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	<title>Norwegen Archive - Rosas Reisen</title>
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	<title>Norwegen Archive - Rosas Reisen</title>
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		<title>Spitzbergen-Umrundung: Samarinvågen</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Oct 2025 05:50:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Beste kommt zum Schluss. So heißt es doch, oder? Und irgendwie stimmt das auch. Wobei diese Reise rund um Spitzbergen nun wirklich nicht arm an Highlights war. Ich gestehe, es gab auch ein paar weniger spannende Landestellen, aber zum Beispiel Smeerenburg, Frambukta, das Packeis und die Palanderbukta werde ich nie vergessen. Und jetzt kommt der krönende Abschluss. Vorhang auf für Samarinvågen! Das hier ist der letzte Landeplatz bevor wir Spitzbergen verlassen und natürlich möchten wir uns mit einem Knall von unseren Gästen verabschieden. Und das tun wir, mit einer Landschaft, die nicht lauter &#8220;Spitzbergen&#8221; schreien könnte und doch mit ihrer majestätischen Stille tief in Geist und Seele eindringt. Denn hier, am Samarinbreen durchbricht nur das Knacken und Bersten des Gletschereises die Ruhe, die über dem Wasser liegt. Magischer Name, magischer Ort Benannt ist der Gletscher ausnahmsweise nicht nach einer hochrangigen Persönlichkeit, sondern nach einem Fischer aus Mezen am Weißen Meer, der als Handwerker der russischen Abteilung der schwedisch-russischen Arc-of-Meridian-Expedition nach Spitzbergen (1899–1902) kam. Ich finde, der Klang seines Namens hat etwas Magisches, wenn er über die Zunge rollt. Und magisch ist auch dieser Ort, der einem mit seiner fast mystischen und majestätischen Schönheit den Atem nimmt. Und das erstmal im wahrsten Sinne des Wortes, denn hier, am Samarinvågen, erklimmen wir eine steile Seitenmoräne, es geht etwa 100 Höhenmeter hinauf über Geröll und durch weichen Schnee. Doch oben angekommen ist alle Anstrengung vergessen, denn hier erwartet uns eine 360°-Revue Spitzbergens und des Hornsunds. Der Hornsund: Fjord statt Sund Streng genommen trägt der Hornsund seinen Namen nicht ganz zurecht. Ein „Sund“ beschreibt eigentlich eine Meerenge, die zwei größere Wasserflächen miteinander verbindet. Doch hier im Süden Spitzbergens handelt es sich nicht um einen Durchgang, sondern um einen tief eingeschnittenen Fjord, der sich fast 25 Kilometer weit ins Landesinnere zieht. Entstanden ist diese Landschaft durch die Arbeit eines Talgletschers, der während der Eiszeiten langsam seewärts wanderte und das Tal ausschürfte. Noch heute erzählen die steilen Felswände, die fast senkrecht aus dem Wasser ragen, von dieser gewaltigen eiszeitlichen Kraft. Benannt wurde der Hornsund übrigens von Jonas Poole (derselbe, nach dem auch Poolepynten benannt ist), der hier einst ein Rentiergeweih fand und den Ort danach benannte. Oben angekommen, drehe ich mich im Kreis und versuche das Panorama in mich aufzunehmen. Mit einer Kamera lässt sich die Szenerie kaum festhalten: scharfkantige, schwarz-weiße Gipfel, Nebel, der wie eine schwere Decke über den Bergen hängt, türkisfarbenes Wasser, auf dem kleine Schollen treiben. In der Ferne grollt der Gletscher, und in der Bucht liegt unser Schiff, das geduldig auf uns wartet. Manchmal verschluckt der Nebel sogar die Eisbärenwächter, wenn er von den Hängen hinunterwallt. Doch die Männer harren stoisch und geduldig auf ihren nasskalten Posten aus. Wer ein Auge für die kleinen Dinge hat, entdeckt hier oben außerdem das filigrane Aufgeblasene Leimkraut, das zwischen Geröll und Schnee blüht. Zwischen Gletschern und Gipfeln Über all dem erhebt sich der Hornsundtind, mit 1.433 Metern der höchste Berg im Süden Spitzbergens. Zum Vergleich: der höchste Gipfel des Archipels, der Newtontoppen, überragt ihn nur um 280 Meter. Steile Felswände, durchzogen von weißen Schneebändern, und ringsum Gletscher mit tiefen Spalten unterstreichen den fast alpinen Charakter dieser Szenerie. So sagt es mir zumindest Jérôme, der sich im Gegensatz zu mir in den Alpen auskennt. Stille mit verborgenen Besuchern Samarinvågen ist ein Ort, der wie entrückt wirkt. Die Stille hier oben wird nur von leisen Stimmen der Gäste, dem Knacken des Eises oder dem fernen Brummen unserer Zodiacs durchbrochen. In der Bucht, 100 m unter uns, sind Belugas unterwegs. Man kann sie von hier oben aber kaum sehen, denn das Wasser ist unruhig und voller Eis, es ist nebelig und die Spiegelungen der Berge erschweren das Erkennen. Aber für den ein oder anderen (mich) ist es vielleicht ein schöner Gedanke zu wissen, dass sie dort sind. Ein letzter Gruß Und manchmal wenn man hier ist, fast wie ein Geschenk zum Abschied, bricht der Himmel plötzlich auf. Das Grau des Nebels weicht einem strahlenden Blau, Sonnenlicht ergießt sich über Berge, Wasser und Eis. Ein letzter, gleißender Blick auf Spitzbergen, bevor die Reise ihrem Ende entgegengeht. Und dieses Ende führt uns zurück zum Beginn unserer Reise, den nun haben wir unsere Umrundung vollendet. Von hier ist es nicht mehr weit nach Longyearbyen und von dort nach Hause. Naja, bis zum nächsten Mal. Ich kann es kaum erwarten.</p>
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		<title>Spitzbergen-Umrundung: Gåshamna</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Oct 2025 05:41:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Willkommen in Gåshamna, dem Gänsehafen! So wurde dieser Ort von den Niederländern, die dort im frühen 17. Jahrhundert landeten um Wale zu fangen, genannt. Ob die „Gänsebucht“ nun nach einer zufälligen Schar Gänse benannt wurde, nach einem Schiff oder dem holländischen Ort Goes weiß heute niemand mehr so genau. Manche führen den Namen auf einen österreichischen Grafen mit Namen Goëss zurück, der im 19. Jahrhundert Landeshauptmann von Kärnten war. Auf jeden Fall taucht der Name erstmals auf einer Karte von Sterneck aus dem Jahr 1874 auf. Heute sollte der tatsächlich besser Walhafen heißen, denn überall am Strand findet man die Überreste der Tiere und Erinnerungen an eine glücklicherweise vergangene Epoche. Gneis, Granit und arktische Flora Hier im Hornsund stoßen wir auf die ältesten Gesteine Spitzbergens: robuste Gneise und Granit, die den schroffen, spitzen Bergen ihre Form geben. Die weißen Flecken an den Hängen sind dabei keine zusammengerollten Eisbären, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte, sondern Dolomit, den die Gletscher hierhergeschleppt haben. Unsere Eisbärenwächter lassen sich natürlich nicht täuschen. Wer genauer hinschaut, entdeckt die kleinen Wunder der arktischen Flora in Gåshamna, die sich gegen den langen Winter behaupten. Zarte Blüten von Steinbrech in allen Farben, Moose, Flechten und Algen, die auf den ersten Blick fast wie Plastik aussehen. Es macht mich stolz, dass mehrere Gäste zu mir kommen und fragen, ob sie das vermeintliche Plastik einsammeln dürfen, um die Bucht sauber zu halten. Ich kann ihnen für ihr Engagement danken und dennoch versichern, dass sie in dem Fall nicht aktiv werden brauchen. Alles organisch, darf also bleiben! Walfang auf Spitzbergen Während wir uns bei der Blumensuche ein bisschen konzentrieren müssen, springen uns dieKnochen der Wale förmlich ins Auge. Überall liegen sie, teils schon verwittert und mitVegetation bedeckt, teils noch gut als solche erkennbar. Denn hier, in diesem Hafen, habendie Walfänger im 17. Und 18. Jahrhundert intensive Fangfahrten unternommen. Die erstenWalfangschiffe kamen bereits 1610 nach Spitzbergen. Die Insel war nur wenige Jahre zuvor offiziell von Willem Barents entdeckt worden, doch die Tatsache, dass sich in den Gewässern viele Wale tummelten, machte schnell weltweit die Runde. Zunächst kamen vor allem die Briten und Niederländer, später auch die Franzosen und um 1644 wurden auch die ersten deutschen Walfangschiffe aus Hamburg und Altona in den Norden geschickt. 1613 waren es 26 Walfangschiffe in den Gewässern der Inselgruppe, 1648 war die Zahl allein der niederländischen Walfänger bereits auf 246 angewachsen. In Gåshamna findet man nicht nur Walknochen, sondern kann auch die Überreste einer Landstation besichtigen. Auf kleinen Hügeln standen damals große Kessel, in denen der Walspeck ausgekocht wurde. Um die Wale zu erlegen, fuhren die Fangleute in mehreren kleinen Booten hinaus. Der Wal wurde frontal oder von hinten in seinem toten Winkel angesteuert und harpuniert. Tauchte der Wal ab, gaben die Jäger mehr Leine, um nicht hinabgezogen zu werden. Immer wieder wurde das Tier, das zunehmend unter Erschöpfung litt, beim Auftauchen attackiert. Irgendwann kam dann der letzte Todeskampf, bei dem die Jäger aufpassen mussten, nicht von der schlagenden Schwanzflosse getroffen zu werden, die die kleinen Boote zerstören konnte. Bei dieser Jagd wurden nicht zu unterschätzende Distanzen zurückgelegt und gerade in den arktischen Gewässern war sie mit vielen Gefahren verbunden. Grönlandwal – „der richtige Wal“ Auf den Grönlandwal hatten es die Walfänger besonders abgesehen. Man nannte ihn damals auch »Right Whale«: Er war der »richtige Wal« zum Jagen, da er langsam war, von Natur aus zutraulich und auf Grund seiner dicken Speckschichte auch tot noch an der Oberfläche trieb. Aufgrund ihrer Größe, sie werden 14 bis 18 Meter lang, boten die Grönlandwale also reiche Beute an Tran, Knochen und Barten. Nachdem die Fanggründe in den Gewässern um Spitzbergen in nur wenigen Jahrzehnten so überjagt waren, dass kaum noch Wale zu finden waren, verlagerte sich der Fokus der Walfänger langsam nach Nordamerika und in die Antarktis. Von Trappern und Wissenschaftlern: Leben in Gåshamna Wie an so vielen anderen Orten auf der Insel waren es als nächstes die Wissenschaftler, die kamen. Von 1899 bis 1902 nahm eine schwedisch-russische Expedition hier Messungen vor (die, die sich auch auf der Chermsideøya verewigt hat!). Dazu errichteten sie eine kleine Hütte auf der gegenüberliegenden Fjordseite. Nachdem die Expeditionsteilnehmer abgezogen waren, nutzen in den folgenden Jahren hauptsächlich Trapper die Hütte. Einem hat es dort so gut gefallen, dass er insgesamt acht Winter dort verbrachte, vier davon sogar mutterseelenallein. Der Mensch und der Wal Ich gestehe, so schön finde ich es an diesem Ort nicht. Heute wirkt er ruhig und friedlich, aber manchmal verursacht die Brutalität, die dieser Strand gesehen hat, bei mir dennoch eine Gänsehaut. Immer mal wieder wird mir, wenn ich durchaus mit einer gewissen Abscheu über den Walfang spreche, vorgehalten, ich müsse diesen als Ausdruck seiner Zeit sehen. Als Walfänger eben ein ganz normaler Job war, als die Menschen noch kein Bewusstsein für Natur, Umwelt und Ressourcen hatten. Dass man nicht pauschal verurteilen dürfe, was damals geschehen sei, dass eben nur die Nachfrage des Marktes bedient wurde. Ganz ehrlich: ja und nein. Ja, als Historikerin bin auch ich der Meinung, dass man Dinge, Ereignisse und Entwicklungen in ihrem zeitlichen Kontext begutachten und bewerten muss. Und ich würde mir niemals anmaßen, einen Menschen pauschal als böse oder schlecht zu verurteilen, weil er in dieser Industrie tätig war, um seine Familie zu ernähren. Aber: Ich glaube, dass die Menschen durchaus wussten, was sie den Walen antaten. Und dass sie deren Arglosigkeit ausnutzen, sich vielleicht sogar über die vermeintliche &#8220;Dummheit&#8221; der Geschöpfe lustig machten, die es ihnen erleichterte, sie grausam zu töten. Dass so ein Todeskampf für das Tier grausam und qualvoll war, stellt hoffentlich niemand in Frage. Interspezifische Verteidigung Noch heute wissen wir nur sehr wenig über Wale, ihr Sozialleben, ihre Kommunikation und ja, auch über ihre Emotionen. Wir wissen aber, dass sie solche Empfinden. dass sie Schmerz, Trauer und Wut fühlen. Und noch etwas, dass wir Menschen gerne für uns beanspruchen: Empathie. Manche Walarten scheinen zeigen nämlich ein Verhalten, das Forscher als „interspezifische Schutzreaktion“ bezeichnen. So wurden Buckelwale zum Beispiel dabei beobachtet, wie sie Delfine aktiv vor Orcas abschirmten, indem sie die Raubtiere mit mächtigen Schwanzhieben ablenkten oder zwischen sie und die Delfine schwammen. Auch bei der Jagd auf Robben oder in Begegnungen mit Haien schützen große Wale manchmal kleinere Tiere. Und dabei handelt es sich nicht um ihren eigenen Nachwuchs, sondern um gänzlich andere Spezies. Warum? Warum bringen die Wale sich damit selbst in Gefahr? Teilweise wertet die Forschung dieses Verhalten als Ausdruck der sozialen Intelligenz und des komplexen Soziallebens von Walen, teilweise könnten es erlernte Strategien sein, die sowohl Artgenossen als auch andere Tiere sichern. Manchmal wirkt das Schutzverhalten auf Außenstehende vielleicht zufällig oder spielerisch, doch die Beobachtungen zeigen, dass Wale durchaus ein Gespür dafür haben, wann andere Tiere in Gefahr sind und dann eingreifen. Und was ist das anderes als Empathie? Natürlich, all das wusste man früher vielleicht nicht. Aber ich möchte und kann trotzdem nicht entschuldigen, was damals hier passiert ist. Und ich hoffe einfach, dass die Wale noch eine Chance haben, nach Spitzbergen zurückzukehren. Denn auch nach 300 Jahren haben sich die Bestände immer noch nicht wieder erholt. Ich drücke ganz fest die Daumen.</p>
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		<title>Spitzbergen-Umrundung: Dolerittneset (Kapp Lee)</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Oct 2025 05:31:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eisbär hier, Eisbär da, Eisbär an der Würzburger Hütte, Eisbär in der Diskobukta &#8211; es gibt so Tage, da weiß man im wahrsten Sinne des Wortes nicht wohin dank Eisbär! Bei einer Spitzbergen-Umrundung kann es halt schon mal passieren, das Landestellen besetzt sind. Und der Bär hat natürlich immer Vorrang vor uns. Dann müssen wir einen Alternativplan aus dem Hut zaubern. Die gute Nachricht: Weder an Kapp Lee noch am Dolerittneset ist ein Bär unterwegs. Das heißt für uns: Bahn frei für eine Zodiac-Cruise. Und zwar zur Walrosskolonie südlich von Kapp Lee! Wir fahren nach Dolerittneset. Der Name stammt von dem dort vorherrschenden Gestein Dolerit. Und da Dolerittneset weder so leicht zu schreiben noch auszusprechen ist, wie das etwas nördlich gelegene Kapp Lee, nimmt man oft dessen Namen um die Landestelle zu beschreiben. Woher der Name kommt, war aber selbst für mich nicht herauszufinden. Überliefert ist er seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Von Trappern und Ölfirmen Kapp Lee gehört zu den Orten auf Spitzbergen, an denen wir tatsächlich diverse Überreste menschlicher Aufenthalte aus verschiedenen Jahrhunderten finden können. Gleich mehrere Hütten erzählen hier von früheren Zeiten. Besonders auffällig ist die achteckige Trapperhütte von 1904, liebevoll „Karosælen“, also Karussell, genannt. Ihre Bauweise erinnert an Fertighäuser, die in Tromsø für Expeditionen verkauft wurden, sozusagen ein IKEA-Bausatz für Abenteurer. 2009 wurde das Schmuckstück vom Sysselmester renoviert. Daneben stehen zwei unscheinbarere rechteckige Bauten aus den 1960er-Jahren. Sie stammen von Mitarbeitern der Mineralölfirma Caltex, einem 1936 gegründeten Joint Venture von Standard Oil of California (heute Chevron) und der Texas Company (Texaco). Der Name setzt sich aus California und Texas zusammen. Caltex betrieb Tankstellen und Treibstoffgeschäfte in Asien, Afrika und dem Nahen Osten und hinterließ hier, am Rande der Arktis, ein eher kurioses Kapitel seiner Geschichte. Die Hütten dienten Mitarbeitern als private Rückzugsorte (böse Zungen behaupten, um sich zu betrinken und Karten zu spielen), und haben daher keinen wahnsinnig bedeutenden historischen oder wissenschaftlichen Wert. Mit der Erklärung des Gebiets zum Naturreservat im Jahr 1973 endete auch die Präsenz von Caltex. Überreste eines Pomorenlagers Viel älter sind die Spuren eines Pomorenlagers oberhalb der Hütten. Hier finden sich heute nur noch vereinzelte Ziegel, Knochen und Feuerstellen, als Zeugen der russischen Jäger, die zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert hier auf Robben, Walrosse und Eisbären Jagd machten. Die Pomoren sind übrigens die eigentlichen Entdecker des Archipels und kamen lange vor Willem Barents, dem offiziellen Entdecker, hierher. Sie waren aber natürlich nicht &#8220;wichtig&#8221; genug, um Eingang in die Geschichtsbücher zu finden. Da wir heute nur zu einer Cruise unterwegs sind, können wir leider nicht an Land gehen und uns diese spannenden Spuren anschauen. Vom Wasser sieht man nur die bereits erwähnten Hütten aus dem 20. Jahrhundert. Die Jäger, die hierher kamen, haben aber noch andere Spuren hinterlassen, und zwar den Walrossfriedhof am Strand. Zwischen den Steinen ragen Schädel, Kiefer und Knochen hervor, alles Überreste einer Zeit, in der Walrosse in großem Stil erlegt wurden. Lange galt dieser Ort als einer der größten Walross-Schlachtplätze Spitzbergens. Die zurückgekehrten Walrosse Heute zeigt sich uns glücklicherweise ein anderes Bild. Die Walrosse sind wieder da. Am Ufer liegen die Tiere dicht gedrängt, wälzen sich träge im Sand, schnaufen und dösen. Die größte Gefahr besteht gerade darin, mit den Stoßzähnen im Sand stecken zu bleiben. Anders als die oft reinen Männergruppen an der Ostseite Spitzbergens findet man hier Weibchen mit Jungtieren. Sie sind schreckhafter, daher halten wir respektvoll Abstand und verhalten uns so leise wie möglich. Ein Querschnitt durch die Geschichte Dolerittneset ist ein Ort, an dem sich Jahrhunderte von Arktisgeschichte verdichten: russische Pomoren, norwegische Trapper, internationale Firmen. Sozusagen der archetypische Verlauf der Besucher:innen und ihrer Motivation durch die Zeiten. Heute gesellen sich glücklicherweise auch wieder die Walrosse hinzu, als lebendiger Beweis dafür, dass die Arktis nicht nur Geschichten vom Jagen und Töten erzählt, sondern auch vom Zurückkehren, Überleben und Neuanfang. Und dass wir diese Geschichte mit unserem Tun und Handeln beeinflussen können.</p>
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		<title>Spitzbergen-Umrundung: Würzburger Hütte</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Oct 2025 05:01:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn man auf Spitzbergen an Land geht, weiß man nie so genau, was einen erwartet. Mal sind es überwältigende Landschaften, mal ein paar neugierige Rentiere und manchmal auch ein Eisbär, der findet, dass wir Menschen hier eigentlich nichts zu suchen haben. Aber ich galoppiere vor! Unser Ziel heute: die Würzburger Hütte am Sundneset. Würzburg? Unser Würzburg? Ja, genau! Mittlerweile wissen wir ja Dank unser zahlreichen Anlandungen, wie viele Orte hier deutsche Namen tragen, von oder nach Deutschen benannt wurden und wer sich alles so hier oben herumgetrieben hat. Und auch der Stadt Würzburg wurde ein nominales Denkmal gesetzt. Das kam so: Forschungsgeschichte in der Wildnis Zwischen 1959 und 1967 schlugen Wissenschaftler unter Leitung des Würzburger Geographen Julius Büdel hier am Sundneset ihr Lager auf. Sie waren Teil der sogenannten Stauferland-Expeditionen, damals eine der größten wissenschaftlichen Unternehmungen auf Spitzbergen überhaupt. Ihr Fokus lag auf der Geomorphologie, also dem Verständnis davon, wie Eis, Frost und Zeit die Landschaft formen. Barentsøya, mit ihrem Dauerfrostboden, war dafür ein ideales Freiluftlabor. Büdel beschrieb die Region später als „exzessive Talbildungszone“. Nicht alle Forschergenerationen teilten seine Schlussfolgerungen, ganz im Gegensatz, zum Teil polarisierte (höhö, gutes Wortspiel) er ganz schön mit seinen Ergebnissen. Unbestritten ist aber, dass die Expeditionen die Arktisforschung nachhaltig prägte. Die Würzburger Hütte Als Basislager diente den Wissenschaftlern eine kleine, schlichte Hütte, die heute noch steht. Büdel selbst taufte sie nach seiner Universität „Würzburger Hütte“. Auf den ersten Blick erinnert sie an die Trapperhütten der Region. Doch eine Überwinterung sollte man hier lieber nicht wagen. Das Häuschen ist schwach isoliert, bietet gerade Platz für vier Personen und hätte kaum ausgereicht für die Dimension der Expedition. Deshalb standen den Forschern auch ein Schiff und sogar Hubschrauber zur Verfügung. Kurios: In manchen norwegischen Reiseführern taucht die Hütte als „Wurstburger Hütte“ auf. Ob Tippfehler oder absichtlicher Gag, für hungrige Tourist:innen klingt das auf jeden Fall attraktiver! Das Angebot der Hütte vor Ort wirkt dann allerdings enttäuschend. Abgesehen von Munition und etwas Klopapier sind die Regale leer. Tundra-Leben zwischen Gänsen und Rentieren Von den Hügeln aus reicht der Blick über den Freemansund bis hinüber zur Edgeøya. Im Westen funkelt der Storfjord, und dahinter erheben sich die Gletscher der Hauptinsel Spitzbergen. Hinter der Hütte breitet sich die typische Tundra aus: kleine Seen, auf denen Gänse und andere Vögel vor sich hin dümpeln, dazwischen Hahnenfuß, Steinbrech und arktisches Hornkraut. Hier grasen dann gerne auch mal ein paar Rentiere. Zumindest hab ich mir das sagen lassen, denn mein Landgang an der Würzburger Hütte währt leider nicht lang genug, um selbst mal einen Blick hinter den Hügelkamm zu werfen. Als Historikerin habe ich mich natürlich direkt neben der Hütte postiert und zeige den Gästen selbige. Mit dem Plan, später mal ein bisschen umherzuschlendern. Ja, Pustekuchen, gibt kein später. Wir müssen nämlich evakuieren! Das Problem? Ich krieg davon erstmal nichts mit. Eisbärsichtung Die Anlandung an der Würzburger Hütte ist für unsere Zodiac-Fahrer:innen etwas kniffelig, weshalb viel gefunkt wird. Natürlich trage auch ich ein Funkgerät bei mir, als ich aber zum siebten Mal neu ansetzen muss um unseren Passagier:innen die Geschichte der Hütte zu erklären, weil ständig das Funkgerät quakt, drehe ich es etwas leiser. Und dann passiert, was natürlich eigentlich nicht passieren darf. Ich überhöre den Funkspruch, der eine Eisbärsichtung mitteilt. Unser Field Staff Jérôme meldet vom Baywatch-Boot den zehnten Bären, den wir auf dieser Reise beobachten können. Leider trottet er in Richtung Hütte. Bei der zweiten Durchsage habe dann auch ich mitbekommen, was Sache ist und reagiere entsprechend. Ich informiere alle Gäste und bitte sie, zügig und unter Aufsicht des Expeditionsteams ans Ufer zurückzukehren und zum Schiff zurückzufahren. Ich selber versuche, die Würzburger Hütte wieder abzuschließen, sprich, den Riegel vorzuschieben. Ich krieg die Tür nicht zu Leider hat der sich über die Jahre ziemlich verzogen und so feste ich drücke und schiebe und ruckel, ich bekomm ihn nicht zu. Tja, und jetzt? Auch ich sollte mich natürlich zeitnah an die Landestelle begeben. Ein letzter Versuch, aber auch der nützt nichts. Also funke ich die Eisbärenwächter an, die die Nachhut bilden und bitte sie, es zu versuchen. Schließlich soll der Bär keine Möglichkeit haben, ins Innere der Hütte zu gelangen und die zu zerlegen. Das wäre mir doch sehr peinlich, wenn ich das verantworten müsste. Als ich später an Bord unseres Schiffes bei den Eisbärwächtern nachfrage kann ich aber beruhigt sein. Mit Hilfe eines Steins und roher Gewalt ist der Riegel nun wieder an seinem Platz. Der nächste, der die Hütte aufmachen möchte, wird wohl seine liebe Mühe haben, aber zumindest sitzt dann kein Eisbär drin. Gechillter Eisbär Apropos Bär, was treibt denn der Grund unser Evakuierung so? Der spielt. Er rutscht bäuchlings über Schneefelder und chillt in der Sonne. Durch unsere Ferngläser können wir erkennen, dass er ein Halsband mit Sender trägt. An wen das wohl sendet? Auf diese Frage finde ich leider keine Antwort und so begnüge ich mich damit, dem König der Arktis beim Sonnenbaden zuzuschauen und mich zu freuen, dass ich zumindest einen kurzen Blick in die Würzburger Hütte werfen konnte. Jetzt so ein Wurstburger wäre eigentlich ganz nett. Für mich allerdings bitte vegetarisch, wenn&#8217;s geht!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://rosasreisen.de/spitzbergen-umrundung-wuerzburger-huette/">Spitzbergen-Umrundung: Würzburger Hütte</a> erschien zuerst auf <a href="https://rosasreisen.de">Rosas Reisen</a>.</p>
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		<title>Spitzbergen-Umrundung: Spjutnes, Walrosse und Rentiere</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Oct 2025 05:02:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wir setzen Kurs auf Spjutnes. Hände hoch, wer denkt irgendwie auch an russische Raumfahrt? Spjutnes hat aber gar nix mit Sputnik zu tun, sondern heißt einfach &#8220;Speerspitze&#8221; auf Norwegisch. Und da unsere nächste Landestelle wie eine Speerspitze ins Meer hineinsticht, ist das ein sehr passender Name. Spjutnes liegt auf Barentsøya, an der Westküste der Insel und unterhalb des Duckwitzbreen. Historisch ist Spjutnes, ähnlich wie die Binnebukta, eher sagen wir mal&#8230;zu vernachlässigen. Da könnte ich als historische Expertin auf unserer Umrundung jetzt natürlich beleidigt sein. Das wäre aber ganz schön dämlich von mir, denn auf Spjutnes gibt es jede Menge anderes zu entdecken und vor allem das, was mir selbst am meisten am Herzen liegt: Tiere! Walrosse auf Barentsøya Gut, ich gebe zu, Walrosse hatten wir schon des Öfteren: Poolepynten, Smeerenburg, Moffen und Torellneset, alles echte Walross-Hotspots. Und trotzdem, auch beim zehnten, zwanzigsten oder wahrscheinlich auch beim hundertsten Mal bin ich fasziniert von diesen großen, behäbigen Kolossen. Und jede Beobachtung ist anders. Das nicht so freundliche Kopfstützenmanöver habe ich zum Beispiel vorher noch nie gesehen. Ob sich der Speck des Nachbarn freut, wenn man seien Hauer da hineinbohrt? Im Vergleich zu den anderen Orten haben wir hier eine recht kleine Kolonie, die auch gut von einem patrouillierenden Walross vom Wasser aus bewacht wird. Dementsprechend verhalten wir uns wie immer vorsichtig und leise. Gar nicht so einfach auf dem Kiesstrand. Um den zu erreichen, mussten wir von der Landestelle einen Hügel erklimmen. Rechts geht es herunter zu den Walrossen, aber nach links eröffnet sich ein großer, bewachsener Talkessel. Und in dem wartet nun etwas, das ich bisher immer nur von sehr, sehr weit entfernt beobachten konnte: Das Svalbard-Rentier! Das Svalbard-Rentier Das Svalbard-Rentier ist ein echter Spezialist für extremes Klima und sieht dabei aus wie die knuddelige „Kurzbein-Version“ seiner großen Verwandten aus Skandinavien. Mit seinen stämmigen Beinen, dem kompakten Körper und der runden Schnauze erinnert es fast mehr an ein überdimensioniertes Meerschweinchen im Winterpelz als an ein majestätisches Rentier. Aber genau diese gedrungene Statur ist der Trick, der es den Tieren erlaubt, die eisigen Winde und Temperaturen von Spitzbergen zu überstehen: Weniger Oberfläche, weniger Wärmeverlust. Im Sommer ernährt sich das Rentier von den Pflanzen der Tundra, von Gräsern, Moosen und Kräutern, um sich Fettreserven für den langen, kargen Winter anzulegen. Dabei bewegt es sich langsam und ausdauernd, da Nahrung knapp und die Energiebilanz entscheidend ist. Im Winter gräbt es mit den Hufen durch den Schnee, um an Flechten zu gelangen. Im Gegensatz zu seinem auf dem Festland lebenden Verwandten zieht das Svalbard-Rentier nicht zwischen Sommer- und Winterweidegründen umher. Das Svalbard-Rentier lebt auch nicht in großen Herden. Meist bewegt es sich allein, in Paaren oder in kleinen Gruppen durch die offene Landschaft. Diese Lebensweise spiegelt die begrenzte Verfügbarkeit von Nahrung wider und macht das Rentier zu einem eher zurückgezogenen Bewohner der Arktis. Umso glücklicher bin, ich, dass wir hier eine vergleichsweise große Gruppe an Tieren antreffen. Als ich den Kamm überquere, öffnet sich die Landschaft vor mir und gibt den Blick frei auf die Rentiere. Sie bewegen sich gemächlich und wirken vollkommen gelassen. Sogar als unser Expeditionsleiter sich zwischen den Tieren bewegt, bleiben sie ganz ruhig. Menschlicher Kontakt ist für diese Tiere eine Seltenheit und daher haben sie noch nicht gelernt, wie gefährlich wir für sie sind. Doch auch, wenn der Leiter scherzhaft überlegt, welches es zum Abendessen geben soll, heute sind die Rentiere sicher vor uns und haben nichts zu befürchten. Tundra voller Leben Unter meinen Füßen federt der dicht bewachsene Boden, als ich mich langsam nähere. Das ist ein Zeichen, dass es der Tundra hier noch gut geht. Das Gletschereis muss sich hier schon vor langer Zeit zurückgezogen haben, denn die Bodenbildung ist weit fortgeschritten. Sogar einige Pilze in Golfballoptik entdecke ich zwischen den kleinen Pflanzen. Die abgeworfene Geweihstange daneben sieht selbst aus wie ein Rentier. In den steinigen Absätzen aus Diorit lässt sich außerdem das Nest einer Schneeammer entdecken, die flink und fast unbemerkt zwischen den Felsen huscht. Das drohende Szenario Hinter diesem kleinen ökologischen Paradies öffnet sich in der Ferne allerdings ein ganz anderes Bild: Ödland. Es handelt sich leider um das Zukunftsszenario für große Teile von Svalbard. Weit erstreckt sich die trostlose Landschaft, gezeichnet von ablaufendem Wasser, karg und nur spärlich bewachsen. Hier ist der Permafrost bereits vollständig geschmolzen. Ohne das Eis, das dem Boden Stabilität verleiht und zugleich als Wasserspeicher für die Vegetation dient, setzt ein Verwüstungsprozess ein. Die wenigen Niederschläge, die in dieser Region fallen, reichen allein nicht aus, um Pflanzen zuverlässig zu versorgen. Was zurückbleibt, ist eine verletzliche Landschaft, die ihre Fruchtbarkeit Stück für Stück verliert und irgendwann so aussieht. So rau und wild die Arktis wirken kann, am Ende ist sie eine der verletzlichsten Regionen unserer Erde. Und sie ist das erste Opfer der Veränderungen, die eingesetzt haben. Wie immer ist mir die Ambivalenz meines Tuns, des Reisens hierher, bewusst, als ich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem schmalen Grat stehe und meinen Blick in die Zukunft schweifen lasse. Die Verzweiflung, die immer dann in mir hochsteigt, wenn ich es zulasse, flutet in meinen Kopf und in mein Herz. Vor mir der friedliche, arktische Garten Eden, hinter mir eine traurige Vision. Es ist natürlich auch meine Schuld, dass das hier passiert. Und obwohl ich versuche, ein Leben zu führen, das positive Spuren hinterlässt, gelingt mir das nicht immer. Auch ich konsumiere viel zu viel, sorge für Unmengen an CO2 in der Atmosphäre und habe mehr im Leben, als ich brauche. Aber. Ja, aber. Ein Aber, auf das ich vielleicht kein Anrecht habe, das ich mir einfach genommen habe. Aber&#8230; ich liebe es so sehr, hier oben zu sein. Ich liebe es so sehr zu fotografieren, zu schreiben, Vorträge zu halten und all das Erlebte zu teilen, um andere Menschen zu begeistern. Und wer weiß, vielleicht leiste ich ja so auch einen kleinen Beitrag. So bleibt zumindest die Erinnerung an mein arktisches Paradies.</p>
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		<title>Spitzbergen-Umrundung: Binnebukta</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Oct 2025 05:33:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Binnebukta befindet sich nur 24 nautische Meilen von Torellneset entfernt und liegt auf der Wilhelmøya. Letztere ist tatsächlich nach &#8220;unserem&#8221; Wilhelm, also dem deutschen Kaiser Wilhelm I. benannt. Der selber schipperte nun nicht hier rum, aber eine deutsche Expedition unter Kapitän Carl Koldewey benannte ihm zu Ehren die Insel in den 1860er-Jahren. Auch seine Minister wurden hier verewigt. So finden sich in unmittelbarer Nähe Roonøyane, Roonbreen und Moltkebreen, im Süden Bjørnsundet (früher Bismarckstraße) und auf der Nordseite Moltkeneset. Gestatten, Minister Bärin Da es keinen Herrn Minister Binne gab, fragt man sich, was der Name der Bucht bedeuten soll. Das ist ganz einfach: Er bedeutet Bärinnenbucht. Und vor denen sollte man sich hier auch in Acht nehmen. Unsere Eisbärwächter halten daher auch fleißig Ausschau, bevor wir an Land gehen. Die historischen Fakten zu diesem Ort haben sich mit dem oben genannten bereits erschöpft und so gibt es für mich als Historikerin an dieser Landestelle gar nicht so viel zu erzählen. Ich bin daher sehr dankbar, als ich ein Stück von einem Rentiergeweih finde, neben das ich mich stellen kann. So habe ich zumindest etwas, was ich den Passagieren und Passagierinnen zeigen kann. Verletzliche Natur Ich beziehe also meine Position und lasse den Blick über die Bucht schweifen. Von der Ladestelle geht es einen gleichmäßigen Anstieg hinauf auf eine etwa 100 m hohe Seitenmoräne. Wir haben den Weg, dem gefolgt werden soll, genau mit Flaggen markiert, den der Boden ist hier sehr feucht und schlammig. Das bedeutet, er könnte großen Schaden nehmen, wenn er von 100 Paar Gummistiefeln bearbeitet wird. Daher haben wir einen Pfad angelegt, der hauptsächlich über Geröll und Gestein verläuft. Denn auch das gehört zu unseren Aufgaben hier auf Spitzbergen. Wir wollen unseren Gästen nicht nur die Schönheit der Natur zeigen, sondern diese zugleich auch so gut wir können schützen. Der geheime Knochenraum Daher ist es zum Beispiel auch strengstens verboten, Knochen, Geweihe oder Steine aufzusammeln und als Souvenirs einzustecken. Grundsätzlich dürfen Besucher:innen an den Landestellen nichts verändern. Daher kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, als mir zu dem Geweih, neben dem ich stehe, folgende Frage gestellt wird: Nehmen Sie derlei Exponate immer mit an Land, um sie uns zu zeigen? Ich kann mir eine scherzhafte Antwort nicht verkneifen: Ja, wir haben auf Deck 2 den sogenannten Knochenraum. Und falls es nicht viele historische Überreste an einer Landestelle gibt, geh ich morgens einfach da rein und hol mir ein paar schöne Knochen oder Geweihe, die ich mitnehmen kann. Morgen vielleicht den Eisbärschädel! Ich werde ungläubig angestarrt. Nun ja, da war mein Mundwerk vielleicht schneller als mein Kopf, es ist nun wirklich nicht nett, die Gäste zu veräppeln. Ich beeile mich, das Ganze aufzuklären und die Gäste brechen in Gelächter aus. Natürlich gibt es einen solchen Raum nicht und auch wir als Guides geben uns die größte Mühe, hier nichts zu verändern oder irgendwie in natürliche Prozesse einzugreifen. Wenn wir die Landestellen vor Eintreffen der Gäste inspizieren, halten wir aber nach spannenden Kleinigkeiten Ausschau, damit wir darauf hinweisen können. So wie das hübsche Geweihstück. Ich entschuldige mich bei den Gästen, dass ich sie auf den Arm genommen habe und mir wird bereitwillig verziehen. Und so stehe ich den Rest des Vormittags neben meinem Geweih, betätige mich als Verkehrshütchen (bei der orangefarbenen Jacke sehr einfach) und weise den Weg den Hügel hinauf. Aus historischer Sicht ist die Binnebukta also wahrlich nicht der spannendste Ort auf Spitzbergen um zu landen, aber die Sonne scheint, Himmel und Meer strahlen blau und ich wüsste keinen Ort, an dem ich gerade lieber wäre!</p>
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		<title>Spitzbergen-Umrundung: Bråsvellbreen</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Sep 2025 05:41:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am frühen Nachmittag erreichen wir die gewaltige Eisfront des Bråsvellbreen – ein Anblick, der einem schon mal den Atem verschlagen kann. Die sinkende Sonne, die zu dieser Jahreszeit nie ganz untergeht, lässt das Eis leuchten. Der Bråsvellbreen ist ein mächtiger Auslassgletscher an der Südostküste von Nordaustlandet, der zweitgrößten Insel des Spitzbergen-Archipels (Svalbard). Er gehört zur riesigen Austfonna-Eiskappe, die mit einer Fläche von etwa 8.000 Quadratkilometern zu den größten Eismassen der Nordhalbkugel zählt. Die Gletscherfront des Bråsvellbreen erstreckt sich fast 200 Kilometer entlang der Küste erstreckt und bildet damit eine der längsten zusammenhängenden Eiswände außerhalb der Antarktis bildet. Eis, so weit das Auge reicht! Im Sommer entstehen an dieser Abbruchkante spektakuläre Schmelzwasserfälle, die wie Vorhänge aus Eis und Wasser ins Meer stürzen. Schon frühe Arktisreisende des 19. Jahrhunderts beschrieben diese gewaltige Eisbarriere mit Staunen. Heute gilt der Gletscher als wichtiger Forschungsstandort, da seine Fließbewegungen, Kalbungsereignisse und Schmelzwassermengen wertvolle Hinweise auf die Dynamik der Austfonna-Eiskappe und die Auswirkungen des Klimawandels liefern. Surgeereignis in den 1930ern „Brå“ bedeutet „rasch“ oder „plötzlich“, „svell“ steht für „Anschwellen“. Zwischen 1936 und 1939 kam es hier zu einem sogenannten Surge – einem plötzlichen Gletschervorstoß, bei dem sich die Eismassen in kurzer Zeit dramatisch schnell Richtung Küste bewegten. Langsam fahren wir mit unserem Schiff an der Gletscherfront entlang. Die Sonne bringt die feinen Farbtöne des Eises zum Leuchten: blasses Türkis, klares Weiß, stellenweise bläulich schimmernd. Immer wieder entdecken wir Wasserfälle, Höhlen und bizarre Formationen, die wie Skulpturen wirken, geschaffen von Wind, Wasser und Zeit. Walrossliebe auf dem Eis Auf einer Eisscholle lassen sich zwei kuschelnde Walrosse von diesem seltsamen Ding, das da vorbei schippert, zunächst nicht stören. Irgendwann wird es ihnen aber doch unheimlich und sie flüchten ins Wasser. Immer wieder entdecken wir Walrosse und andere Robben auf den umhertreibenden Schollen und das weckt natürlich Begehrlichkeiten beim König der Arktis. Zwar können wir keinen Eisbären entdecken, sehen aber seine Spuren auf einer der Schollen. Nautisch sinnlos, aber spaßig Gern würde ich mehr über den Bråsvellbreen schreiben, doch ehrlicherweise gibt es hier nicht allzu viele interessante Hintergrundinfos (die Glaziologen werden mich für diese Aussage steinigen). Und wenn ich ehrlich bin, dann sollte man hier vor allen Dingen eines tun: Die Klappe halten und gucken, was die Augen hergeben. Dieses überwältigende, eisige Panorama in sich aufnehmen, es aufsaugen. Langsam gleiten wir immer weiter an der Eiskante entlang, lassen uns von immer neuen Ansichten fesseln, auch wenn es kälter und kälter wird und der Finger auf dem Auslöser der Kamera protestiert. Aber um nichts in der Welt möchte ich das hier verpassen. Der Kapitän fasst unseren Aufenthalt schließlich humorvoll und treffend mit den Worten „Was wir hier tun ist nautisch vollkommen sinnlos, aber es macht Spaß!“ zusammen.</p>
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		<title>Spitzbergen-Umrundung: Torellneset</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Sep 2025 05:08:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Torellneset, das klingt ein bisschen wie Trollnase. Aber statt Trollen kann man hier, an dieser vorgereckten Landzunge, ganz anderen Kolossen begegnen: Walrossen! Dutzende der imposanten Meeressäuger versammeln sich regelmäßig am Kiesstrand, um zu ruhen, zu dösen und sich in der Mitternachtssonne die Bäuche wärmen zu lassen. Der Name Torellneset geht auf den schwedischen Geologen Otto Martin Torell zurück. Dieser reiste 1858 erstmals mit Adolf Erik Nordenskiöld und August Quennerstedt nach Spitzbergen, 1859 folgte eine Expedition nach Grönland. Mit weiteren Reisen 1864 und 1868 leitete er den Beginn der schwedischen Polarforschung ein und 1861 stand er der ersten großen Svalbard-Expedition vor. Geografisch markiert Torellneset den südwestlichen Punkt des Gebiets Gustav Adolf Land und liegt südlich des mächtigen Vegafonna-Gletschers. Direkt vor der Küste befindet sich die kleine Insel Perthesøya, während sich hinter dem Kap die karge Tundra und die sogenannten „raised beaches“ – ehemalige Küstenlinien, die sich durch Landhebung aus dem Meer erhoben haben – erstrecken. Regeln für respektvolle Tierbeobachtung So ein Sommer auf Spitzbergen ist nun eher eine kühle Angelegenheit, auch wenn es durchaus Bademöglichkeiten wie am 14. Juli-Gletscher gibt. Heute aber strahlt die Sonne vom blauen Himmel und wärmt nicht nur die Walrosse, sondern sorgt sogar dafür, dass die Luft flimmert. Die Zodiacs bringen uns zur Landestelle. Ab jetzt müssen wir ganz leise sein, denn wir wollen die gewichtigen Bewohner der Arktis auf keinen Fall erschrecken. Grundsätzlich dürfen wir auf Spitzbergen nie mehr als 100 Leute gleichzeitig an Land haben, abgesehen von Orten wie Longyearbyen oder Ny-Ålesund. Und auch die wollen wir natürlich nicht alle gleichzeitig zu der Walrosskolonie schicken. Denn so fasziniert und begeistert wir sind, es gilt immer die Tiere zu respektieren und zu schützen. Das bedeutet: Leise Annäherung aus nur einer Richtung, Fragen nur im Flüsterton, am besten hinknien oder hinsetzen und auf keinen Fall näher als 30 Meter herangehen. Vogelwelt und Flora der Landzunge So teilen wir die ankommenden Passagier:innen in Gruppen und schicken sie staffelweise zu den Tieren, während die anderen die Landzunge erkunden können. Auch wenn die Walrosse natürlich das absolute Highlight sind, gibt es hier noch mehr zu entdecken. Zum Beispiel die brütende Schmarotzerraubmöwe, deren Partner an der Küste unterwegs ist und versucht, anderen Vögeln ihre Beute streitig zu machen. Denn, wie der Name schon vermuten lässt, jagt die Schmarotzerraubmöwe nicht selbst, sondern überfällt andere Vögel und nimmt ihnen das Futter weg. Am Wasser ist außerdem eine Skua (Riesenraubmöwe) unterwegs und macht Jagd auf die Küstenseeschwalben. Vogel sein ist also nicht so einfach bei Torellneset. Zumindest, wenn man etwas kleiner und nicht so wehrhaft ist. Obwohl die Vegetation recht karg ist, finden sich auch immer wieder Steinbrech, Felsenblümchen und Senfgelber Hahnenfuß. Wenn man seine kleine Runde beendet hat, ist es aber auch endlich Zeit, zu den Walrossen zu schleichen. Vorsichtig setzen wir die Füße auf den Kies, um so wenig Geräusche wie möglich zu machen. Die Walrosse von Torellneset Der ein oder die andere mag sich fragen, ob das wirklich nötig ist, aber Vorsicht ist die Mutter der Walrosskiste. Die Tiere wirken auf den ersten Blick schwerfällig, beinahe träge. Doch bei Gefahr können sie schnell in Panik geraten und das wollen wir natürlich vermeiden. Momentan dösen sie entspannt in der Sonne, wälzen sich langsam hin und her, heben einen Flipper oder reiben ihre dicken Körper gegeneinander. Immer wieder hören wir ein dumpfes Grunzen oder ein überraschend lautes Schnauben. Ab und an wird sich mit Hilfe der Stoßzähne vehement Platz verschafft. Etwa 60 Tiere drängen sich eng aneinander auf dem Kies der flachen Landzunge, während einzelne im Wasser nach Nahrung tauchen. Mit ihren kräftigen Lippen saugen sie bis zu 60 Kilogramm Muschelfleisch aus den Schalen, bevor sie sich für ein ausgiebiges Verdauungsschläfchen an Land zurückziehen. Die Farben der Walrosse Wenn man die Walrosse im Wasser betrachtet kann man erkennen, dass ihre Haut viel dunkler ist, als die der Exemplare, die an Land in der Sonne dösen. Und genau in der Sonne liegt auch das Geheimnis. Ihre Wärme weitet die Blutgefäße und sorgt für eine bessere Durchblutung der Haut. Daher sehen Walrosse, die an Land schlummern oft sehr viel heller aus, hellbraun nämlich, oder sogar rosa. Im kalten Wasser ziehen die Gefäße sich zusammen, die Haut der Tiere erscheint dann eher dunkelbraun. Wir sind sehr froh, dass wir die Walrosse hier beobachten können, denn noch zu Beginn des Jahrhunderts lebten nur noch etwa 100 Tiere hier. Die Jagd auf die Walrosse wegen ihres Blubbers, Elfenbeins und ihrer Haut hatte sie an den Rand der Ausrottung getrieben. Ihre widerstandsfähige Haut, die sie vor Kälte und Fressfeinden schützt, wurde damals in Streifen geschnitten und als Keilriemen für industrielle Maschinen genutzt, wodurch die Tiere im wahrsten Sinne die Industrialisierung mit antrieben. Heute müssen die Walrosse vor diesem Schicksal glücklicherweise keine Angst mehr haben. Dafür bin ich sehr dankbar, denn auch, wenn ich diese Tiere nun schon ein paar Mal beobachten durfte, ist es jedes Mal wieder etwas ganz Besonderes.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://rosasreisen.de/spitzbergen-umrundung-torellneset/">Spitzbergen-Umrundung: Torellneset</a> erschien zuerst auf <a href="https://rosasreisen.de">Rosas Reisen</a>.</p>
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