Radtour durch Bayern: Im Regen von Bernau nach Inzell

Radtour Bayern

„Im Frühtau zu Berge, wir zieh’n, FALLERAAAAA!“ brülle ich während ich den Berg runterbrettere und mir der Regen ins Gesicht klatscht. Es ist doch alles eine Frage der Einstellung.

Auf dem Weg von Bernau nach Inzell öffnet der Himmel seine Schleusen und verpasst uns eine ordentliche Dusche. Glücklicherweise haben wir die Anzeichen schon in Bad Adelholzen bemerkt. (Übrigens ein Dorf, das so gar keinen Besuch wert ist. Von der miesen Steigung, die zum Schieben zwingt, möchte ich gar nicht erst anfangen.) Also rein in Regenhose, Regenjacke und die unglaublich stylischen Gamaschen. Aber ich will mich nicht beschweren, so bleibt wirklich alles trocken. Und dass man damit geht wie ein watschelnder Pinguin fällt bei dem Mistwetter auch keinem auf. Außerdem hab ich mich insgeheim ja drauf gefreut, dass es regnet. Erstens will ich den ganzen Regenkram nicht umsonst in meiner Packtasche durch die Gegend gefahren haben. Und zweitens gehört es doch dazu auf einer Radtour mal durch richtig heftigen Regen zu fahren.

Radtour BayernRadeln im RegenBad Adelholzen

Think positive…oder so

Trotzdem warten wir den ersten kräftigen Guss unter ein paar Bäumen ab, um uns auf der plötzlich glatten Straße nicht auf die Fresse zu legen. Schließlich wird die ätzende Steigung (Ups, jetzt hab ich doch davon angefangen…) mit einer schön langen Abfahrt belohnt. Nachdem es sich eingeregnet hat schwingen wir uns also auf die Räder und sausen den Berg runter. Und da merke ich, dass der viel zitierte Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ einen wahren Kern hat. Solange man nicht Gefahr läuft nass zu werden und zu frieren, macht Regen sogar Spaß. Natürlich nicht auf Dauer. Irgendwann werden die ungeschützten Hände doch kalt und immer die Augen zukneifen zu müssen verursacht bestimmt Falten. Außerdem nimmt man natürlich viel weniger von der Landschaft wahr.

Regen, Regen, Regen

Das ist schade, gerade auf dieser Strecke. Die führt nämlich über weite Teile an der Tiroler Ache entlang. Und die ist ein wunderhübscher kleiner Fluss. Schnell fließend, absolut klar und von fast türkiser Farbe. Und die Steine am Ufer würden mit Sicherheit weiß strahlen. Würde es nicht regnen. Trotzdem soll das hier keine Beschwerde an den Wettergott sein. Ich habe schließlich Spaß. Und nach drei Tagen mit Temperaturen über 30° ist es auch mal nett, sich auf eine heiße statt eine kalte Dusche zu freuen!

Tiroler AcheBrücke Tiroler Ache

Kanada? Alaska? Bayern!

Aber ich habe Glück. Und damit meine ich nicht, dass ich tatsächlich trotz manchmal leicht halsbrecherischer Fahrweise immer sicher am Ziel ankomme. Sondern, dass wir am nächsten Tag an einem genauso schönen Fluss entlangradeln, der Saalache. Und diesmal scheint auch die Sonne. Ich höre das Rauschen, bevor ich den Fluss sehe, aber als es soweit ist, fühle ich mich direkt nach Kanada oder Alaska versetzt. Vorne das rasch dahineilende Wasser und dahinter erheben sich bewaldete, steile Berge. Fehlen nur ein paar Siebe zum Goldwaschen. Allerdings stelle ich doch recht bald fest, dass das Wasser a.…kalt ist. Aber auch das passt. Und die hellen Steine wärmen die Füßchen bald wieder auf. Hier sitze ich also, am südlichsten Ende Deutschlands und wüsste nicht, wo es schöner sein könnte. Zu dem Zeitpunkt kenne ich ja den Königssee noch nicht. Aber das ist eine andere Geschichte… 😉

SaalacheSaalache, BayernBayern, RadtourBayern, SaalacheSaalache in Bayern

7 Gedanken zu “Radtour durch Bayern: Im Regen von Bernau nach Inzell

  1. Durch deinen Blog wird der Regentag erst richtig schön. Und der blöde Spruch: nach Regen folgt Sonnenschein, hatte hier wirklich seine Berechtigung. Übrigens, schöne Menschen werden auch durch Regenbekleidung nicht entstellt.

  2. Liebe Rosa,
    schade, daß Du Regen hattest. Und wie schön, daß Du schon mit 25 mit bloggen anfängst. Sehr gut gefällt mir deine Rubrik „Portraits“. Ich werde bei mir demnächst auch das erste Portrait veröffentlichen, über eine schottische Violinistin.
    Herzliche Grüße und lass uns in Kontakt bleiben, Sabine

    1. Dankeschön! Ja, ich war auch überrascht. Ich gehöre doch zu denen, die es oft in weitere Fernen zieht, aber ich muss sagen, die Alpen haben es mir schon sehr angetan. Da hüpfte doch das kleine Herz! 🙂

    1. Danke! Und schön, dass du vorbei geschaut hast! Da fällt mir ein, ich wollte dich noch fragen, verkaufst du deine wunderschönen Handletterings eigentlich? Oder kann man dich beauftragen? 🙂

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