Roadtrip Südwesten USA

Roadtrip USA
Roadtrip USA Nevada Las Vegas
Im Sommer vor meinem Studienbeginn habe ich eine der besten Reisen meines Lebens unternommen: Einen Roadtrip durch den Westen der Weiterlesen
Roadtrip USA Kalifornien Death Valley
Als der Mietwagen, ein großer weißer SUV, die Grenze zwischen Nevada und Kalifornien überquert, hüpft mein Herz. Kalifornien, direkt vor Weiterlesen
Roadtrip USA Mittlerer Westen Route 66
Las Vegas war krass. Das Death Valley war krass. Auch wenn ich dem Krassen nicht abgeneigt bin, für mich dürfte Weiterlesen
Roadtrip USA Mittlerer Westen Grand Canyon
Mit unserem RV rollen wir in Sedona ein. Und was sehen wir? Pinke Schweine. Mich wundert hier echt gar nichts Weiterlesen
Rosas Reisen Reiseblog USA Roadtrip Grand Canyon
Abwärts. Immer weiter. Nach unten, nach unten, nach unten. Ich hatte das Gefühl, ich würde schon ewig laufen. 50 Meter Weiterlesen
Roadtrip USA Mittlerer Westen Utah Monument Valley
Da da da daaaa, da da daaaa, da da da daaaa, da da da da da! Ich hoffe, ihr habt Weiterlesen
Roadtrip USA Antelope Canyon
Nach dem Monument Valley halte ich mich doch für ziemlich wildwestversiert und nach dem Grand Canyon glaube ich, den berühmtesten Weiterlesen
Roadtrip USA Bryce Canyon Hoodoos
Canyons, Canyons, Canyons. Man könnte meinen, dass einem das irgendwann langweilig wird. Aaaaber jeder Canyon ist anders! Der Grand Canyon Weiterlesen
Roadtrip USA Kalifornien San Francisco Alamo Square
Bumms! Mit dem auf die Landebahn knallenden Fahrwerk ist der erste und längere Teil des Roadtrips vorbei. Ich habe mich Weiterlesen
Roadtrip USA Kalifornien Point Reyes Seelöwe
Die letzten Tage unseres Abenteuers sind angebrochen. Wir verlassen die heute nebelige Bucht von San Francisco und fahren an der Weiterlesen
Roadtrip USA Nevada Las Vegas

Roadtrip durch die USA : Las Vegas

Im Sommer vor meinem Studienbeginn habe ich eine der besten Reisen meines Lebens unternommen: Einen Roadtrip durch den Westen der USA! Und da ich gerade in Erinnerungen schwelge, mag ich euch daran teilhaben lassen. Los geht’s mit dem ersten Teil und unserer Ankunft in Las Vegas!

Endlich setzt das Flugzeug zum Landeanflug an. Die Nase der kleinen Maschine, die wir in Denver bestiegen haben, senkt sich und ich bin baff. Wir fliegen über eine karge Ödnis, nur Fels und Sand, aber plötzlich taucht wie eine Fata Morgana Las Vegas vor uns auf. Wie reingeschnitten, ein Zivilisationsfleck mit akkurat gezogenem Straßennetz in dieser Mondlandschaft. Und ich denk nur: Wir Menschen haben schon einen an der Waffel. Etwas derartiges an diesen Ort zu setzen…

Spielautomaten und Klischeewelten

Der Eindruck verstärkt sich, als das Erste, was ich in der Ankunftshalle sehe, Spielautomaten sind. Und so geht es immer weiter. Unser Hotel, das Venetian, wirkt, als ob es genauso im Phantasialand stehen könnte. (Für alle Nicht-Rheinländer: Das ist ein Vergnügungspark mit Themen-Hotels).

Das Wasser der Kanäle ist poolmäßig-türkis, über der Mall strahlt ein ewig sonniger, aber komplett künstlicher Himmel und morgens wandern die Gondolieri klatschend und singend zu ihren Gondeln. Ich komme mir ein bisschen vor, als wäre ich die einzig normale in einer verrückten Welt. Dass die Amerikaner es bei uns in Europa hässlich und schmutzig finden wundert mich jetzt gar nicht mehr, wenn die denken, so müsse es aussehen!

Bei 40 Grad durch die Straßen Las Vegas

Nachdem wir uns von den langen Flügen in unseren Himmelbetten erholt haben, geht es am nächsten Tag zu einem Bummel auf den Strip. Bei 40 Grad. Meine Flipflops werden seltsam matschig und ich habe das Gefühl, die Sonne brennt mir das Hirn raus. In dieser surrealen Oase mitten in der Wüste wirkt alles unwirklich, künstlich und völlig übertrieben. Hier sehen sie den Eiffelturm, dort die Skyline von New York und dahinten steht das hölzerne Pferd von Troja!

Einmal pro Stunde versinkt vor Treasure Island das Piratenschiff. Lange würde ich es hier nicht aushalten. Aber ich bin froh, dass ich das hier mal sehen darf, es macht mir klar, wie unbescheiden wir Menschen manchmal sind und was wir der Natur damit antun. Ganz ehrlich, eine Stadt mit diesem Strom- und Wasserverbrauch mitten in der Wüste? Ich schnall’s nicht. Und trotzdem mache ich mich mitschuldig, als ich versuche, mich nachmittags im Pool abzukühlen. Pustekuchen, das Wasser ist wärmer als jedes heiße Bad.

Ich bin froh, als wir am nächsten Tag unseren Kram in den Mietwagen werfen, Las Vegas verlassen und die Grenze nach Kalifornien überqueren, um ins Death Valley zu fahren. Das Tal des Todes, ja das kommt mir in dieser Umgebung viel logischer vor als ein Glücksspielparadies.

Ihr wollt wissen, wie es weitergeht? Death Valley // Route 66 // Sedona & Grand Canyon // Monument Valley // Antelope Canyon // Bryce Canyon // San Francisco // Muir Woods & Point Reyes

Roadtrip USA Kalifornien Death Valley

Roadtrip durch die USA: Unterwegs im Death Valley

Als der Mietwagen, ein großer weißer SUV, die Grenze zwischen Nevada und Kalifornien überquert, hüpft mein Herz. Kalifornien, direkt vor mir. Uiiiiii! Wer aber jetzt an lange Strände, Surfer und Hollywoodglamour denkt, den muss ich enttäuschen. Wir sind auf dem Weg ins Death Valley, in das Tal des Todes.

Unsere Route führt uns über Pahrump nach Shoeshone, einen winzigen Ort an der 178. Dort bestaunen wir, was man sich hier unter einem Museum vorstellt: Eine verrostete Karosserie und alte Tanksäulen. In Las Vegas war es schon heiß, aber die Temperaturanzeige klettert weiter unerbittlich in die Höhe. Der Himmel ist strahlend blau, als wir in den Nationalpark fahren.

Badwater Basin – Tiefster Punkt Nordamerikas

Als wir bei Badwater, das 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, anhalten, trifft mich die Hitze wie eine Wand. 46 Grad. Innerhalb kürzester Zeit heizt sich mein ganzer Körper auf, meine Haut, meine Haare, und ich habe das Gefühl, dass die Hitze alle Flüssigkeit verdunsten lässt. Trotzdem schwitze ich komischerweise nicht. Vielleicht weiß mein Körper, dass es fatal wäre, hier auch nur eine Winzigkeit Wasser zu verlieren? Das Death Valley heißt schließlich nicht umsonst so.

Badwater, das ist ein kleiner Tümpel. Das letzte was man hier vermuten würde. Aber das „Bad“ im Namen kommt nicht von ungefähr. Das Wasser hat einen hohen Salzgehalt und ist ungenießbar. Ich wandere ein paar Schritte in das weite Nichts und lasse meine Fantasie von der Leine. Vor meinem Auge schälen sich Planwagen aus der flirrenden Hitze, Vieh und Menschen am Ende ihrer Kräfte. Wie kann man nur ein solches Gebiet durchqueren? Ohne zu wissen was einen erwartet? Und plötzlich, erst hält man es für eine Fata Morgana, dann ist man sicher: Wasser. Angst wechselt mit Hoffnung, nur um dann in den Abgrund der dumpfen Verzweiflung gestoßen zu werden. Salzwasser. Ich seufze, als ich meine Augen wieder fokussieren lasse. Das muss verdammt furchtbar gewesen sein. Da ist ein SUV mit Klimaanlage doch was Feines.

Als ich zum Auto zurückgehe, habe ich fast das Gefühl, dass die Hitze mich zu Boden drückt. Ich bin gerade mal ein paar Minuten hier draußen und schon fällt mir jeder Schritt schwer. Die Landschaft hat etwas abweisendes, als wolle sie jeden Fremdkörper nicht nur abstoßen, sondern vernichten und sich zu eigen machen, indem sie ihn austrocknet und zu Staub werden lässt… Auf stille Weise erscheint mir meine Umgebung brutal. Überall nichts als Staub und Stein. Nichtsdestotrotz bin ich froh hier zu sein, meine eigene Endlichkeit zu fühlen und das Extrem zu genießen. Als ich wieder im angenehm temperierten Wagen sitze, verschwinden diese hochphilosophischen Gedanken.

Farbige Felsen: Die Artist’s Palette

Auf unserem Weg zur Furnace Creek Ranch halten wir noch einmal, um uns ein weiteres Naturspektakel anzusehen: die Artist’s Palette. Diese Felsformation erinnert tatsächlich an die Farbpalette eines Malers mit Vorliebe für Pastelltöne. Die Steine sind betupft in lila, rosa, mint und allen möglichen Orangevarianten. Doch das gilt nicht nur für die großen Felsen, sondern auch für die kleinen Steine, die überall hier im Sand liegen.

Dante’s View – Blick auf das Death Valley

Las Vegas kam mir unecht vor, aber diese Landschaft erscheint mir genauso wenig real. Der Blick von Dante’s View, einem weiteren Programmpunkt, verliert sich einfach. Es ist kein Horizont auszumachen, so sehr ich auch danach suche. Das Tal, das sich unter meinen Füßen auftut, könnte auch auf einem anderen Planeten zu finden sein.

Sonnenuntergang am Zabriskie Point

Der letzte Stopp heute ist gleichzeitig der, der sich am meisten in mein Gedächtnis einbrennt. Wir beobachten den Sonnenuntergang am Zabriskie Point. Eingehüllt von warmem Wind, der die Haut streichelt, sitzen wir da und sehen und fühlen, was man sonst nur aus dem Fernsehen kennt: einen absolut perfekten Sonnenuntergang. Und alles, alles glüht.

Hier geht’s zu Teil 1 der Roadtrip-Reihe!

P.S. In der nächsten Folge kapern wir das Wohnmobil und befahren die legendärste Straße des Westens!

Ihr wollt wissen, wie es weitergeht? Route 66 // Sedona & Grand Canyon // Monument Valley // Antelope Canyon // Bryce Canyon // San Francisco // Muir Woods & Point Reyes

Roadtrip USA Mittlerer Westen Route 66

Roadtrip durch die USA: Auf der Route 66

Las Vegas war krass. Das Death Valley war krass. Auch wenn ich dem Krassen nicht abgeneigt bin, für mich dürfte es jetzt etwas entspannter werden, mir steht jetzt der Sinn nach etwas Ruhe. Nach gleichmäßiger Bewegung, nach einem wirklichen Roadtrip, zu dem sehr viel Unterwegssein gehört.

Und glücklicherweise bekomme ich genau das. Wir liefern den Mietwagen ab und tauschen ihn gegen ein sehr viel größeres Gefährt: Ein RV! Das steht für Recreational Vehicle. Hoho, denkt man sich, ein Erholungsfahrzeug, genau richtig! Und, Achtung: Es hat sogar ein ausfahrbares Wohnzimmer. Erholsam wäre es für mich zwar nicht, ein solches Wohnmobil-Monster zu fahren, aber zum Glück bin ich eh noch zu jung dafür.

Wir machen uns auf den Weg, unsere Fahrt durch den Südwesten der USA beginnt jetzt wirklich. Und damit geht einer meiner größten Träume seit ich klein bin in Erfüllung! Ich fahre über die Route 66. Da ist sie, ganz nah, direkt vor dem Fenster. Und wenn wir anhalten, dann sogar direkt unter meinen Füßen!

An dieser Stelle möchte ich mich für die mottomäßige Kleiderwahl entschuldigen. Mit 18 hat man noch die Vorstellung, dass es nicht eines eigenen Stils, sondern nur zum Event passender Klamotten bedarf um gut gekleidet zu sein, nech? Hut und karierte Bluse sorgen allerdings dafür, dass ich am Bryce Canyon tatsächlich für eine Rodeoreiterin gehalten werde, was mir dann doch sehr schmeichelt. Und wer weiß, in zehn Jahren denke ich vielleicht auch über meine heutigen Outfits anders. 😉

Wo war ich? Ach ja, die Route 66. Wir haben Las Vegas in südöstlicher Richtung verlassen und fahren die Interstate 40, bis wir bei Kingman auf die Route 66 abbiegen. An diesem Teil der Strecke liegt auch der Hackberry General Store, indem ich eben jenen schönen Hut, den ihr bereits bewundern durftet, erwerbe. Der Laden ist bis unters Dach vollgestopft. Es gibt Elvis-Pappaufsteller, Cowboy-Stiefel, Hüte, Schallplatten und alles, was man irgendwie mit dem Wilden Westen verbinden kann. Es sieht aus wie in einem typisch amerikanischen Diner aus den 50er-Jahren, oder zumindest so, wie wir uns das vorstellen.

Der Boden ist schwarz-weiß gekachelt und rote Lederbänke warten auf müde Popos. Mein Popo ist aber nicht sonderlich müde, der saß ja im RV schon die ganze Zeit. Also erkunde ich die Umgebung und siehe da, mein Herz hüpft! Ich finde zwei arg- und wehrlose Esel, die sich meine Kuschelattacken gefallen lassen müssen. Mann, mann, mann, hier ist wirklicher Wilder Westen!

Denke ich.

Da bin ich aber ja auch noch nicht im Monument Valley gewesen. 😀 Aber das liegt noch unentdeckt vor mir, dafür muss ich noch ein bisschen durch den Westen fahren, auf endlosen Straßen und durch weite Landschaft.

Bis bald und gute Reise!

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Roadtrip USA Mittlerer Westen Grand Canyon

Roadtrip durch die USA: Sedona & Grand Canyon

Mit unserem RV rollen wir in Sedona ein. Und was sehen wir? Pinke Schweine. Mich wundert hier echt gar nichts mehr. Sedona gilt als Künstler-Stadt, Max Ernst schuf hier beispielsweise die Capricorn-Plastik. Wer jetzt aber denkt, man, da haut einen das kulturelle Leben bestimmt um… Äh…nein. Wieder komme ich mir vor wie in einem Vergnügungspark: Rechts von mir eine Pferdestatue, links ein tanzendes Wild-West-Paar, das sich im Kreis dreht, vor mir der Cowboy-Club. Und über allem liegt der feine Wassernebel aus den Sprinkleranlagen.

Aaaaber ich will mich nicht beschweren. Irgendwie habe ich mir die USA auch so vorgestellt. Eine Mischung aus surrealer Künstlichkeit und wahnsinnigen Landschaften.

Independence Day und Grand Canyon

Nachdem ich am Independence Day fröhlich die Flagge geschwenkt habe, begeben wir uns auf den Weg zum grandiosen Grand Canyon. In meiner Vorstellung werden bald steile Schluchten und bizarre Felsformationen vor mir auftauchen. Tja, denkste. Ist aber nicht so. Und nach kurzer Recherche im Reiseführer wird mir auch klar, wieso.

Der Grand Canyon wurde durch einen Fluss geformt, den Colorado River, der den Canyon in das Plateau gegraben hat. Betonung auf gegraben. Das heißt, in eine endlos weite, flache Ebene. Deswegen sieht man den Canyon aus der Entfernung auch nicht, erst wenn man hinein, also RUNTER schaut. Wieder was gelernt. Irgendwann sehe ich ihn aber doch. Und was soll ich sagen? Am besten nix. Schaut euch die Bilder an, dann wisst ihr, was ich meine.

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Hier kann man sehr gut sehen, wie der Fluss sich seinen Weg gebahnt hat
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Meine Wanderung im Canyon habe ich schon mal geschildert, falls jemand mich dabei begleiten will bitte hier klicken!

Zu den ersten drei Teilen geht es hier
Las Vegas // Death Valley// Route 66

Ihr wollt wissen, wie es weitergeht? Monument Valley // Antelope Canyon // Bryce Canyon // San Francisco // Muir Woods & Point Reyes

Rosas Reisen Reiseblog USA Roadtrip Grand Canyon

Regen in der Schlucht – Abstieg in den Grand Canyon

Abwärts. Immer weiter. Nach unten, nach unten, nach unten. Ich hatte das Gefühl, ich würde schon ewig laufen. 50 Meter geradeaus, eine Drehung um 180 Grad und wieder 50 Meter geradeaus. Und das immer wieder. Dabei ging es stetig bergab und je tiefer wir an der Bergflanke kamen, desto heißer wurde es. Es war wahrlich kein reines Vergnügen, in den Grand Canyon hinabzusteigen.

Trotzdem erinnere ich mich gerade an diesen Teil unserer USA-Reise besonders gut. Aber wer würde das nicht? Schließlich ist der Grand Canyon ein Naturwunder, das man nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt. Als wir mit unserem Wohnmobil auf ihn zufuhren, habe ich zuerst gar nicht Spektakuläres sehen können. Ich hatte mir vorgestellt gewaltige Berge und Schluchten zu erblicken. Aber nichts da. Nur weites, flaches Land rings umher, Arizona. Denn der Grand Canyon, der ja nichts anderes als das Bachbett des Colorados ist, hat sich mit den Jahrtausenden in die flache Landschaft gegraben, und man sieht ihn erst, wenn man an der Klippe steht und hinabschaut.

Da er ein solches Weltwunder ist, bestaunt man ihn natürlich nie in Stille und Einsamkeit, das nimmt ihm aber nichts von seiner majestätischen Ausstrahlung. Im Gegenteil, man fühlt sich als Teil der Untertanen, die zur Verehrung bei Hofe erschienen sind. Und jedem verschlägt es den Atem. Das meine ich nicht nur im übertragenen Sinne, mir hat er tatsächlich so ziemlich jeden Fitzel Luft aus den Lungen gequetscht.

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Denn natürlich wollten wir den Grand Canyon nicht nur sehen, sondern auch für uns erobern und machten uns, wie so viele andere, auf dem Bright Angel Trail auf den Weg nach unten. Dazu muss man wissen, dass es mit meiner sportlichen Konstitution nicht allzu weit her ist. Okay, um ehrlich zu sein, sie ist nicht vorhanden. Ich jogge nicht, gehe nicht ins Fitnessstudio, mache keinen Ausdauersport und esse viel zu viel ungesundes Zeug. Aaaaaber: Ich bin ehrgeizig. Und wenn mich dieser Ehrgeiz einmal gepackt hat, wenn ich den richtigen Anlass dazu habe, dann treibt er mich manchmal bis an meine Grenzen.

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Der Canyon ist an einigen Stellen bis zu 1800 Meter tief. Das klingt jetzt gar nicht mal so viel, aber wenn man diese Höhenmeter in engen Kehren bewältigt, können sie einem ganz schön lang werden. Ich wollte unbedingt so weit runter wie möglich, war mir der einmaligen Chance bewusst, die sich mir hier bot. Ich meine, wann besucht man schon mal den Grand Canyon? Richtig. Wahrscheinlich nur einmal im Leben. Also ging ich immer weiter. Dass ich es nicht bis ganz nach unten schaffen würde war klar. Das hätte mehr als die paar Stunden gedauert, die wir Zeit hatten. Aber von ganz weit oben hatte ich einen Felsgrat mit einer kleinen Aussichtshütte darauf gesehen, und bis dahin wollte ich kommen. Meine beiden Mitstreiter hatten irgendwann genug und beschlossen, an Ort und Stelle auf mich zu warten.

Mein Herz hämmerte, mein Atem ging viel zu laut, aber ich war mir jeden Moment bewusst, dass ich hier etwas absolut einmaliges erlebte. Ich war an einem Ort, von dem ich immer nur gehört hatte, der mich immer schon beeindruckt hatte, und den ich in seiner Unglaublichkeit gar nicht fassen konnte. Endlich war ich nur noch wenige Meter von der Hütte entfernt. Ich stolperte, rappelte mich hoch und ging mit wackeligen Beinen weiter. Irgendjemand reichte mir meine Sonnenbrille, die ich beim Hinfallen verloren hatte. Dann war ich an der Spitze des Felsens angekommen und sah in den Canyon hinab. Und endlich, endlich erhaschte ich einen Blick auf das Wasser. In weiter Ferne und fast hinter Fels versteckt floss der Colorado und brachte mich dazu, stolz zu grinsen.

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Unten rechts könnt ihr das von mir gewählte Ziel erkennen: Die kleine Spitze oberhalb der Zickzack-Kurve
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Das ist die Aussicht, die ich vom tiefsten Punkt meiner Wanderung hatte. Wie gerne wäre ich bis ans Ende des Plateaus gelaufen!

Bis ich einen Blick über die Schulter warf und mir wahnsinnig blöd vorkam. Ja, ich hatte es geschafft, das Ziel vor Augen war ich bis hier unten gekommen. Und hatte dabei keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, dass ich ja auch wieder hoch musste. Bergauf. Ups. Aber die Minuten verstrichen und der Horizont verdunkelte sich bedrohlich. Höchste Zeit, sich auf den Rückweg zu machen.

Ich war noch nicht allzu weit gekommen, als der Wolkenbruch begann. Erst waren es nur ein paar Tropfen. Dunkle, fast braune Tupfer im hellroten Sand. Aber dann fing es an zu schütten wie aus Eimern. Aber ich war froh, dass der kühle Regen meine hochrote Birne kühlte und das Schwitzen erträglicher machte. Als ich nach Stunden endlich aus dem Canyon kroch war ich nass bis auf die Haut, durstig und fror erbärmlich, aber ich war glücklich. Glücklich, dieses Wunder hautnah erlebt zu haben. Und dankbar. Dankbar, dass ich hier sein konnte, dass mir liebe Menschen diese Reise ermöglicht hatten und dass ich Couch-Potato es so weit geschafft hatte.

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Als meine Tante und mein Onkel sagten „Wir hatten gar nicht erwartet, dass du so fit bist!“ hab ich aber natürlich abgewunken und so getan, als sei es kein bisschen anstrengend gewesen.

(PS: Das hier soll in keiner Weise dazu aufrufen, sich beim Wandern zu überschätzen oder unnötige Risiken einzugehen. Ich habe in dem Artikel aus Spaß ein bisschen dramatisiert, ich hoffe, das wird nicht falsch verstanden.)

Der Beitrag ist Teil der Blogparade von Safetravels zum diesjährigen 100. Geburtstag des Grand Canyon National Parks: Unter https://safetravels.de/grand-canyon-die-besten-aussichtspunkte/ findet ihr einen tollen Artikeln zu Wanderungen und Aussichtspunkten und demnächst gibt es dann auch noch ein Round-Up mit allen verlinkten Artikeln!

Roadtrip USA Mittlerer Westen Utah Monument Valley

Roadtrip durch die USA: Monument Valley

Da da da daaaa, da da daaaa, da da da daaaa, da da da da da!

Ich hoffe, ihr habt alle ganz eindeutig den Raiders March aus Indiana Jones erkannt?! Bestens, das lob ich mir! Warum das musikalische Quiz? Weil wir uns heute an den Ort begeben, an dem Indiana zu Indiana wurde, an dem alles begann! Wo er seine Peitschenaffinität und Schlangenphobie entwickelte und sich selbst die Narbe am Kinn verpasste…hach! Heute geht es nach Utah, ins Monument Valley!

Als ich klein war, habe ich sehr gerne eine bestimmte Janosch-Geschichte auf Kassette gehört, und zwar die von Jippieh Braun, dem Mäusesheriff. Darin ging es um den Wilden Westen, Cowboys, Indianer und den Silberlöwen. Und seit dieser Zeit wollte ich den Wilden Westen sehen, mit eigenen Augen. Die Prärie, die roten schmalen Felsen, die ich aus den Lucky Luke Comics kannte. Und als ich zu meinem 18. Geburtstag/Abitur die Wahl zwischen drei Reisen geschenkt bekam, da musste ich nicht lange überlegen. Der Wilde Westen sollte es sein. Und nun fahren wir genau da durch. Der Sand ist rot, die Felsen sind rot und es fehlt nur noch ein Graspuschel, der durchs Bild rollt.

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Wie ihr vielleicht schon festgestellt habt, steigere ich mich gern so ein klitzekleines bisschen in meine Vorstellung von etwas rein und kleide mich beispielsweise auch dementsprechend. Klar, dass ich mir nichts sehnlicher wünsche, als das Monument Valley auf einem Pferderücken zu erkunden. Und da ich Menschen an meiner Seite haben, die mich verstehen, werden kurz darauf die Pferde gesattelt. Wir sind nur zu dritt, mein Onkel, der indianische Guide und ich. Aber auch das passt mir gut, wird das ganze so doch zu einer Art Privatführung.

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Ich bin ein bisschen nervös, als ich in den Sattel steige, schließlich habe ich nicht besonders viel Erfahrung mit Pferden. Andererseits denke ich mir, so lange ich drauf sitze kann es mich schwerlich beißen. Höhö. Also nur nicht runterfallen. Das Pferd hat im Gegensatz zu mir aber Routine, kennt den Weg und trabt tiefenentspannt los. Selbst die hautnahe Begegnung mit einem Koyoten interessiert es nicht besonders. Ich krieg allerdings den Mund nicht mehr zu ob der Wunder, die mich hier umgeben. Dass es so eine Landschaft wirklich gibt!

Wir reiten also durch den roten Sand, die Sonne brennt und ich könnte singen. Laut. Mach ich aber nicht, wär dann doch ein bisschen peinlich. Höchstens summe ich ein wenig. Den Raiders March natürlich.

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Bis bald und gute Reise!

Hier geht es zu Teil 1 bis 4
Las Vegas // Death Valley// Route 66 // Sedona & Grand Canyon

Ihr wollt wissen, wie es weitergeht? Antelope Canyon // Bryce Canyon // San Francisco // Muir Woods & Point Reyes

Roadtrip USA Antelope Canyon

Roadtrip durch die USA: Antelope Canyon

Nach dem Monument Valley halte ich mich doch für ziemlich wildwestversiert und nach dem Grand Canyon glaube ich, den berühmtesten aller Canyons erlebt zu haben. Wüsste ich, dass ich in acht Jahren einen Reiseblog haben und über diesen Roadtrip schreiben werde, würde ich mir allerdings blogtechnisch ‘nen Ast freuen, als ich höre, dass wir als nächstes zum Antelope Canyon fahren. Schließlich scheint ja jeder Reiseblogger, der was auf sich hält, fantastische Bilder davon bei Instagram zu haben. Aaaaber, ich bin 18 Jahre alt, es ist 2008 und ich weiß nicht mal, dass es Blogs gibt. Daher gehe ich ganz unbedarft an diesen neuen Canyon heran. Oder besser: herein.

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Wieder mal ist der Canyon zunächst nichts als ein Riss in der Landschaft. Und zwar im Vergleich zum Grand Canyon ein ziemlich winziger. An manchen Stellen könnte man einfach von einer zur anderen Seite springen. Weil der Canyon so schmal ist, wird er auch geschlossen, wenn es heftig regnet, dann besteht Überflutungsgefahr. Wir haben aber Glück, das Wetter ist fantastisch, als wir uns zwischen den Felsformationen durchquetschen und unsere Wanderung beginnen.

Der Canyon ist nicht sehr tief, nur ein paar Meter. Am Boden liegt weicher, orangener Sand. Meine Schritte machen kein Geräusch. Alles ist still und kühl, keine Tiere, keine Pflanzen, kein Wasser. Nur Stein und Sand, der ja nichts anderes ist, als weitere winzige Steine. Ich bin eingeschlossen zwischen Felsen, links, rechts, über mir und unter mir. Manchmal kann ich nur ein paar Meter weit sehen, weil der Stein sich windet und dreht, als sei er aus flüssigem Karamell. Unsere Gruppe verliert sich, und bald habe ich das Gefühl, allein hier herumzuwandern. Aber das ist mir nur Recht, mit jedem Wort hat man nämlich Angst, eine irgendwie heilige Stille zu stören.

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Bis bald und gute Reise!

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Ihr wollt wissen, wie es weitergeht? Bryce Canyon // San Francisco // Muir Woods & Point Reyes

Roadtrip USA Bryce Canyon Hoodoos

Roadtrip durch die USA: Der Bryce Canyon

Canyons, Canyons, Canyons. Man könnte meinen, dass einem das irgendwann langweilig wird. Aaaaber jeder Canyon ist anders! Der Grand Canyon war einfach bombastisch, der Antelope Canyon richtiggehend pittoresk, und der Bryce Canyon? Was kann der? Der kann Hoodoos! Hoodoos? Hoodoos!

Das sind Säulen aus Stein und im Bryce Canyon gibt es unzählige davon, manche sehen aus wie betende Nonnen oder der Wolf und die sieben Geißlein. Und das alles mal wieder in knallorange (wie mir scheint ist das DIE Farbe des Roadtrips). Und nur um euch zu verwirren: Der Canyon ist übrigens eigentlich gar kein Canyon. Weil er nicht durch einen Fluss gebildet wurde. Heißt aber trotzdem so. Verrückte Amerikaner.

Wandern auf dem Navajo-Loop

Mit dem Abstieg in den Bryce Canyon taucht man ein in eine sonnige, säulendominierte Welt in sattem orange, saftigem grün und trockenem felsgrau. Wanderung ist hier allerdings fast ein bisschen übertrieben, denn der Loop ist nur 2,2 km lang. Bei all dem, was es links und rechts zu sehen gibt, kann man aber auch diese kurze Wegstrecke ordentlich in die Länge ziehen.

Denn es warten ja nicht nur die spektakulären Hoodoos, sondern auch das ein oder andere Tierchen, das neugierige Touristen begrüßt. Und obwohl der Trail nicht lang ist, bietet er immer wieder fantastische Ausblicke auf den Nationalpark. Für ein kleines picknick finden sich auch genügend Sitzgelegenheiten.

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Ride to Bryce Canyon – Ausflug mit Socks

Die Landschaft haut einen aus den Wanderschuhen, und obwohl ich echt müde aus dem Canyon krieche kann ich nicht anders, als mich am Nachmittag für einen Ritt an der Abbruchkante zu melden. Wenn man schon mal hier ist, will man ja alles mitnehmen! Hier werde ich jetzt übrigens aufgrund des Outfits für eine Mitarbeiterin gehalten.

Ich bilde mir ein, dass das natürlich auch an meinem gekonnten Umgang mit „Socks“, meinem weiße Söckchen tragenden Pferd liegt. Socks und ich verstehen uns prächtig, und da ich ganz am Ende der Gruppe reite lasse ich ihn manchmal anhalten, genieße den Canyon und noch mehr den kurzen Geschwindigkeitsrausch, wenn wir im Galopp zur Gruppe aufschließen. (Ja, schlechte Angewohnheit von mir, siehe Schneemobile)

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Not so wild, wild West: Rodeo am Bryce Canyon

Am Abend passiert dann, worauf ich mich schon die ganze Zeit gefreut habe: Wir besuchen ein Rodeo! Man merkt den Pferden zwar an, dass sie alles andere als wild sind und diese Show wahrscheinlich schon hundertmal abgezogen haben, aber es ist trotzdem beeindruckend. Wenn die Cowboys mit der Flagge einreiten und die Nationalhymne gespielt wird…Jaja.

Abendstimmung am Lake Powell

Der Wildwest-Teil unseres Roadtrips näherst sich seinem Ende, also volle Kraft voraus nach Las Vegas. Unsere letzte Nacht im Wohnmobil verbringen wir am Lake Powell. Der See selbst ist meiner Meinung nach nicht unbedingt eine Augenweise, aber der Sonnenuntergang und die sternenklare Nacht sind einen Aufenthalt auf jeden Fall wert.

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Ihr wollt wissen, wie es weitergeht? San Francisco // Muir Woods & Point Reyes

Roadtrip USA Kalifornien San Francisco Alamo Square

Roadtrip durch die USA: San Francisco

Bumms! Mit dem auf die Landebahn knallenden Fahrwerk ist der erste und längere Teil des Roadtrips vorbei. Ich habe mich von Wüste und Canyons, von rotem Sand und braunen Pferden, von Cowboys und von Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad verabschiedet. Jetzt steige ich in San Francisco aus dem Flieger und laufe gegen eine gefühlt eisige Wand. Muckelige 16 Grad hier. Und die Kälte bleibt nicht der einzige Schock. Nach den Wochen in der weiten, leeren Landschaft ist es ein seltsames Gefühl, mitten in einer Großstadt zu stehen. Aber es ist auch schön, denn auf diese Stadt habe ich mich schon lange gefreut!

Golden Gate Bridge & Fisherman’s Wharf

Nachdem wir im Francis Drake eingecheckt haben, wollen wir am ersten Abend noch einen Eindruck von der Stadt bekommen. Mit den Cable Cars geht es in den Marina District. Auf dem Weg zum Wasser schaffe ich es, irgendwo eine Blume abzurupfen, die ich mir ins Haar wurstel. Muss sein, denn gleich…ja! Da ist die Golden Gate Bridge, Wahrzeichen der Stadt, Tor zur Welt. Scott McKenzie dröhnt mir gedanklich in den Ohren, als ich zum Wasser hopse.

Als ich ins Wasser hopse drehe ich aber ganz schnell wieder um. Recht kalt, der Pazifik. Stattdessen setze ich mich malerisch ans Hafenbecken und gucke den Leuten zu. Als die Sonne sinkt begeben wir uns zur Fisherman’s Wharf, einem lebendigen Hafenviertel wo es fantastische Schokolade (Giradelli) und einen noch fantastischeren Sonnenuntergang gibt.

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Lombard Street

Schimpft mich den klassischen, langweiligen Listen-Touristen, aber dieses Highlight wollte ich auch sehen: die Lombard Street. Eng und kurvig, mit Beeten voller Blumen. Die Autos manövrieren im Schneckentempo, denn obwohl San Francisco meiner Meinung nach keine typische US-amerikanische Stadt ist, fahren hier doch hauptsächlich große SUVs. Aus der Luft sieht die Straße aber wohl beeindruckender aus, als vom Bürgersteig. In einer Nebenstraße entdecke ich dann allerdings noch eine Kuriosität. Mein Hirn braucht ein paar Sekunden um zu bemerken, dass der Text des Schildes auf deutsch ist! 🙂

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Alamo Square & Haas Lilienthal House

Wer von euch hat als Kind „Full House“ gesehen? Na, ich hoffe doch einige. Dann werden euch die wunderschönen viktorianischen Häuser am Alamo Square bekannt vorkommen. Einer der schönsten Plätze in San Francisco mit Blick auf die Skyline der Stadt und einer großen Grünfläche, auf der man einfach picknicken, Frisbee spielen und ein Buch lesen möchte. Die wunderschön bunt gestrichenen Häuser werden auch Painted Ladies genannt. Wie die wohl von drinnen aussehen? Ich denke die Anwohner wären not amused, würde ich klingeln und fragen. Glücklicherweise gibt es aber das Haas Lilienthal House in der Franklin Street. Hier ist gucken erwünscht, man darf sogar Fotos machen. Das Haus aus dem 19. Jahrhundert ist im Originalzustand erhalten, dieser umfasst die schönen Bleiglasfenster genauso wie die herzallerliebste Blümchentapete. Wie gut, dass ich gerade Stolz und Vorurteil lese, ich bin einfach hin und weg. Einziehen kann man hier aber leider nicht.

Das sind nur ein paar Tipps, was es in dieser Stadt zu sehen gibt, aber es sind die, die mir am meisten in Erinnerung geblieben sind. Wart ihr auch schon mal da? Was hat euch gefallen? Im nächsten Teil der Reihe geht es dann weiter nach Norden!

Hier geht es zu Teil 1 bis 7
Las Vegas // Death Valley// Route 66 // Sedona & Grand Canyon // Monument Valley// Antelope Canyon // Bryce Canyon

Ihr wollt wissen, wie es weitergeht? Muir Woods & Point Reyes

Roadtrip USA Kalifornien Point Reyes Seelöwe

Roadtrip durch die USA: Muir Woods & Point Reyes

Die letzten Tage unseres Abenteuers sind angebrochen. Wir verlassen die heute nebelige Bucht von San Francisco und fahren an der Küste nach Norden nach Point Reyes. Ein paar Wunder gibt es noch zu bestaunen. Zum Beispiel die Muir Woods. Hier stehen die letzten Küstenmammutbäume, die größten Bäume der Welt. Das höchste Exemplar misst um die 80 Meter, das älteste soll über 1000 Jahre alt sein. Dieser Baum stand hier also schon, als die Normannen England eroberten. Als Heinrich VIII. seine diversen Ehefrauen um die Ecke brachte. Als Luther seine Thesen annagelte (oder auch nicht, man ist sich da ja nicht ganz einig). Und er stand hier schon ewig, als Scott und Amundsen zum Südpol aufbrachen. Seien wir ehrlich, er hat nix von all dem mitgekriegt. No drama overhere, baby! Auch schön.

Wie winzig man sich vorkommt, wenn man so einen Riesen umrundet. Wie eine Fee, die auf einer Waldlichtung spielt. Das Gefühl intensiviert sich, wenn dann noch ein scheues Rehlein im Unterholz auftaucht! Hach! Mit meiner kleinen Digitalkamera schaffe ich es nicht, den Baum auf ein Foto zu bekommen, drei müssen es schon sein. Man verzeihe mir die unprofessionelle Montage!

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Weiter geht es die Küste hinauf und ich muss schon sagen: landschaftlich superb! Wir fahren nach Point Reyes und checken ein im wunderschönen Black Heron Inn. Das Holzhaus steht mitten im Nirgendwo, einzige Gesellschaft bieten ein paar Kühe.

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Point Reyes (21)

Wanderung zum Leuchtturm und durch den Point Reyes Nationalpark

Am nächsten Tag erkunden wir die Gegend, besuchen einen Leuchtturm und begeben uns auf eine Wanderung. Der Wind fegt Nebelfetzen über die Küste mit ihren steilen Abbruchkanten, mich fröstelt. Und dennoch gefällt es mir hier. Es gefällt mir, unser Abenteuer in aller Ruhe und mit Bedacht ausklingen zu lassen. Mit heißem Tee auf der Veranda und blassroten Sonnenuntergängen. Und mit einer Begegnung der besonderen Art.

Point Reyes (18)
Point Reyes (7)
Point Reyes (8)

Eine ganz besondere Begegnung

Während eines Strandspaziergangs entdecke ich etwas in einer Bucht. Erst denke ich, es wäre ein Haufen Seetang, aber als ich näher komme, entpuppt sich der braune Klumpen als Seelöwe. Völlig regungslos liegt er da und in mir steigt Entsetzen hoch, weil ich denke, er sei tot oder zumindest krank. Ratlos setze ich mich auf den Sand. Was soll ich denn jetzt machen? Ich kann grundsätzlich kein Tier leiden sehen und überlege, ob ich ihm irgendwie helfen kann. Bewegt er sich überhaupt noch? Vorsichtig rutsche ich näher ran.

Und dann, dann rollt sich mein kleiner Freund gemütlich auf die Seite und gähnt ausgiebig! Anscheinend störe ich ihn nur bei seinem Mittagsschlaf. Dem Himmel sei Dank! Gut, dass ich ihn nicht angefasst habe und noch besser, dass ihm anscheinend nichts fehlt. Ich bleibe noch ein paar Momente und genieße die jetzt entspannte Ruhe. Morgen geht es zum Flughafen. Ich freue mich auf zu Hause, ich war so lange weg. Ich freue mich darauf, den Rest des Sommers zu genießen und dann mein Studium zu beginnen.

Und wüsste ich es, ich würde mich darauf freuen den Roadtrip acht Jahre später zu verbloggen!

Hier geht es zu Teil 1 bis 8
Las Vegas // Death Valley// Route 66 // Sedona & Grand Canyon // Monument Valley// Antelope Canyon // Bryce Canyon // San Francisco