Hüttenzauber – Ein perfekt unperfektes Wochenende im Naturhäuschen

Ja, die romantische Holzhütte im winterlich verschneiten Wald: Irgendwo in den Bergen, Eisblumen am Fenster, prasselnde Flammen im Kamin – soweit meine Vorstellung. Wer wünscht sich nicht ein solch romantisches Getaway kurz vor Weihnachten mit der oder dem Liebsten? Als ich vor ein paar Wochen die Anfrage von Naturhäuschen bekam, ob ich mal eine ihrer Unterkünfte ausprobieren möchte, war ich dementsprechend…aus dem Häuschen!

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Naturhäuschen – Hütten, Bungalows und Tiny Houses im Grünen

Naturhäuschen ist ein niederländisches Unternehmen, das eigentlich genau so funktioniert, wie die allseits bekannte Plattform Airbnb. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass es hier nicht um schicke Apartments in großen Städten geht, sondern um Unterkünfte in der Natur, oft auch etwas rustikaler, aber dafür mit ganz besonderem Charme. Naturhäuschen lassen sich in ganz vielen Ländern finden, ein Schwerpunkt liegt aber tatsächlich im Bereich Deutschland und den Niederlanden.

Die Suche nach dem perfekten Naturhäuschen ist ganz einfach, man kann in einer Suchmaske alle möglichen Filter setzen, nach bestimmten Ausstattungsmerkmalen und Buchungszeiträumen suchen und dann mit den potenziellen Gastgebern Kontakt aufnehmen.

Nun aber zur Umsetzung meiner oben beschriebenen Fantasie. Leider ergeben sich hierbei zwei Probleme. a) Bayern mit seinen Bergen ist von Bielefeld für einen kurzen Wochenendtrip doch etwas zu weit weg und b) dieser Dezember ist einfach nur nass, nass, nass und grau, grau, grau. Von Schnee keine Spur. Die Lösung für a) ist schnell gefunden und zwar bei Gölenkamp in Niedersachsen, nah der holländischen Grenze. Zwar muss ich auf die Berge verzichten, dafür verliebe ich mich direkt in die Bilder der runden Hütte von Trusanne und Jacco. Urgemütlich sieht sie aus, von innen wie von außen. Einen Kamin für Holz gibt es zwar nicht, dafür aber einen mit Gas und solange ich mich vor ein Feuer setzen kann, bin ich happy!

Problem b) gestaltet sich da schon etwas komplizierter, aber dazu später mehr.

An einem verregneten Freitag brechen wir also auf zu unserem Hüttenabenteuer. Nach kurzer Fahrt kommen wir an, mitten im Nirgendwo. Aber Trusanne und Jacco haben vorgesorgt, der Schlüssel zur Hütte steckt und der Ofen ist auch bereits an. Ganz coronakonform und kontaktlos können wir also unser gemütliches Domizil beziehen.

Was nehme ich mit in mein Naturhäuschen?

Damit so ein Aufenthalt ein voller Erfolg wird, habe ich euch ein paar Tipps zusammengestellt, die ihr beachten solltet. Möglicherweise kann ich euch die geben, weil ich sie selbst nicht beherzigt habe. 😀

Wärmflasche!

Seien wir ehrlich, eine Wärmflasche sollte man sowieso immer dabei haben, in einer Holzhütte ist sie aber sozusagen unabdingbar. Denn so schön unsere Hütte ist, sie ist eben kein doppelt verglaster und isolierter Betonklotz und dementsprechend ist das Klima. Mein Freund kategorisiert es trocken in drei Zonen: arktisch auf Fußbodenhöhe, gemäßigt auf Taillenhöhe und tropisch auf Kopfhöhe. Denn unser Ofen wärmt zwar gut, doch in der runden Hütte mit spitzem Giebel steigt die Wärme natürlich auf, während der Boden kalt bleibt. Glücklicherweise haben unsere Gastgeber aber auch Felle und Decken bereitgestellt und wenn man sich einmummelt, wird es sogar noch kuscheliger. Das Bett und die Sessel haben außerdem klimatisch betrachtet die perfekte Höhe!

Beleuchtung!

Tja, so schnell merkt man, woran man so gewöhnt ist. Draußen wird es früh dunkel? Kein Problem, schmeiß die Festbeleuchtung an! In einer Hütte ohne Deckenlicht schwierig. Zwar gibt es jede Menge romantische Kerzen, zum Lesen oder Spielen sind die allerdings etwas unzureichend. Wie praktisch, dass ich einerseits eh immer eine Stirnlampe im Auto habe und außerdem ein Stativ für Fotos eingepackt habe. Zack, so lässt sich eine Lampe bauen!

Apropos: Entertainment!

Ich sprach gerade von Spielen. Mein Freund und ich waren eine halbe Stunde in der Hütte, als uns auffiel, dass keiner von uns so wirklich an die Abendgestaltung gedacht hatte. Wir hatten zwar unabhängig voneinander beschlossen, die Laptops zu Hause zu lassen, aber weiter hatten wir nicht gedacht. Also ab ins nahe gelegene Nordhorn, dass sowohl einen gut sortierten Spieleladen, als auch eine große Buchhandlung bietet. In ersterem, Schulenberg Spielwaren und Schulbedarf, haben wir dann zugeschlagen. Und zwar ein Spiel, dass wir eigentlich schon haben, das mein Freund aber gerne nochmal haben möchte, weil das Material schon ein bisschen abgenutzt ist. Und dann noch ein Spiel, dass wir selbst zerstören, ein Exit-Game, das man nur einmal spielen kann, weil dabei das Spielmaterial draufgeht. Jaja, so sind wir. 😀

Was unternehme ich in meinem Naturhäuschen?

Lesen, Kuscheln, Entspannen

Also, wer es entspannt mag, für den sind Spielen, Lesen und aus dem Fenster gucken bestimmt schon mal gute Anfangstätigkeiten. In unserem Naturhäuschen kann man sogar einiges an Fauna vor dem Fenster vorbeiziehen sehen. Angefangen mit den Hühnern unserer Gastgeber über flinke Eichhörnchen bis hin zu einem einsamen Graureiher.

Spazieren gehen

Grundsätzlich mache ich natürlich auch immer gerne Spaziergänge und Wanderungen, dafür sind die Naturhäuschen natürlich prädestiniert. Wäre da nicht das erwähnte nass-kalte Dezemberproblem. So wagen wir nur eine kurze Runde durch die Felder und freuen uns schnell wieder auf die Hütte.

Pärchen-Shooting mit Hindernissen

Was ich euch auch empfehlen kann, ist ein verzweifeltes Pärchenshooting. 😀 Warum verzweifelt? Nun, zum einen, weil ich trotz aller Mühe immer noch keine begnadete Fotografin bin. Zum andern, weil es gar nicht so einfach ist, romantische Pärchenbilder zu machen, wenn der Freund partout nicht möchte, dass sein Gesicht im Internet auftaucht. Außerdem beschleicht mich das Gefühl, dass er das Ziel „Romantisches Pärchenfoto“ nicht ganz ernst nimmt.

Und last but not least: Weil ich es tatsächlich schaffe, mir im Sessel sitzend den Fuß zu zerren und danach nur noch durch die Hütte humpeln kann. Eine Zerrung. Im Sitzen. Das sagt mehr über mein Fitnesslevel, als mir lieb ist.

Aber im Ernst, man fährt ja auch in so eine Hütte, um einfach mal Zeit zu haben runter zu kommen, zu entspannen und die Gesellschaft des Mitreisenden zu genießen. Und das geht hier ganz famos.

Kulinarik im Naturhäuschen

Frühstück, produziert vor der Hütte

Sollte jemand von euch nun überlegen, in die gleiche Hütte zu fahren wie wir, dann macht euch um das Frühstück keine Sorgen! Man kann es bei Jacco und Trusanne dazu buchen und zur gewünschten Uhrzeit steht dann eine große Kiste mit Leckereien vor der Tür – auch mit Eiern der um die Hütte staksenden Hühner!

Mein erstes Mal mit Federico

Für mittags reicht uns ein Butterbrot, aber abends kommt der Hunger und fragt, was es denn so gibt.

Wenn ich den bisherigen Post so überfliege, klingt es eher nach Pleiten, Pech und Pannen, wobei die Schuld dafür natürlich bei mir und meinem Freund und nicht bei unserer armen Hütte liegt. Irgendwie wirken wir doch etwas planlos, oder? Was wir aber immerhin auf die Reihe bekommen haben, ist vorab einzukaufen, damit wir uns in unserer Hütte auch selbst versorgen können. Ich weiß nicht warum, aber vor den Supermarktregalen überkommt wohl jeden von uns ein bisschen Nostalgie, denn ich greife zu den Fruchtzwergen und mein Freund legt eine Packung Miracoli in den Wagen. Wegen früher, meint er lächelnd.

Ich habe bis dato noch nie Miracoli gegessen und so gibt es an unserem ersten Abend die berühmten Spaghetti mit der Fertigsoße. Ich muss sagen, das kann man wirklich gut essen, auch wenn in meinem Hinterkopf ständig das „Federicoooo – Lalalalalalalala!“ aus der Werbung erschallt. Für eine Hütte mit zwei Kochplatten ist das Gericht aber natürlich optimal!

Offroad zu Pazzi

Am zweiten Abend haben wir dann aber wenig Lust selbst zu kochen und dafür umso mehr Lust auszugehen. Das haben wir schließlich schon ewig nicht mehr gemacht. Google Maps verrät uns, dass das Pazzi am See in der Nähe ist und das Restaurant hat richtig gute Bewertungen. Also rein ins Auto und los geht’s. Google Maps sagt aber auch, das wir rechts von der Ladstraße in den geschotterten Feldweg einbiegen sollen. Nun gut, wir sind ja darauf trainiert, unseren Smartphones zu gehorchen, außerdem haben wir mit meinem Jimny einen Geländewagen.

So rumpeln wir in die Dunkelheit hinein, der Schotter weicht Schlamm und Matsch und die Schlaglöcher, randvoll mit Wasser, werden immer größer und tiefer. Hier soll es zu einem Restaurant gehen? Mich beschleicht das leise Gefühl, dass das nicht stimmen kann. Mein Freund checkt, ob wir aus Versehen Google gegenüber behaupten, wir seien zu Fuß unterwegs. Nö, alles richtig. Also weiter. Die Reifen beginnen, auf dem Matsch wegzurutschen und ich überlege ernsthaft, den Allradantrieb zuzuschalten. Auf dem Weg zum Restaurant. Also wirklich, Anuschka. Erst den Fuß im Sitzen zerren und jetzt sowas.

Was ist das? Ich trete auf die Bremse. Mein gezerrter Fuß protestiert. Mitten vor uns auf dem Weg, geblendet von meinen Scheinwerfern, sitzt ein Vogel. Er guckt uns ungehalten an. Wir gucken den Vogel an.

„Ist das eine Bachstelze?“, fragt mein Freund. „Keine Ahnung, aber da sitzt er irgendwie ungünstig. Steig mal aus und red mit ihm.“

Also steigt man Freund aus und stapft durch den Matsch zu der vermeintlichen Bachstelze. Trotz gutem Zureden möchte die sich aber nicht von der nun ja, Fahrbahn entfernen. Ratlos steht mein Freund da, während ich ob der Absurdität unseres Unterfangens den Lachflash in mir aufsteigen spüre.

Mein Freund dreht sich um und stapft in die Dunkelheit. Der Vogel guckt ihm hinterher. Ich gucke ihm hinterher. Hat er keine Lust mehr? Er taucht aber sofort wieder auf, mit der fantastischen Nachricht, dass wir die Vogel-Belästigung nun einstellen können, den hinter der nächsten Kurve wartet ein deutlich schwierigeres Hindernis, ein Zaun. Mein Freund, der offensichtlich großes Vertrauen in unser Fahrzeug und, völlig unberechtigterweise, in meine Fähigkeiten es zu steuern hat, schlägt doch tatsächlich vor, über die Wiese zu fahren. Nee, soweit bin ich noch nicht. Also wende ich auf der Matschpiste, holpere zurück zur Landstraße und verlange von Google eine Alternativroute. Und siehe da, man kann auch über Asphalt zum Restaurant.

Das Pazzi am See gehört zu einem Campingplatz und auf dem Weg dorthin über das dunkle Gelände bin ich fest überzeugt, dass wir vor verschlossenen Türen stehen werden. Aber nein, hell erleuchtet grüßen uns die Fenster und die freundliche Bedienung lässt uns Platz nehmen, obwohl wir nicht reserviert haben. Doch nicht nur, dass das Restaurant auf hat ist für mich eine Überraschung, auch das Essen hätte ich so hier auf einem Campingplatz am Ende der Welt (bzw. Niedersachsens) gar nicht erwartet. Alles ist frisch, alles ist lecker, die Preise sind niedrig und der Koch geht gerne auf Sonderwünsche ein.

Also schlagen wir uns die Bäuche voll mit Antipasti und Propasti, also Pasta und sind rundum zufrieden, während draußen die Matschbrocken vom Jimny plumpsen. Wenn ich ehrlich bin, nur entspannen am Wochenende ist doch auch langweilig, ein bisschen Abenteuer regt den Appetit an.

Mein Fazit? Jederzeit wieder!

Das war also unser Wochenende im Naturhäuschen. Lief alles so wie erträumt? Jein. Das Wetter war mies, die Fotos sind…nicht ganz so schön geworden, wie ich gehofft hatte und wir hatten nicht alles dabei, was sinnvoll gewesen wäre. ABER: Das waren unsere Fehler und das Wetter kann nun mal keiner beeinflussen. Und wer will schon, dass alles nach Plan läuft? 😀

Die Hütte war wundervoll, unsere Gastgeber wahnsinnig nett, das Essen gut und wir hatten verdammt viel Spaß bei all unserem Blödsinn. Naturhäuschen werde ich also treu bleiben und vielleicht wird es dann beim nächsten Mal doch die Hütte im Schnee!

*Bei diesem Post handelt es sich um eine gesponsorte, aber unbezahlte Kooperation mit Naturhäuschen.de. Das heißt, ich habe den Betrag für die Buchung der Hütte erstattet bekommen, wurde aber weder für meine Arbeit, noch für die Fotos oder den Artikel bezahlt. Auch die Anfahrtskosten habe ich selbst getragen.

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