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	<title>Island Archive - Rosas Reisen</title>
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	<title>Island Archive - Rosas Reisen</title>
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		<title>Island-Roadtrip: Jurassic Park, Lavahöhle und Wasserwand &#8211; Tipps für den Norden der Insel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rosa]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jan 2024 06:33:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Dinosaurier-Tal, Urzeitungeheuer und Regenbogenbrücke -Klingt nach Märchen? Ist aber alles Realität, zumindest wenn man in den Norden Islands reist! Ich verrate euch meine Tipps und Highlights für einen abwechslungsreichen Island-Roadtrip, von Reykjavík bis Husavík. Für die anderen Artikel schaut gern in meiner Island-Kategorie vorbei. Ásbyrgi &#8211; Canyon oder Hufabdruck? Wer in Island unterwegs ist, nutzt meist die einmal um die Insel führende Ringstraße. Es lohnt sich aber natürlich, diese ab und an zu verlassen. Zum Beispiel, wenn man sich hinter Akureyri der Küste zuwendet, der 85 bis Husavík folgt und dann rechts auf die 862 abbiegt. Relativ zügig taucht Ásbyrgi vor der Windschutzscheibe auf. Aber was ist Ásbyrgi? Im Internet findet man immer wieder die Bezeichnung Canyon und auch mir liegt dieses Wort auf der Zunge. Doch wie ich in den USA gelernt habe, handelt es sich nur um einen echten Canyon, wenn dieser von einem Gewässer in die Landschaft gegraben wurde. Das ist hier nicht ausschließlich der Fall. Es handelt sich um eine hufeisenförmige Schlucht, die die Isländer übrigens zur Hauptstadt ihrer ortsansässigen Elfen erkoren haben. Mit etwa 1,1 km Breite und 3,5 km Länge ist es kein Grand Canyon, aber trotzdem ein sehr beeindruckender Ort. Geformt wurde die Schlucht vor langer, langer Zeit durch Vulkanausbrüche, Gletscherläufe und die Verlagerung eines Flusses. Viel spannender ist jedoch der typisch isländische Entstehungsmythos: Odin, der Göttervater ist hier auf seinem riesigen achtbeinigen Pferd Sleipnir geritten und die Hufe des Tieres haben einen Abdruck hinterlassen. Das mag glauben wer möchte, fest steht: Mit der einzigartigen Felsformation und einigen botanischen Besonderheiten erlebt man hier ein besonderes Highlight auf seinem Island-Roadtrip. Das vergessene Tal Wir stellen unseren Mietwagen am Parkplatz ab und beginnen, die Schlucht zu erkunden. Mir drängt sich bald ein ganz anderer Vergleich auf. Als Kind der 90er, Fan der Jurassic Park-Filme und leidenschaftliche Tomb Raider-Spielerin, fühle ich mich hier in ein vergessenes Tal versetzt und würde mich nicht wundern, wenn die Erde vom Tritt gigantischer Dinosaurier erzittert oder plötzlich das Klicken von Velociraptor-Krallen hinter mir ertönt. Dieses Tal wirkt so satt und lebendig, mit all seinem Grün und der dichten Vegetation. Wir wandern auf schmalen Pfaden durch lichte Birkenhaine mit silbrigen Stämmen und dann wieder zwischen dunklen Nadelbäumen hindurch, bis wir an einen kleinen See gelangen, direkt unterhalb der hohen Klippe. Hier geht meine Fantasie dann endgültig mit mir durch, als plötzlich ein dino-artiges Kreischen die Luft erfüllt und von den steinernen Wänden ringsumher bedrohlich widerhallt. Nicht nur mir geht es so, auch die anderen Besucher ziehen instinktiv die Köpfe ein und blicken sich besorgt um. Dann lachen wir, als wir merken, dass es sich nur um Vogelrufe handelt. So schön es an dem kleinen, grünen See ist, er ist natürlich die Sammelstelle für die Besucher und so ziehen wir uns bald zurück und erkunden noch ein bisschen auf eigene Faust. Wir wenden uns nach rechts, denn hier beginnt, unterhalb der hohen Felsmauer, ein etwas unwegsamerer Pfad, den man nur auf eigene Verantwortung betreten darf, da sich Steine lösen und herabfallen können. Wir wagen es trotzdem, klettern über Stock und Stein und finden uns irgendwann in einem kleinen Miniaturwald , nach dessen Durchquerung wir wieder auf dem Parkplatz stehen. Ein Abenteuer im Hosentaschenformat, sozusagen! Hljóðaklettar &#8211; Die Echofelsen Weiter geht es zu einem kurzen Hotdog-Halt an der örtlichen Tankstelle, um uns für die nächste Etappe zu stärken: Hljóðaklettar! Ich habe bis heute keine Ahnung, wie man diesen Zungenbrecher ausspricht. Vom Ásbyrgi-Canyon ist es nur ein Katzensprung die 862 weiter hinunter und schon überrascht Island seine Reisenden erneut. Das ist uns auf dieser Insel wirklich bewusst geworden. Die Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit der Landschaften ist wirklich atemberaubend und wechselt oft innerhalb von Minuten während einer Autofahrt. Dementsprechend sind wir zwar einerseits vorbereitet, andererseits aber doch wieder überwältigt, von der Landschaft die sich nun vor unseren Augen auftut. Vor rund 8.000 Jahren trafen hier Wasser und Lava aufeinander, es kam zu gewaltigen Explosionen, doch schließlich erstarrte die Lava zu Stein. Hljóðaklettar war entstanden. Der Name bedeutet Echofelsen und wir begeben uns in dieses Labyrinth aus Basalt. Urzeitfossilien und Lava-Gebäude Die bizarren Felsformationen erinnern an gedrehte Schrauben, Fieberträume von DNS-Strängen, verdrehte Treppen, die sich bis in den Himmel winden oder riesige Fossilien seltsamer, unheimlicher Urzeittiere. Mit jedem Schritt verändert sich der Blickwinkel und erlaubt dem Geist das Gesehene neu zu interpretieren. Schließlich führt uns unser Pfad zur sogenannten Lava Church, einer gewaltigen Höhle mit wellenförmigem Dach. Während ich noch die ganze Szenerie bewundere, beweist mein Mann, welch harte Schule er bei mir durchlaufen hat. Ohne zu Zögern bittet er die anderen Touristen, einmal kurz aus dem Weg zu gehen, damit ich ein Foto ohne Menschen machen kann. Einerseits möchte ich vor Scham im Erdboden versinken, andererseits weiß ich zu schätzen, dass er so was für mich macht. Und so kann ich schnell ein Bild ohne Touris schießen. Dettifoss, der mächtigste Wasserfall Europas Ein letzter Stopp ist für heute noch vorgesehen und wer in dieser Region unterwegs ist, wird sich diese Sehenswürdigkeit natürlich anschauen: Den Dettifoss, einen von Islands berühmtesten Wasserfällen. Auch hierfür müssen wir nur wieder der 862 ein Stück nach Süden folgen. Den Goðafoss konnten wir ja bereits bewundern und der hat mir schon sehr gefallen. Nun bin ich gespannt auf dieses Meisterwerk der Natur, den mächtigsten Wasserfall Europas! Durch die Wüste zum Wasser Ich weiß nur, das es sich hierbei um eine breite Wasserfront handelt, ansonsten habe ich kein konkretes Bild vor Augen. Dass wir erst einmal eine Mars- und Mondwüste durchqueren müssen, hätte ich allerdings nicht erwartet. Während man am Goðafoss praktisch vom Parkplatz dem Wasserfall vor die Füße fällt und ringsherum viel Grün dem Auge schmeichelt, fühlt man sich hier eher an Mordor erinnert. Jegliche Vegetation fehlt und um uns herum erstrecken sich Fels, Stein und Sand, durchzogen von Pfaden, auf denen die Touristen wie Pilger zu einem Ziel gezogen werden. Die Sonne steht schon tief, auch wenn jetzt im Sommer natürlich noch viele, viele Stunden vergehen, bis sie hier, so hoch im Norden, hinter den Horizont fällt. Dazu weht ein kräftiger, frischer Wind und ich bin froh trotz des sonnigen Wetters eine Fleecejacke dabei zu haben. Ein paar hundert Meter vor uns lässt sich jetzt eine Schlucht erahnen, über der eine gewaltige Dunst- und Gischtwolke schwebt. Zügigen Schrittes marschieren wir auf die Nebelwand zu. Und plötzlich haben wir den Rand der Felsenlandschaft erreicht und vor uns erhebt sich der Dettifoss. Eine trübe Wassermasse, die mit Wucht über eine schräge Abbruchkante donnert. Nicht schön, sondern schrecklich, ist mein erster Gedanke. Dies ist ein Ort, der für mich sozusagen die Essenz Islands abbildet. Das Land hat mich während unseres Island-Roadtrips nicht unbedingt mit beeindruckende Panoramen oder lieblichen Landschaftskompositionen betört. Nein, es ist über mich hereingebrochen mit tosenden Wassermassen, bedrohlichen Gesteinsformationen und einer Abwechslung, die so fasziniert, dass man sie erst mal wirken lassen muss. Ein schrecklich-schöner Anblick Gebannt starren wir auf die schlammigen Fluten, die sich vor uns durch die karge Ödnis wälzen. Doch halt, hier ist tatsächlich etwas Grün. Der Wind scheint oft aus der gleichen Richtung zu wehen und die Wassertropfen an das eine Ufer zu wirbeln, denn hier wachsen Moos und kleine Pflanzen, während das gegenüberliegende Ufer kahl ist. Immer wieder gehen kleine Duschen aus Wassernebel auf uns nieder, während wir dem Wasserlauf folgen und als wir uns umdrehen schenkt uns die tief stehende Sonne ein ganz besonders magisches Erlebnis: War zuvor immer nur ein halber Regenbogen zu sehen, erstreckt sich jetzt über die Schlucht des Dettifoss eine Regenbogenbrücke.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://rosasreisen.de/island-roadtrip-jurassic-park-lavahoehle-und-wasserwand-tipps-fuer-den-norden-der-insel/">Island-Roadtrip: Jurassic Park, Lavahöhle und Wasserwand &#8211; Tipps für den Norden der Insel</a> erschien zuerst auf <a href="https://rosasreisen.de">Rosas Reisen</a>.</p>
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		<title>Tipps für den Island-Roadtrip: Goðafoss, Vulkankrater und Lagunenbad &#8211; Rund um den Mývatn</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Nov 2023 06:58:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wer Island mit dem Auto entdeckt, den erwarten jede Menge spannende Landschaften! Eine besonders interessante Region findet sich rund um den im Norden gelegenen See Mývatn. Hier kommen meine Tipps für Sehenswürdigkeiten im Nordosten der Insel. Tipp 1: Goðafoss, Wasserfall der Götter Obwohl der Wasserfall eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Islands ist, lässt sich die Besucherzahl immer noch aushalten, vor allem im Vergleich zu noch populäreren Destinationen. Rund um den Wasserfall erstrecken sich viele kleine Wege, die man entlangschlendern kann und die für immer neue Perspektiven auf den Götterwasserfall sorgen. Die Bezeichnung &#8220;Götterwasserfall&#8221; geht auf die Zeit um das Jahr 1000 zurück, als Island zum Christentum übertrat. Das lief natürlich nicht völlig konfliktfrei ab, schließlich glaubten immer noch viele Isländer an die alten Götter. Der Gesetzessprecher (isländisch: &#8220;Goði&#8221;) Þorgeir Ljósvetningagoði (Thorgeir Ljosvetningagodi) entschied sich aber letztlich dafür, das Christentum als Religion anzunehmen. Nach der Entscheidung soll er Statuen der alten Götter in den Wasserfall geworfen haben, was zu der Benennung &#8220;Götterwasserfall&#8221; führte. Tipp 2: Bizarre Kraterlandschaft Skútustaðagígar Bei diesem Zungebrecher handelt es sich um einen Rundweg durch eine kleine, am See gelegene Kraterlandschaft. Grundsätzlich spannend, es gibt nur ein Problem: Hier wird uns schmerzlich bewusst, dass das Mý im Namen Mývatn nicht von ungefähr kommt. Es bedeutet nämlich nichts anderes als &#8220;Mücken&#8221; und die trifft man hier im Juni tatsächlich zuhauf, zumindest in unmittelbarer Nähe des Sees. Sie haben die besonders unangenehme Eigenart in Ohrmuscheln zu fliegen. Wer diese Gegend also erkunden möchte, sollte ausreichend Schutzmaßnahmen treffen. Ich gebe zu, wir flüchten schnell wieder in unser Auto. Tipp 3: Dimmuborgir hinter der Mauer Nächster Halt: Dimmuborgir! Was das ist? Ein zerklüftetes Areal aus Lavagebilden, wo Szenen aus Game of Thrones gedreht wurden. Nämlich die Verfolgungsjagd zwischen John Schnee und Ygritte hinter der Mauer. Allerdings im Winter, ohne Mücken. Und ohne riesige Gruppen von Touristen, die in das Mini-Labyrinth strömen. Beeindruckend ist es natürlich trotzdem. Tipp 4: Vulkankrater Hverfjall Wichtigster Punkt unserer Tour um den Mývatn ist aber der Vulkankater Hverfjall. Schon von weitem sieht man den schwarz-grauen Hügel, den kein winziges bisschen Grün sprenkelt. Der Kegel erhebt sich mit einem Durchmesser von einem Kilometer und mit einer Höhe von bis zu 150 Metern aus der Landschaft. Man kann bis an die Basis des Kraters heranfahren und sich dann an Aufstieg und Umrundung machen, den oben auf dem Rand führt ein Pfad entlang. Wer hofft, im Innern brodelnde Lava zu erblicken, den muss ich leider enttäuschen, auch hier setzt sich einfach das graue Gestein fort. Was ebenfalls fehlt, glücklicherweise: Die Mücken! Denen ist es hier oben wohl zu kahl und windig. Für die geplagten Ohrmuscheln eine Wohltat. Der Vulkan ist vor etwa 2.500 Jahren ausgebrochen und ist ein beeindruckendes Zeugnis geologischer Geschichte. Außerdem hat man vom Kraterrand eine fantastische Aussicht auf den Mývatn, seine Inseln, den Dimmuborgir und die ihn umgebende teils sandige und karge Mondlandschaft. Wir umrunden den Krater in gemütlichem Tempo. Die Wanderung ist nicht anstrengend, allerdings werden Hose und Schuhe dabei mit grauem Staub überzogen und die Sonne brennt ordentlich, schließlich gibt es nirgendwo Schutz oder Schatten. Tipp 5: Geothermales Naturbad Da kommt der nächste Tipp gerade recht: Baden in geothermalem Quellwasser! In den Mývatn Naturbädern kann man in zwei milchig blauen Lagunen plantschen, während man seine Drinks genießt, die im Becken selbst ausgeschenkt werden. Der Eintritt ist, wie alles in Island, sehr teuer, aber wir sagen uns: Hey, wir sind in Island, da gehört so ein Besuch eines geothermalen Bades einfach dazu, oder?! Das Wasser verströmt den auf Island fast normalen, leicht fauligen Geruch, ist aber sehr angenehm auf der Haut. Auf den Beckenböden findet sich eine Art Lava-Kies-Schlamm, der die Füße abschmirgelt und sich wunderbar zu Peeling-Zwecken eignet. Wir genießen die Becken etwa 2 Stunden, entspannen uns auf algenbedeckten Felsen und schauen auf die bizarre Landschaft, die das Bad umgibt. Da es an einem Hang gelegen ist, hat man eine tolle Aussicht. Zum Abschluss geht es noch kurz in das kleine 41° warme Sitzbecken, bevor wir das Bad sauber und entspannt verlassen. Naturbad am MývatnOrt: Mývatn Adresse: Mývatn Nature BathsJarðbaðshólar, 660 Mývatn Kosten: 6.490 ISK/ca. 42 € p.P., 7.690 ISK/ca. 50 € p.P inkl. Drink, 9.490 ISK/ ca. 64 € p.P. inkl. Drink, Bademantel und Handtuch Weitere Angebote: Im hauseigenen Café gibt es süße und herzhafte Speisen und Getränke (sogar Berliner 🙂 ) ➤ Zur Website des Naturbades Extra-Tipp: Anreise von Akureyri Unser Navi hat uns darauf hingewiesen, dass wir von Akureyri kommend einen mautpflichtigen Tunnel nutzen müssen, um zum Mývatn zu gelangen. Dieser sei aber durch die ältere und längere Passstraße zu umgehen. Von dort hat man auch eine tolle Aussicht ins Tal, doch die schlechte Nachricht: Ab einer gewissen Höhe ist die Straße nur mit Allradfahrzeugen zu befahren. Wer wie wir keins hat: Es gibt noch eine weitere Straße außen rum, die kostenlos ist.</p>
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		<title>Von lachenden Steinen und reißenden Flüssen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rosa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2014 15:46:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Island]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über zwei Ecken lerne ich Sonja Lenz kennen. Ihr Lebenslauf macht mich sofort neugierig: Studierte Vulkanologin, die nach einem Ausflug in die journalistische Arbeit eine eigene Reiseagentur gegründet hat und jetzt Wanderreisen nach Island anbietet. Weil ich mehr wissen will, habe ich ein kleines Interview mit ihr geführt. Ein Fluss im Süden Islands, in der Mitte ein Bus mit Motorschaden. Durch das Fenster klettert eine Frau nach draußen. Die Strömung reißt sie von den Füßen und sie muss sich anstrengen, um auf allen Vieren ans Ufer zu gelangen. Dort angekommen ist sie nicht nur klatschnass, sondern hat auch ihr Portemonnaie verloren. So beginnt Sonja Lenz die Schilderung von ihrem schönsten Erlebnis als Reiseleiterin. Als Studentin nach Island Als Geographiestudentin ist Lenz nach Island gekommen, um sich auf der Insel Heimaey im Süden Islands mit Vulkanen zu beschäftigen. In der achten Klasse hat sie ein Schulbuch, das einen isländischen Vulkan auf dem Cover zeigt. Von da an ist für sie klar: Ich werde Vulkanologin. Nach dem Abitur schreibt sie sich zunächst für Geologie ein. Aber bald wird ihr klar, dass ihr das Fach zu eng fokussiert ist und sie wechselt zur Geographie, ein Fach, in dem auch Ethnologie und Kulturwissenschaft eine Rolle spielen. Sie bewirbt sich für Praktika auf der ganzen Welt. Während Sie von manchen Institutionen nicht einmal eine Antwort erhält, geben die unkomplizierten Isländer ihr sogar zeitlichen Spielraum. Sie fragen einfach: Für wie lang möchten Sie zu uns kommen? Journalistin und Reiseleiterin Statt also nur ein kurzes Praktikum zu absolvieren, entscheidet sich Lenz, ihre Diplomarbeit dort zu schreiben. Es wird ein halbes Jahr, das sie auf Island verbringt. Danach möchte sie promovieren. Doch wie das so ist im Leben, manchmal geht es seinen ganz eigenen Weg. Und so wird Lenz nach einem Abstecher in den Journalismus Reiseleiterin bei Wikinger Reisen. Das Unternehmen sucht Personal für Island. Lenz führt Touristengruppen über die Insel, referiert über Flora und Fauna und übernimmt die Organisation für Gruppenreisen. Zum ersten Mal macht sie die Erfahrung, dass die Menschen sich wirklich für das interessieren, was sie erzählt. Im Gegensatz zur Universität, wo jeder darum bemüht ist, seine eigene Forschung voran zu bringen und sich selbst zu profilieren, begeistern sich die Menschen nun ehrlich für das, was Lenz ihnen bietet. Wanderungen durch die abwechslungsreichen Landschaften, gespickt mit dem Wissen einer Wissenschaftlerin. Es gibt auch negative Erlebnisse. Zum Beispiel, wenn die Gäste eigentlich keine Lust zum Wandern haben, sich über zu wenig Farbe in der Landschaft beschweren oder die Reiseleiterin für ihre eigene Unachtsamkeit und wunde Füße verantwortlich machen. Aber auch darüber kann Lenz mit Freundlichkeit und Disziplin einer Dienstleisterin hinwegsehen. Oder dafür sorgen, dass die Wandernden inne halten, die Augen aufmachen und die Schönheit der Landschaft entdecken und annehmen. Der Schritt in die Selbstständigkeit „Ihre“ Insel Heimaey hat Lenz aber nicht vergessen und schwärmt den Gästen oft davon vor. Schließlich wird ihr klar, dass sie sich intensiver mit Reisen nach Heimaey beschäftigen will. Sie arbeitet ein Konzept für eine Insiderreise aus. Dieses wird wohlwollend aufgenommen, allerdings nicht finanziell honoriert. Und da beschließt Lenz, dass sie es auf eigene Faust versuchen will. Und gründet inselzeitreisen, ein Unternehmen, das sich Slow Travel auf die Fahne geschrieben hat. Hier kann man Reisen buchen, die nicht hektisch und aufregend, sondern vor allem erholsam sind. Es geht darum, sich Zeit zu nehmen, im besten Fall eine Auszeit. Statt pausenlosem Sightseeing wird eine Landschaft zu Fuß und in der Gruppe erwandert. Und weil dies nicht nur auf Island funktioniert, bietet Lenz auch Reisen nach Sizilien, Mallorca und in deutsche Regionen an. Außerdem unterstützt inselzeitreisen den Individualtouristen bei Reiseplanungen, beispielsweise bei Buchungen von Unterkunft und Mietwagen. Zunächst hat Lenz selbst bei inselzeitreisen als Wanderführerin gearbeitet. Momentan ist sie durch ihre Familie in Deutschland gebunden und koordiniert von zu Hause die anderen Reiseleiter. Aber sobald die Kinder alt genug sind, will sie selbst wieder Menschen von Island begeistern.In unserem Gespräch wird eins überdeutlich: Sonja Lenz weiß was sie will und sie hat die Energie und den Durchhaltewillen, ihre Ziele zu erreichen. Auch wenn das heißt, mal einen Umweg zu gehen. Und das beeindruckt und motiviert mich, an meinem eigenen Berufstraum weiter zu arbeiten. Der ist zwar noch nicht klar umrissen, dreht sich aber ums Reisen und Schreiben. Þetta reddast Das Schöne an dem zu Anfang beschriebenen Erlebnis war übrigens nicht das Bad im Fluss, sondern das Kennenlernen der isländischen Lebensphilosophie. Die heißt nämlich “Þetta reddast“, grob übersetzt: „Es rettet sich“. Gar nicht so weit entfernt vom kölschen „Et hät noch immer jot jejange“. Und in diesem Sinn kam die Sonne hinter den Wolken hervor, als Sonja Lenz aus dem Fluss krabbelte, am Ufer fand sie einen Stein, der sie anlächelte und zwei Thüringer fanden ihr Portemonnaie. Das kam dann über Reykjavik zu ihr zurück. „So ist Island: unkompliziert, abwechslungsreich und manchmal eine echte Herausforderung. Aber gerade deswegen begeistert das Land so“, sagt Sonja Lenz. Wie sie mir verrät, ist es aber natürlich auch eine Frage der richtigen Einstellung, ob die Dinge sich positiv entwickeln. Und die hat sie auf jeden Fall. Die in diesem Artikel befindlichen Bilder hat Frau Lenz mir dankenswerterweise kostenfrei zur Verfügung gestellt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://rosasreisen.de/von-lachenden-steinen-und-reisenden-flussen/">Von lachenden Steinen und reißenden Flüssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://rosasreisen.de">Rosas Reisen</a>.</p>
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