• Spitzbergen-Umrundung: Würzburger Hütte

    Wenn man auf Spitzbergen an Land geht, weiß man nie so genau, was einen erwartet. Mal sind es überwältigende Landschaften, mal ein paar neugierige Rentiere und manchmal auch ein Eisbär, der findet, dass wir Menschen hier eigentlich nichts zu suchen haben. Aber ich galoppiere vor! Unser Ziel heute: die Würzburger Hütte am Sundneset. Würzburg? Unser Würzburg? Ja, genau! Mittlerweile wissen wir ja Dank unser zahlreichen Anlandungen, wie viele Orte hier deutsche Namen tragen, von oder nach Deutschen benannt wurden und wer sich alles so hier oben herumgetrieben hat. Und auch der Stadt Würzburg wurde ein nominales Denkmal gesetzt. Das kam so: Forschungsgeschichte in der Wildnis Zwischen 1959 und 1967 schlugen…

  • Spitzbergen-Umrundung: Spjutnes, Walrosse und Rentiere

    Wir setzen Kurs auf Spjutnes. Hände hoch, wer denkt irgendwie auch an russische Raumfahrt? Spjutnes hat aber gar nix mit Sputnik zu tun, sondern heißt einfach “Speerspitze” auf Norwegisch. Und da unsere nächste Landestelle wie eine Speerspitze ins Meer hineinsticht, ist das ein sehr passender Name. Spjutnes liegt auf Barentsøya, an der Westküste der Insel und unterhalb des Duckwitzbreen. Historisch ist Spjutnes, ähnlich wie die Binnebukta, eher sagen wir mal…zu vernachlässigen. Da könnte ich als historische Expertin auf unserer Umrundung jetzt natürlich beleidigt sein. Das wäre aber ganz schön dämlich von mir, denn auf Spjutnes gibt es jede Menge anderes zu entdecken und vor allem das, was mir selbst am…

  • Spitzbergen-Umrundung: Binnebukta

    Die Binnebukta befindet sich nur 24 nautische Meilen von Torellneset entfernt und liegt auf der Wilhelmøya. Letztere ist tatsächlich nach “unserem” Wilhelm, also dem deutschen Kaiser Wilhelm I. benannt. Der selber schipperte nun nicht hier rum, aber eine deutsche Expedition unter Kapitän Carl Koldewey benannte ihm zu Ehren die Insel in den 1860er-Jahren. Auch seine Minister wurden hier verewigt. So finden sich in unmittelbarer Nähe Roonøyane, Roonbreen und Moltkebreen, im Süden Bjørnsundet (früher Bismarckstraße) und auf der Nordseite Moltkeneset. Gestatten, Minister Bärin Da es keinen Herrn Minister Binne gab, fragt man sich, was der Name der Bucht bedeuten soll. Das ist ganz einfach: Er bedeutet Bärinnenbucht. Und vor denen sollte…

  • Spitzbergen-Umrundung: Bråsvellbreen

    Am frühen Nachmittag erreichen wir die gewaltige Eisfront des Bråsvellbreen – ein Anblick, der einem schon mal den Atem verschlagen kann. Die sinkende Sonne, die zu dieser Jahreszeit nie ganz untergeht, lässt das Eis leuchten. Der Bråsvellbreen ist ein mächtiger Auslassgletscher an der Südostküste von Nordaustlandet, der zweitgrößten Insel des Spitzbergen-Archipels (Svalbard). Er gehört zur riesigen Austfonna-Eiskappe, die mit einer Fläche von etwa 8.000 Quadratkilometern zu den größten Eismassen der Nordhalbkugel zählt. Die Gletscherfront des Bråsvellbreen, die sich fast 200 Kilometer entlang der Küste erstreckt und damit eine der längsten zusammenhängenden Eiswände außerhalb der Antarktis bildet, erstreckt sich endlos vor uns, so weit das Auge reicht. Im Sommer entstehen an…

  • Spitzbergen-Umrundung: Torellneset

    Torellneset, das klingt ein bisschen wie Trollnase. Aber statt Trollen kann man hier, an dieser vorgereckten Landzunge, ganz anderen Kolossen begegnen: Walrossen! Dutzende der imposanten Meeressäuger versammeln sich regelmäßig am Kiesstrand, um zu ruhen, zu dösen und sich in der Mitternachtssonne die Bäuche wärmen zu lassen. Der Name Torellneset geht auf den schwedischen Geologen Otto Martin Torell zurück. Dieser reiste 1858 erstmals mit Adolf Erik Nordenskiöld und August Quennerstedt nach Spitzbergen, 1859 folgte eine Expedition nach Grönland. Mit weiteren Reisen 1864 und 1868 leitete er den Beginn der schwedischen Polarforschung ein und 1861 stand er der ersten großen Svalbard-Expedition vor. Geografisch markiert Torellneset den südwestlichen Punkt des Gebiets Gustav Adolf…

  • Spitzbergen-Umrundung: Palanderbukta

    Ich weiß, ich behaupte ja in jedem Artikel über Spitzbergen, dass die jeweilige Landestelle etwas ganz besonderes sei. Das stimmt grundsätzlich auch und trotzdem gibt es Orte, wo ich nicht mehr auf Anhieb sagen kann, wie es dort aussah, wenn man mir den Namen nennt. Anders ist es bei der Palanderbukta. Die hat sich mit ihren sanften Pastelltönen und dem langen, fast warm wirkenden Steinstrand in beige und zartem Gelb und den überall zu findenden Fossilien tief eingeprägt. Ich würde fast soweit gehen, die Bucht lieblich zu nennen. Also, für Spitzbergenverhältnisse! Kapitän Adolf Arnold Louis Palander af Vega Die Palanderbukta ist etwa zwölf Seemeilen lang und fast das ganze Jahr…

  • Spitzbergen-Umrundung: Alkefjellet, der Vogelfelsen

    Wusstet ihr, dass man die meisten Expeditionskreuzfahrten erst ab 16 Jahren buchen kann? Das hat ganz praktische Gründe, vor allem im Zusammenhang mit der Sicherheit an Bord und Land. Ab und an gibt es aber auch Reisen, wo “kleine Entdecker” mitdürfen. So kommt es, dass ich plötzlich als historische Expertin aus Versehen in ein Zodiac voller Kinder steige, die mich teils gelangweilt, teils erwartungsvoll ansehen. Halleluja, das wird das härteste Cruising, das ich je gemacht habe. Warum? Wir fahren zum Alkefjellet. Und was könnten Kinder spannender finden, als anderthalb Stunden Felsen mit kleinen schwarz-weißen Vögeln anzustarren? Alkefjellet, auf Deutsch „Alkenfelsen“, gehört zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Spitzbergens. Er befindet sich an…

  • Spitzbergen-Umrundung: Die mysteriösen Geoglyphen auf der Chermsideøya

    Kennt ihr das, wenn ihr euch fühlt, wie im Film? Also, als wärt ihr der Hauptcharakter und einem spannenden Geheimnis auf der Spur? Ihr lasst eure Kontakte in alle Welt spielen, versucht, alte Rätsel zu lösen und längst vergangenen Ereignissen auf die Spur zu kommen? Nein? Nun, ich gebe zu, Alltag ist das bei mir auch nicht. Aber manchmal passiert es eben doch. Ich habe eben den besten Job der Welt! Und damit willkommen zum Rätsel um die Geoglyphen auf Chermsideøya! Die Insel Chermsideøya liegt nordwestlich von Nordaustland, und ist etwa etwa 14 bis 20 km² groß. Ihr Panorama wird geprägt von den Bergen Knoll und Tott mit dem Chermsidedalen…