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	<title>Interview Archive - Rosas Reisen</title>
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		<title>Mona van Schingen &#8211; Auf Echsensuche im Dschungel Vietnams</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rosa]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jan 2015 08:59:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Asien]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich kenne Mona van Schingen schon seit dem Kindergarten. Stundenlang haben wir in ihrem Kinderzimmer mit Gummi-Dinosauriern gespielt und ich habe ganze Nachmittage damit verbracht, von ihr Namen wie Eustreptospondylus, Pachycephalosaurus, Liopleurodon und Pterodactylus zu lernen. Nach dem Abitur hat sie sich entschieden, Biologie zu studieren und beschäftigt sich nun als Doktorandin wieder mit den schuppigen Echsen, allerdings mit lebendigen Vertretern dieser Art. Sie erforscht den Shinisaurus crocodilurus, die chinesische Krokodilschwanzechse. Und dafür nimmt sie einiges auf sich. Doktorarbeit und Dschungelforschung Seit knapp einem Jahr arbeitet Mona an ihrer Doktorarbeit. Wer jetzt an ein kleines Studierzimmer voller Bücher denkt, liegt falsch. 20 Wochen hat sie bereits zu Forschungszwecken im vietnamesischen Dschungel verbracht. Dort sucht sie nach den Echsen, die nur in den abgelegensten Regionen vorkommen. Ihr Weg führt sie im Dunkeln durch trübe Gewässer, umgeben von giftigen Schlangen und Spinnen. Das Wasser bewegt sich, und sie weiß nie, was sich da auf sie zuschlängelt. Manchmal verschwinden die Führer einfach in der Nacht und sie und ihre Kollegin sind auf sich allein gestellt. Das ist nicht ungefährlich, aber bis jetzt hat sie alles ohne schlimmere Verletzungen überstanden. Abschürfungen, ein Sturz in eine Schlucht, allergische Schocks und Fieber nimmt sie in Kauf. Als ich von meinem bequemen Sofa aus frage, warum, überlegt sie kurz. „Weil es sich immer lohnt. Für den Moment, in dem ich zum ersten Mal wieder eine Echse finde.“ Natur verstehen, schützen und erhalten Auch privat gibt es Reptilien in ihrem Leben, mittlerweile beherbergt sie zwei Kornnattern und ein paar Echsen. „Eines Tages war ich auf dem Weg zur Uni. Ich stand mit einem Terrarium voller Käfer im Aufzug und ein Typ fragte, ob ich seine Schlange haben wollte. Seine Frau hätte Angst vor ihr. Als ich gesehen habe, in was für einem verwahrlostem Zustand das Tier war, habe ich nicht gezögert. Und damit Draco nicht einsam ist, hat er seit zwei Wochen Gesellschaft von seinem Kumpel Snape.“ Tiere erforschen, verstehen und schützen, das spielt wahrscheinlich jedes Kind einmal. Aber Mona hat sich das beruflich zur Aufgabe gemacht. Nachdem sie in der Schule den Bio-Leistungskurs besucht hatte, war ihr klar, dass auch ihr weiterer Weg in diese Richtung führt. Im Rahmen eines Praktikums im Kölner Zoo entstand eine bis heute andauernde Zusammenarbeit und mit ihrer Bachelor-Arbeit der Einstieg in die Erforschung von Echsen Südostasiens. Seit über 10 Jahren bemüht sich der Kölner Zoo in Kooperation mit den Behörden und Wissenschaftlern in Vietnam die dortige Natur- und Artenvielfalt zu schützen und zu erhalten. Das war Mona van Schingen wichtig: praktisch arbeiten und aktiven Naturschutz betreiben. Die Krokodilschwanzechse, ein lebendes Fossil So war der Weg zur Master-Arbeit auch nicht weit. Erst vor Kurzem hatte Dr. Thomas Ziegler, der Kurator des Aquariums, die chinesische Krokodilschwanzechse in Vietnam entdeckt. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes „lebendes Fossil“, wie Mona erklärt. Das heißt, dass sich die Evolutionslinie der Echse schon sehr, sehr früh entwickelte, nämlich als der Tyrannosaurus Rex über unsere Erde stampfte. Und seitdem hat sie sich, im Gegensatz zu anderen Arten, nicht deutlich verändert. Leider droht ihr dasselbe Schicksal wie den Dinosauriern. Im Rahmen ihrer Master-Arbeit fand Mona heraus, dass es nur noch etwa 100 Exemplare in Vietnams Urwäldern gibt, die Echse also akut vom Aussterben bedroht ist. Denn: „5000 Exemplare sind das Minimum für eine stabile Population“, sagt die Doktorandin. In ihrer Doktorarbeit beschäftigt sie sich nun mit „anthropogenen Einflüssen auf tropisch-aquatische Echsenpopulationen“, also dem Einfluss des Menschen auf die Echsen. Auswirkungen des Menschen auf den natürlichen Lebensraum Ziel ist es, diese Art am Leben zu erhalten und die Population zu vergrößern. In Vietnam werden bereits Krokodilschwanzechsen gezüchtet. „Damit die Auswilderung dieser Tiere gelingt, müssen wir vorher so viel wie möglich über sie wissen. Über ihre genetischen Verwandtschaftsverhältnisse und ihren natürlichen Lebensraum zum Beispiel. Und über ihren Platz in der Nahrungskette.“ Aber auch die äußeren Einflüsse sind wichtig: Wie wirkt sich der dortige Kohleabbau auf die Echsenpopulation aus? Welche Folgen hat die voranschreitende Rodung vietnamesischer Wälder? Und welche Rolle spielt der Klimawandel? Das alles ist wichtig, wenn man verhindern möchte, dass dieser Planet eine weitere seiner Arten für immer verliert. Das ist Monas Motivation für ihre Arbeit. Und die ist wirklich kein Zuckerschlecken. Im Gegenteil: Tatsächlich gibt es in Vietnam gerne mal frisches Blut zu trinken. Und gekochte Gänseeier inklusive Embryo mit Schnabel, Füßen, Federn und Knochen gelten als Delikatesse. „Da war Hund fast schon angenehm normal, er hat beinahe wie Wild geschmeckt.“Trotzdem besteht ihre Arbeit natürlich nicht nur aus abenteuerlichen Wanderungen durch den Urwald und kulinarischen Herausforderungen. Auch die akribische Auswertung der gesammelten Daten gehört dazu. Und die findet dann eben doch im Studierzimmer in Deutschland statt. Beziehungsweise in einem Büro in der Kölner Uni. Hier unterstützt und betreut sie zusätzlich Bachelor- und Masterstudenten bei ihren Abschlussarbeiten. Nebenbei hält sie Vorträge, zum Beispiel in Schweden, und hat gerade eine Arbeit für den WWF beendet. Es ging um ein Schutzprojekt für Elefanten, die wegen ihres Elfenbeins getötet werden. Ach ja, und in Afrika war sie auch sechs Wochen, schließlich leben dort ebenfalls Echsen. Ihr Traum ist es, eines Tages Direktorin oder Kuratorin eines Zoos zu sein und sich weiter für den Schutz „ihrer“ Echsen einzusetzen. Im Mai nimmt sie die Feldarbeit wieder auf und fliegt nach Asien. Als ich sie frage, ob es ihr nicht manchmal unheimlich ist nachts im Dschungel, antwortet sie: „Unheimlich ist es eigentlich immer!“ Aber sie lacht dabei. Und ich werde fast neidisch. Fast. 🙂 Die Bilder stammen alle von Mona van Schingen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://rosasreisen.de/mona-van-schingen-interview-echsensuche-im-dschungel-vietnams/">Mona van Schingen &#8211; Auf Echsensuche im Dschungel Vietnams</a> erschien zuerst auf <a href="https://rosasreisen.de">Rosas Reisen</a>.</p>
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		<title>Von lachenden Steinen und reißenden Flüssen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rosa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2014 15:46:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Island]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über zwei Ecken lerne ich Sonja Lenz kennen. Ihr Lebenslauf macht mich sofort neugierig: Studierte Vulkanologin, die nach einem Ausflug in die journalistische Arbeit eine eigene Reiseagentur gegründet hat und jetzt Wanderreisen nach Island anbietet. Weil ich mehr wissen will, habe ich ein kleines Interview mit ihr geführt. Ein Fluss im Süden Islands, in der Mitte ein Bus mit Motorschaden. Durch das Fenster klettert eine Frau nach draußen. Die Strömung reißt sie von den Füßen und sie muss sich anstrengen, um auf allen Vieren ans Ufer zu gelangen. Dort angekommen ist sie nicht nur klatschnass, sondern hat auch ihr Portemonnaie verloren. So beginnt Sonja Lenz die Schilderung von ihrem schönsten Erlebnis als Reiseleiterin. Als Studentin nach Island Als Geographiestudentin ist Lenz nach Island gekommen, um sich auf der Insel Heimaey im Süden Islands mit Vulkanen zu beschäftigen. In der achten Klasse hat sie ein Schulbuch, das einen isländischen Vulkan auf dem Cover zeigt. Von da an ist für sie klar: Ich werde Vulkanologin. Nach dem Abitur schreibt sie sich zunächst für Geologie ein. Aber bald wird ihr klar, dass ihr das Fach zu eng fokussiert ist und sie wechselt zur Geographie, ein Fach, in dem auch Ethnologie und Kulturwissenschaft eine Rolle spielen. Sie bewirbt sich für Praktika auf der ganzen Welt. Während Sie von manchen Institutionen nicht einmal eine Antwort erhält, geben die unkomplizierten Isländer ihr sogar zeitlichen Spielraum. Sie fragen einfach: Für wie lang möchten Sie zu uns kommen? Journalistin und Reiseleiterin Statt also nur ein kurzes Praktikum zu absolvieren, entscheidet sich Lenz, ihre Diplomarbeit dort zu schreiben. Es wird ein halbes Jahr, das sie auf Island verbringt. Danach möchte sie promovieren. Doch wie das so ist im Leben, manchmal geht es seinen ganz eigenen Weg. Und so wird Lenz nach einem Abstecher in den Journalismus Reiseleiterin bei Wikinger Reisen. Das Unternehmen sucht Personal für Island. Lenz führt Touristengruppen über die Insel, referiert über Flora und Fauna und übernimmt die Organisation für Gruppenreisen. Zum ersten Mal macht sie die Erfahrung, dass die Menschen sich wirklich für das interessieren, was sie erzählt. Im Gegensatz zur Universität, wo jeder darum bemüht ist, seine eigene Forschung voran zu bringen und sich selbst zu profilieren, begeistern sich die Menschen nun ehrlich für das, was Lenz ihnen bietet. Wanderungen durch die abwechslungsreichen Landschaften, gespickt mit dem Wissen einer Wissenschaftlerin. Es gibt auch negative Erlebnisse. Zum Beispiel, wenn die Gäste eigentlich keine Lust zum Wandern haben, sich über zu wenig Farbe in der Landschaft beschweren oder die Reiseleiterin für ihre eigene Unachtsamkeit und wunde Füße verantwortlich machen. Aber auch darüber kann Lenz mit Freundlichkeit und Disziplin einer Dienstleisterin hinwegsehen. Oder dafür sorgen, dass die Wandernden inne halten, die Augen aufmachen und die Schönheit der Landschaft entdecken und annehmen. Der Schritt in die Selbstständigkeit „Ihre“ Insel Heimaey hat Lenz aber nicht vergessen und schwärmt den Gästen oft davon vor. Schließlich wird ihr klar, dass sie sich intensiver mit Reisen nach Heimaey beschäftigen will. Sie arbeitet ein Konzept für eine Insiderreise aus. Dieses wird wohlwollend aufgenommen, allerdings nicht finanziell honoriert. Und da beschließt Lenz, dass sie es auf eigene Faust versuchen will. Und gründet inselzeitreisen, ein Unternehmen, das sich Slow Travel auf die Fahne geschrieben hat. Hier kann man Reisen buchen, die nicht hektisch und aufregend, sondern vor allem erholsam sind. Es geht darum, sich Zeit zu nehmen, im besten Fall eine Auszeit. Statt pausenlosem Sightseeing wird eine Landschaft zu Fuß und in der Gruppe erwandert. Und weil dies nicht nur auf Island funktioniert, bietet Lenz auch Reisen nach Sizilien, Mallorca und in deutsche Regionen an. Außerdem unterstützt inselzeitreisen den Individualtouristen bei Reiseplanungen, beispielsweise bei Buchungen von Unterkunft und Mietwagen. Zunächst hat Lenz selbst bei inselzeitreisen als Wanderführerin gearbeitet. Momentan ist sie durch ihre Familie in Deutschland gebunden und koordiniert von zu Hause die anderen Reiseleiter. Aber sobald die Kinder alt genug sind, will sie selbst wieder Menschen von Island begeistern.In unserem Gespräch wird eins überdeutlich: Sonja Lenz weiß was sie will und sie hat die Energie und den Durchhaltewillen, ihre Ziele zu erreichen. Auch wenn das heißt, mal einen Umweg zu gehen. Und das beeindruckt und motiviert mich, an meinem eigenen Berufstraum weiter zu arbeiten. Der ist zwar noch nicht klar umrissen, dreht sich aber ums Reisen und Schreiben. Þetta reddast Das Schöne an dem zu Anfang beschriebenen Erlebnis war übrigens nicht das Bad im Fluss, sondern das Kennenlernen der isländischen Lebensphilosophie. Die heißt nämlich “Þetta reddast“, grob übersetzt: „Es rettet sich“. Gar nicht so weit entfernt vom kölschen „Et hät noch immer jot jejange“. Und in diesem Sinn kam die Sonne hinter den Wolken hervor, als Sonja Lenz aus dem Fluss krabbelte, am Ufer fand sie einen Stein, der sie anlächelte und zwei Thüringer fanden ihr Portemonnaie. Das kam dann über Reykjavik zu ihr zurück. „So ist Island: unkompliziert, abwechslungsreich und manchmal eine echte Herausforderung. Aber gerade deswegen begeistert das Land so“, sagt Sonja Lenz. Wie sie mir verrät, ist es aber natürlich auch eine Frage der richtigen Einstellung, ob die Dinge sich positiv entwickeln. Und die hat sie auf jeden Fall. Die in diesem Artikel befindlichen Bilder hat Frau Lenz mir dankenswerterweise kostenfrei zur Verfügung gestellt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://rosasreisen.de/von-lachenden-steinen-und-reisenden-flussen/">Von lachenden Steinen und reißenden Flüssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://rosasreisen.de">Rosas Reisen</a>.</p>
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