Roadtrip Kanada & Alaska: Soldier’s Summit, Sheep Mountain und Haines Junction

Rotes Fireweed und gelbe Birken säumen die Straße, die von Beaver Creek weiter nach Süden Richtung Haines Junction führt. Der Indian Summer zeigt sich von seiner besten Seite am 14. Tag unseres Roadtrips. Die Sonne lässt die Wellen des Kluane Lake in der Destruction Bay glänzen, die wir während unseres ersten Stopps beobachten. Der Name Destruction Bay lässt schlimmes vermuten, ganz so tragisch ist es aber nicht.

Spaziergang zum Soldier’s Summit

Destruction Bay ist aber trotzdem kein Muss, wenn man sich auf dem Alaska Highway bewegt. Was mich hingegen beeindruckt, ist unsere kleine Wanderung zum Soldier’s Summit, ein paar Kilometer weiter südlich gelegen. Auch von dort blickt man auf den Kluane Lake, aus dem sich eine kleine Insel malerisch erhebt. Am Ziel des nur etwa anderthalb Kilometer langen Trails warten, wie so oft in Kanada, zwei rote Stühle. Diese finden sich in vielen Nationalparks und geben Besuchern die Möglichkeit, die grandiosen Aussichten sitzend zu genießen.

Der Soldier’s Summit heißt übrigens so, weil hier der Alcan Military Highway 1942 eröffnet wurde, der Dawson Creek in Kanada mit Big Delta in Alaska verband, und der von Soldaten angelegt wurde. Heute gehört die Straße zum Alaska Highway.

Kurzer Stop am Sheep Mountain

Nächster Zwischenstopp ist das Visitor Center am Sheep Mountain, an dem es uns tatsächlich auf Anhieb gelingt eine Herde Dallschafe an der Flanke des Berges auszumachen. Ob ich auf dieser Reise noch einen Bären sehen werde oder ob das wohl meine spektakulärste Tierbeobachtung bleibt…?

Die Gegend hier bietet einige spannende Wanderungen und im Visitor Center hätte man mal wieder die Möglichkeit, sich darüber zu informieren und Kartenmaterial zu erhalten. Leider liegt unser Tagesziel noch weiter den Highway hinab und so muss der Blick auf die umliegenden Berge aus dem Autofenster reichen.

Village Bakery und Dalton Trail Lodge

In Haines Junction stürmen wir die Village Bakery, die nicht nur hervorragendes WLAN anbietet, sondern auch Teilchen, größer als mein Kopf. Eine große Empfehlung für das Hefegebäck mit Frischkäseglasur und braunem Zucker! Auch hier gehen wir natürlich ins Visitor Center, um herauszufinden, wie wir den morgigen Tag bestmöglich nutzen können. Nebenbei finde ich heraus, dass ich 0,1 Elch und 4,7 Luchse wiege. Wenig schmeichelhaft klingt mein Gewicht in Grizzliebärenbabies: 141.

40 Kilometer hinter Haines Junction wartet unser zu Hause für die nächsten Tage, die Dalton Trail Lodge. Hier gefällt mir besonders die herzhafte Küche, denn die Betreiber stammen ursprünglich aus der Schweiz. So gibt es zum Abend Kartoffelpüree, Schweinebraten und dunkle Sauce. Die Lodge ist ein großes Holzhaus, in dem sich auch mein Zimmer befindet, direkt am Kluane Lake gelegen. Im Gebüsch hinter der Lodge wartet Nootka auf mich, ein Bernhardiner-Husky-Mix, der einer der Mitarbeiterinnen der Lodge gehört. Glücklicherweise hat die gar nichts dagegen, dass ich mich in Nootkas großes Gehege setze und mein Anfass-Bedürfnis befriedige.

Da es immer wieder heißt, heute Nacht seien die Chancen auf Nordlichter besonders hoch, fummele ich so lange an meiner Kamera herum, bis ich sie wieder so eingestellt habe, wie ich es mir vor Jahren akribisch in mein reisetagebuch notiert habe. Dann mache ich es mir mit einem Krimi auf meinem Bett in meinem hölzernen Zimmer gemütlich und werfe immer wieder einen Blick aus dem Fenster. Nach etwa fünf Minuten bin ich seelig eingeschlafen und verpasse gekonnt jegliche Himmelsaktivität.

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