Jahresrückblick 2025: Von Husky-Legenden, Eisbären-Alarm und Orca-Glück

Wieder ist ein Jahr vorbei, wieder wird es Zeit für meinen Jahresrückblick hier auf dem Blog . 2025 war…abwechslungsreich. Es war anstrengend, es war wunderschön, es hatte seine Höhen und leider auch einige Tiefen. Das Jahr hat mich vor viele Herausforderungen gestellt und ich bin stolz sagen zu können, dass ich glaube, diese alle einigermaßen erfolgreich gemeistert zu haben. Also, los geht’s auf eine Zeitreise durch die letzten 12 Monate.

Die letzten Wintermonate

Januar

Die ersten Wochen des Jahres sind für mich keine einfachen. Die politische Lage in Deutschland und dem Rest der Welt ist für mich manchmal kaum zu ertragen und fühlt sich an wie eine schwere Last, die mich jeden Tag zu Boden drückt. Fast jeden Tag kommen mir die Tränen, weil wieder eine furchtbare Nachricht gelesen habe und mein Herz fühlt sich an wie in einem Schraubstock. Mein Kopf ist wie leergeblasen, verlassen von jeglicher Kreativität und Motivation. Also versuche ich, die Zähne zusammenzubeißen und irgendwie durch diese Phase zu kommen. Glücklicherweise ist es ja nicht mehr lang bis zur ersten Reise des Jahres!

Februar

Endlich zurück nach Finnland! 2013 habe ich mich hier in den Norden verliebt, habe von 2013 bis 2014 hier sogar einen Winter verbracht und Schlittenhunde trainiert. 2019 war ich mit meinem Mann auf Hundeschlitten von Hütte zu Hütte unterwegs und jetzt, 2025, gibt es endlich ein Wiedersehen! Und auch ein Novum, denn zum ersten Mal begleitet mich meine Ma in die Arktis. Nachdem ich ihr seit über einem Jahrzehnt in den Ohren liege, wie schön es dort ist, will sie sich nun selbst überzeugen.

Wir besuchen die Paaders, eine Sami-Familie, die am Inari-See lebt. Von ihnen erfahren wir jede Menge Wissenswertes über die Rentierhaltung, aber auch über die Geschichte ihres Volkes. Diese ist spannend, aber teilweise auch einfach nur erschreckend und traurig. Ich arbeite all diese Erfahrungen in einem langen Artikel auf, der für mich persönlich einer der wichtigsten des Jahres ist, die ich auf dem Blog veröffentliche.

Wir werden mit einer weiteren bitteren Realität konfrontiert: Der Winter hier oben ist nicht mehr derselbe. Die Temperaturen liegen im Februar teilweise über dem Gefrierpunkt, Schnee weicht Matsch, Eis bricht auf, und das Wetter fühlt sich mehr nach Frühling als nach Polarkälte an. Diese Veränderung ist kein Zufall, sondern ein deutliches Zeichen des Klimawandels, der die Landschaft, die Tiere und auch unser Reiseglück bedroht. Zwischen nichtsdestotrotz tollen Eindrücken von Hundeschlittenfahrten, Schneeschuhwanderungen und dem warmen Gefühl, zu Hause zu sein, wird mir klar, was ich eigentlich eh schon weiß: Mein persönliches Eden ist dem Untergang geweiht.

Dieses Wissen und die Tatsache, dass die AfD während der Wahlen massiven Zuwachs verzeichnet, stürzen mich in eine weitere mentale Abwärtsspirale.

Der Frühling kommt

März

Gut, dass der März jede Menge Arbeit und Auftritte bei neuen Kund:innen bereithält, sodass ich wenig Zeit habe, dem Drang nachzugeben, mich fatalistisch heulend in eine Ecke zu verziehen. Es hilft natürlich auch, dass es langsam Frühling wird und die Tage wieder heller sind. Außerdem liegt reisetechnisch ein wahnsinnig intensives Jahr vor mir und so komme ich langsam, zaghaft, aus meinem Schneckenhaus gekrochen und beginne, meine Fühler wieder der Welt entgegenzustrecken.

April

Während Arbeit und Reisevorbereitungen den Großteil meiner Tage fressen, nehme ich mir doch Zeit für einen Artikel, der schon seit vielen, vielen Jahren in mir schlummert. Ich schreibe endlich über ein Großereignis der Schlittenhundgeschichte, den Serum-Run to Nome! Ich nehme euch mit auf die dramatische Reise von Togo und Balto durch das eisige Alaska von 1925. Dass diese Schlittenhunde eine ganze Stadt retteten, rührt mich jedes Mal zu Tränen. Es ist mir also eine Herzensangelegenheit, diesen vierbeinigen Helden im Blog ein Denkmal zu setzen, denn ohne den Mut von Hunden und Mushern wäre die Geschichte nicht so gut ausgegangen. Und ich wäre vielleicht auch nicht die, die ich heute bin, denn der Zeichentrickfilm über das Ereignis war einer der meistgesehenen meiner Kindheitstage.

Mai

Jetzt ist der Frühling wirklich da und er führt mich nach Straßburg! Hier herrschen tatsächlich schon eher sommerliche Temperaturen und zusammen mit meiner Schwester und meiner Ma entdecke ich zu Fuß die Stadt und das Umland und lasse mich ganz gefangen nehmen von warmem Sonnenlicht, bunten Blumen, baumbeschatteten Bistros und kopfsteingepflasterten Gassen. Straßburg ist ein bisschen wie…wie Nudelsuppe bei Erkältung. Sie sorgt nicht dafür, das sofort alles gut ist, aber sie tut Körper und Kopf gut.

Auch die Zeit mit meiner Familie in ihrer ursprünglichsten Form, nur meine Mutter und meine Schwester, gefällt mir sehr. Ich weiß nicht, wie viele Jahre es her ist, dass wir zuletzt in dieser Konstellation unterwegs waren, aber ich schätze über 20. Da wurde es mal wieder Zeit. Und es gefällt uns so gut, dass wir uns für 2026 ganz fest vornehmen, noch einen Trip zu machen.

Tja, aber das nächste Highlight wartet schon und damit auch ein für mich völlig neues Land! Gemeinsam mit meinem Mann reise ich nach Tschechien. Zuerst erkunden wir ein lautes, volles, aber nichtsdestotrotz unglaublich schönes Prag, dann ziehen wir uns auf den Spuren unseres liebsten Computerspiels ins böhmische Hinterland zurück und wandern auf den Pfaden von Henry aus Kingdom come Deliverance. Wir besuchen Burg Trosky, Rattay und Kuttenberg und noch viele andere Orte, die in dem Spiel vorkommen.

Rosas-Reisen-Tipps-Prag-Wochenende-Pulvertrum (94)
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Hallo, Sommer!

Juni

Auch meine nächste Reise ist an Pittorestesse? Nee, Pittoreskie? Ähm, was ist das Nomen zu “pittoresk”? Also, auch mein nächstes Reiseziel ist arg pittoresk! Es geht nach Churfranken, genauer nach Amorbach und Miltenberg und Bürgstadt. Und auch, wenn so eine Pressereise nicht ganz stressfrei ist, will ich die vollgepackten Tage voller spannender Erlebnisse nicht missen. Obwohl ich selbst gar keinen Alkohol trinke, bleiben mir der Besuch der Brauerei und der Destillerie in lebhafter Erinnerung, genauso der Rundflug von Mainbullau aus und vor allen Dingen die historische Stadtführung. Ich hätte Dorothea noch Stunden folgen können!

Zum zweiten Hochzeitstag bleiben wir unser Tradition treu und machen ein Foto in der entsprechenden Klamotte. Denn ich habe die Vision, dass wir irgendwann zusammen im Seniorenheim sitzen und durch ein Fotoalbum blättern, in dem wir von Seite zu Seite älter werden, aber die Liebe niemals weniger wird.

Juli

Hups, da ist das Jahr schon halb herum! Ging jetzt doch irgendwie schneller, als der zähe Anfang vermuten ließ. Und ehrlicherweise bin ich auch schon ein bisschen aus der Puste, den ein Event, ein Projekt, ein Job jagt immer den nächsten und es bleibt kaum Zeit, zwischendurch mal durchzuatmen. Und das ändert sich auch im Juli nicht, denn es wird Zeit, wieder in den hohen Norden zurückzukehren. Die wohl intensivste Zeit 2025 verbringe ich nämlich mal wieder auf See. Meine Spitzbergen-Umrundung ist… nun ja, wie soll ich sagen? Wild! Es gibt Tage, da wissen wir vor lauter Eisbären gar nicht wohin. Und wenn der König der Arktis am Strand sitzt und findet, dass wir Menschen dort nichts zu suchen haben, dann hat er natürlich Vorrang. Plan B aus dem Hut zaubern gehört bei einer Expedition eben dazu!

Während der Recherche für die Artikel über die Reise habe ich einen wahren Sherlock-Holmes-Moment, der mich sehr, sehr glücklich macht. Während unserer Umrundung landen wir nämlich auch auf einer unscheinbaren, abgelegenen Insel namens Chermsideøya, die Rätsel aufgibt. Am Strand befinden sich sogenannte Geoglyphen, aus Steinen gelegte Namen, Jahreszahlen und Zeichen, hinterlassen von Menschen die hier in den letzten zwei Jahrhunderten unterwegs waren.

Schritt für Schritt tauche ich als ich wieder zu Hause bin in ihre Geschichten ein und folge den Spuren früher Polarexpeditionen, gestrandeter Schiffe und mutiger Rettungsaktionen, vom russischen Eisbrecher Krassin bis zu Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg. Ich aktiviere ein Netzwerk aus Menschen, die sich mit solchen Dingen auskennen, trete in Kontakt mit Expert:innen und Fachleuten und lerne ganz, ganz viel dabei.

Zurück in Deutschland wartet ein Wochenendtrip an den Edersee, der zum einzigen Nationalpark meines derzeitigen Heimatbundeslandes Hessen gehört. Seit wir hier in Kirchhain wohnen habe ich mir vorgenommen, den See zu besuchen und jetzt ist es endlich so weit. Es wird auch wirklich Zeit, denn die Möglichkeit, dass wir schon nächstes Jahr hier wegziehen wird immer wahrscheinlicher. Es könnte gut sein, dass mein Mann kommendes Jahr nach Berlin versetzt wird, aber sein Arbeitgeber wäre nicht sein Arbeitgeber, wen sich diese Entscheidung nicht noch Monate hinziehen würde. Und so weiß ich nicht, ob dies nicht mein letzter Sommer an einem Ort ist, den ich in den letzten Jahren nicht nur sehr lieb gewonnen habe, sondern der mir auch ein bisschen Heimat geworden ist.

Und von der will ich mich 2025 gebührend verabschieden und jede Jahreszeit auskosten. Gemeinsam mit meiner Tante radle ich rund um den See und erkunde das sommerliche Idyll mit Wanderschuhen an den Füßen. Ein Besuch, der sich auf jeden Fall gelohnt hat!

August

Der August steht ganz im Zeichen einer Hochzeit von Freunden, bei dir wir intensiv involviert sind. Bei um die 40 Grad schleppen wir, bauen auf und feiern am Ende ein rauschendes, sommerliches Fest. Außerdem stürze ich mich in die Vorbereitung meiner zweiten Reise mit Hapag Lloyd in 2025, der Fahrt zum Nordkap! Ansonsten genieße ich weiterhin den Sommer, so gut ich kann und setze gemeinsam mit einem Mann ein paar kleine DIY-Projekte um.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu

September

Langsam macht sich bei mir Herbststimmung breit und ich verbringe meine Freizeit neben all meinen Auftritten mit Kürbis-Quiche- und Marmeladenherstellung. Man muss sich ja auf den Winter vorbereiten.

Der Sommer gibt allerdings nochmal alles und so wird die nächste Reise von warmen Temperaturen und jeder Menge Sonnenschein begleitet. Ich fahre auf dem Rhein von Basel nach Koblenz und zurück und besuche unterwegs Speyer, Worms und die Marksburg. Es erwarten mich verwunschene Friedhöfe, sanfte Morgenstimmung auf dem Wasser, ein weiterer Abstecher nach Straßburg und natürlich die betörende Loreley.

Die Reise findet im Rahmen der VDRJ-Jahrestagung statt. Ich hätte mir wirklich einen schlechteren Beruf aussuchen können. 🙂

Oktober

Hallo Geburtstagsmonat, hallo letztes Drittel von 2025. Ich hatte je gesagt, es ist ein Reisejahr und so packe ich schon wieder meinen Koffer um noch ein für mich neues Land zu erkunden: Albanien! Mit dem E-Bike geht es von Tirana entlang des Ohrid-Sees, über Korce, durch die Berge, entlang der Vjosa, nach Girokastra, zu den Ruinen von Butrint bis zu den blauen Wellen der Adria. Es ist eine Reise voller Höhen und Tiefen und dabei meine ich nicht nur das Auf und Ab durch Berge und Täler.

Ich treffe hier viel nette Menschen, sehe aber auch Tierleid, das mir so sehr in der Seele brennt, dass ich es manchmal kaum ertrage. Und doch möchte ich diese Erfahrungen auf keinen Fall missen. Mit dem Fahrrad durch den Herbst zu fliegen, vorbei an türkisblauen Flüssen und gelb verfärbten Bäumen, Menschen zu treffen, die kein Wort von dem verstehen, was ich sage und ich kein Wort von ihnen und trotzdem lustige Momente zu erleben, all das macht die Reise zu etwas ganz besonderem!

Eis und Schnee und Lebensträume

November

Auf ein Mitbringsel hätte ich allerdings verzichten können und das ist eine heftige Corona-Infektion, die die Rückreise zur puren Hölle der Ohrenschmerzen und Erschöpfung macht. In Ruhe auskurieren ist leider keine Option, so sehr ich auch auf dem Zahnfleisch gehe. Denn jetzt sind es nur noch wenige Tage bis zu meiner letzten Reise des Jahres und ich muss mit drei Vorträgen, einem Workshop und 15 Precaps an Bord gehen. Alles natürlich in Deutsch und Englisch, gut recherchiert, unterhaltsam und mit tollem Bild- und Tonmaterial. Jo, ich hau dann mal rein und zieh durch!

Back on Board

Denn am 5. November geht es in Hamburg an Bord der HANSEATIC nature, die mich zweimal zum Nordkap und zurück bringen wird. Insgesamt bin ich vier Wochen an Bord. Vier Wochen mit kurzen Tagen, was das Licht angeht, aber langen, was die Arbeit betrifft. Wir fahren nach Bergen, Alesund, Tromso, Honningsvag, Alta, Svolvaer, Narvik, Trondheim und Stavanger. Auf der zweiten Reise darf mein Mann als Gast mitfahren und erleben, wie mein Leben an Bord so abläuft. Kurz gesagt: Oft stressig, manchmal chaotisch und voller atemberaubender Momente, die sich tief ins Gedächtnis eingraben.

Noch gibt es zu der Reise keine Artikel (ich muss jetzt erst mal mit Albanien anfangen), aber auf Instagram sind schon ein paar Impressionen online:

Stories • Instagram

Dass ich diese Artikel irgendwann schreiben will, steht außer Frage. Dass ich sie muss auch, denn hier oben in Norwegen hat sich ein Lebenstraum erfüllt, dem ich seit über einem Jahrzehnt hinterherjage. Was ich meine? Seht selbst!

Es gab aber nicht nur Freudentränen, sondern auch ein paar des Abschieds. Denn mein Mann bringt eine ganz schlechte Nachricht mit an Bord: Mein Auto, mein geliebter Jimny, ist mit Pauken und Trompeten durch den TÜV gerasselt und wohl nicht mehr zu retten. Wie das meiner Haus- und Hofwerkstatt nicht auffallen konnte, obwohl ich noch im Sommer neue Felgen hab aufziehen lassen, ist mir schleierhaft und macht mich auch ein bisschen wütend.

Nächstes Jahr werde ich mich mit diesem Problem beschäftigen und mich endgültig von ihm trennen. Ich wünschte, es gäbe eine andere Lösung, aber eine Reparatur würde jedes vernünftige Kostenmaß sprengen. Ich wünschte auch, ich würde diese Zeilen nicht schon im nächsten Jahr schreiben, denn nun heißt es, das Problem anzugehen. Seufz! Aber zurück ins Jahr 2025 und zum krönenden Abschluss!

Frohe Weihnachten!

Dezember

Anfang Dezember verlasse ich das schwankende Schiff und bin dankbar, mal wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Denn seetauglich bin ich leider auch nach tausenden Kilometern an Bord immer noch nicht.

Ich gedenke, den Rest des Jahres ruhig ausklingen zu lassen, Freunde und Familie zu treffen und die Weihnachtszeit zu genießen. Da ich aber ein echter Weihnachtswichtel bin, klappt das mit dem “ruhig” nur bedingt. Schon am Tag meiner Rückkehr wird der selbstgemachte Weihnachtsbaum aufgestellt und die Wohnung geschmückt, es ist ja schließlich schon Dezember und ich will das so lange wie möglich genießen!

Eine Fahrt mit Julchen

Nach einem Besuch in Köln erfolgt am letzten Wochenende vor Weihnachten ein Gegenbesuch meiner Schwester und ihrer besten Freundin (die ich auch schon mein Leben lang kenne) und gemeinsam erfüllen wir mir noch einen weiteren Traum. Wir fahren mit dem Hogwarts-Express!

Nun ja, zugegeben, nicht ganz. Es ist “nur” Julchen. NUR?! Nein, denn Julchen ist das Herz der Eisenbahnfreunde Treysa. Eine Dampflok aus dem Jahr 1959, die einzige aus ihrer Produktionslinie, die noch fahrtüchtig ist, die allein mit ihrer Geräuschkulisse Gänsehaut verursacht. Zunächst hört man nur das weit entfernte Pfeifen, dass wie ein Ruf der Vergangenheit durch die Nebel hallt, dann taucht sie stampfend daraus auf. Beim Anfahren lässt sie ein laut vernehmliches Zischen hören, bevor ihr rhythmisches Tuff-Tuff-Tuff wieder einsetzt. Hach, ich bin verliebt! Bis über beide Ohren!

Die alten Abteile mit den Stoffpolstern, die herunterschiebbaren Fenster, der Servierwagen, der durch die Gänge geschoben wird…Ich fühle mich wie in einem Film, in dem mein Glück die Hauptrolle spielt! Und wo bringt Julchen uns hin? Zum Weihnachtsmarkt nach Aschaffenburg. Hier nieselt es zwar eher, als dass es schneit, doch das tut der guten Laune keinen Abbruch, zumal meine Begleiterinnen und mein Mann recht angetan von der Glühweinpalette sind. Und ich schwebe eh auf Wolken. Auf Dampfwolken.

Weihnachten

Nun ist 2025 fast zu Ende, es bleibt noch Weihnachten, mein absolutes Lieblingsfest des Jahres. Und dieses Jahr feiern wir es ganz ruhig und besinnlich nur zu zweit. Oder zu viert, wenn man die Katzen mitzählt. Denn mein Mann hatte nicht ganz Unrecht, wenn er immer mal wieder in diesem Jahr die besorgte Warnung aussprach, dass ich irgendwann auch mal einen Gang runterschalten muss. Runterkommen, ausruhen, nicht immer nur von einem Projekt zum nächsten hetzen, rund um die Uhr arbeiten, oder zumindest an die Arbeit denken.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe, liebe, liebe meinen Job und ich wünsche mir keinen anderen. Doch auch von etwas, dass man liebt, braucht man ab und an ein bisschen Abstand, oder?

Denn mir Momente ganz für mich zu nehmen ist mir dieses Jahr schwer gefallen. Vieles ist mir dieses Jahr schwergefallen, obwohl es eigentlich ein richtig gutes Jahr war. Nur ich war nicht richtig gut, es war sozusagen das richtige Jahr, aber zur falschen Anuschka. Und damit das nicht wieder passiert, habe ich Monate von 2025 damit verbracht, mir Hilfe zu suchen. Das war nicht leicht und hat mich viel Zeit und Nerven gekostet. Aber ich glaube, dass es das wert ist. Denn eigentlich will ich 2026 gar nicht allzu viele Gänge runterschalten. Selbstständig sein, dass heißt eben selbst und ständig zu arbeiten. Aber meine Selbstständigkeit ist auch ein unermesslicher Schatz der Freiheit und des Abenteuers, die ich auf keinen Fall mehr missen möchte.

Was 2026 wohl bringt?

Nun, viel Arbeit, aber das ist keine Überraschung. Da ich immer noch nicht weiß, ob wir innerhalb der nächsten Monate umziehen müssen, fällt die Planung etwas schwer, aber hier und da zeichnen sich konkrete Dinge ab.

Und eins steht schon felsenfest: Ich werde dieses Jahr die längste Zeit meines bisherigen Lebens an Bord verbringen. Ganze sechs Wochen geht es für mich zunächst nach Alaska und dann durch die Nordwestpassage. Ich kann es kaum glauben, dass ich diesen Satz hier tippe. Im Sommer ist es soweit. Ich hoffe, ihr kommt mit!

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