Camí de Cavalls Etappe 9: Wie Mordor, nur mit Schafen

Am Mittwochmorgen holt uns wieder unser gutgelaunter Fahrer Daniel ab. Als wir ihn fragen, was wir denn heute sehen werden, lässt seine Antwort ihm mein Herz zufliegen.

„Is wie Mordor, nur mit Ssafe!“

So, alle die mit Mittelerde nichts anfangen können, sollten sich jetzt am besten irgendwas anderes zu lesen suchen, denn sonst könnte das hier unverständlich und langweilig werden.

Wer aber, so wie ich, ein ziemlicher Nerd ist, was die von Tolkien geschaffene Mythologie betrifft, der spitze seine Elbenöhrchen und freue sich auf einen Blick in den Palantír. Denn sobald Daniel diesen Satz gesagt hatte, stand das Motto des Tages fest.

Als wir einen Opi auf einem Fahrrad überholen, nickt Daniel nur. „Gandalf.“

Als wir Daniel fragen, ob das Gewitter am nächsten Tag so schlimm wird wie angekündigt und ich wissen will, ob wir es von Saruman geschickt bekommen, sagt er nur: „Nein, der macht Urlaub auf Mallorca. Orthanc wird renoviert.“

Und als wir am Ziel unserer Fahrt ankommen, zeigt er auf die Nekropolis (Grabhöhlen) hinter sich und strahlt. „Viel Spaß in Moria!“

Daniel, wir verstehen uns!

Und es ist wirklich, als ob ein bisschen Mittelerde-Magie in der Luft liegt, denn ich fühle mich auf Schritt und Tritt an Szenen aus den Büchern und Filmen erinnert.

 

Und der Elf-Uhr-Imbiss? Mittagessen, Vier-Uhr-Tee, Abendessen, Nachtmahl! Das kennt er doch wohl, oder?!

Seht, dies ist das große Reich und die Stadt Zwergenbinge!

Das ist keine Mine, das ist ein Grab!

 

Gar nichts, wohl nur ein Wolkenfetzen.
Der sich aber schnell bewegt.
Und gegen den Wind!
Crebain aus Dûnland!

 

Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. Wir müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist.

 

Närrischer Tuk! Wirf dich nächstes Mal selbst hinein, dann sind wir dich und deine Dummheit los!

 

Trommeln, Trommeln in der Tiefe. Wir können nicht hinaus.

 

Zur Brücke von Khazad-Dûm!

Hast du ihn je gesehen, Aragorn, den weißen Turm Ecthelions, glitzernd wie ein Dorn aus Perlen und Silber, seine Banner, leuchtend im Morgenwind? Hast du jemals den Klang vernommen, den hellen Klang silberner Trompeten?

 

Mit anderen Worten sollen wir uns also einfach so durch die Emyn Muil kämpfen, ein undurchdringbares Labyrinth, übersäht mit messerscharfen Felsen.

Da sind ja auch die Ssafe!
Na, wer sieht uns?

 

Nur herzukommen und den Verbotenen Weiher zu betrachten schließt die Todesstrafe ein. Sie erwarten meinen Befehl. Soll ich schießen lassen?

Die Leuchtfeuer von Minas Tirith! Die Leuchtfeuer brennen! Gondor ruft um Hilfe.
Und Rohan wird antworten. Die Heerschau soll beginnen!

Ein großes Auge, lidlos, umrandet von Flammen.

Ja, ich gestehe, manchmal geht meine Phantasie mit mir durch. Aber ich kam mir wirklich vor, wie in Mittelerde. Nur eben mit Mittelmeer. Auf menorquinisch eben.

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