ein ganz keine bisschen Nord- und Mittelamerika und Asien

Wie der Name schon sagt, darf man nur jeweils eine Nacht pro Stellplatz bleiben, dafür muss man aber auch nichts bezahlen. Etwas unpraktische Handhabung, da es keine Suchmaske, sondern nur eine riesige Karte gibt, in der man scrollen kann. Dafür sind die Kontaktdaten der Gastgeber direkt hinterlegt.

Alpaca Camping

Art: Website & App

Kosten: Nutzung umsonst

Preise: Im Durchschnitt etwa 20 € die Nacht, mal mehr, mal weniger

Filter: Bundesland, Region, See, Fluss & Meer, Stellplatztyp, Ausstattung, Umgebung, Fahrzeug

Region: Deutschland & Österreich

Hier findet man nicht nur Stellplätze, sondern auch Entsorgungsstationen und Unterstellplätze. Wie bei Air B’n’B kann man sich Favoriten merken und Bewertungen abgeben. Zur Nutzung muss man sich registrieren, auch hier kann man das als Gastgeber tun.

Camperland

Art: Website

Kosten: Nutzung umsonst

Preise: 5 bis 200 €

Filter: Fahrzeugtypen, Datum, Preis, Ausstattung, Campen mit Hund, Bademöglichkeit, Alpakas

Region: Norddeutschland, Süddeutschland, Bergstraße, Schweiz

Hier stellen vor allem Privatbesitzer ihr Land zur Verfügung, so soll die Lücke zwischen Campingplatz und Wildcampen geschlossen werden. Man kann sich auch selbst als Gastgeber registrieren. Man kann sich auch als Fotoscout melden und kostenlos übernachten, wenn man im Gegenzug schöne Fotos der Stellplätze macht und dem Unternehmen zur Verfügung stellt. Registrierung erforderlich.

Campspace

Art: Website

Kosten: Nutzung umsonst

Preise: Größtenteils kostenlos, aber ACHTUNG; hier handelt es sich meist um Wildcamping

Filter: Fahrzeugtyp, Ausstattung, Oberfläche, Größe des Platzes, Aktivitäten, Nachhaltigkeit

Region: Europa

Hier finden sich nicht nur Stellplätze, sondern auch Glamping-Unterkünfte, Z. B. in Safarizelten, Tiny Houses und Hütten. Man kann auch Gastgeber werden. Die Filter sind super differenziert, hier kann man ganz spezielle Stellplätze ganz nach den eigenen Bedürfnissen finden. (Beispiel: Pferde in der Nähe, Sauna vorhanden, Tischtennisplatte usw.). Registration erforderlich.

Dachzeltnomaden

Art: Website

Kosten: Nutzung umsonst

Preise: Größtenteils kostenlos, aber ACHTUNG; hier handelt es sich meist um Wildcamping

Filter: Plätze für Dachzeltnomaden (kostenlos, öffentlich oder privat), Stellplätze bei Camperland, Getestete Campngplätze, Dachzeltdörfer

Region: Europa

Karte mit Stellplätzen aus der Community und mit Empfehlungen. Hier sind zudem die Stellplätze von Camperland integriert und auch die Dachzeltdörfer, die von den Dachzeltnomaden betrieben werden. Die unterschiedlichen Stellplätze sind mit verschiedenen Symbolen gekennzeichnet, die man ein- oder ausblenden kann.

Hinterland

Art: Website

Kosten: Keine für die Nutzung

Preise: Von 4 bis 200 € ist alles dabei

Filter: Nach Ausstattung (Wasser, Strom, WC usw.), Aktivitäten, Preis

Region: Deutschland, Österreich, Italien, Niederlande

Die Website, die stark an die von Air B’nB erinnert, bietet die Möglichkeit Unterkünfte zu suchen, oder sich selbst als Gastgeber anzumelden. Neben Stellplätzen findet man hier auch Hütten und Tiny Houses. Alles ist sehr übersichtlich und es gibt die Möglichkeit, Gastgeber zu bewerten.

HomeCamper

Art: Website

Kosten: Keine für die Nutzung

Preise: 5 bis 15 € in der Regel

Filter: Fahrzeugtyp, Ausstattung, Aktivitäten, Gegend

Region: Süd- und Mitteleuropa

Sehr viele sehr günstige Privatplätze, besonders in Frankreich. Auf der Startseite gibt es auch noch Themenbereiche, wie “Kunst & Geschichte” oder “Bauernhof & Tiere” nach denen man sich Stellplätze anzeigen lassen kann. Es sind auch ein paar Unterkünfte zu finden. Zur Nutzung muss man sich registrieren, das ist auch als Gastgeber möglich.

Landvergnügen

Art: Website & App

Kosten: 49.90 €

Preise: ?

Filter: ?

Region: Deutschland

Bei Kauf des Stellplatzführers erhält man eine Jahresvignette und eine Mitgliedskarte, gültig ist beides ab und bis zum 31. März. Nur damit kann man die Stellplätze nutzen. Hier handelt es sich meist um Höfe und viele Gastgeber bieten an, das Anwesen zu zeigen oder Dinge im Hofladen zu kaufen. Zelte sind übrigens verboten, Dachzelte nach Rücksprache u.U. erlaubt.

MyCabin

Art: Website & App

Kosten: Kostenlos

Preise: Zwischen 10 und 500 € (letzteres für ganze Unterkünfte)

Filter: Art der Unterkunft/Fahrzeugtyp lässt sich zu Beginn der Suche einstellen, danach kann man nur noch nach Beliebtheit und Preis sortieren.

Region: Deutschland, ein paar Spots in den Nachbarländern

Eine Seite ohne viel Schnickschnak, die fehlenden Filtermöglichkeiten sind ein bisschen schade. Dafür werden Ausstattung usw. dann im jeweiligen Profil angezeigt. Registrierung ist wie üblich erforderlich, auch hier kann man sich als Gastgeber anmelden.

Park4Night

Art: App (& Website)

Kosten: Kostenlos

Preise: Kostenlos

Filter: Bewertung, Höhe des Fahrzeugs, Platzarten, Dienstleistungen in der Nähe, Aktivitäten

Region: weltweit

Auch hier geht es darum, stets nur eine Nacht zu bleiben und es handelt sich nicht nur um tolle, naturnahe Stellplätze, sondern auch um Parkplätze auf denen die User die Erfahrung gemacht haben, dass Parken toleriert wird. Um unauffällig zu bleiben sind hier Camper deutlich praktischer als Dachzelte. Dafür ist es einer der wenigen Anbieter, bei dem man Stellplätze weltweit findet.

Roadsurfer

Art: Website & App

Kosten: Kostenlos

Preise: Mittelwert 20 € mit Ausreißern nach oben und unten (Maximal 70 €)

Filter: Lage, Aktivitäten, Ausstattung, Radius, Preis

Region: Europa ohne Skandinavien

Das Unternehmen bietet nicht nur Stellplätze, sondern ist hauptsächlich als Vermieter von Campervans bekannt. Es gibt aber eben auch die Möglichkeit direkt hier Spots zu buchen, wobei sich die Auswahl auf Mittel- und Südeuropa beschränkt. Man kann sich sowohl als Gast, als auch als Gastgeber anmelden.

Schau auf’s Land

Art: Website & App

Kosten: Österreich 39.90 €, Slowenien 24.90 €

Preise: Kostenlos

Filter: ?

Region: Österreich und Slowenien

Camping auf Biobauernhöfen mit Nachhaltigkeitsschwerpunkt. Im Shop kann man auch Kleidung und weiteres Merch erwerben. Die Stellplätze sind kostenlos, man soll aber gern auf dem Hof einkaufen, Angebote nutzen oder spenden. Manche Serviceleistungen sind gegen Aufpreis buchbar. Grundsätzlich darf man pro Stellplatz 24 Stunden bleiben.

Vansite

Art: Website & App

Kosten: Kostenlos

Preise: Mittelwert um die 15 €, maximal 100 €

Filter: Preis, Ausstattung, Allrad, Umgebung, Aktivitäten, Aufenthaltsdauer, Ankunftszeit, Fahrzeugtyp

Region: Europa mit Schwerpunkt Deutschland

Es geht hauptsächlich Stellplätze, es ist aber auch die ein oder andere besondere Unterkunft dabei. Man kann Vansite-Explorer werden und gegen schöne Fotos von den Stellplätzen kostenlos übernachten. Hier kann man tatsächlich auch das Dachzelt als Fahrzeugtyp angeben, was bei den meisten Anbietern nicht geht.

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Outdoor-Küche: Leckere herzhafte Rezepte für‘s Camping

Zuletzt haben wir uns im Artikel Outdoor-Küche: Camping-Ausrüstung gut für’s Kochen im Draußen ausgerüstet, welche Rezepte sollen aber denn nun auf den Teller? Ich finde es wichtig, nicht zu viele Zutaten zu benötigen, außerdem hat natürlich nicht jeder eine hochprofessionelle Kühlbox dabei. Daher sollten die Zutaten auch haltbar sein und nicht allzu lange kühl gelagert werden müssen.

Da ich zudem nur einen Kocher habe, müssen es mehr oder weniger Rezepte für One-Pot-Gerichte sein. Hier kommen meine Camping-Klassiker! Die Rezepte sind alle für 2 Personen ausgelegt. Natürlich handelt es sich hierbei um Rezepte, die nicht für’s Trekking geeignet sind, denn niemand will da soviel mitschleppen. Wer aber mit Dachzelt, Campervan oder Wohnmobil unterwegs ist, bekommt hier vielleicht Appetit und Inspiration.

Für Hiker empfehle ich die dehydrierten Produkte von LYOFOOD.

Camping-Rezept 1: Tortellini in Weißwein-Sahne mit Parmesan

Zutaten

  • 1 Packung Tortellini mit Füllung nach Wahl (gerne frische, wenn ihr länger unterwegs seid, tun es aber auch die getrockneten)
  • 100ml Weißwein
  • 1 EL Butter
  • Salz, Pfeffer
  • 6 Zweige Thymian (oder 2 TL getrockneten)
  • 1 EL Gemüsebrühe
  • 1 Päckchen H-Sahne
  • 1 Handvoll Walnüsse
  • Parmesan (Menge nach Geschmack 😉 )

Zubereitung

Wasser aufsetzen und Ravioli kochen. Sie müssen noch nicht ganz gar sein, da sie gleich noch in die Pfanne kommen.

In der Pfanne die Butter schmelzen und die Ravioli dazugeben, sodass sie eine schöne Bräunung bekommen.

Mit dem Wein ablöschen und den Alkohol verkochen lassen.

Mit der Sahne aufgießen und einkochen lassen. Den EL Gemüsebrühe (Ohne Wasser, wirklich nur das Pulver) dazugeben. Die Walnüsse in der Hand zu Krümeln zerdrücken und dazu geben, ebenso den Thymian ohne die Stiele.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken und vor dem Servieren mit ordentlich Parmesan bestreuen.

Tipp: Wartet wirklich, bis der Wein gut eingekocht ist und streut den Parmesan erst kurz vorm Essen darüber!

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Camping-Rezept 2: Chili sin carne

Zutaten

  • 1 Dose Kidneybohnen
  • 1 kleine Dose Mais
  • 1 rote Paprika
  • 2 mittelgroße Kartoffeln
  • 1 kleine Zucchini
  • 2 Möhren
  • ca. 500ml Brühe
  • 200gr Creme fraiche/ alternativ: 1 Päckchen H-Sahne
  • getrocknete Chillis
  • Paprikapulver süß und scharf
  • Salz, Pfeffer
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 EL Öl zum anbraten

Zubereitung

Brühe kochen.

Zwiebeln, Möhren und Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden. Paprika und Zucchini würfeln.

Die Zwiebel in Olivenöl andünsten. Das restliche Gemüse dazugeben und mit dem Tomatenmark vermengen. Getrocknete Chilis nach Geschmack hinzugeben.

Alles mit der Brühe aufgießen. Das Gemüse sollte gerade von Flüssigkeit bedeckt sein.

Etwa 15 Minuten köcheln lassen, nach 10 Minuten den Mais und die Kidneybohnen dazugeben und ebenfalls erhitzen.

Das Chili mit Creme fraiche oder Sahne aufgießen, kurz köcheln lassen. Mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer würzen und abschmecken. Mit einer Gabel oder einem anderen Gerät einen Teil des Chilis zermatschen (im besten Fall pürieren) und wieder zum Rest dazu geben, damit das ganze etwas dicker und eintopfiger wird.

Tipp: Ihr könnt das Chili natürlich auch super zu Hause vorkochen, einfrieren und habt dann mit einem Glas davon gleichzeitig noch einen weiteren Kühlakku! 😉

Tipp: Für den nächsten Tag einfach Wraps, Rucola und ein bisschen geriebenen Gouda kaufen, noch einen Klecks Creme fraiche drauf und schon hat man superleckere TexMex-Burritos!

Camping-Rezept 3: Sherry-Huhn mit Reis

Zutaten

  • 1 Becher Reis
  • 2 kleine Hähnchenbrustfilets
  • 1 Päckchen H-Sahne
  • 250ml Sherry (trocken, z.B. Osborne)
  • 200ml Brühe
  • 6-8 Schalotten
  • 4 EL Öl zum Anbraten
  • Salz, Pfeffer
  • Muskat
  • 1 Stückchen Butter, falls vorhanden

Zubereitung

Den Reis gar kochen und am Schluss die Butter dazu geben. Zur Seite stellen, im besten Fall warm halten (siehe Tipp). Falls ihr zwei Kocher oder Platten habt, könnt ihr natürlich auch beides gleichzeitig machen.

Schalotten pellen und halbieren und in 2EL Öl knusprig anbraten. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

Die Hähnchenbrustfilets von beiden Seiten salzen und pfeffern und dann in 2 EL Öl scharf anbraten. Schneller geht es, wenn ihr die Filets in kleine Stücke schneidet.

Schalotten wieder dazu geben und alles mit dem Sherry ablöschen. Einkochen lassen. Nach etwa 10 Minuten die Brühe dazugeben und einkochen lassen.

Mit Sahne aufgießen und ebenfalls einkochen lassen, alles gut mit Salz, Pfeffer und ordentlich Muskat würzen.

Zusammen mit dem Reis servieren.

Tipp: Nehmt ein Stövchen mit, wenn ihr nur einen Kocher habt! Darauf könnt ihr den Reis warm halten, während ihr das Hähnchen und die Sauce zubereitet. Da diese dann heiß dazu gegeben wird, ist auch alles gut temperiert. Alternativ wirkt ein Thermobecher Wunder.

*Das sind Affiliate-Links, das bedeutet: Kauft ihr das Produkt über den Link, bekomm ich ein paar Cent Provision und freu mich sehr! Für euch ist es dann aber nicht teurer! Beide Produkte besitze ich natürlich selbst und kann sie aus eigener Erfahrung empfehlen.

Camping-Rezept 4: Kräuter-Risotto mit Pilzen

Zutaten

  • Risottoreis für 2 Personen
  • ca. 1L Gemüsebrühe
  • 1 Packung frische Champignons/ 1 kleine Dose Champignons / getrocknete Champignons (oder andere Pilze nach Wahl)
  • 1 großes Stück Parmesan (oder eine Tüte geriebenen)
  • 6 getrocknete Tomaten
  • Getrocknete Kräuter (z. B. Petersilie, Schnittlauch)
  • 1 große Zwiebel
  • 2 EL Butter
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

Die Champignons zubereiten. Bei frischen also grob putzen, schneiden und anbraten. Beiseite stellen. Die getrockneten Tomaten grob hacken und die Zwiebel in feine Würfel schneiden.

Butter in einem Topf schmelzen, den Risottoreis dazu geben und dünsten, bis er glasig wird. Zwiebel dazu geben und ebenfalls glasig dünsten.

Den Reis nun immer wieder so mit Brühe aufgießen, dass er bedeckt ist. Die Brühe einkochen lassen und nachgießen, bis der Reis die gewünschte Konsistenz hat.

Pilze, Kräuter und Tomaten dazugeben. Parmesan nach Belieben (ich empfehlen viel!) darunter heben und schmelzen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Durch Käse und Brühe ist in der Regel allerdings kaum noch Salz nötig.

Ich hoffe, euch gefallen die Rezepte, viel Spaß beim Nachkochen!

Camping-Kueche-Outdoor-Ausruestung-Equipment-Tipps

Outdoor-Küche: Tipps zur Camping-Ausrüstung

Draußen kochen, das klingt manchmal einfacher, als es ist. Mit der richtigen Camping-Ausrüstung und simplen Rezepten ist es aber kein Problem, es sich auch mit Zelt, Dachzelt oder Campervan kulinarisch gut gehen zu lassen.

Ich bin ja mit dem Dachzelt unterwegs und habe immer nur eine überschaubare Camping-Ausrüstung dabei. Leckeres Essen beim Zelten ist mir trotzdem wichtig und bequem zubereiten möchte ich es auch. Daher stelle ich euch heute mal meine Empfehlungen zur Camping-Ausrüstung vor.

Rosas-Reisen-Tipps-Empfehlungen-Camping-Kueche

*Bei allen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Das bedeutet, wenn ihr auf den Link klickt und darüber das Produkt kauft, bekomme ich ein paar Cent Provision. Euch kostet das natürlich nichts extra, aber ich freu mich wahnsinnig! 🙂

Campingkocher

Vielleicht nicht das Luxusmodell, aber winzig klein im Packmaß: Mein Campingkocher von Optimus! Der passt wirklich überall rein und schlägt auch bei reinen Trekkingtouren mit Rucksack nicht mit viel Gewicht zu Buche. Ich habe ihn jetzt sieben Jahre und bin absolut zufrieden mit der Leistung.

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Campinggas 

Mein Kocher hat einen Schraubverschluss, daher benötige ich logischerweise auch Campinggas mit Schraubaufsatz. Mit einer Kartusche kommt man deutlich länger aus, als man denkt. Vorsicht ist nur geboten, wenn ihr zum Zielort fliegt, dann müsst ihr euch natürlich Gas vor Ort kaufen, da man die Kartuschen nicht im Flugzeug transportieren darf. Die gibt es aber eigentlich in jedem Outdoorladen.

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Camping-Kochgeschirr

Mein absolutes Lieblingsteil in der Camping-Ausrüstung: Mein Kochgeschirr-Set von Primus. Es ist aus Edelstahl, super robust und für zwei Personen absolut ausreichend. Da es aus Edelstahl und nicht aus Alu ist, kann man auch bedenkenlos säurehaltige Speisen darin zubereiten und aufbewahren, ohne sich Gedanken um die eigene Gesundheit machen zu müssen. (Wissenschaftler gehen davon aus, dass Aluminiumsalze Zellmutationen (Krebs) hervorrufen können.)

Die Deckel der Töpfe haben einen sehr praktischen kleinen Leder-Schlopsie, mit dem man sie gefahrlos abnehmen kann, auch wenn der Topfinhalt kocht. Den Griff der Pfanne kann man umklappen und alle Teile platzsparend ineinander stapeln.

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Campingmöbel

Mein Auto und mein Dachzelt sind recht klein, ich möchte mich aber natürlich trotzdem gemütlich hinsetzen, den Sonnenuntergang beobachten und kochen können. Daher habe ich mich für folgende Möbel entschieden.

Camping-Tisch

Mein Tisch ist von Bo-Camp. Ich liebe die Bambusplatte, die eine viel gemütlichere Optik gibt, als eine aus Metall oder Plastik. Der Campingtisch hat außerdem höhenverstellbare Beine, die einzeln eingestellt werden können. So gleicht man Unebenheiten im Boden mühelos aus. Außerdem lässt der Tisch sich sehr klein zusammenfalten und praktisch und handlich in der mitgelieferten Tasche verstauen.

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Campingstühle

Bei den Stühlen habe ich lange hin und her überlegt und gesucht. Ja, es gibt welche, die ein kleineres Packmaß und ein geringeres Gewicht aufweisen. Aber ich wollte einen unkomplizierten Aufbau und einen Campingstuhl, bei dem ich nicht knapp über dem Boden hänge. Man soll gut aufrecht darin sitzen und kochen, aber sich auch entspannt zurücklehnen können. Der Regiestuhl von Camp4 ist da der optimale Kompromiss. Und schwer ist er auch nicht!

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Camp Stove Camping-Toaster

Okay, ich gebe zu, der Camping-Toaster ist ein Luxusgegenstand, den nicht jeder braucht. Aber ich liebe getoastetes Brot zum Frühstück und möchte auch outdoor unterwegs nicht darauf verzichten. Dieses praktische Gestell macht das Toasten sehr einfach: Es brennt nichts an, das Brot wird heiß und kross und man muss auch hinterher nichts sauber machen!

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Gewürzbox 

Ein absolutes Must-Have, dieses kleine Gadget möchte ich wirklich nicht mehr missen. Ich habe die Gewürzbox immer im Auto und nutze sie nicht nur für’s Camping, sondern zum Beispiel auch, wenn ich in einem Air B’n’B übernachte! Da alle Zutaten dauerhaft konserviert sind, wird nichts schlecht und man muss nicht auf die Temperaturen achten.

Was ich in meinen Behältern habe? In den Fläschchen Öl, Essig und Honig und in den Boxen Brühe und getrocknete Kräuter (Schnittlauch und Thymian um genau zu sein, aber hier kann ja jeder nach Gusto befüllen). In den Streuern finden sich bei mir Salz, Pfeffer, Zucker und Paprikapulver und im kleinen Extrafach habe ich immer ein paar Teebeutel. So muss man wirklich nur an die Hauptzutaten für die Camping-Küche denken!

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Camping-Besteck

Hier hat mich wohl mein Freund geprägt, aber ich finde dieses Besteck-Set wie es auch die Bundeswehr verwendet, super praktisch. Ich hatte auch mal so eine Plastikvariante mit Messer, Gabel und Löffel in einem, aber die hat nur einen Ausflug mit meiner Nichte überlebt. 😀 Das Metallbesteck-Set ist vielleicht etwas schwerer, dafür hat man ähnlichen Esskomfort wie zu Hause und sogar noch einen Flaschenöffner dabei.

Ich muss gestehen, ich habe etwas gebraucht, um zu kapieren, wie man es wieder zusammensetzt, wenn man es weiß ist es aber kinderleicht. Und das Beste: Man kann es zu Hause einfach in die Spülmaschine schmeißen!

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Kühlbox

Okay, ich gebe zu: Hier wäre besser…naja…besser. Aber da ich momentan wirklich nicht viel Geld habe, war ich auf der Suche nach einer günstigen Kühlbox. Ich habe nicht den Anspruch, eine Woche Tiefkühlware in meinem sommerliche aufgeheizten Auto zu lagern. Nein, ich will nur, dass der Saft nicht pipiwarm ist, die Butter nicht schmilzt und der Käse nicht schwitzt. Und dafür ist diese Kühlbox von Campingaz total ausreichend.

Mit 10 Litern Volumen hat sie ein kleines Packmaß, es reicht aber für zwei Personen, die ein Wochenende unterwegs sind. Der Tragegriff wirkt gleichzeitig als Verschlusshebel.

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Kühlakkus

Von vielen empfohlen und mit sehr guten Bewertungen versehen, da hab ich auch zugeschlagen. Die Kühlpacks von easyAkku sind wirklich besser, als die herkömmlichen 08/15-Dinger. Ich musste beim Packen der Kühlbox tatsächlich die Ofenhandschuhe anziehen, weil mir sonst die Finger eingefroren wären!

Ich hatte die Akkus jetzt einmal in Benutzung. Natürlich können sie auch nur so gut sein, wie die Kühlbox, aber ich war sehr zufrieden.

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Campinglampe

Natürlich möchte man beim Camping die Natur genießen und den Sternenhimmel bewundern! Aber ganz ehrlich? Manchmal braucht man auch einfach Licht. Um Kleinkram zu finden, das Essen auf dem Teller zu sehen oder einfach um seine Mitmenschen noch auseinander halten zu können.

Die von Yonktoo ist stufenlos dimmbar, hat 5 verschiedene Leuchtmodi, kann im Regen betrieben werden und dient im Notfall sogar als Powerbank.

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Rosas-Reisen-Anleitung-Autotasche-selber-basteln

Jimny-Zubehör: Anleitung Auto-Organizer selber nähen aus Filz

Wer kennt es nicht? Man sitzt im Auto und wühlt hektisch durchs Gerümpel im Handschuhfach, hinter den Sitzen im Fußraum, durch Taschen und Beutel im Kofferraum, durch die Türfächer. Wo ist die Parkscheibe? Hab ich keine Taschentücher im Auto? Wo sind Handcreme, Kugelschreiber, Straßenkarte? Nix findet man in seinem Campervan! So geht es mir jedenfalls öfter in meinem Jimny. Wer Ordnung ins Chaos bringen und alles griffbereit haben möchte, für den ist dieses DIY für einen Auto-Organizer bestimmt das Richtige!

Natürlich kann man die online kaufen, Amazon hat hier eine beträchtliche Auswahl von günstig* bis teuer*. Oft sind diese aber weder schön, noch wirklich stabil. Und wer ein bisschen Zeit hat, kann so eine Autositztasche ganz einfach selber basteln.

Anleitung für eine am Sitz befestigte Tasche

Material

  • Filz, etwa 1x1m
  • Druckknöpfe
  • Gummiband
  • Nadel und Faden (dick)
  • Stoff- und Lederreste
  • schmale Holzleiste
  • Doppelseitiges Klebeband oder Sekundenkleber
  • 4 kleine Schrauben
  • Unterlegscheiben
  • wer hat: Klett zum Kleben

Arbeitszeit

Etwa 4-5 Stunden

1. Auto-Organizer ausmessen und ausschneiden

Ich habe zunächst die Rücksitze des Autositzes ausgemessen. Da ich nicht über die ganze Breite gehen wollte, ergab das beim Jimny ein Maß von 31x52cm. Dieses Maß überträgt man auf den Filz, das ist der Umriss der Autotasche. Jetzt geht es ans Ausschneiden.

Ich finde es übrigens eleganter, die oberen Ecken abzurunden, da diese sonst leicht ausfransen. Hier kann man zum Beispiel eine Tasse als Schablone nehmen.

Wer davor ganz gefeit sein will, geht einmal vorsichtig mit dem Feuerzeug um die Außenkante und lässt diese leicht anschmelzen. Aber bitte, fackelt nicht eure Wohnung ab!

2. Stabilität – so fällt die Autotasche nicht in sich zusammen

Damit der Auto-Organizer in sich stabil und an Ort und Stelle bleibt, habe ich zwei kleine Holzleisten unten und oben an die Rückseite geschraubt. Wenn man sie richtig positioniert, kann man die Schrauben später mit den aufgenähten Taschen verdecken.

Selbst wenn etwas schwerere Gegenstände in den Taschen sind, knickt der Organizer so nicht in der Mitte ein. Ich habe die Holzleisten nicht über die volle Breite gelegt, sondern rechts und links je einen Rand von etwa 2cm gelassen.

Um zu verhindern, dass der Auto-Organizer lose am Sitz schlackert, wird er unten mit einem Gummiband, das man um den Sitz legt, fixiert. Das Band kann dann vorne soweit in den Sitz geschoben werden, dass man es kaum sieht. Das Gummiband sollte zuerst auf die untere Holzleiste geklebt und dann ebenfalls zwischen Holz und Filz mit den Schrauben fixiert werden.

3. Planung der Aufsätze und Taschen

Was soll in den Auto-Organizer? Will man eine Taschentuchbox unterbringen, ein Magazinfach? Wer Kinder hat, möchte vielleicht eine Tablet-Halterung? Ich habe mich für folgende Dinge entschieden, die ich immer griffbereit haben möchte. Natürlich befinden sich in meinem Auto noch ein paar mehr Notfallgegenstände, aber die passen nicht in den Organizer. 🙂

  • Taschentücher
  • Feuerzeug
  • Tasse
  • Spanngurte
  • Stirnlampe
  • Handwärmer
  • Parkscheibe
  • Feuchte Tücher
  • Stifte

Die Gegenstände so auf der Unterlage verteilen, das alles gut darauf passt. Was soll in Taschen, was kann anders befestigt werden? Für die Tasse habe ich zum Beispiel ein Stück Leder mit Druckknopf gewählt, das Feuerzeug kann man einfach mit aufgeklebtem Klett am Auto-Organizer festmachen und die Stifte werden einfach nur an einem Stück Filz festgeklemmt.

Wer sehr versiert ist, näht die Taschen natürlich so, dass sie nicht flach aufliegen, sondern von Anfang an Innenraum bieten. Da mir das aber zu kompliziert war, ich hauptsächlich flache Gegenstände dort unterbringen wollte und aus Erfahrung weiß, dass sich der Filz bei Gebrauch noch dehnen lässt, habe ich die Taschen einfach flach ausgeschnitten.

Rosas-Reisen-Anleitung-DIY-Autositztasche

4. Taschen aufnähen

Hat man sich ein grobes Konzept überlegt, geht es ans Zurechtschneiden und Aufnähen der Taschen. Je dicker der Filz, desto stabiler das Ganze, aber auch desto anstrengender.

Tipp: Wer keinen Fingerhut hat, sollte sich vielleicht so wie ich die Finger mit Tape einwickeln, dann tuen sie am nächsten Tag nicht ganz so weh.

Tipp: Wer noch schöne Stoffreste hat, kann kleinere Taschen auf die größeren kleben oder nähen.

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Rosas-Reisen-Anleitung-Autotasche-selber-machen

5. Befestigung am Autositz

Um den Auto-Organizer einfach montieren zu können, bekommt er oben zwei Lederschlaufen, die um die Kopfstütze gelegt und per Druckknopf geschlossen werden können. Bei mir mussten diese eine Länge von 22cm haben, aber das kann wahrscheinlich von Auto zu Auto unterschiedlich sein. Wer keine Druckknöpfe hat, kann natürlich auch einfach Bänder annähen oder einen Verschluss per Knopf.

6. Auto-Organizer anbringen und freuen

Die Gummibandschlaufe von oben über den Sitz stülpen, das Band in die Ritze zwischen Rückenlehne und Sitzfläche schieben, die Schlaufen an der Kopfstütze befestigen, befüllen und fertig! Schon hat man ordentlichen und übersichtlichen Stauraum geschaffen und weiß immer, wo sich Kleinigkeiten im Auto griffbereit befinden.

Viel Spaß beim Basteln!

Rosas-Reisen-Anleitung-Autositztasche-selber-naehen

*Affiliate-Links: Solltet ihr doch lieber einen Organizer kaufen wollen und euch für einen der beiden verlinkten entscheiden, dann bekomme ich ein paar Cent Provision, wenn ihr das über diese Links tut. Worüber ich mich sehr freuen würde! 🙂

Rosas-Reisen-Erfahrungsbericht-Dachzeltdorf-Borkenberge-Anuschka

Dachzeltdorf Borkenberge: Ein Erfahrungsbericht

Kaum war der Wunsch nach dem Dachzelt da, bin ich auch schon auf die Community der Dachzeltnomaden gestoßen, eine Art Online-Imperium für Dachzeltenthusiasten. Und kaum hatte ich mein Zelt und mich dort glücklich als neue Besitzerin vorgestellt, kam auch schon die erste Einladung: Besuch uns doch mal im Dachzeltdorf Borkenberge bei Lüdinghausen!

Erste Frage: Was ist ein Dachzeltdorf?

Ein Dachzeltdorf ist quasi ein Testgelände, auf dem man verschiedene Dachzelte ausprobieren und probeliegen kann. Jetzt hab ich aber doch schon eins? Kein Problem, komm vorbei, stell dich dazu, mach dir ‘ne gute Zeit! Klingt gut, für den ersten Trip genau das Richtige: Treffen mit Gleichgesinnten, im Zweifel jemanden der bestimmt gute Tipps und Ratschläge geben kann, außerdem Toiletten, Duschen und Spülbecken in der Nähe. Und: Ein Lagerfeuer! Da hab ich ganz fix zugesagt!

Sobald das Wetter schön genug ist packe ich also alles in meinen Jimny, von dem ich glaube, dass ich es gebrauchen könnte und los geht’s. Ich hätte mir das Ganze vielleicht nochmal genauer im Internet anschauen sollen, dann wäre ich nicht so überrascht gewesen. Es handelt sich nämlich nicht nur um ein kleines Dorf im Wald, das Ganze ist Teil eines großen Campingareals für alle möglichen Arten von Campern ist. Nämlich der Campingplatz Naturpott Borkenberge.

Wir hatten schon im Vorfeld sehr netten Kontakt zu den Bertreibern des Dorfes und als wir ankommen wird uns sofort der Weg über das große Campinggelände gewiesen. So rollen wir dann erstmal an Dethleffs und Bürstnern vorbei, bis wir zu unserem lauschigen kleinen Platz unter zwei Eichen kommen. Direkt daneben befindet sich das Dorf mit den Testzelten und der Feuerstelle. Und hier wartet dann die große Überraschung.

Willkommen bei den Wohnmobilfreunden

Wir sind wohl dieses Wochenende nicht ganz so unter uns, wie gehofft. Denn neben unserem Platz ist die Hölle los: Ein Aufbauteam, das gerade ein Festzelt, Bierbude und Boxen hochzieht. Ein Entertainer mit nordischer Seemannskluft überwacht Alles von einem dreirädrigen roten Gefährt, mit dem er hupend von A nach B saust. Direkt neben dem uns zugewiesenen Platz. Was ist denn das?

Da kommt schon Marc auf uns zugeeilt, er ist der Untermieter des Campingplatzes, der das Dachzeltdorf betreibt. Und er entschuldigt sich, es tut ihm total Leid und er wusste es selbst nicht. Aber dieses Wochenende findet das Jahrestreffen der Dülmer Wohnmobilfreunde statt! Mit Bier und Wurst und Bumsfallera! Ju..huuuu?

Nun gut, ich bin nicht gewillt, mir diesen Trip von irgendwas vermiesen zu lassen, also bauen wir das Zelt auf, packen Tisch und Stühle aus, machen es uns gemütlich und beobachten erstmal. Kann ja auch ne interessante Sozialstudie werden. Zunächst sind wir von der Musikauswahl doch überrascht. Die Playlist ist in etwa von 2006, mit Tokio Hotel und Juli. Das hätten wir jetzt beim Durchschnittsalter der Wohnmobilfreunde nicht erwartet und als dann American Idiot von Green Day über den Platz schallt, fühlen wir uns eigentlich ganz wohl.

Überraschender Besuch im Dachzelt

Zeit für’s Abendessen! Wir fabrizieren ein schnelles Gericht aus Rührei mit Käse, Kräutern und Gemüse und genießen die letzten Sonnenstrahlen, die unseren eigentlich so friedlichen Platz bescheinen. Zum Spülen begeben wir uns zum hübschen, hölzernen Waschhaus, wo man nicht nur auf Toilette gehen und duschen, sondern eben auch im Außenbereich sein Geschirr säubern kann. Sogar mit warmem Wasser.

Mit Handtuch über der Schulter und Spül auf der Hüfte schlendern wir zurück zu unserem Wagen. Wir sind noch ein paar Meter entfernt, als sich ganz zielstrebig ein älteres Paar aus den Reihen der Wohnmobilfreunde löst und sich unserem Setup nähert. Es wird keinen Moment gezögert: Die Dame klettert ungeniert die Leiter zu unserem Schlafzimmer hoch. Mein Freund und ich sehen uns verdutzt an und er sagt ganz freundlich zu dem Herrn, der die Leiter festhält: “Hallo.” Der Mann erwidert den Gruß, dreht sich aber direkt wieder um und rechnet wohl damit, dass wir weitergehen. Ähm nee, wir wohnen hier.

“Können wir Ihnen irgendwie helfen?”, versucht mein Freund es nochmal. “Nein, danke.” Nun dreht der Mann sich allerdings richtig um und sieht uns an. Schlagartig geht ihm ein Kronleuchter auf. Hektisch beginnt er an der Hose seiner Frau zu zubbeln, deren Kopf in unserem Zelt verschwunden ist. “Schatz! Schatz! Komm da runter, das ist nicht…!” stammelt er. Der Kopf der Dame erscheint, auch sie erfasst die Situation und fällt vor Schreck fast von der Leiter: “Oh Gott, wir dachten, das wäre so ein…so ein Ausstellungsstück, es tut uns so Leid!” Lachend biete ich ihr an, dass sie sich gerne alles in Ruhe ansehen können, aber den beiden ist das Ganze so peinlich, dass sie fast vor uns weglaufen.

Nun gut, die beiden werden wohl keine Dachzelter mehr.

Die Hölle nebenan

Die Woche war lang, die Woche war hart, wir sind entsprechend müde und krabbeln noch bevor es ganz dunkel ist, die Leiter zu unserem kuscheligen Bett in luftiger Höhe hinauf. Es ist auch überraschend bequem und wir könnten es hier bestimmt gut aushalten. Zumal mein Freund die Veranstalter nebenan gerade noch davon abhalten konnte, den Scheinwerfer direkt auf unser Dachzelt zu richten. Alles tutti also. Wenn nicht, ja wenn nicht mittlerweile die Playlist gewechselt und den Sprung ins Land der Schrecklichkeiten gewagt hätte: Sie spielen Schlager.

Zu meinem Entsetzen und der absoluten Irritation meines Freundes kenne ich die meisten Lieder sogar: Weiße Rosen aus Athen, Griechischer Wein, Jenseits von Eden, Er gehört zu mir, Griechischer Wein, Du hast mich tausend Mal belogen, Griechischer Wein… Es kristallisiert sich eine Vorliebe zu geistigen Getränken aus der Mittelmeerregion heraus und als Udo Jürgens zum vierten Mal ansetzt, kann ich nicht mehr.

Nach müde kommt ja bekanntlich blöd und auch nach dem zweiten Mal saß der Text bereits. “Griechischer Wein, ist so wie das Blut der Erde, komm, schenk mir ein…” kichere ich meinem Freund zu. Vielleicht sind es unsere Kölner Wurzeln, denn auch er stimmt fröhlich und ohne jede Kenntnis der Melodie bei “Dschingis Khan” ein. Seine Version erinnert irgendwie eher an “Spiderschwein” und gibt mir den Rest, das Kichern wächst sich zum Lachflash aus. “Was ist denn, Anuschka? Wer will schon Ruhe und Vogelgezwitscher? Dschingis Khan, Dschingis Khan!”

Irgendwann versinken wir im Schlagerkoma und werden nur noch durch das Rumsen geweckt, mit dem der Bierwagen seine Läden um Mitternacht schließt.

Campingplatz Naturpott Borkenberge

Der nächste Morgen zieht auf und bringt bestes Wetter mit. Zeit, sich mal ein bisschen umzuschauen. Der Campingplatz bietet neben dem kleinen Dachzeltdorf auch noch weitere Attraktionen: Da ist der große Spielplatz, ein eigener Natur-Pool und die Möglichkeit, E-Bikes auszuleihen. Dazu aber in einem anderen Artikel mehr! Der Campingplatz ist übrigens tipp topp in Schuss, alles ist sauber und gepflegt und man kann sich hier rundum wohl fühlen. Also abgesehen von ihr wisst schon. 😉

Der Tag geht schnell und schön vorbei und als wir abends wieder an den Campingplatz kommen, werden wir schon sehnsüchtig erwartet. Wieder ein Wohnmobilfreund. “Endlich ist hier mal jemand! Ich habe Fragen! Wie hält denn das Ganze, warum kracht das nicht zusammen?” Wir scheinen auf jeden Fall die Neugierde zu wecken.

Kurz darauf hält dann etwa 50 Zentimeter neben uns ein Auto, die Insassen öffnen den Kofferraum und holen jede Menge Equipment raus. Ah, heute gibt es wohl Live-Musik! Auch hier bin ich wieder ein Feigling und verstecke mich hinter meinem Freund, als der darauf hinweist, dass das Auto doch etwas nah an unserem stehe und darum bittet, die Plätze gegenüber zu nutzen. Ich sollte echt mal lernen, Konfrontationen einzugehen. Grummelnd setzen die Musiker den Wagen weg und wir kochen Abendessen.

Lagerfeuer und Stockbrotromantik

Kurz darauf lädt uns Marc sozusagen etwas mehr ins Dachzeltdorf ein, dort gibt es heute Abend Stockbrot am Lagerfeuer. Glücklich bringen wir etwas Abstand zwischen und und die Wohnmobilfreunde und setzen uns an die Flammen. Hier lernen wir Benni kennen, der mit seiner 11-jährigen Tochter dachzeltet und die junge Dame und ich fachsimpeln direkt über die Vorteile von Fjällräven-Rucksäcken. Auch ein weiteres Paar ist da, die eins der bereitgestellten Dachzelte ausprobieren und Marc gesellt sich mit Hund Tapas zur illustren Runde.

Von meinem Soldaten-Freund habe ich ja gelernt, dass es ein einfaches Mittel gibt, um eine heterogene Gruppe schnell zusammenzuschweißen: Ein gemeinsamer Feind! Aber wir nehmen es alle mit Humor so gut wir können, werfen ab und an einen zweifelnden Blick zu den Wohnmobilfreunden und ich kann mir nicht verkneifen, bei Griechischer Wein mitzusummen. Allerdings muss ich den Text mit der Drohung versehen: “Ich schenk dir gleich ein, aber rechts und links, du!” Aber um sich ernsthaft aufzuregen ist es viel zu schön. Die Sterne funkeln, der Mond leuchtet, die Flammen prasseln und nach und nach beweisen wir alle unsere Inkompetenz im Umgang mit Stockbrotteig.

Als Luisa, Marcs Partnerin und ausgewiesene Stockbrotfachfrau, kommt, wird es auch höchste Zeit, denn bestimmt ein halbes Kilo Teig schmort mittlerweile in der Glut. Naja, Übung macht die Meisterin!

So hatte ich mir das vorgestellt. Also nicht die Verschwendung von Nahrungsmitteln, aber dieses Gefühl von Gemeinschaft, der Austausch, das Lachen, die geteilte Erfahrung im Dachzeltdorf. Happy kuschele ich mich in meinen Campingstuhl und bin jetzt endlich sicher: Der Jimny und das Dachzelt waren die richtige Entscheidung. Und beim nächsten Mal gibt es dann bestimmt auch Vogelgezwitscher!

PS: Marc und Luisa arbeiten an einer Möglichkeit ihre Dachzeltler vorab zu informieren, wann weitere Veranstaltungen auf dem Campingplatz stattfinden! 😉

KOOPERATION: Ich bedanke mich ganz herzlich für die Einladung das Dachzeltdorf zu testen! Dieser Beitrag wurde nicht bezahlt, aber ich habe dafür kostenlos übernachten dürfen. Ich habe keine Vorgaben zu dem Inhalt des Artikels erhalten und hier frei meine persönliche Meinung über das Dachzeltdorf geschrieben.

Rosas-Reisen-Dachzelt-Jimny-Desert-Klappzelt

Das richtige Dachzelt für den Suzuki Jimny

Oh Anuschka, du naives, naives Ding. Du dachtest, du könntest dir einfach einen Jimny kaufen und dann noch einfacher ein Dachzelt deiner Wahl draufsetzen, weil er ja eine Dachreling hat? Pustekuchen!

Seit der Jimny durch meine Gedanken geistert weiß ich auch, dass ich ihn zu einem Expeditionsmobil ausrüsten will. Und da er innen platztechnisch trotz ausgebauter Rückbank jetzt nicht unbedingt zum Schlafen einlädt, habe ich mir ein Dachzelt in den Kopf gesetzt. Ja gut, ich hätte auch einfach mein normales Zelt in den Kofferraum packen und am Zielort aufbauen können.

Vorteile des Dachzelts

Aber so ein Dachzelt, das ist doch nochmal was anderes. Nicht auf allen Vieren in ein niedriges Zelt kriechen zu müssen, sondern hoch erhobenen Hauptes die Leiter hocklettern! Wenn es regnet nicht ständig Angst haben, dass der Boden aufweicht oder Wasser reinläuft, sondern in luftiger Höhe sicher und trocken schlafen. Morgens das Fenster öffnen und über die Motorhaube den Sonnenaufgang begrüßen! In meinem Kopf war es perfekt.

Ich mache mich also auf die Suche nach Anbietern und vergucke mich schon bald in die Modelle von Campwerk. Denn ich will unbedingt ein Zelt, das man so montieren kann, dass es nicht seitwärts über das Fahrzeug hinausragt, sondern nach hinten. Da der Jimny eine Heckklappe hat, die zur Seite öffnet, ist das nämlich a) kein Problem und b) überdache ich mir dann gleichzeitig den Platz vor dem Kofferraum. Außerdem bieten die Zelte mit ihren Panoramafenstern die Möglichkeit, den Sternenhimmel zu beobachten!

Campwerk und Gentletent auf der Caravan Düsseldorf

Auf der Caravan Düsseldorf besuche ich Campwerk. Und was soll ich sagen, die Zelte sind ein Traum. Und ich ein Trottel. Ich habe den Jimny nämlich fröhlich pfeifend in der Annahme gekauft, dass das ja wohl alles kein Problem sein würde. Der nette Vertreter von Campwerk belehrt mich aber eines Besseren, als er mir mitteilt, dass mein Auto nur eine recht geringe dynamische Dachlast hat und daher keins der Modelle für mich in Frage kommt.

Dynamische Dachlast? Was zum Henker ist denn das? Das ist das Gewicht, das man während der Fahrt auf dem Dach montiert haben darf. Dieses ist bei allen Fahrzeugen vom Hersteller festgeschrieben. Und beim Jimny verdammt niedrig. Damit fallen viele gehypte Anbieter weg, auch die schönen Zelte von Vickywood, die ebenfalls in Düsseldorf ausstellen.

Glücklicherweise gibt es noch einen weiteren Stand mit Dachzelten: Gentletent. Und die haben den Bogen raus! Denn deren Dachzelte haben kein Gestänge, sondern eine Schlauchkonstruktion, die mit Luft gefüllt wird und dem Zelt Stabilität gibt. Dadurch haben sie ein winziges Packmaß und wiegen auch so gut wie nichts. Dafür gibt es kein Panoramafenster und eine Matratze ist auch nicht inkludiert. Das Konzept ist genial. Nur die Optik…ich denke lange darüber nach, aber am Ende kann ich mich nicht damit und einem Preis von knapp 2400 € anfreunden. Obwohl hier sogar die Lieferung kostenlos wäre.

Bildquelle: https://medianet.messe-duesseldorf.de/press/caravan-salon/main

Die Experten schlechthin: Die Dachzeltnomaden

Beide Anbieter haben mich also sehr freundlich und kompetent beraten, trotzdem bin ich immer noch ohne Dachzelt. Also beginne ich, mich wirklich mit dem Thema zu beschäftigen und stoße auf den sehr hilfreichen Artikel der Dachzeltnomaden. Hier werden viele leichte Dachzeltmodelle genannt, aber ich muss gestehen, bei allen finde ich irgendetwas, das mir nicht gefällt.

Bei dem einen ist die Box riesig und ragt überall über das Fahrzeug hinaus, auch im geschlossenen Zustand. Bei dem anderen gibt es keine durchgehende Liegefläche und weder mein Freund noch ich schlafen gerne in der “Besucherritze”. Das nächste ist optisch einfach gar nicht mein Fall, und beim wieder nächsten stimmte einfach das Verhältnis von Preis und Zubehör nicht. Ich bin kurz vorm Verzweifeln.

Denn so ein Dachzelt ist schon eine verdammt teure Angelegenheit und wenn ich ein paar Tausend Euro in die Hand nehme, dann möchte ich auch überzeugt sein. Weiter also mit der Internetrecherche. Und dann stoße ich auf diesen Artikel bei Matsch und Piste.

Oh.

Oooooh. Das gefällt mir. Und es erfüllt den Großteil meiner Voraussetzungen!

  • Es kann nach hinten über das Fahrzeug montiert werden.
  • Es ist auch im verpackten Zustand recht kompakt.
  • Es wiegt wenig.
  • Es passt optisch zum Jimny und zu mir.
  • Die Matratze ist mit 8cm vergleichsweise dick.
  • Und das beste: Der Preis ist niedrig! Dabei ist sogar ein Vorzelt mit dabei.

Dachzelte in Action: Abenteuer Allrad

So fällt meine Wahl auf das Horntools Desert. Aber bestellt man das einfach online? Nee, ich will es mir schon mal vorher anschauen und probeliegen. So zockele ich im Oktober zur Abenteuer Allrad nach Bad Kissingen. Hier habe ich nicht nur mein persönliches erstes Allrad-Abenteuer, als ich mit Karacho aus dem Graben schieße, in dem ich angewiesen wurde zu parken, nein, hier kann ich mir das Zelt meiner Begierde auch ansehen. Es gefällt und der Dachkorb, auf dem es montiert wurde, gefällt auch. Jetzt wird mir allerdings klar, dass ich Hilfe brauchen werde, denn die Dachreling abzunehmen und den Dachkorb zu montieren, traue ich mir dann doch nicht zu.

UPDATE

Der Service von Horntools lässt zu Wünschen übrig. Tatsächlich ist etwas an meinem Zelt nicht in Ordnung und Horntools scheint das ziemlich egal zu sein. Bei meinem Zelt lassen sich die Fenster nicht richtig schließen, da der Stoff zu straff ist. Kontrolliert also am besten direkt bei Übernahme eures Zelt derartige Schwachstellen. Habt ihr es einmal auf dem Auto, wird es schwierig, da noch was machen zu lassen. 🙁

LS-tec: Die Jungs von der Landy Scheune

Glücklicherweise treffe ich auf der Abenteuer Allrad auch die Jungs von LS-tec, einem Unternehmen, das sich auf den Ausbau von Land Rovern spezialisiert hat und nur eine halbe Stunde von Bielefeld entfernt ist. Und doppelt Glück: Sie bearbeiten auch Jimnys! Ich werde fachmännisch beraten und entscheide mich dazu, neben einer Spurverbreiterung auch den Rost im Kofferraum, eine Standard-“Krankheit” des Jimny , entfernen zu lassen.

UPDATE

Und diesem Unternehmen sind seine Kunden übrigens nicht egal! Wo Horntools pennt, hängt LS-tec sich rein und versucht vernünftige, kundenorientierte Lösungen zu finden. Großes Lob und große Empfehlung!

Nach eineinhalb Monaten Wartezeit ist es dann soweit: Ich liefere den grünen Würfel ab und kann ihn wenige Tage später wieder abholen. Mit Träger, Dachzelt und breiterer Spur, dafür ohne Rost! Jetzt steht er unten im Hof und wartet nur darauf, in sein erstes Abenteuer aufzubrechen.

Falls ihr nun auch Lust auf ein Dachzelt habt, kommen hier ein paar Tipps!

Checkliste für den Dachzelt-Kauf

Dachlast und Gewicht prüfen

Macht nicht den gleichen Fehler wie ich. Die Dachlast steht weder im Brief noch im Schein des Fahrzeugs, sondern in der Bedienungsanleitung. Und nicht erschrecken: Dabei handelt es sich um die Last, die während der Fahrt angebracht sein darf. Im stehenden Zustand hält so ein Fahrzeug viel mehr aus, so dass auch zwei Personen auf dem Dach schlafen können.

Eigentlich machen alle Hersteller der Dachzelte auch Angaben zum Gewicht. Falls ihr neben dem Zelt noch weiteres Gepäck auf dem Dach transportieren wollt, berechnet das mit ein.

Dachgepäckträger

Neben der Dachlast muss euer Auto natürlich auch eine Möglichkeit bieten, das Dachzelt zu befestigen. Am einfachsten ist das, wenn ihr eine Dachreling habt. Dann können hier passende Träger zum Beispiel von Thule oder ähnlichen Anbietern montiert werden. Oder ihr lasst direkt einen Dachkorb wie den von Frontrunner oder Horntools montieren. Lasst euch hier auf jeden Fall von Experten beraten, denn manchmal reichen nur zwei Träger nicht aus oder es gibt bestimmte Abstände, in denen diese montiert werden müssen.

Ausstattung und inkludierte Extras

Was ist mit dabei? Matratze, Innenzelt, Leiter, Kodensationsmatte, Vorzelt? Wo kommen Extrakosten auf mich zu, auf was kann ich vielleicht verzichten? Ich wollte auf jeden Fall eine dicke Matratze und ein Vorzelt, falls es mal länger regnet. In Kombination mit meinem Kofferraum habe ich dann eine recht große, trockene Fläche zur Verfügung. Auf das Panoramafenster habe ich schweren Herzens verzichtet. Noch habe ich keine Erfahrung, was die Temperatur im Dachzelt angeht, da ich aber erstmal nicht plane, im tiefsten Winter unterwegs zu sein, hoffe ich, dass ich auch ohne Thermoinnenzelt auskomme. Aber das wird letztlich die Erfahrung zeigen.

Dachzelt-Dorf-Kesseling-Rheinland-Pfalz

Aufbau: Geschwindigkeit und Komplexität

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Dachzelten: Die Klappzelte, die Hartschalenzelte und die Hybriddachzelte. Erstere sind meist etwas leichter und kompakter, haben aber trotzdem eine große Liegefläche. Oft ist der Einstieg überdacht. Dafür ist der Aufbau vergleichsweise aufwendig und für eine Einzelperson fast nicht zu schaffen.

Die Hartschalenzelte sind dahingehend deutlich einfacher und vor allem schnell zu händeln, aber auch sehr viel schwerer und in der Regel auch teurer als ein Klappzelt. Meist kann hier noch das Zelt selbst als weiterer Stauraum genutzt werden, dafür ist die Grundfläche natürlich deutlich größer.

Hybriddachzelte vereinen viele Vorteile der beiden anderen in sich, das schlägt sich allerdings auch im Preis nieder. Zudem sind sie schwerer als Klappzelte und aufwändiger aufzubauen als Hartschalenzelte.

Es gibt natürlich noch weitere Varianten und man hat viel Auswahl. Auch hier empfehle ich wieder die Seite der Dachzeltnomaden, auf der Vor- und Nachteil ausführlich beschrieben werden und fast 380 Modelle im Konfigurator auswählbar sind.

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Lieferkosten

Was kostet es, mir das Dachzelt nach Hause liefern zu lassen? Ist die Lieferung bereits im Preis enthalten? Oder kann ich diesen Kostenpunkt vielleicht sogar einsparen, wenn ich das Dachzelt selbst abhole? Vorausgesetzt natürlich, ich habe eine Möglichkeit, es zu transportieren und der Händler befindet sich in der Nähe.

Lagerung

Es gibt Dachzeltler, die lassen ihr fahrbares zu Hause das ganze Jahr auf dem Dach und grundsätzlich müssen die Zelte ja auch Wind und Wetter abkönnen. Auf der anderen Seite verbessern sie nicht gerade die Dynamik des Fahrzeugs und erhöhen den Spritverbrauch. Wer also eher Saisoncamper ist, sollte sich eine Möglichkeit überlegen, das Dachzelt zu lagern, wenn es nicht gebraucht wird. Ob stehend oder liegend, da gehen die Meinungen auseinander, schön wäre aber natürlich trocken zum Beispiel in Garage oder Keller.

Hierbei ist das oft hohe Gewicht der Zelte zu beachten, allein kann man diese kaum montieren. Im Internet finden sich diverse Bauanleitungen für Lifte, die gleichzeitig auch Lagerort sein können. Oder der Tipp ein paar Freunde einzuladen und sie mit einem Bier für Ab- und Aufbauhilfe zu entlohnen. Um die Kosten nicht noch mehr in die Höhe zu treiben favorisiere ich erstmal letzteres. 😉

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Mein Expeditionsmobil: Der Suzuki Jimny

Es ist soweit. Ich kaufe mein erstes, eigenes Auto. Solange ich in der Kölner Südstadt gelebt und in Bonn gearbeitet habe, brauchte ich kein Auto: Ich bin mit dem Zug zur Arbeit gependelt und konnte auch alles andere per Fahrrad oder Bahn erledigen. Mit dem Umzug nach Bielefeld und der Arbeitsstelle in Bad Salzuflen war aber klar, ich brauche einen fahrbaren Untersatz.

Seit sich Freunde und Familie in 200km Entfernung befinden, ist der Wunsch danach und der damit verbundenen Unabhängigkeit eh groß. Durch die Stornierung unserer großen Arktisreise habe ich auch das nötige Kapital. Und als ich mich letztes Jahr zum ersten Mal ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigt habe, hatte ich bald mein Herz verloren. Das Objekt der Begierde: Ein Suzuki Jimny.

Nun könnte man zurecht sagen: Ein Geländewagen? Um zur Arbeit zu fahren? Echt jetzt??? Die Umwelt mit einem eigenen Auto belasten und dann auch noch mit so einem? Ich habe lange überlegt, ich habe das Für und Wider abgewogen. Ein Jimny ist winzig, er hat kaum Stauraum. Er ist nicht unbedingt verbrauchsarm. Bei den momentanen unglaublichen Preisen für Jimnys werde ich mir nur ein uraltes Modell ohne jeglichen Luxus oder technische Spielereien leisten können. Ein Jimny ist laut und unbequem. Den Allrad-Antrieb werde ich im Alltag kaum brauchen. Mit seinen 83 PS ist er beileibe kein Rennauto, bergauf sind kaum 100kmh drin. Es gibt also viel, was dagegen spricht.

Aber…

Aber ich will dieses Auto. Es passt zu mir. Ich kann es zu meinem eigenen Expeditionsmobil umbauen. Die hintere Sitzbank kommt raus, eine kleine Ladefläche rein, ein Dachzelt obendrauf! Je weniger technischer Schnickschnack, desto weniger kann kaputt gehen. Er hat maximal einen CD-Player, aber hey, wozu gibt es Transmitter? Und immerhin ist er nicht ganz so spartanisch wie der Lada Taiga, der mir auch gefällt. Er verbraucht längst nicht so viel wie ein alter Cherokee. Sehe ich mich in einem Corsa, einem Fiesta, einem Twingo? Nein. In einem sportlichen Wagen? Definitiv nicht. Klar ist ein schnelles Auto nett, aber brauche ich das wirklich? Nein.

Brauche ich einen Jimny?

Ja.

Damit nach all dem Mist endlich mal etwas Gutes passiert, worüber ich mich freue, mit dem ich mich beschäftigen kann. Was meine Abenteuerlust wieder weckt. Mit dem ich all die Roadtrips machen kann, von denen ich träume. Skandinavien, Slowenien, Österreich.

Und wie es das Schicksal so will… Kaum ist mein Freund ein paar Tage aus dem Einsatz zurück, setzt er sich an den Laptop, haut meine gewünschten Suchparameter in die Tasten und präsentiert mir kurz darauf seinen Fund: Ein jägergrüner Jimny, BJ 2003, kein Cabrio, Benziner, Klimaanlage, TÜV neu, HU neu und erst 87 000km gelaufen. Preislich etwas drüber, aber na gut. Und er steht im erreichbaren Radevormwald.

Ich verfalle in Schockstarre. Diese Verantwortung. Diese Entscheidung. Die Contra-Argumente…Mein Freund nimmt das Telefon, ruft den Händler an und macht einen Termin für den nächsten Tag aus.

Mit einem etwas mulmigem Gefühl betreten wir den Hof, der voller Jimnys, Samurais und dem ein oder anderen Yeti steht. In der hinteren Ecke finden wir “unseren” Jimny. Sofern uns als Laien möglich, testen wir ihn auf Herz und Nieren. Es scheint alles zu funktionieren, aber da der Unterboden frisch versiegelt ist, wissen wir nicht, ob sich darunter nicht böse Überraschungen verbergen. Der Jimny wird zwar über einen Händler verkauft, aber letztlich aus privater Hand, sprich: keine Gewährleistung, keine Garantie. Wir bekommen spontan keinen Termin, um ihn in einer Werkstatt durchchecken zu lassen.

Kriegsrat im Kofferraum des Fords meines Freundes: Und jetzt?

“Was und jetzt, Anuschka? Seit einem Jahr erzählst du mir von diesem Auto. Hier ist er, dein Traumwagen. Alles stimmt. Ein Restrisiko gibt es immer, Autos gehen kaputt. Das ist so.”

“Aber, aber, aber…was, wenn er auseinander fällt? Was, wenn das eine ganz dumme Idee ist? Was wenn ich einen großen Fehler mache? Das ganze Geld…Ich…Vielleicht wäre es vernünftiger, doch einen günstigen Kleinwagen zu kaufen, der weniger verbraucht.”

“Und ihn dann hassen und auf immer dem Jimny hinterhertrauern? Nix da. Du kaufst den jetzt.”

Tja, manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden. Oder zumindest in die richtige Richtung geschubst. Also versuche ich meine Bank dazu zu überreden, mir das Geld (das ja mir gehört) rauszurücken, damit ich das Auto bezahlen kann. Wollen die nicht. Na gut, wäre doch gelacht. Mit einer kruden Mischung aus Onlineüberweisung und Barzahlung erreicht den Händler schließlich mein Geld und ich unterschreibe den Vertrag. Mit zitternden Fingern.

Jetzt heißt es: Autoversicherung abschließen, Nummernschilder aussuchen und prägen lassen und dann ab zur Zulassungsstelle. Das klappt alles reibungslos, da der Autohändler aber zwischenzeitlich in Urlaub gefahren ist, muss ich einen Monat warten, bis ich den Jimny holen kann. An einem Montag ist es dann soweit.

Meine Angst, dass eine Flutwelle den kleinen Waldmeister mitgenommen hat, erweist sich Gott sei Dank als unbegründet. Als ich bang den Händler am Telefon frage, ob wir ihn holen können, oder ob ihm was passiert ist, kommt nur: “Nee nee, der is noch da. Sin doch he am Hang! Isch kros den ma raus.”

Und ich nehm ihn mit nach Haus.