Bogenparcours Hellenthal: Traditionelles Bogenschießen in der Eifel

Viele Mädels, die man fragt, was sie später im Leben mal machen wollen, antworten:

Was mit Sprachen!

Bei mir?

Näää!

Was mit Abenteuer, war die Antwort. Irgendwas zwischen Lara Croft und Robin Hood.

Okay, ganz ehrlich, das hat nicht so ganz hingehauen. Aber ich hab mir Mühe gegeben. Lara Croft werde ich an Karneval und Robin Hood…Zugegeben, ich nehme nicht von den Reichen und gebe den Armen, aber im Bogenschießen bin ich gar nicht so schlecht.

Und Bogenschießen macht Laune. Es gibt mir jedesmal einen kleinen Adrenalinkick, wenn ich den Bogen langsam hebe und dabei die Sehne zurückziehe, wenn ich dann loslasse, die Kraft spüre, die von meinem Arm in den Pfeil geht und den Bogen vibrieren lässt. Und wenn der Pfeil im besten Fall dann noch mit einem dumpfen Rumms ins Ziel einschlägt….mmh. Gutes Gefühl.

So, was will ich eigentlich mit diesem Post? Ich will euch motivieren, das mit dem Bogenschießen auch mal auszuprobieren. Weil es echt was zu bieten hat: Man kann draußen rumlaufen und Waldluft schnuppern, es fördert Konzentration und Kraft und, seien wir ehrlich, man sieht verdammt cool dabei aus. Außerdem hat man relativ schnell Erfolgserlebnisse, da das Ganze nicht so kompliziert ist, wie es vielleicht wirkt.

Ich schieße am liebsten in der Eifel. In einer Halle auf Scheiben, das wäre mir viiiel zu langweilig. Zumal ich auch so gar nicht der Typ für den Schützenverein bin. Draußen auf Tiere schießen ist viel aufregender. AUF TIERE? Ich bin doch Vegetarierin! Und ich würde nie einem Tier weh tun! Deswegen sind die Tiere, auf die ich schieße, auch aus Schaumstoff. Das ganze nennt sich 3D-Parcours und befindet sich in Hellenthal in der Eifel. Beim Wildgehege. Nein, nicht im. BEIM.

Dort kann man einmal im Monat auf die Pirsch gehen, entweder mit geliehenem oder eigenem Material. Nachdem man sich eingeschossen hat, folgt man einfach den Markierungen aus Absperrbändchen durchs Unterholz, die Abschusspunkte sind mit roten (schwer) und grünen (leicht) Pflöcken gekennzeichnet.

Mal schießt man von einem Baumstumpf auf einen Puma, mal aus der Hocke auf einen Hirsch. Ziel ist immer das sogenannte „Kill“ ein markierter Bereich, der bei einem echten Tier zum Tod führen würde, wenn man ihn mit dem Pfeil durchbohrt. Je präziser man schießt, desto besser die Punktzahl, aber auch ein simpler Körpertreffer zählt. Unterlippenpiercings zum Beispiel.

Oder oberen Kopfteil wegschießen.

Baumtreffer zählen hingegen nicht.

Das ist übrigens eine vergnügliche Freizeitbeschäftigung, die man ganzjährig ausüben kann. Das kann man ganz hervorragend an der Länge von Hosenbeinen und Ärmeln erkennen.

Richtig spaßig wird es, wenn man zu den „besonderen“ Zielen kommt. Zum Beispiel dem Schwein an der Seilbahn! Schwein an der Seilbahn? Ja! Ein bewegliches Ziel. Einer von euch, nennen wir ihn „Sauschieber“ (jeder muss mal!), zieht das Schweinchen die Seilbahn rauf und schubst es an. Sobald es zwischen zwei markierten Baumstämmen durchrollt, darf geschossen werden. Wer hier trifft, darf sich gerne „Katniss Everdeen“ nennen.

Schön ist auch „Norman“, ein Baumstamm mit Hörnern, von dem man sitzend seitwärts schießt und dabei die Balance halten muss, ohne mit den Füßen den Boden zu berühren.

Wenn man gemütlich durch den Wald schlendert hat man die 15-20 Ziele in zwei Stunden alle um die Ecke gebracht und kommt am Startpunkt wieder raus. Hier prasselt dann meistens ein gemütliches Lagerfeuer.

Wer also auf der Suche nach einer Outdoorsportart mit Coolness-Faktor ist, für den könnte Bogenschießen das Richtige sein. Wenn ihr Fragen dazu habt, schreibt mir gern hier oder per Mail!

 

12 Gedanken zu “Bogenparcours Hellenthal: Traditionelles Bogenschießen in der Eifel

  1. … die Gruppe Torfrock besang schon in den 1980-er Jahren die Sonntagsjäger … Veggie und Tierfreund und dann Spass an Tötungsspielchen haben … konsequent ist was anderes …

    Gruss Ulf

    1. Für mich ist das eine Sportart, bei der es nicht ums Töten geht, sondern um Präzision. Deswegen würde ich ja auch niemals wirklich auf Tiere schießen. Das könnte ich gar nicht. Was ja auch in dem Artikel steht. Ich verstehe dein Problem nicht ganz? Ich habe auch Spaß an Computerspielen, in denen man schießt, trotzdem würde ich nicht auf Menschen schießen.

        1. Kannst du mir denn sagen, was daran scheinheilig ist? Ich versteh wirklich deinen Gedankengang nicht ganz 🙁 Es gibt ja auch Biathlethen, die schießen, ist das dann auch scheinheilig? Oder geht es darum, dass da keine Zielscheiben stehen, sondern 3D-Ziele? Hast du als Kind nie Cowboy und Indianer gespielt?

          1. … warum benutzt Du etwas, das nur als Waffe taugt und verklärst es dann als Sportgerät … das ist es was für mich die Scheinheiligkeit ausmacht … es gibt genug Werkzeuge, mit denen man sich in Präzision üben kann …

            … nein, ich hatte niemals Spass an Spielen, in denen es um Waffen ging … nicht als Kind, nicht am Computer und auch sonst nirgends …

            Gruss Ulf

          2. Ich weiß nicht, wie die momentane Gesetzeslage ist, aber als ich angefangen habe mit dem Bogenschießen, galt der Bogen tatsächlich als Sportgerät. Und ich mag es einfach, ich mag es draußen zu sein, mich zu bewegen, meine Fähigkeiten zu testen, mit Holz zu arbeiten. Aber ich denke, da kommen wir nicht auf einen Nenner. Schade, dass der Artikel so eine Reaktion hervorruft, damit hatte ich nicht gerechnet und das macht mich ein bisschen traurig, dass ich deswegen ohne dass man mich und meinen Charakter näher kennt, beschimpft werde. Naja, ich werde jetzt mal den Kommentarbereich verlassen um mir selber nicht den Sonntag zu vermiesen. Dir wünsche ich einen schönen Tag

          3. … hat nichts mit beschimpfen zu tun, wenn ich meine Meinung kundtue …

            … wäre mir auch lieber gewesen, wenn zu meinen diversem Kommentaren zu „Norden forever“ was gekommen wäre, statt hier reflexartig zuzubeissen …

            Gruss Ulf

  2. Eine geköpfte Schaumstofffigur macht dich so nervös? Warum kannst du nicht unterscheiden zwischen sportlicher Herausforderung und dem Töten echter Menschen oder Tiere?
    Man kann so ziemlich jeden Gegenstand zum Verletzen oder Töten missbrauchen. Dafür braucht man weder einen Bogen, eine Pistole oder ein Messer. Das wichtige dabei, denke ich, ist die Absicht! Und da hier absichtlich und ausdrücklich nur aus sportlichen Aspekten geschossen wird, wo ist das Problem!

  3. … wenn ich kein Tier töten will, dann tue ich auch nicht so als ob …

    … und mit einem Stock Früchte auf einem Baum treffen schult die Präzision ebenso …

    … von mir aus soll jeder der es mag mit Waffen aller Art spielen …

    Gruss Ulf

  4. Also, ich habe zwar auch geschluckt, als ich die Schaumstofftiere sah (sie sehen echt niedlich und irgendwie auch lebendig aus), aber was zählt, ist ja schließlich das Ergebnis. Ein geschossenes Schaumstofftier bedeutet kein Leid für irgendjemanden.

    Was ich auch nicht verstehe, warum so oft erwartet wird, dass Vegetarier/Veganer immer zu 100% „korrekt“ sein sollen und es keine „Widersprüche“ geben darf, während es komischerweise total akzeptiert ist, dass alle anderen in extrem vielen Dingen extrem widersprüchlich leben. Wer auf Fleisch oder noch besserl tierische Produkte generell weitgehend verzichtet, tut bereits eine Menge. Das Ganze geschieht freiwillig und trotzdem gibt es immer wieder welche, die auf einen zeigen und sagen „Sieh an, in diesem Bereich bist du doch nicht so perfekt wie du tust! Wie widersprüchlich!“. Ist schon ziemlich seltsam.

    Mich haben Schießspiele jeglicher Art auch niemals angesprochen und so war ich extrem skeptisch, als wir mit der Firma kürzlich in einen Lasertag gingen. „Mit Lasergewehren die Kollegen jagen und auf sie schießen? Wie furchtbar!“, dachte ich. Habs aber trotzdem ausprobiert und musste feststellen, dass es verdammt viel Spaß gemacht hat. Selbst eine Syrerin, die aus dem Krieg geflohen war, hat mitgemacht und hatte am meisten Spaß von allen!

    Es ist nicht alles so, wie man sich etwas vorstellt ohne es ausprobiert zu haben. Und wie gesagt, was zählt, ist das Ergebnis…

    Mein Kommentar kommt etwas verspätet, aber das musste gerade noch raus 🙂

    1. Liebe Heike, ich kann gerade nur sehr kurz antworten, aber ich möchte dir von Herzen für deinen netten, intelligenten, durchdachten und reflektierten Kommentar danken, über den ich mich sehr freue und der meinen Tag gerade viel, viel besser macht! Vielen Dank!

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