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Spitzbergen-Umrundung: Torellneset
Torellneset, das klingt ein bisschen wie Trollnase. Aber statt Trollen kann man hier, an dieser vorgereckten Landzunge, ganz anderen Kolossen begegnen: Walrossen! Dutzende der imposanten Meeressäuger versammeln sich regelmäßig am Kiesstrand, um zu ruhen, zu dösen und sich in der Mitternachtssonne die Bäuche wärmen zu lassen. Der Name Torellneset geht auf den schwedischen Geologen Otto Martin Torell zurück. Dieser reiste 1858 erstmals mit Adolf Erik Nordenskiöld und August Quennerstedt nach Spitzbergen, 1859 folgte eine Expedition nach Grönland. Mit weiteren Reisen 1864 und 1868 leitete er den Beginn der schwedischen Polarforschung ein und 1861 stand er der ersten großen Svalbard-Expedition vor. Geografisch markiert Torellneset den südwestlichen Punkt des Gebiets Gustav Adolf…
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Spitzbergen-Umrundung: Die mysteriösen Geoglyphen auf der Chermsideøya
Kennt ihr das, wenn ihr euch fühlt, wie im Film? Also, als wärt ihr der Hauptcharakter und einem spannenden Geheimnis auf der Spur? Ihr lasst eure Kontakte in alle Welt spielen, versucht, alte Rätsel zu lösen und längst vergangenen Ereignissen auf die Spur zu kommen? Nein? Nun, ich gebe zu, Alltag ist das bei mir auch nicht. Aber manchmal passiert es eben doch. Ich habe eben den besten Job der Welt! Und damit willkommen zum Rätsel um die Geoglyphen auf Chermsideøya! Die Insel Chermsideøya liegt nordwestlich von Nordaustland, und ist etwa etwa 14 bis 20 km² groß. Ihr Panorama wird geprägt von den Bergen Knoll und Tott mit dem Chermsidedalen…
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Spitzbergen-Umrundung: Die Sjuøyane und ein Besuch auf Phippsøya
Nach unser Fahrt ins Packeis erwarten uns nun die Sjuøyane, die „Sieben Inseln“ ganz im Norden von Spitzbergen. Die kleine Inselgruppe umfasst gerade einmal 65 Quadratkilometer, getrennt vom Nordostland durch den etwa 13 Kilometer breiten Nordkappsundet. Wer hierherkommt, befindet sich so weit nördlich wie kaum ein anderer Reisender. Nur noch rund 1.000 Kilometer trennen diese Felsinseln vom geografischen Nordpol. Dieses ist der wildeste, ungezähmte Teil des Spitzbergen-Archipels. Die Sieben Inseln sind: Rossøya, Vesle Tavleøya, Phippsøya, Nelsonøya, Parryøya, Martensøya und Tavleøya. Sjuøyane, die Sieben Inseln Rossøya und Vesle Tavleøya Die Rossøya, die nördlichste Landmasse Norwegens, ist benannt nach Sir James Clark Ross (1800–1862). Ross war einer der bedeutendsten britischen Polarforscher des…
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Spitzbergen-Umrundung: Die Insel Moffen und die Fahrt ins Packeis
Es wird Zeit. Zeit, einen ganz besonderen Punkt unserer Spitzbergen-Umrundung anzusteuern und zwar den nördlichsten. Es geht ins Packeis! Wir lassen das Archipel hinter uns und navigieren mit dem Schiff in das riesige Eisfeld, das den Nordpol umgibt. Welchen Breitengrad werden wir erreichen? Ab wann wird das Eis zu dicht? Werden wir Robben sehen und vielleicht sogar Eisbären? Die Aufregung hüpft im meinem Bauch und macht mich ganz hibbelig. Bevor wir aber rufen können “Eis in Sicht!” passieren wir erst noch die Ausläufer Spitzbergens. Moffen: Von Walrossen und Deutschen Ganz oben, fast schon am Rand der Welt, liegt Moffen – eine kleine, flache Insel im Norden von Spitzbergen. Rund drei…
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Spitzbergen-Umrundung: Mushamna Fangstasjon
Mushamna, der Mäusehafen. Klingt ein bisschen seltsam, oder? Wer jetzt hier eine Minimäusestadt mit kleinen Segelbooten und geschäftig umherwuselnden Nagetiere á la Feivel oder Brombeerhag erwartet, der wird auch bitterlich enttäuscht. Ich hab nämlich keine einzige Maus gesehen, als wir da waren. Dafür gibt es jede Menge anderes zu entdecken. Unter anderem die Hütte, in der ich gerne mal ein Jahr wohnen würde! Also vielleicht. Wenn ich Internet hätte. Und mich ab und an jemand besuchen käme… Mushamna ist eine Bucht auf der Ostseite des Woodfjord an der Nordküste Spitzbergens. Die eigentliche Bucht ist eine Lagune, die von einem langen, schmalen Strandwall beinahe vollständig vom Fjord abgeschnitten ist. Der Zugang ist schmal,…
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Spitzbergen-Umrundung: Jotunkjeldene
Ich wurde schon öfter gefragt, ob die Arktis auf Dauer nicht kalt, langweilig und ungemütlich sei. Nun ja, es gibt bestimmt Menschen, die das so empfinden, aber ich gehöre zu den glücklichen Geschöpfen, die dort oben pures Glück empfinden und von jedweder Langeweile so weit entfernt sind, wie es nur geht. Was ich aber zugebe ist, dass es nun nicht gerade bunt da oben zugeht. Meiner zwanghaft ordentlichen Persönlichkeit liegt diese cleane Optik in meist weiß, grau und blau durchaus. Aber es gibt auch Orte auf Spitzbergen, die einen farblich aus den Gummistiefeln hauen und einer davon ist Jotunkjeldene. Warme Quellen mit mythologischem Namen Kjeldene bedeutet so viel wie “Warme…
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Spitzbergen-Umrundung: Monacobreen
Wir verlassen Alicehamna im Raudfjord und biegen bei nächster Gelegenheit wieder rechts ab, wie es in der Fahrschule so schön heißt. Das bringt uns nämlich in den Liefdefjord, wo, wie so oft in der Geschichte Spitzbergens, im 17. Jahrhundert die Walfänger aktiv waren. Zwar haben diese an einigen Orten wie Smeerenburg Stationen oder sogar Überwinterungslager auf Svalbard errichtet, die berühmt berüchtigten Kirchen und Bordelle, die es angeblich auch gegeben haben soll, gehören aber vermutlich ins Reich der Legende. Geschichten rund um die „Liebes-Bai“ Obwohl sogar im 20. Jahrhundert immer noch von diesen berichtet wurde. Im Tagebuch Theodor Lerners, eines passionierten Spitzbergenfahrers, heißt es, die hohe Männerdichte habe auch diverse Frauen…
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Spitzbergen-Umrundung: Alicehamna & Bruceneset
Nach kurzer Fahrt von der Frambukta aus gleiten wir in den Raudfjord, den „roten Fjord“, dessen Name vom rötlichen Sandstein an den Uferhängen stammt, und legen in Alicehamna an. Wer sich jetzt fragt: Alice, who the fuck is Alice?, der sollte noch mal ganz aufmerksam den Artikel zum 14.-Juli-Gletscher lesen. Wer darauf keine Lust hat, dem verrate ich es auch so: Alice war die zweite Ehefrau von Fürst Albert I. von Monaco. Letzterer hing ganz gerne auf Spitzbergen ab und hat diversen Orten ihre Namen gegeben. Aufstieg an Bruceneset Die geschützte Bucht mit kiesigem Strand und guter Landemöglichkeit ist also seit Jahrhunderten Anlaufpunkt für Jäger, Forscher und heute eben Expeditionsschiffe…