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	<title>Aktuell Archive - Rosas Reisen</title>
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	<title>Aktuell Archive - Rosas Reisen</title>
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		<title>Mit dem E-Bike durch Albanien: Der Llogara-Pass, Vlora und das Ende dieser Reise</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rosa]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 06:11:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Nacht war schrecklich, Corona sei Dank. Als ich mich morgens aus dem Bett quäle habe ich kaum geschlafen, denn das haben Fieber, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen nicht zugelassen. Die Vorstellung, in diesem Zustand auf ein Fahrrad zu steigen, hat wenig Verlockendes. Dabei warten heute mit dem Llogara-Pass und Vlora die letzten Highlights unserer Reise auf uns! Grummelnd werfe ich ein paar Medikamente ein und steige traurig in den Begleitbus. Einerseits bin ich froh, mich jetzt nicht körperlich betätigen zu müssen und es ist definitiv auch vernünftiger. Andererseits beneide ich den Rest der Gruppe, der sich auf die Räder schwingt. Über den Llogara-Pass Da der Begleitbus für Notfälle gedacht ist, fährt er natürlich immer hinter der Gruppe und so kann ich die Radler:innen beobachten, wie sie die steile Bergstraße in Angriff nehmen. Heute werden wir die meisten Höhenmeter der Reise bewältigen. Der Llogara-Pass gehört zu den eindrucksvollsten Landschaftsabschnitten Albaniens. Die Passstraße windet sich in zahlreichen Serpentinen auf etwa 1.027 Meter Höhe hinauf und führt durch den Llogara-Nationalpark, ein Gebiet mit dichten Pinienwäldern, klarer Bergluft und spektakulären Aussichtspunkten. Und den Gedanken, das alles aus dem Autofenster an mir vorbeiziehen lassen zu müssen, halte ich genau bis zur Kaffeepause aus. Dann kicken die Medikamente und jegliche Vernunft segelt von dannen. Andererseits: Wann werde ich nochmal eine E-Biketour durch Albanien machen und die Chance bekommen? Richtig, vielleicht nie. Und deshalb packe ich mich warm ein, stelle meinen Motor auf die höchste Unterstützungsstufe, kippe literweise heißen Tee in mich rein und zockel langsam den Berg hinauf. Denn das will ich einfach nicht verpassen, den letzten Tag in Albanien möchte ich im Sattel verbringen. Begegnungen am Berg Serpentine um Serpentine arbeite ich mich vor, genieße die frische Luft und horche in mich hinein, ob meine körperliche Verfassung sich verschlechtert. Hinter jeder Wegkehre warten neue Ausblicke, sei es das Hinterteil einer grasenden Kuh, eine Ziegenherde, Schafe, mit Graffiti verzierte Ruinen, freundliche Botschaften oder einfach dichter Nebel. Mit dem Nebel verschwindet leider auch die Sicht und die Temperaturen fallen, sodass ich nicht mit atemberaubenden Fotos der Aussicht am Pass aufwarten kann. Nachdem wir diesen überquert haben, erwartet uns eine eiskalte, zwei Kilometer lange Abfahrt, auf der ich sehr dankbar für meine warmen Handschuhe bin. Abfahrt nach Vlora Nach dem Mittagessen geht es weiter bergab Richtung Vlora. Die Sonne kommt raus und wärmt uns. Vlora liegt im Südwesten Albaniens an der Stelle, an der sich Adriatisches und Ionisches Meer treffen. Wir rollen die Straße entlang auf den Ort zu. Die Stadt zählt zu den wichtigsten Küstenorten des Landes und hat auch historische Bedeutung: Hier wurde 1912 die Unabhängigkeit Albaniens ausgerufen. Heute ist Vlora vor allem für ihre lange Uferpromenade, Strände und ihre Rolle als Ausgangspunkt für Ausflüge zur Halbinsel Karaburun oder entlang der Riviera bekannt. Unser Hotel liegt etwas außerhalb der Stadt in einem Gebiet, in dem gerade massenweise Ferienunterkünfte hochgezogen werden. Das Ende der Reise Und dann ist er da, der Moment, in dem ich das E-Bike zum letzten Mal für diese Reise abstelle. Unsere E-Biketour durch Albanien ist zu Ende. Wer meine Berichte von der Ankunft in Tirana über den Ohridsee und Korça, durch Berge und Täler, nach Gjirokastra, Saranda und Himara bis hierher verfolgt hat, der weiß: Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Ich musste erst einmal den Rhythmus eines Landes finden, das so gar nicht wie meine üblichen Destinationen ist. Und jetzt stehe ich hier in Vlora, am Ende meiner Reise. Ich wäre lieber etwas zentraler untergebracht, andererseits haben wir hier ein echtes Luxushotel mit allen Annehmlichkeiten. Und da ich nicht wirklich fit bin, wäre ein ausgedehnter Stadtbummel sowieso nicht vernünftig gewesen. Stattdessen wird es noch ein kleiner Spaziergang zum Strand. Jetzt, in der Nachsaison, ist hier alles leer, still und verlassen. Der Strand wirkt etwas trostlos in seiner Einsamkeit und mit dem Plastikmüll, der sich zwischen Sand und Steinen breit macht. Die melancholische Stimmung passt allerdings ganz gut zu meiner eigenen. Die Sonne versinkt langsam hinter den Bergen und lässt die Wellen, die sich an dem im flachen Wasser liegenden Schiffswrack brechen, glitzern. Ein schönes Symbol für meinen eigenen körperlichen Zustand könnte man meinen. Wobei es mir vergleichsweise gut geht, der Tag auf dem Rad scheint mir nicht besonders geschadet zu haben. Wie habe ich Albanien empfunden? Während ich den Wellen zusehe, überlegt mein Kopf schon, wie er diese Reise einordnen soll. Was hat mir besonders gefallen, was überhaupt nicht? Wurden meine Erwartungen an dieses Land erfüllt? Welche hatte ich überhaupt? Albanien ist ein Land der Kontraste. Da sind die quirligen Städte, voller Fahrzeuge, Neubauten und Menschen und Tiere, die irgendwie versuchen, ihren Platz zwischen all den anderen zu finden. Da sind die einsamen Bergpässe, auf denen die Zeit stillzustehen scheint und wo man sich zwischen alten Mercedes-Modellen und neugierigen Blicken wie in einem zeitlosen Roman fühlt. Da ist der Müll und die Streuner an jeder Straßenecke, die keine Illusion einer Hochglanzfassade zulassen. Da sind aber auch die atemberaubenden Ausblicke, die man ganz allein in sich aufsaugen kann, von freien Flüssen und wilden Wäldern. Licht und Schatten Was ich gelernt habe: Wer Albanien nur für einen Strandurlaub besucht, verpasst das Beste. Die wahre Seele des Landes liegt im Hinterland, im ursprünglichen Tal der Vjosa und in den staubigen Serpentinen der Berge. Wenn ich die Augen schließe und an die letzten Tage zurückdenke, sind es nicht primär die Sehenswürdigkeiten wie die „Stadt der Steine“ Gjirokastra oder das kulturelle Korça, die hängen bleiben. Es sind die kleinen, warmen Momente: Der Verkäufer in der Schlucht, der uns mit Nüssen und Honig beschenkte und kein Geld nehmen wollte. Der Bauer mit seinem Esel und seiner Kuh in der herbstlichen Landschaft. Der verborgene Brückenkopf mit der unglaublich schönen Aussicht ins Flusstal. Natürlich gab es auch Schattenseiten. Der Anblick der zahllosen Hunde, Katzen, Esel, und Pferde, die aus meiner zugegeben nicht objektiven Sicht kein schönes Leben führen, hat mein Herz schwer gemacht. Die Infrastruktur zeigt an vielen Stellen die Narben des schnellen Wachstums. Albanien ist im Aufbruch, es will entdeckt werden, bevor der Massentourismus das Ursprüngliche glattbügelt, verliert aber durch den Eifer sich zu öffnen vielleicht auch ein bisschen an Charakter. Doch wer will diesen Enthusiasmus verurteilen? In einem Land, das so lange unter fremder Herrschaft und Diktatur zu leiden hatte, ist er wohl mehr als verständlich. Mach&#8217;s gut, Albanien Bin ich froh, dass ich meine angestammten polaren Reisegebiete verlassen habe, um mich in Albanien aufs Rad zu schwingen? Definitiv. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet und bin immer wieder überrascht worden, denn obwohl mir hier bestimmt nicht alles gefällt, gab es doch Momente, die mir im Gedächtnis bleiben werden. Albanien hat mich herausgefordert, mich manchmal melancholisch gestimmt und mich am Ende doch positiv überrascht. Nicht durch Perfektion, sondern durch seine Ecken, Kanten und die unglaubliche Herzlichkeit seiner Menschen. Die Sonne geht ein letztes Mal für mich in Albanien unter, während ich umkehre und am Strand zurückgehe. Müde bin ich. Ich biege ab und sehe unser Hotel, den Luxusklotz mit riesigem Pool umgeben von Baustellen, auf denen Hühner herumpicken. Ich muss ein bisschen lächeln.</p>
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		<title>Mit dem E-Bike durch Albanien: Porto Palermo und Himara</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rosa]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 06:06:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben nun schon einiges in Albanien gesehen, sind über Berge und durch Täler geradelt, haben eindrucksvolle historische Städte wie Korça und Gjirokastra erkundet, aber eins fehlt noch. Na klar, Wasser! Zwar haben wir gestern in Saranda schon am Meer übernachtet, aber so richtig was davon mitbekommen haben wir von der albanischen Riviera noch nicht. Gut, das es heute nach Porto Palermo und Himara geht und wir das nachholen können. Wir lassen schnell den etwas unübersichtlichen Verkehr von Saranda hinter uns und radeln drauf los ins Hinterland. Hier gibt es nicht viel zu sehen und da es nieselt, beeilen wir uns, voran zu kommen. Bald bricht die Sonne durch die Wolken und das Meer kommt wieder in Sicht. Wir fahren steile Etappen, die die Akkus unserer E-Bikes ganz schön leersaugen. Gut, dass unser Begleitbus mit Ersatzakkus immer ein Stück hinter uns fährt. Wenn einem der Saft ausgeht, kann man einfach tauschen. Anstrengend ist es Dank der elektrischen Unterstützung nicht wirklich und so können wir die herrlichen Ausblicke und steilen Abfahrten ganz entspannt genießen. Größte Bewunderung hege ich für die Menschen, die uns OHNE E-Bikes entgegenkommen, dafür würde mein Fitnesslevel definitiv nicht ausreichen. Wobei es natürlich auch in unserer Gruppe Ehrgeizigere gibt, die versuchen, mit möglichst wenig Unterstützung auszukommen. Ich persönlich bin dafür viel zu faul. 😀 Bald ist es Zeit für die Mittagspause und die machen wir in Porto Palermo, auf einer Terrasse mit Blick auf die leuchtend türkisfarbene Bucht. Diese liegt an der südlichen albanischen Riviera zwischen den steilen Hängen des Ceraunischen Gebirges. Durch ihre halbkreisförmige Form und den schmalen Zugang bietet sie natürlichen Schutz vor Wind und Seegang. Bereits in der Antiken wurde der Hafen unter dem Namen Panormus erwähnt und als sicherer Ankerplatz genutzt. Ali Pascha von Tepelena Auf einer schmalen Landzunge innerhalb der Bucht steht die Festung, die Ende des 18. Jahrhunderts unter Ali Pasha von Tepelena errichtet wurde. Genau, den kennen wir noch aus dem letzten Artikel über Butrint! 🙂 Nachdem er die ionische Küste von dort bis Vlora kontrollierte, ließ er mehrere Befestigungen bauen, um Handelsrouten und strategische Küstenpunkte zu sichern. Ali begann seine Karriere übrigens als Karawanenräuber, der mit äußerster Brutalität vorging. Sein Weg führte ihn dann in die Armee des osmanischen Sultans, von dem er den Paschatitel erhielt. Durch kriegerische Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn erweiterte Ali kontinuierlich sein Einflussgebiet, bis es den Großteil Südalbaniens und Teile Nordgriechenlands umfasste. In den 1780er-Lahren fühlte sich Ali schließlich mächtig genug, um sich gegen seinen Brotherren zu erheben und versuchte, ein eigenes Reich zu gründen, sozusagen der erste Versuch einen albanischen Staat zu kreieren. Zunächst konnte er einige Schlachten für sich entscheiden, doch seine Gier trieb ihn zu immer größeren Risiken und schließlich wandten sich seine eigenen Söhne gegen ihn und verrieten ihn. Sie ließen als Unterhändler verkleidete Attentäter zu ihm vor, die den Pascha seines Amtes auf sehr endgültige Weise enthoben. Sein Kopf wurde nach Konstantinopel gebracht und dort als Warnung und Abschreckung zur Schau gestellt. So lange seine Herrschaft währte, ließ Ali Pascha viele Festungen errichten, darunter auch die in Porto Palermo, die wir uns jetzt genauer ansehen wollen. Früher lag die Burg auf einer richtigen Insel, die verbindende Landzunge ist neueren Datums und von Menschenhand geschaffen. Die Festung von Porto Palermo Die Anlage besitzt einen dreieckigen Grundriss mit bastionsartigen Ecken und einem Innenhof, der sich nach Westen öffnet. Im Inneren befinden sich gewölbte Hallen, Lagerräume und Innenhöfe; Steintreppen führen auf die Terrasse. Durch die vielen Fenster und Durchbrüche bieten sich immer wieder wunderschöne Aussichten und Motive und ich kann mich nicht beherrschen. Der Eingang liegt geschützt zwischen zwei Bastionen, zusätzlich gesichert durch Schießscharten und Verteidigungsstellungen. Zeitgenössische Berichte des frühen 19. Jahrhunderts erwähnen eine militärische Garnison, Kanonenstellungen, Lagerhäuser, ein Zollhaus sowie eine Kirche. Die dem Heiligen Nikolaus geweihte Kirche ist bis heute erhalten und steht wie die Festung unter Denkmalschutz. Rund um die Festung recken Oliven- und Granatapfelbäume ihre mit Früchten beladenen Zweige in den blauen Himmel und verstärken die mediterrane Atmosphäre noch. Ein perfekter Platz für ein kleines Nickerchen. Militärische Nutzung im 20. Jahrhundert Während des Zweiten Weltkriegs lag hier in der Region ein Zentrum der albanischen Marine, die maßgeblich von der Sowjetunion finanziert wurde. Zu dieser Zeit war das gesamte Gebiet militärische Sperrzone. Die Lage bot Schutz vor Aufklärung und schlechten Wetterbedingungen und war Teil der stark befestigten Küstenverteidigung des Landes im Kalten Krieg. Der U-Boot-Bunker von Porto Palermo entstand in der Zeit des kommunistischen Regimes unter Enver Hoxha, als Albanien seine Küste massiv befestigte. Ab den späten 1960er-Jahren wurde in der geschützten Bucht eine unterirdische Anlage in den Fels getrieben. Kernstück ist ein rund 650 Meter langer Tunnel, der direkt vom Meer ins Innere des Berges führt. Er diente als geschützter Liege- und Wartungsplatz für mehrere U-Boote sowjetischer Bauart, darunter Einheiten der sogenannten Whisky-Klasse. Die Wahl des Standorts war strategisch sinnvoll: Die schmale Einfahrt zur Bucht ließ sich gut kontrollieren, die umliegenden Berge boten natürlichen Sichtschutz, und die unterirdische Bauweise schützte die Boote vor Luftaufklärung sowie möglichen Angriffen. Die Anlage war Teil eines größeren militärischen Netzes entlang der albanischen Küste, zu dem Bunker, Küstenartillerie und Marinebasen gehörten. Nach dem Ende des kommunistischen Systems in den 1990er-Jahren wurde der Stützpunkt außer Betrieb genommen. Die Tunnelanlage existiert weiterhin, wird jedoch nicht mehr genutzt. Teile des Areals unterliegen bis heute militärischer Verwaltung, weshalb der Zugang eingeschränkt oder offiziell nicht vorgesehen ist. Von außen – insbesondere vom Wasser aus – sind die Tunneleinfahrten und baulichen Strukturen jedoch noch erkennbar. Himara, Küstenort zwischen Bergen und Meer Nachdem wir die Festung und den Hafen ausgiebig bestaunt haben, geht es mit den Rädern weiter nach Himara. Die Stadt erstreckt sich entlang der langen Küstenlinie und bildet sozusagen das Zentrum der albanischen Riviera. Die Region ist kulturell von griechischen und albanischen Einflüssen geprägt. In den umliegenden Buchten befinden sich lange Kies- und Sandstrände wie Livadhi und Potami, während im Hinterland traditionelle Dörfer und Terrassenlandschaften das Bild prägen. Abendspaziergang durch Himara Wir unternehmen noch einen kleinen Spaziergang durch den Ort, dessen Farben in der untergehenden Sonne leuchten. Auf der Promenade warten diverse Crêpe-Stände auf Kundschaft und wir sind nur zu bereit, den verlockenden Düften zu folgen, schließlich ist es noch etwas Zeit bis zum Abendessen. Während meine Tante Banane, Zucker und Baileys wählt, entscheide ich mich für dunkle Schokolade. So viel sei verraten: Eine gute Wahl! Der junge Mann, der die Süßspeisen fachmännisch zubereitet, erzählt uns, dass er ein Jahr als Koch in Leipzig gearbeitet hat. Seine Expertise schmeckt man, denn die Crêpes sind köstlich. So etwas leckeres habe ich hier gar nicht erwartet, denke ich. Im gleichen Moment frage ich mich: Und warum nicht? Wieso sollte es hier keine leckeren Crêpes geben? Sind wir da mal wieder den eigenen Vorurteilen aufgesessen, dass Menschen in touristischen Zentren nur schrottige oder minderwertige Ware anbieten? Vielleicht. Umso schöner, hier eines Besseren belehrt zu werden. Da in unserer Reisegruppe das Coronavirus fröhlich weiter um sich greift, versuchen wir in einer Apotheke FFP2-Masken zu erstehen. Der freundliche Verkäufer zeigt uns normale Masken, versteht aber nicht, welche wir wirklich möchten. Anstatt einfach aufzugeben ruft er per Handy die arme Apothekerin herbei, die eigentlich schon Feierabend hatte und die mehr Englisch spricht. Das Ergebnis bleibt zwar leider das gleiche, aber ich bin beeindruckt von der Freundlichkeit und dem Engagement. Abendessen mit (ungebetenen) Gästen Durch die Abendsonne schlendern wir zurück zu unserem Hotel, wo wir auf der Terrasse das Abendessen einnehmen. Dienstbeflissen verscheucht unser Gastgeber immer wieder die kleinen Katzen mit einem Gartenschlauch, die an die Tische kommen und versuchen ein paar Happen zu erbetteln. Ich wünschte, er würde das lassen, kann ihm aber natürlich nicht vorschreiben, was er auf seinem eigenen Grund und Boden zu tun und zu lassen hat. Davon abgesehen sind natürlich nicht alle Gäste so an Katzenkontakt interessiert wie ich und zumindest tut er ihnen nicht weh. Ich kann vermutlich froh sein, dass er keine härteren Geschütze auffährt, doch die kleinen, ausgehungerten Tiere, die noch klitschnass und zitternd versuchen sich dem Tisch zu nähern, brechen mir mal wieder das Herz. Während es also in mir emotional gewittert, merke ich, dass auch mein Körper einen Kampf ausficht: Der Coronavirus hat auch mich erwischt und erfreut ich mit Fieber, Husten und Schnupfen, sodass ich bald das Weite suche und mich auf mein Zimmer zurückziehe. Gut, dass wir nur noch eine Etappe vor uns haben!</p>
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		<title>Mit dem E-Bike durch Albanien: Saranda und Butrint</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Mar 2026 06:20:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Seien wir ehrlich: Radfahren im Regen macht nicht wirklich Spaß, daran ändern auch E-Bikes nichts. (Außer, dass das Wasser dann halt noch schneller gegen den Körper klatscht.) Und als wir am Morgen aus unseren Fenstern in Gjirokastra schauen, schüttet es in Strömen. Da das hier aber ja immer noch ein Urlaub ist, gönnen wir uns einen Luxus, um unsere heutige Etappe Saranda zu erreichen und auch noch einen Abstecher in die antike Ruinenstadt Butrint zu machen. Regen statt Sonne, Bus statt Rad Statt also um 8:00 Uhr aufzusteigen und loszustrampeln, warten wir ganz gemütlich bis 10:00 Uhr und fahren mit Taxen, während unsere Räder auf dem Hänger hinterherzockeln. So kommen wir ganz ohne jede Mühe nach Saranda. Das ist vielleicht auch gesünder, denn in unsere Reisegruppe hat sich das Coronavirus eingeschlichen und auch wenn wir die meiste Zeit an der frischen Luft sind, ist die Ansteckung kaum zu vermeiden. So holt es sich einen nach dem anderen, trotz Masken und Abstand. Willkommen in Saranda Saranda liegt direkt am Ionischen Meer und vor uns erhebt sich daraus die griechische Insel Korfu. Mit ihrem kristallklaren Wasser, der palmengesäumten Promenade und den zahlreichen Cafés und Restaurants hat sich Saranda in den letzten Jahren zu einem beliebten Urlaubsziel entwickelt. Und das merkt man, im Guten wie im Schlechten. Einerseits hat es hier ein großes Angebot an Geschäften, andererseits sind in den letzten Jahren unzählige Bettenburgen errichtet worden, die sich nun dicht an dicht am Ufer drängen. Besonders in den Sommermonaten pulsiert hier das Leben: Strandbars, Bootsausflüge und Sonnenuntergänge über dem Meer ziehen Urlauber:innen aus Albanien und Tourist:innen aus aller Welt an. Jetzt, im Oktober, wo es zu kalt zum Baden ist, ist Saranda vergleichsweise ruhig. Glücklicherweise bessert sich das Wetter und so können wir nach dem Mittagessen einen Teil der verpassten Strecke zurückfahren, um uns die Ruinenstadt Butrint anzusehen. Alle, die sich noch fit genug fühlen, besteigen die E-Bikes im Hof des Hotels und los geht&#8217;s. Doch schon der Start gestaltet sich etwas schwierig. Vom Hotel führt eine sehr steile Auffahrt hoch zur Hauptstraße. Mit ein wenig Geschick, dem niedrigsten Gang und der höchsten Motorleistung ist das machbar, aber wer das noch nie versucht hat und zu langsam in die Pedale tritt, kippt unweigerlich um. Während die eine auf Tuchfühlung mit der Bougainvillea geht, haut es den anderen leider direkt vom Rad. Er nimmt&#8217;s aber sportlich und mit Humor und die Blessuren halten sich auch in Grenzen, sodass wir bald darauf Saranda verlassen und Kurs auf Butrint nehmen. Auf nach Butrint Butrint liegt etwa 15 Kilometer von Saranda entfernt. Während wir dorthin fahren, sehen wir immer wieder rechts und links der Straße unfertige Bauprojekte, die ich zuerst für moderne Ruinen halte. Vielleicht ist den Bauherren das Geld ausgegangen? Doch Nick erklärt uns, dass man hier in Albanien einfach anders vorgeht, als bei uns zu Hause. Hier wird nicht ewig Kapital angespart, eine komplizierte Finanzierung ausgetüftelt und ein Kredit aufgenommen, der den Rest des Lebens abbezahlt werden muss. Stattdessen fängt man einfach an und baut, was man sich gerade leisten kann. So entsteht zum Beispiel der Rohbau, dann ist das Geld aufgebraucht und man muss warten, bis weitergebaut werden kann. So dauert der Prozess ein Gebäude zu bauen oft viele Jahre. Das letzte Stück des Weges zur Ruinenstadt führt per Fähre über einen Kanal. Dabei handelt es sich um ein wirklich spannendes Gefährt, dass beim TÜV vermutlich Entsetzen auslösen würde. Doch es transportiert sowohl uns, als auch den Begleitbus sicher ans andere Ufer, wo es mit einem ordentlichen Rumms anlegt. Und dann haben wir auch schon die Tore nach Butrint erreicht. Butrint im Wandel der Zeiten Die Stadt ist ein nahezu archetypischer Querschnitt durch die mediterrane Geschichte. Zuerst kamen die Griechen, bauten eine Agora und nutzten die günstige Lage der Insel in der Lagune um Handel zu treiben. Mit der Flut wurden die einlaufenden Schiffe praktischerweise direkt vor die Haustür geschoben. Danach kamen die Römer, machten aus der Agora ein Forum und ließen sich ebenfalls nieder. Um es etwas wohnlicher zu haben, wurden außerdem römische Bäder, ein Gymnasium und eine Kultstätte, die in späterer Zeit zu einer christlichen Kirche umfunktioniert wurde, errichtet. Und natürlich ein Amphitheater. In einer in den 1930er-Jahren wieder aufgebauten Burganlage, die ursprünglich aus dem Mittelalter stammt, befindet sich ein kleines, aber feines Museum. 1992 wurde die Stadt Butrint zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Glücklicherweise ist hier einfach vieles in dem Zustand belassen worden, indem es war und es macht Spaß über das zum Teil dicht bewachsene Gelände zu schlendern und die vom Blattwerk umrankten Ruinen zu erkunden. Die Ursprünge von Butrint Der Legende nach wurde Butrint nach dem Fall Trojas im 13. Jahrhundert v. Chr. von den trojanischen Flüchtlingen Helenos und Andromache gegründet. Auch in Vergils berühmtem Epos „Aeneis“ spielt der Ort eine Rolle: Auf seiner Reise nach Italien soll Aeneas die Exilanten in Butrint besucht haben. Schon in der Antike war die Stadt also fest in den großen Erzählungen der Mittelmeerwelt verankert und ein Ort, an dem Mythos und Geschichte ineinanderfließen. Archäologische Funde zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild. Zwar gibt es Hinweise auf eine Besiedlung bereits im 12. Jahrhundert v. Chr., doch erst im 8. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich Butrint zu einer bedeutenderen Siedlung. Ausgrabungen auf der Akropolis brachten zahlreiche importierte Keramiken aus Korinth aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. ans Licht. Diese Funde belegen, dass Butrint früh Teil eines weitreichenden mediterranen Handels- und Kulturnetzwerks war. Butrint war also nicht nur ein Schauplatz antiker Sagen, sondern auch ein aktiver Knotenpunkt im Austausch zwischen Griechenland, Italien und der illyrischen Küste. Wer heute durch die Ruinen streift, kann praktisch durch die Jahrtausende wandeln. Cäsars Vermächtnis in Butrint Kurz vor seinem Tod im Jahr 44 v. Chr. gründete Julius Cäsar in Butrint eine römische Kolonie. Unter Kaiser Augustus wurde die Stadt weiter ausgebaut und entwickelte sich zu einem bedeutenden Außenposten des Römischen Reiches. Für eine kurze, aber prägende Zeit rückte Butrint damit ins Blickfeld jener Persönlichkeiten, die die Zukunft Roms bestimmten. Noch heute zeugen Statuen und Inschriften im Herzen Butrints von dieser Phase intensiver römischer Einflussnahme. Vieles, was wir über Butrints Geschichte in dieser Epoche wissen, verdanken wir den Briefen des berühmten römischen Politikers und Redners Cicero. Sein Freund Atticus besaß ein Landgut in der Nähe von Butrint und fürchtete, durch die Ansiedlung römischer Kolonisten Land zu verlieren. In seiner Sorge bat er Cicero, sich politisch gegen die Gründung der Kolonie einzusetzen. Auch wenn Atticus’ eigene Briefe verloren gegangen sind, geben Ciceros erhaltene Schreiben spannende Einblicke in die politische Bedeutung Butrints zu jener Zeit. Besonders interessant ist ein Zitat aus einem Brief Ciceros aus dem Jahr 56 v. Chr.: Er beschreibt Buthrotum (das heutige Butrint) als das, was Antium für Rom war, nämlich den ruhigsten, kühlsten und angenehmsten Ort der Welt. Schon damals galt die Region nämlich als idyllischer Rückzugsort mit besonderem Charme. Freiheit in Stein gemeißelt: Sklavenfreilassungen in Butrint Zu den bemerkenswertesten Funden in Butrint zählen eine Reihe von Inschriften, die von der Freilassung von Sklaven berichten. Diese sogenannten Manumissionen wurden zu Ehren des Heilgottes Asklepios vollzogen. Die Inschriften entdeckte man an zwei verschiedenen Orten: zunächst an der Mauer des Theaters, später auch auf wiederverwendeten Steinblöcken in einem Turm aus jüngerer Zeit. Einige dieser eindrucksvollen Zeugnisse sind noch heute vor Ort zu sehen. Die Inschriften nennen nicht nur die Namen der Sklavenhalter, sondern geben auch spannende Einblicke in die Verwaltungsstruktur der Region. Offenbar war Butrint durch ein komplexes System verschiedener administrativer Gremien organisiert. Zudem dokumentieren die Texte die religiöse Vielfalt der Stadt: Neben Asklepios wurden unter anderem Zeus, Soter und Pan verehrt und Freilassungen erfolgten häufig zu Ehren dieser Gottheiten. Frauen mit Besitzrecht Besonders interessant ist, was die Inschriften über die Rolle der Frauen verraten. Anders als im klassischen Griechenland besaßen Frauen in Butrint offenbar weitreichendere Rechte. Sie durften selbst Sklaven besitzen und freilassen. Starb ein Ehemann, ging dessen Besitz nicht automatisch an den ältesten Sohn über, sondern an die Ehefrau. Ein Beispiel aus einer Theaterinschrift lautet sinngemäß: „Lyso hat gemäß dem Gesetz der kinderlosen Bürger Aphrodisia, Aristonika, A…, Epikrat… freigelassen; sie sollen bei Lyso leben, solange sie lebt.“ Solche Texte machen Geschichte greifbar, indem sie von individuellen Schicksalen erzählen und den Schatten der Vergangeheit vielleicht kein Gesicht, aber zumindest einen Namen geben. Ali Pascha: Der „muslimische Bonaparte“ von Butrint Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das einst mächtige Butrint nur noch ein bescheidenes Fischerdorf und nahezu in Vergessenheit geraten. In dieser Zeit fiel die Siedlung unter die Herrschaft von Ali Pascha, einer der schillerndsten und zugleich gefürchtetsten Persönlichkeiten der Geschichte des Epirus. Von seiner Residenz in Ioannina aus regierte er mit eiserner Hand. Ali Pascha, der oft als „muslimischer Bonaparte“ bezeichnet wurde, war für seine Rücksichtslosigkeit bekannt, brachte der Region aber durch den Bau von Straßen und einem dichten Netzwerk aus Festungsanlagen auch wirtschaftlichen Aufschwung. Das Jagdrevier und das Ende einer Ära Für Ali Pascha war Butrint weniger ein strategischer Außenposten, als vielmehr sein bevorzugtes Jagdgebiet. Um den Zugang zum Vivari-Kanal zu sichern, ließ er aber trotzdem die heute noch sichtbare Burg an dessen Mündung errichten. Doch seine Macht hielt nicht ewig: Im Jahr 1820 wurde er all seiner Ämter enthoben. Nur ein Jahr später fand das Leben des mächtigen Paschas ein gewaltsames Ende, als er in Ioannina ermordet wurde. Seine monumentalen Bauten, die man heute noch in der malerischen Kulisse Albaniens bestaunen kann, bleiben jedoch als steinernes Erbe seiner Herrschaft bestehen. Langsam neigt sich der Tag dem Ende entgegen und es wird Zeit, Butrint zu verlassen. Schließlich müssen wir noch zurück zu unserer Unterkunft. Ich bin froh, dass dieser Ausflug heute noch möglich war, denn es wäre so schade, hätten wir Butrint verpasst. Durch den Sonnenuntergang geht es zurück nach Saranda.</p>
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		<title>Mit dem E-Bike durch Albanien: Gjirokastra, die Stadt der Steine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rosa]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 05:58:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Gjirokastra ist das heutige Ziel auf unserer E-Biketour durch Albanien. Die &#8220;steinerne Stadt&#8221; liegt eingebettet in das Drino-Tal zwischen den sanften Hügeln des Mali i Gjerë-Gebirges und zählt seit 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe, da sie als eines der besterhaltenen Beispiele osmanischer Stadtplanung auf dem Balkan gilt. Charakteristisch sind die dicht gedrängten Häuser aus lokalem Stein, die sich terrassenförmig den Hang hinaufziehen und der Stadt den Beinamen geben. Viel spannender sind aber die Legenden und historischen Ereignisse, die hier ihren Schauplatz haben und von denen ich berichten möchte. Von Geistlichen und geistigen Getränken Bevor es damit losgehen kann, müssen wir aber erstmal dorthin kommen und auf einer Radreise ist ja bekanntlich auch der Weg das Ziel. Unseren vormittäglichen Stop legen wir heute im Restorant Gryka e Këlcyrës in der Schlucht von Këlcyra ein. Eine alte Brücke führt hier über die türkisfarbenen Wasser der Vjosa. Bei Kaffee und Tee erzählt uns Nick, dass wir vorab durch eine Region geradelt sind, bei der es sich früher um ein Zentrum für geistliche Ausbildung und des Weinanbaus handelte. Beide Tätigkeitsfelder waren dabei eng miteinander verbunden, wie eines Tages auch der Sultan feststellen musste. Als er zu Besuch war und ein Gespräch mit den Geistlichen führte, soll er in süffisantem Ton gefragt haben, wozu sie denn so viele Trauben bräuchten. &#8220;Herr, wir essen sehr gerne Trauben.&#8221; Dafür seien es aber doch sehr viele. &#8220;Herr, wir trocknen sie auch und essen sie als Rosinen.&#8221; Auch dafür sei es immer noch eine überwältigende Menge. &#8220;Nun ja, Herr, wir pressen sie auch, füllen den Saft in Fässer und lassen dann Allah entscheiden, was damit geschieht.&#8221; Der Sultan soll gelacht haben und wir lachen auch. In der Schlucht von Këlcyra Während die anderen sich wieder ihren Kaffees widmen, stromere ich wie üblich etwas herum, überquere die Brücke zu Fuß und lande bei einem Stand voller Krimskrams, dessen Verkäufer mich freundlich begrüßt. Er spricht kein Wort Englisch oder Deutsch, ich kein Albanisch, trotzdem verständigen wir uns mit Händen und Füßen. Er fragt, woher ich komme und ob ich zu der Fahrradgruppe gehöre. Seinen Stand hat er mit vielen Flaggen geschmückt, und da auch eine deutsche dabei ist, ist die Antwort leicht zu geben. Nüsse, Birnen und neue Freunde Der Mann verkauft Spielzeug, Musikinstrumente, die Kräuter, die man für den Bergtee benötigt, Honig, Früchte und Nüsse. Bevor ich mich versehe, hat er mir eine Handvoll Nüsse und eine kleine Birne geschenkt. Er verlangt kein Geld dafür, als ich ihm trotzdem etwas geben will, besteht er mit Vehemenz darauf, dass es sich um Geschenke handele. Ich bin so gerührt von dieser freundlichen Geste, dass ich unbedingt eine Erinnerung an den Moment haben will. So zerre ich meine Tante von ihrem Kaffee weg, damit sie ein Foto von uns beiden macht. Natürlich frage ich vorab und der Mann ist begeistert. Sofort holt er sein Handy raus, und drückt es mir in die Hand, damit ich auch ein Selfie von uns mache. Wir bekommen noch mehr Nüsse und Birnen und dürfen den Honig und die darin eingelegten Walnüsse kosten. Wieder möchte er kein Geld dafür, wir können ihn aber überzeugen, uns ein paar Beutel Nüsse zu verkaufen. Mit dem warmen, süßen Geschmack des Honigs auf der Zunge und einem ebenso warmem und süßem Gefühl im Bauch steige ich weder auf mein Rad und winke noch einmal, als wir den Stand ein letztes Mal passieren. Weiter geht es Richtung Gjirokastra und durch die herbstliche Landschaft Albaniens. Unser Mittagessen nehmen wir in einem kleinen Lokal an der Straße ein, an der Verkäufer:innen allerlei Waren feil bieten. Darf es etwas Honig sein, ein paar Bergkräuter oder vielleicht eine Ziege to go? Albanisch-deutsche Begegnungen Nachdem wir uns wieder auf die E-Bikes geschwungen haben und gemütlich Richtung Gjirokastra weiterradeln, schweifen meine Gedanken zurück zur Begegnung am Vormittag. Solche Momente wie mit dem Verkäufer in der Schlucht sind für mich die Essenz meiner Reise durch Albanien und tun mir einfach gut. Genauso wie der Augenblick gestern, als ich auf dem Rückweg von den Benje-Quellen einem Bauern begegnet bin, der an einem Strick ein Pferd, einen Esel und eine Kuh durch die Hügel führte. Ich fand das ein so schönes Bild, dass ich sofort angehalten habe und ihn gefragt habe, ob ich ein Foto machen darf. Er hat freundlich genickt, auch wenn ich glaube in seinen Augen ein gewisses Unverständnis gepaart mit Belustigung für meine Begeisterung erkannt zu haben. Oder wie der Moment später am heutigen Tag, wenn ich die Burg von Gjirokastra besuche und den Sicherheitsmann frage, ob es erlaubt sei, zu fotografieren. Dieser missversteht mich und erlaubt mir sehr freundlich, ihn zu fotografieren. Es ist ein sehr schönes Bild geworden und eine noch schönere Erinnerung. (Und in der Burg durfte ich auch fotografieren!) Das Problem mit den Porträts Ich würde so gerne öfter die Menschen hier fotografieren, denen ich auf der Straße begegne, doch ohne vorige Kommunikation möchte ich das nicht und die ist meist schlicht nicht möglich. Ich liebe, wie wir uns hier mit den Rädern fortbewegen, schnell und bequem, aber nicht zu schnell und trotzdem immer mittendrin. Trotzdem bleibt bei einer Gruppenreise oft kein Raum, um einfach anzuhalten, sich in ein Gespräche verwickeln zu lassen, eine, wenn auch nur kurze, Beziehung aufzubauen. Und die brauche ich, wenn ich Menschen fotografiere. Vor allen Dingen will ich sie vorab um Erlaubnis bitten und nicht im Vorbeifahren ungefragt losknipsen. Ich möchte etwas zu ihnen erzählen können, um nicht einfach Motive einzufangen, die wir wahrscheinlich als &#8220;landestypisch&#8221; romantisieren, und damit erwartete Stereotypen reproduzieren. Die Legende der Prinzessin Argjiro Am frühen Nachmittag erreichen wir Gjirokastra. Die Stadt existiert seit dem 3. Jahrhundert vor Christus, die ersten Stadtmauern wurden im 6. Jahrhundert errichtet. 1336 wird sie erstmals in historischen Aufzeichnungen erwähnt, damals unter dem Namen Argyrókastron, was sich aus dem griechischen „argyros“ (Silber) und „kastron“ (Burg) zusammensetzt. Ihren heutigen Namen verdankt sie einer Prinzessin mit dem Namen Argjiro. Die Legende besagt, dass sie im 15. Jahrhundert lieber den Tod wählte, als sich den osmanischen Eroberern zu ergeben. Denn 1417 wurde Gjirokastra von der&#160;Armee&#160;des&#160;Osmanischen Reichs&#160;erobert. Mit ihrem Baby im Arm soll die Prinzessin von den Burgmauern gesprungen sein. Wie durch ein Wunder überlebte das Kind. Die Felsen, so sagt man, ließen Milch fließen, um es zu nähren. Noch heute weisen die Einheimischen auf die weißen Kalksteinspuren am Fuße der Burgmauern hin, die an diese tragische Heldin erinnern sollen. Die Festung von Gjirokastra Handlungsort dieser Legende ist das wohl imposanteste Bauwerk der Stadt, die Festungsanlage, die hoch über dem Tal wacht. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelalter und wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert. Neben atemberaubenden Ausblicken beherbergt die Festung ein Waffenmuseum mit Exponaten von der Antike bis zum Zweiten Weltkrieg und ist Veranstaltungsort des berühmten Nationalen Folklorefestivals, das alle fünf Jahre Tausende Besucher:innen anzieht und die lebendige albanische Kultur feiert. Wer etwas über die Geschichte der Stadt und des Landes erfahren möchte, ist hier also genau richtig. Schön ist diese Geschichte allerdings nicht immer. In den Eingeweiden der Burg befinden sich Kerker, die über Jahrhunderte genutzt wurden, von der osmanischen Zeit bis tief in die Ära des Kommunismus. Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte von hier aus ein Sultan über ein Gebiet, das sich bis ins etwa 30 Kilometer entfernte Griechenland erstreckte. Er stationierte zwischen 2.000 und 3.000 Soldaten auf der Burg. Besonders berüchtigt war das „Gefängnis der sieben Fenster“. Zwischen 1944 und 1970 sperrte das Hoxha-Regime hier politische Gegner und die nationale Elite ein. Eine Gedenktafel erinnert heute an die „antikommunistischen Märtyrer“, die hier gefoltert wurden. Es ist ein beklemmender Ort, der auch daran erinnert, dass diese Festung für viele kein Schutzbau, sondern eine Endstation war. Ein Flugzeug mit zwei Wahrheiten Auf einem der offenen Burgplateuas stößt man auf einen Anblick, der so gar nicht ins mittelalterliche Bild passen will: Ein verrosteter, US-amerikanischer Kampfjet vom Typ Lockheed T-33 Shooting Star. Was macht ein amerikanischer „Silbervogel“ aus dem Kalten Krieg in einer albanischen Festung? Wer die Infotafeln liest, merkt schnell: Die Geschichte dieses Flugzeugs hängt ganz davon ab, wen man wann fragte. Sie ist ein perfektes Beispiel dafür, wie ein Ereignis aus zwei völlig verschiedenen Blickwinkeln erzählt und genutzt werden kann. Fakten und Propaganda Alles begann am 23. Dezember 1957, als Major Howard J. Curran von der US Air Force in Châteauroux, Frankreich, abhob, um seine Maschine nach Neapel zu überführen. Doch über dem Mittelmeer nahm das Unheil seinen Lauf: Dichter Nebel und ein technischer Defekt am Navigationssystem ließen den Piloten völlig die Orientierung verlieren. Mit fast leerem Tank und im festen Glauben, sich noch über Italien oder Griechenland zu befinden, suchte Curran verzweifelt nach einer Landemöglichkeit. Schließlich tauchte unter ihm eine Landebahn auf und zwar die des Flughafen Rinas bei Tirana. Dass er gerade im damals wohl isoliertesten und paranoidesten Land Europas gelandet war, wurde ihm spätestens klar, als er sofort festgenommen und verhört wurde. Während Curran nach zwei Wochen diplomatischer Verhandlungen im Januar 1958 in die USA zurückkehren durfte, behielt Albanien die Maschine ein. Für das Regime unter Enver Hoxha war der Jet ein propagandistischer Glücksgriff. Die offizielle Geschichte lautete: Albanische Abfangjäger hätten das US-Spionageflugzeug im albanischen Luftraum gestellt und den Piloten gezwungen, auf dem Flughafen Rinas bei Tirana zu landen. Der Jet wurde als Trophäe präsentiert, als Beweis für die Wachsamkeit und Stärke der albanischen Volksarmee. 1971 wurde er schließlich hierher in die Burg gebracht, um als Symbol des Triumphs im Waffenmuseum ausgestellt zu werden. Über Jahrzehnte diente das Wrack als Beweis für die „imperialistische Aggression“ der USA. Dass wir heute noch genau wissen, wie die Propaganda damals lautete, verdanken wir übrigens einem norwegischen Touristen: Er fotografierte 1988 heimlich die ursprüngliche Hinweistafel, auf der die heldenhafte „Abfangaktion“ gepriesen wurde, ein Foto, das heute selbst Teil der Museumsgeschichte ist. Das Skenduli-Haus Da wir von Museen und Geschichte noch nicht genug haben, begeben wir uns nun zum Skenduli-Haus, einem der ältesten noch erhaltenen Gebäude der Stadt. Erbaut wurde es um das Jahr 1700 von der Familie Skenduli, die hier mit und über mehrere Generationen bis ins Jahr 1981 lebte. Dann wurde das Haus vom kommunistischen Regime unter Enver Hoxha beschlagnahmt und in ein Museum für Ethnografie umgewandelt. Nach der Wende erhielt die Familie das Haus zurück, doch sie entschied sich gegen einen erneuten Einzug. Stattdessen wurden die bisher dort ausgestellten Exponate in ein neues Gebäude verbracht und das Skenduli-Haus wurde nun zu einem Museum für sich selbst. Das Gebäude erstreckt sich über drei Stockwerke, die jeweils unterschiedliche Funktionen hatten. Das Untergeschoss diente der Vorratshaltung: Hier befinden sich Kühlräume für Lebensmittel, Ställe und ein Schutzraum. Besonders bemerkenswert ist die originale Regenwasserzisterne mit einem Hahn, der etwa 25 cm über dem Boden angebracht ist, sodass sich Schmutz absetzt und nur sauberes Wasser entnommen wird. Über den Winter wurde so Wasser für die trockenen Sommermonate gesammelt, die Zisterne fasst rund 130 Tonnen. Dank der einen Meter dicken Mauern blieben die Räume das ganze Jahr über kühl, und eignen sich damit perfekt zur Lagerung von Käse und anderen Lebensmitteln. Eine Luxusimmobilie aus dem 18. Jahrhundert Die oberen Stockwerke dienten als Wohn- und Repräsentationsräume. Das Haus zeigt typische Merkmale der osmanisch-albanischen Bauweise mit zahlreichen Kaminen, Türen und Fenstern, kunstvoll geschnitzten Holzdecken und dekorativen Details. Insgesamt verfügt es über 12 Zimmer, 9 Kamine, 44 Türen und 64 Fenster, ein Zeichen für den Reichtum und die gesellschaftliche Bedeutung der Familie. Außerdem gibt es vier Hamams und mehrere Toiletten mit fließend Wasser. Die Toiletten, die sich meist an die Aufenthaltsräume anschließen, haben geheime &#8220;Notausgänge&#8221;, damit etwaiger spontaner Besuch nicht bemerkt, dass er die Gastgeber bei &#8220;wichtigen Geschäften&#8221; gestört hat. In den Räumen befanden sich damals keine Betten, stattdessen wurden zum Schlafen Matratzen ausgelegt. Männer und Frauen kamen getrennt nach Geschlechtern zusammen, auch Feierlichkeiten wie Hochzeiten oder Beerdigungen wurden größtenteils getrennt begangen. In einer Art Honeymoon Suite, einem besonders hübschem und dekorativem Raum, wurden frisch Vermählte untergebracht, aber nur so lange, bis das nächste Paar heiratete. Überall findet man den Granatapfel als Schmuckelement und Zeichen für Wohlstand und Fruchtbarkeit, ist er doch mit einer Unmenge an Samen gefüllt. Bummel durch die Stadt der Steine Gjirokastra ist aber mehr als nur die Festung und Museen....</p>
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		<title>Mit dem E-Bike durch Albanien: Entlang der Vjosa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rosa]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Feb 2026 06:17:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die heutige Etappe auf unserer Radtour durch Albanien führt uns ins weitläufige Tal der Vjosa, einem der letzten großen Wildflüsse Europas. Sie entspringt im Pindos-Gebirge in Griechenland, wo sie Aoos heißt, fließt dann über weite Strecken durch Albanien und mündet schließlich bei Vlora in die Adria. Insgesamt ist sie etwa 270 Kilometer lang. Was die Vjosa so besonders macht, ist ihr nahezu unbeeinflusster Zustand: Sie ist weder durch große Staudämme reguliert noch durchgehend begradigt oder kanalisiert. Stattdessen verzweigt sie sich in zahlreiche Arme, schüttet Kies- und Sandbänke auf, verlagert ihr Bett und schafft so ein hochdynamisches Flusssystem, das sich ständig verändert. Genau daran wollen wir heute entlangradeln. Begegnungen mit Ziegenherden Wir kommen herab aus den Bergen, und während der langen Abfahrten eröffnet sich uns eine fantastische Aussicht auf den Fluss, der sich weitverästelt durch das Tal ergießt. Die Bergflanken haben hier noch einmal deutlich an Höhe zugelegt, und in der Ferne erhebt sich ein gewaltiges Massiv. Immer wieder kreuzen Schaf- und Ziegenherden unseren Weg, sodass Vorsicht geboten ist. Denn die E-Bikes verleiten ohnehin dazu, recht flott unterwegs zu sein, und bergab auf den fast leeren Straßen wird man schnell leichtsinnig. Ich übe mich darin, meine Umgebung aufmerksam im Blick zu behalten und jede Veränderung wahrzunehmen, während ich die Serpentinen hinabrausche. Und genau das rettet mich auch vor einer unschönen Überraschung: Ich bemerke rechtzeitig die frischen Hinterlassenschaften der Tiere auf der Straße und bremse. Gut so, denn hinter der nächsten Kurve steht die Herde seelenruhig mitten auf der Fahrbahn. Im Tal angekommen, ist es Zeit für unsere Kaffee- und Teepause. Während ich meinen Bergtee trinke, zieht sich mein Herz zusammen. Ein streunender Hund, abgemagert und mit viel zu langen Krallen, bedeckt von Ekzemen, schleicht hoffnungsvoll über den Parkplatz, wird aber immer wieder verscheucht. Der Blick aus seinen braunen Augen geht mir durch und durch. Hilflos stehe ich da und kann wieder einmal gar nichts tun, wüsste nicht einmal was. Dabei schreit alles in mir danach, etwas zu unternehmen. Situation der Streuner in Albanien Ich wünschte, ich könnte hier nur einen einzigen Tag erleben, an dem mir das Mitleid für die Tiere nicht die Seele zerfrisst. Denn was ich hier jeden Tag sehe, macht mich unglaublich traurig. Dabei handelt es sich oft gar nicht um absichtliche oder bewusste Grausamkeit den Tieren gegenüber, sondern eher um Nachlässigkeit oder Gleichgültigkeit. Die Streuner sind halt einfach da und solange sie nicht stören, werden sie ignoriert. Niemand käme auf die Idee, einen Straßenhund ins Auto zu packen, und mit ihm wegen einer entzündeten Pfote zum Tierarzt zu fahren. Das ist ehrlicherweise immer mein erster Impuls, nur habe ich kein Auto, kein Geld und keine Ahnung. Nun ja, Tierliebe muss man sich eben auch leisten können, oder? Und bei einem durchschnittlichen albanischen Nettoeinkommen von 700 bis 800 € im Monat stehen Tierarztbesuche mit fremden Streunern bestimmt bei niemandem ganz oben auf der Prioritätenliste. Eine einzelne Person kann nur in Einzelfällen helfen. Um das Problem der Straßentiere (das ja nicht einmal als solches wahrgenommen wird) im Ganzen anzugehen, bräuchte es schon eine staatliche Initiative. Was ich in den letzten Tagen in Albanien gelernt habe, ist, dass Leid und Schönheit hier so nah beieinanderliegen, dass nach einer herzzerreißenden Begegnung kaum eine Stunde vergeht, bis mich die beeindruckende Landschaft wieder einfängt und die epischen Bilder die traurigen verdrängen. Und so ist es auch heute, als wir weiter radeln. An den Ufern der Vjosa Vor uns öffnet sich ein atemberaubender Anblick: Die Vjosa zieht sich wie ein helltürkisfarbenes Band durch ihr fast weißes Flussbett aus Stein und Kies, im Hintergrund erheben sich grün bewachsene Felshänge, deren Spitzen die Wolken an den Bäuchen kitzeln. Hier und da leuchten die orangefarbenen Dächer kleiner Dörfer, oft auf Terrassen oberhalb des Flusses gelegen, um vor Hochwasser geschützt zu sein. Immer wieder wird die Vjosa von Hängebrücken im mehr oder minder passierbarem Zustand überspannt, die mir das Gefühl geben (mal wieder), auf den Spuren vergangener Herrscher Gondors unterwegs zu sein. Gut, mit den Argonath ist hier nicht zu rechnen, aber passen würde es schon. Versteckt im Gebüsch am Straßenrand findet sich der Zugang zu den Überresten einer Brücke, die Ende des Zweiten Weltkriegs von den Italienern während ihres Rückzugs zerstört wurde. Sie verband Albanien mit Griechenland, denn die Grenze ist hier für einige Kilometer identisch mit dem Flusslauf. Der Fluss war hier nicht nur Verkehrsweg und Lebensader, sondern auch immer wieder geopolitische Trennlinie und Zeuge zahlreicher historischer Umbrüche. Lange Zeit war die Vjosa jedoch durch zahlreiche geplante Wasserkraftwerke bedroht. Dagegen regte sich über Jahre hinweg massiver Widerstand von lokalen Gemeinden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie internationalen Umweltorganisationen. Der Protest hatte schließlich Erfolg: 2023 wurde die Vjosa in Albanien offiziell als Nationalpark ausgewiesen, einschließlich großer Teile ihrer Nebenflüsse. Damit ist sie der erste Nationalpark Europas, der einen gesamten Wildfluss schützt. Heute gilt die Vjosa nicht nur als ökologisch einzigartig, sondern auch als Symbol dafür, dass umfassender Flussschutz selbst im dicht besiedelten Europa noch möglich ist. Unser Mittagessen nehmen wir auf einem Balkon über der Vjosa ein, der zu einem Restaurant gehört, das sich direkt neben einer Brücke befindet. Diese ist zwar etwas wackelig, aber noch begehbar. Bei einem kleinen Rundgang treffe ich Esel, Pferde und natürlich noch mehr Hunde, die teilweise sehr interessiert an unserem kleinen Bus sind. Nach dem Essen sind es nur noch einige hundert Meter zu unserer heutigen Unterkunft. Ein hübsches Steinhaus mit Balkonen, die in das Tal hinausblicken. Schnell beziehen wir unsere Zimmer, denn der Nachmittag wartet mit noch einem weiteren Highlight auf uns. Die Thermalquellen von Benja Wir besuchen die Thermalquellen von Benja, auch bekannt als Bënjë-Bäder. Die Quellen liegen am Zusammenfluss des Langarica-Flusses mit der Vjosa und speisen zwei natürliche Steinbecken mit mineralhaltigem Wasser. Das Wasser hat hier eine konstante Temperatur von etwa 26 bis 28 Grad Celsius und wird seit Jahrhunderten für therapeutische Zwecke genutzt, insbesondere bei Haut- und Gelenkbeschwerden. Der Weg zu den Becken führt über eine elegante osmanische Steinbrücke aus dem 18. Jahrhundert, für deren Überquerung man besser schwindelfrei sein sollte. Wer hier auf stille Stunden der Entspannung hofft, den muss ich leider enttäuschen: Die Quellen sind längst kein Geheimtipp mehr. In den Becken tummeln sich zahlreiche Menschen, aus mitgebrachten Lautsprechern klingt albanische Musik. Die Beliebtheit der Quellen scheint große Pläne nach sich zu ziehen: Ein riesiges Areal wird derzeit zum Parkplatz umgebaut, es wird planiert und betoniert, und auch erste kleine Häuschen stehen bereits, vermutlich künftige Übernachtungsmöglichkeiten. Ich lasse mich davon aber nicht abschrecken, balanciere über die schmale Brücke, lege meine Tasche ab und wage mich in eins der Becken. Die Ränder sind von weichen, glitschigen Algen überzogen, ein Gefühl, bei dem ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich es mag. Auf dem Boden jedoch liegt angenehmer Kies, in den man die Zehen graben kann. Im kleineren Becken läuft das Wasser kontinuierlich über den Rand und direkt in den Fluss, fast wie bei einem natürlichen Infinity-Pool. Hinter den Quellen beginnt der Langarica-Canyon, eine enge, spektakuläre Schlucht mit steilen Felswänden, die eine beinahe unwiderstehliche Anziehungskraft auf mich ausübt. Doch bei einer Gruppenreise ist die individuelle Entscheidungsfreiheit begrenzt, und so bleibt die kleine Kletterpartie fürs Erste ein unerfüllter Wunsch. Abend im Vjosa-Tal Nass aber glücklich geht es bei herrlichem Wetter zurück zu unserer Unterkunft und einer heißen Dusche. Einige Mitreisende sind nicht gerade begeistert, dass es sich bei unseren Bädern um waschechte Nasszellen im wahrsten Sinne des Wortes handelt: Die Dusche ist nicht abgetrennt und wenn man duschen möchte, sollte man zuerst das Klopapier aus der Gefahrenzone evakuieren. Mich stört das ehrlicherweise nicht, da hab ich schon unangenehmer in deutschen Kasernen geduscht. Hauptsache, das Wasser ist warm und ich nutze die Gelegenheit, ein paar meiner Kleidungsstücke zu waschen. Schließlich sind wir schon ein paar Tage unterwegs und auch wenn ich nicht gerade zurückhaltend mit meinem E-Bike-Akku umgehe, ist doch das ein oder andere Shirt durchgeschwitzt. So richtig wusste ich im Vorfeld nicht, was ich einpacken sollte, lag doch meine letzte Radreise schon 10 Jahre zurück und war eher spontaner Natur. Mittlerweile weiß ich: Leggings, Sportsocken, Sport-BH, T-Shirt und Fleece sind meine liebsten Begleiter. Während ich also auf dem Bett sitze, den Blick ins Tal schweifen lasse und versuche, mein Fleece trockenzuföhnen, fällt mir wieder unser erster Abend in Albanien ein. Touristische Infrastruktur ohne Tourismus? Während der kleinen Vorstellungsrunde sagten fast alle aus der Gruppe, sie seien gekommen, um das authentische Albanien vor Einsetzen des Massentourismus zu erleben. Der Tag heute hat mir gezeigt, wie sehr wir schon auf dem Weg dorthin sind, aber auch, dass dieses Ansinnen in der Realität bei einigen mehr Frust als Freude auslöst. Die Zimmer sind zu klein, zu schäbig, der Wein nicht dem Erleseneres gewöhnten Gaumen genehm, die Bäder unmöglich und dass man mit offenem Kamin heizt, so weit kommt es noch. Aber man hat die ganze Nacht gefroren. Ja, ach was. Ich verstehe das. Diese Reise ist kein Schnäppchen, und für das Geld könnte man anderswo luxuriös urlauben. Aber darum ging es ja nicht, oder? Dass hier noch nicht Alles westeuropäischen Standards entspricht, habe ich zumindest vermutet. Ein Land ohne Massentourismus, aber mit entsprechender Infrastruktur und Ausstattung schließt sich selbst aus. Klar, dauerhaft würde mir hier auch einiges auf die Nerven gehen: Der Mangel an Nachttischlampen und Nutella, der Überfluss an hungernden Tieren und Müll. Aber ich bin nur zu Besuch und ich versuche, dieses authentische Albanien, von dem immer die Rede ist, so anzunehmen, wie es ist. Das bedeutet nicht, dass ich hier alles schön finde. Das bedeutet nur, dass ich versuche, keine unrealistischen Erwartungen zu haben, die dann enttäuscht werden und die ich dem Land im Anschluss zum Vorwurf mache. Entwicklung des Tourismus in Albanien In den letzten Jahren hat sich der Tourismus in Albanien rasant entwickelt: Von einem lange für Ausländer:innen weitgehend unbekannten Land am Rande Europas zu einem der am schnellsten wachsenden Reisedestinationen des Kontinents. Zur Zeit der kommunistischen Ära war Albanien nahezu abgeschottet, in den 1990ern und frühen 2000ern blieben politische Instabilität, Wirtschaftskrisen und der Balkan-Konflikt ein Hindernis für internationale Besucher:innen. Erst ab den 2010er Jahren setzte ein nachhaltiger Wandel ein, als die Regierung und internationale Partner begonnen haben, Infrastruktur auszubauen und das Kulturerbe zu fördern. Heute schlägt das Pendel in die Gegenrichtung aus: Zwischen 2019 und 2023 kletterten die internationalen Ankünfte deutlich, und Albanien rangierte 2024/25 laut der Welttourismusorganisation in Europa unter den Spitzenreitern beim Zuwachs der Touristenzahlen. Positive Auswirkungen Der Tourismussektor trägt daher mittlerweile einen bedeutenden Anteil zur Wirtschaft bei. Er schafft Hunderttausende Arbeitsplätze und hilft, Einkommen zu generieren, wo wenige andere Perspektiven bestehen. Alte Ortskerne und historische Stätten wurden restauriert, was nicht nur Besucher:innen anzieht, sondern auch lokale Identität und Infrastruktur stärkt. Projekte wie die UNESCO-Schutzgebiete, Nationalparks wie der der Vjosa und Initiativen zur Förderung von Kulturtourismus zeigen, wie man ökologische und kulturelle Werte mit wirtschaftlicher Entwicklung verbinden kann. Das sind die positiven Effekte, aber&#8230; Die Schattenseiten &#8230;es gibt eben auch Schattenseiten. Das schnelle Wachstum führt zu Überlastung beliebter Orte, steigenden Preisen in der Hochsaison und infrastrukturellen Engpässen. Das wird gerade in der Wasserversorgung und im Verkehr zum Problem. In einigen Regionen sorgen steigende Immobilienpreise und kommerzielle Überentwicklungen für sozialen Druck auf Einheimische. Zudem gibt es Debatten über Umweltbelastungen, Müllprobleme und die Frage, ob Tourismuseinnahmen gleichmäßig verteilt werden oder vorwiegend großen Investoren zugutekommen. Albanien ist nach einer langen Phase des Stillstands mit einer Geschwindigkeit an seine Nachbarn angepasst worden, die einen schwindlig machen kann. Und ich habe den Eindruck, dass es für viele Menschen nicht so einfach ist, bei all diesen Entwicklungen Schritt zu halten. Und es ist bestimmt nicht an mir, über diese Menschen zu urteilen. Denn ich fühle mich genauso hin- und hergerissen zwischen Begeisterung und Melancholie, ob der Erlebnisse in diesem spannenden Land.</p>
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		<title>Mit dem E-Bike durch Albanien: In den Bergen</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Feb 2026 06:53:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Liest man meine Artikel über Tirana, den Ohridsee und &#160;Korça, so bemerkt man vielleicht, dass Albanien mein Herz noch nicht im Sturm erobert hat. Doch heute, heute ist der Tag, an dem sich das ändert, denn heute fahren wir mit unseren E-Rädern in die Berge! Wir treten in die Pedale, die Motoren der E-Bikes surren leise, und jeder Tritt bringt uns ein Stück weiter hinein in eine Landschaft, die wie gemalt wirkt: gelbe, rote und orangefarbene Blätter flirren im Licht, während die Berge im Hintergrund in Blau und Grau schimmern. Heute werden wir Albanien neu erleben, auf Schotterwegen, durch stille Dörfer und über sonnenbeschienene Bergstraßen, die wir uns mit Pferden, Ziegen und neugierigen Blicken der Einheimischen teilen. Wir lassen also Korça, das Paris Albaniens hinter uns und radeln los Richtung Süden. Nach einigen Kilometern machen wir – wie jeden Tag – eine Pause für einen kleinen Kaffeestopp. Heute findet dieser in einem schönen Holzhaus mit Namen Sofra Kolonjare statt, das mich an die Blockhütten in Kanada erinnert. Wir sitzen auf der Terrasse in der Sonne, ordern Heißgetränke und genießen Äpfel und Kekse. Bergtee, Blockhütte und kleine Entdeckungen Ich bin mit meiner vormittäglichen Teebestellung meist alleine, der Großteil unserer Gruppe bevorzugt Kaffee. Nick erklärt mir, dass ich einfach einen „Çaj“ bestellen solle, das ist hier das Synonym für Tee. Dabei handelt es sich um einen Kräutertee aus der Pflanzengattung Sideritis, die in den Bergregionen des Balkans wild wächst. In Albanien wird dieser Tee traditionell als „Bergtee“ getrunken und gilt seit Jahrhunderten als Hausmittel, dem eine beruhigende und wohltuende Wirkung nachgesagt wird. Sein Geschmack erinnert mich an Heu und Kamille. Weil ich neugierig bin, besorgt mir Nick ein Büschel der Pflanze, damit ich es mir genauer anschauen kann. Lange kann ich aber natürlich nicht still sitzen, und so stromere ich ein wenig herum. Im Inneren der Hütte finden sich jede Menge spannender Kleinigkeiten, die es zu entdecken und zu bestaunen gilt: ein riesiger Vogel mit Knoblauchkranz, alte Waffen und Petroleumlampen an den Wänden, goldene Kelche, Trachten und allerlei Kuriositäten. Vor der Hütte stehen alte Mercedes-Modelle – Mercedesse? Mercedi? – und sehen auf platten Reifen ihrem vermutlich rostigen Ende entgegen. In Albanien gelten diese Fahrzeuge bis heute als Symbol für Beständigkeit und Zuverlässigkeit und sind besonders auf dem Land allgegenwärtig. Ländliche Idylle Auf der Wiese des Nachbarhofs füttern ein kleines Mädchen und ein alter Mann gemeinsam ein weißes Pony. Es fühlt sich an, wie eine zeitlose Szene aus einem Roman und ich habe fast das Gefühl, ein Eindringling in dieser Idylle zu sein. Doch als sie mich entdecken, winken die beiden freundlich. Im Garten des Hofs warten Zwiebeln und Kürbisse auf ihre Verarbeitung, in großen Metallkörben stapelt sich der Mais, der hier nicht nur als Viehfutter, sondern auch als Grundnahrungsmittel dient. Ein Torbogen überspannt den Eingang zum Hof, und verlässt man das Gelände, liest man auf einem Schild das albanische Wort für „Danke“: Faleminderit. Hier ist es so schön, dass ich gerne noch länger verweilen würde, doch die Tassen sind leer und die Straße ruft. Schließlich gilt es noch einiges an Strecke zu bewältigen. Höhenmeter, Abfahrten und tierische Begegnungen Die Anstiege von meist 100 bis 300 Höhenmetern, die es auf unserer Route zu bewältigen gilt, sind dank der E-Bikes überhaupt kein Problem. Die voll aufgeladenen Akkus sorgen bei der entsprechenden Einstellung sogar dafür, dass man spielend kleine motorisierte Gefährte überholen kann. Zudem wird jede Mühe im Anschluss reichlich belohnt: mit rasanten Abfahrten, Serpentinen und weiten Ausblicken über Täler und Felder. Mein Blick gilt, wie schon an den letzten Tagen, immer wieder den Tieren. Besonders häufig begegnen uns heute Pferde und Ziegen, die vielerorts noch fester Bestandteil der kleinbäuerlichen Landwirtschaft sind. Ein Pferd hat es mir besonders angetan, und ich kann nicht anders, als abzusteigen und die samtig weiche Nase zu streicheln. Warmer Atem bläst über die Innenfläche meiner Hand, während leise die Kette klirrt, mit der das Tier angebunden ist. Vermutlich kennt es nichts anderes als die Kette und den schweren Sattel, aber ich frage mich trotzdem, ob es traurig ist, dass es sich nicht frei bewegen, im staubigen Gras wälzen und nach Lust und Laune galoppieren kann. Allein auf der Straße Während ich gedankenverloren die Fliegen betrachte, die dem Tier um die Augen schwirren, verliere ich den Anschluss an den Rest meiner Radreisegruppe. Mist. Was hatte Nick doch gleich gesagt – wie heißt unser heutiges Mittagsziel? Und muss ich einfach der Straße folgen oder sollte ich da vorne abbiegen? Ich habe Glück und wähle offenbar den richtigen Weg, denn in Erseka treffe ich die anderen wieder. Die kleine Stadt ist das administrative Zentrum der Region Kolonja und bekannt für ihr kühleres Bergklima. Davon ist heute aber nicht viel zu merken. Wir nehmen Platz mit Blick auf einen sonnenbeschienenen Park, während uns eine würzige Suppe mit weißen Bohnen serviert wird – Hülsenfrüchte gehören hier seit jeher zur Alltagsküche –, gefolgt von Reis, Spinat, Kartoffelpüree und Gemüse. Meine Fleischplätzchen überlasse ich einem Mitreisenden, auch wenn es zu meinen Füßen hoffnungsvoll maunzt. Wenn ich nur könnte, kleine Katze … wenn ich dir nur wirklich helfen könnte. Doch Nick versichert mir, dass zumindest dieser kleine Tiger regelmäßig etwas zu fressen bekommt. Farma Sotira – mitten im Nichts Am Nachmittag erreichen wir die Farma Sotira, einen abgelegenen Hof in den albanischen Bergen, der sich auf naturnahen Tourismus und Landwirtschaft spezialisiert hat. Jeder von uns bezieht eine eigene Holzhütte. Meine scheint noch recht neu zu sein, tatsächlich so neu, dass noch einige Lampen fehlen und das Waschbecken nicht abgedichtet ist. Das ist irgendwie schade, denn jedes Mal, wenn ich mir die Hände wasche, läuft Wasser über den Boden und versickert im neuen Holz. Einerseits macht mich das traurig, weil ich denke: „So hält das hier aber nicht lange“, andererseits ist das vielleicht auch eine sehr deutsche Mentalität. Zum Heizen sind manche Hütten mit Kaminen ausgestattet, meine Einzelhütte verfügt über einen elektrischen Heizlüfter, der im Handumdrehen für wohlige Wärme sorgt. Denn obwohl gerade noch die Sonne vom Himmel strahlt, wird es nicht mehr lange dauern, bis sie hinter den Bergen verschwindet und die Temperaturen fallen. Abendstimmung in den Bergen Gemeinsam mit meiner Tante unternehme ich noch einen kleinen Spaziergang. Die langsame Geschwindigkeit, mit der wir uns nun zu Fuß fortbewegen, fühlt sich seltsam an nach all den schnell dahingeradelten Kilometern. Sechzig waren es heute – für viele sicher keine große Distanz, zumal mit Unterstützungsmotor –, doch ich untrainiertes Couch Potato habe ziemliche Puddingbeine und verspüre ein leichtes Ziehen in den Oberschenkeln. Unser Weg führt an den Ställen der Farm vorbei, in und vor denen dösende Pferde stehen. Über eine große Wiese und durch den in der Abendsonne glühenden Herbstwald spazieren wir, bis wir wieder auf eine Straße mitten durchs albanische Nirgendwo treffen. Hier oben wird es abends schnell kühl, und als die Sonne den Horizont berührt, machen wir uns auf den Rückweg zu unseren Hütten. Auf der Wiese davor hat sich mittlerweile eine Schafherde eingefunden, bewacht von großen, ihren Job sehr ernst nehmenden Hütehunden. Als sich die Schatten immer länger werden und die Dämmerung, gefolgt von ungestörter Dunkelheit, über die Wiese senkt, bin ich dankbar für den wärmenden Heizlüfter. Einmal raus muss ich aber dennoch, denn hungrig will ich nicht ins Bett gehen. Wobei das Abendessen heute ausnahmsweise nicht ganz so vegetarisch ausfällt. Auf den Tellern meiner Mitradler landen Forellen aus den farm­eigenen Teichen und Lamm. Und auch, wenn ich bereits jetzt meinem verwöhnten Gaumen anmerke, dass er sich doch etwas mehr Abwechslung wünschen würde, begnüge ich mich mit dem üblichen Brot und Gemüse. Wir wollten authentisches Albanien, da sollten wir uns jetzt nicht beschweren, wenn wir es auch bekommen! Als der Kamin im verglasten Speiseraum nicht mehr ausreicht, um diesen zu wärmen und mir die Kälte langsam die Beine heraufkriecht, verabschiede ich mich und wünsche allen eine gute Nacht. Bevor ich mich in meiner warmen Hütte einkuschle, werfe ich aber noch einen Blick auf den spektakulären Sternenhimmel, der hier, weitab einer größeren Stadt, ohne Lichtinterferenzen, besonders intensiv strahlt. Morgenstimmung in Albaniens Bergen Als ich am nächsten Morgen aufwache, bin ich überwältigt von der Ruhe und stillen Friedlichkeit hier in den Bergen. Als ich die Tür meiner kleinen Holzhütte öffne, ist die Wiese davor mit Raureif überzogen, der jedoch in der aufgehenden Sonne rasch dahinschmilzt. Das Morgenlicht taucht unsere Hütten Und unsere Räder stehen schon bereit, für den nächsten spannenden Tag auf den Straßen Albaniens.</p>
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		<title>Mit dem E-Bike durch Albanien: Der Ohridsee</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jan 2026 06:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Albanien]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ja gut, ich habe großartig angekündigt, mit dem Fahrrad durch Albanien zu fahren. Aber ich muss zugeben, zunächst steige ich erstmal in einen Bus. Denn unsere Tour startet nicht aus dem lärmenden und quirligen Stadtverkehr Tiranas heraus, sondern an den sanften Ufern des türkisfarbenen Ohridsees. Und dort werden wir tatsächlich mit dem Auto hingebracht. Eine kurze Geschichte Albaniens Auf der Busfahrt erzählt uns unser Reiseleiter Nick ein bisschen über die Geschichte Albaniens. Als autonomer Nationalstaat existiert es tatsächlich erst seit 1912. Davor war es seit dem 15. Jahrhundert Teil des Osmanischen Reichs. Der albanische Nationalheld Skanderbek hatte zuvor versucht, die Machtübernahme zu verhindern und für fast 30 Jahre er gemeinsam mit den albanischen Feudalherren gegen die Osmanen gekämpft und deren Truppen in Schach gehalten. Nach seinem Tod gelang es seinem Sohn, der zwar bereits erwachsen, aber noch sehr jung und politisch unerfahren war, nicht, die Einheit der Albaner zu bewahren und so fielen die Ländereien nach und nach an die Osmanen. Zuvor hatte Albanien etwa 100 Jahre lang zum Oströmischen, davor zum gesamtrömischen Reich gehört. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Kommunisten die Macht und hielten diese 45 Jahre lang bis zur Wende und zum Zerfall des Ostblocks. Einen Großteil dieser Zeit regierte Enver Hoxha (gespr:.: Hodscha), der ein strenges Regime etablierte und beispielsweise jegliche Form der Religionsausübung untersagte. Er starb 1985 und mit dem Eisernen Vorhang fiel auch der Klammergriff des Kommunismus um Albanien. Seitdem ist es eine Demokratie, in der Religionsfreiheit herrscht. Heute ist etwa die Hälfte der Bevölkerung muslimischen Glaubens und 30 % christlich, davon 20 % orthodox und 10 % katholisch. Der Ohridsee Während wir Nick lauschen und das uns zum Teil völlig unbekannte Land etwas besser kennenlernen, taucht am Horizont der Ohridsee auf. Der See liegt malerisch an der Grenze zwischen Albanien im Westen und Nordmazedonien im Osten. Mit einer Fläche von rund 358 km² und einer Tiefe von bis zu 288 Metern zählt er zu den tiefsten Seen Europas. Sein Alter wird auf ein bis drei Millionen Jahre geschätzt. Die albanischen Hauptorte am Seeufer sind Pogradec und Lin, die jeweils ihren ganz eigenen Charme versprühen. Der Ohridsee gehört außerdem zu den artenreichsten Süßwasserseen der Welt. Über 200 endemische Arten, darunter einzigartige Forellenarten, haben hier ihren Lebensraum. Dank der klaren Wasserqualität, bei der die Sichttiefe oft über 20 Meter reicht, lassen sich Fische und Wasserpflanzen mühelos beobachten. Der See selbst steht unter Naturschutz und ist Teil des UNESCO-Welterbes. Für die Albanerinnen und Albaner ist der Ohridsee ein beliebtes Erholungsgebiet. Pogradec lockt mit Badeorten, gemütlichen Spazierpromenaden und charmanten Cafés. Lin, ein historisches Dorf auf einer Halbinsel, beeindruckt mit traditionellen Steinhäusern und ausgezeichneten Fischrestaurants. Ob Schwimmen, Kajakfahren, Angeln oder Wandern, der Ohridsee bietet für jeden Natur- und Aktivurlauber genau das Richtige. Das ist allerdings auch ein Problem, denn mittlerweile leidet der See durch den immer stärker zunehmenden Tourismus unter der Verschmutzung durch Abwässer und Abfall. Rauf auf&#8217;s Rad Zeit, uns dieses Naturwunder einmal selbst anzusehen. Kurz vor dem See erhalten wir unsere fahrbaren Untersätze. Die sind leider nicht ganz so bequem und flexibel in den Einstellungsmöglichkeiten, wie gehofft, aber irgendwann haben alle ein Rad unterm Hintern, mit dem sie einigermaßen klarkommen. Meine Aufmerksamkeit ist sowieso schon seit Minuten anderweitig gefesselt, denn während wir auf dem kleinen Parkplatz unsere Proberunden drehen, haben wir neugierige Gesellschaft bekommen. Zwei Streunerhunde haben sich uns vorsichtig genähert und nachdem ich meine friedlichen Absichten überzeugend rüberbringen konnte, gibt es eine intensive Streicheleinheit. Streunende Tiere werden mir in den nächsten Tagen wieder und wieder und wieder begegnen und sie werden der Grund sein, warum Albanien mir ein wenig das Herz bricht. Doch es hat auch Pflaster mitgebracht und während die anderen noch ihre Wasserflaschen verstauen (oder feststellen, dass sie keine dabei haben), radel ich schon einmal den Weg auf und ab und beobachte den Mann, der mit einem über die Schulter geschlungenen Beutel das Feld abgeht und mit rückartigen, routinierten Bewegungen Saat ausbringt. Es ist ein idyllisches Bild, dass man aber wahrscheinlich nur als solches empfindet, wenn man an den Einsatz von Maschinen gewöhnt ist und in romantisierende Nostalgie verfällt, sobald man Menschen derart anstrengende Tätigkeiten verüben sieht. Ich bin mir nicht sicher, ob der Mann selber seine Arbeit als so fotogen empfinden würde wie meine Reisegruppe und ich, aber er grüßt uns freundlich während er weiter Samen auf den Boden wirft. Als alle abfahrbereit sind, starten wir unsere Tagesetappe am Ufer des Ohridsees. Der See ist etwa 30 Kilometer lang und acht bis zwölf Kilometer breit. Jetzt, im Oktober, ist das Wasser zu kalt zum Baden, doch die Wellen lecken fröhlich plätschernd am Ufer und die Oberfläche glitzert in der Herbstsonne. Darauf tummeln sich Kormorane und Blässhühner. Ab und an lässt sich auch ein Reiher blicken. Immer wieder passieren wir Straßenhändler und -händlerinnen, die uns Zwiebeln und Trockenfrüchte zum Kauf anbieten. In krassem Gegensatz zu dieser friedlichen Natürlichkeit stehen der viele Müll am Straßenrand und das totgefahrene Kätzchen auf der Fahrbahn, bei dessen Anblick sich mein Herz schmerzhaft zusammenzieht. Die Bunker Irgendwann entdecken wir eine seltsame Kuppel am Ufer des Sees. Es handelt sich um eine Art Mini-Bunker. In Albanien begegnet man ihnen fast überall: Kleine, halbkugelförmige Betonbauten tauchen am Straßenrand auf, stehen auf Feldern, an Stränden oder lehnen sich scheinbar achtlos an Berghänge. Selbst mitten in Städten sind sie zu finden. Entstanden sind sie während der kommunistischen Diktatur unter Enver Hoxha, vor allem zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren. Hoxha war von der Vorstellung besessen, Albanien könne jederzeit angegriffen werden. Er misstraute nahezu jedem Staat, egal ob aus dem Westen, dem Osten oder sogar ehemaligen Verbündeten. Aus dieser Angst heraus ließ er ein beispielloses Verteidigungssystem errichten, das das gesamte Land überziehen sollte. Hunderttausende Bunker wurden gebaut. Schätzungen gehen von rund 170.000 bis über 700.000 Bunkern aus, genaue Zahlen gibt es bis heute nicht. Die meisten dieser Bunker waren winzig und für ein oder zwei Soldaten gedacht. Sie sollten im Ernstfall gemeinsam ein Netz des Widerstands bilden, denn die Bevölkerung war angehalten, das Land selbst zu verteidigen. Viele Zivilisten erhielten militärische Schulungen, während enorme Mengen an Geld, Material und Arbeitskraft in Beton gegossen wurden. Zu einem Einsatz kam es jedoch nie, die befürchtete Invasion blieb aus. Nach dem Zusammenbruch des Regimes Anfang der 1990er-Jahre blieben die Bunker zurück. Sie waren zu massiv, um sie einfach zu entfernen, und zu zahlreich, um sie systematisch abzureißen. So wurden sie Teil des Alltags. Manche verfielen langsam, andere bekamen neue Funktionen als Lagerräume, Cafés, kleine Museen oder Kunstorte. An einigen Stränden dienen sie heute sogar als ungewöhnliche Fotomotive. Für viele Albaner und Albanerinnen sind die Bunker bis heute ein widersprüchliches Symbol. Sie erinnern an eine Zeit der Isolation, der Angst und der Verschwendung in einem armen Land, gehören aber zugleich untrennbar zur eigenen Geschichte. Über die Grenze nach Nordmazedonien Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Hotel in Tushemisht am südlichen Ende des Sees. Vom Fahrradsattel geht es direkt zu Tisch, wo wieder die landestypische Kost auf uns wartet: Kartoffelpuffer, Maisbrot, Tsatsiki, Ofenkartoffeln, gebackene Zucchini und Paprika. Nach dem Essen schwingen wir uns gesättigt wieder auf die Räder und überqueren die in nur ein paar hundert Meter Entfernung befindliche Grenze nach Nordmazedonien. Ein Grenzübertritt per Fahrrad, das ist ein Novum für mich. Unsere Ausweise werden inspiziert, dann dürfen wir unter den strengen Augen der grenzeigenen Katzenkontrolleure passieren. Das Kloster St. Naum Ein paar Kilometer die Straße hinunter liegt das Kloster St. Naum, gegründet im 8. Jahrhundert und heute UNESCO-Weltkulturerbe. Eine hübsche, orthodoxe Anlage mit Kapelle und sozusagen Premiumlage direkt am Ohridsee. Abgesehen von der Kapelle mit ihren beeindruckenden Fresken, die Szenen aus dem Alten und Neuen Testament darstellen, gibt es hier eine kleine Gartenanlage und frei herumstreifende Pfauen zu entdecken, deren blaues Gefieder in der Sonne leuchtet. Ach ja, und eine katzige Einlasskontrolle gibt es hier auch! Gegründet wurde das Kloster im 10. Jahrhundert von dem byzantinischen Mönch Naum von Ohrid, einem Schüler des heiligen Kyrill, der zusammen mit Methodius die slawische Schrift und Kultur verbreitete. Das Kloster gehört zu den bedeutendsten religiösen Stätten der Region und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher:innen an. Eine der beiden Quellen, die den See speisen, befindet sich ebenfalls hier. Das Wasser stammt aus einem höher gelegenen See jenseits der Bergkuppen, die sich vor dem nordmazedonischen Himmel abzeichnen. Dort versickert es und kommt dann hier wieder an die Oberfläche. Die zweite Quelle liegt in der Nähe unserer Unterkunft. Zurück in Tushemisht Nach unserer Rückkehr dorthin begebe ich mich noch auf einen kleinen Erkundungsgang auf Schusters Rappen. Dabei begegne ich einem tatsächlichem, einem schwarzen Pferd, das hier frei herumstreunt und sichtlich Spaß daran hat, am Strand für Unordnung zu sorgen. Es ist sozusagen Herr der Straße und hat gar keine Scheu, den Verkehr aufzuhalten und demonstrativ vor dem geschlossene Visitor Center einen Haufen Pferdeäpfel zu platzieren. Irgendwie ist mir das Tier direkt sympathisch. Ich genieße den Sonnenuntergang auf einem der Holzstege, die in den Ohridsee hineinragen und sehe zu, wie die leuchtende Scheibe rasch hinter den Bergen im Westen verschwindet. Das Dämmerlicht macht seinem Namen als Blaue Stunde alle Ehre und taucht den Horizont in unterschiedlichste Schattierungen jener Farbe. Ein beeindruckender Abschluss für den ersten richtigen Tag unserer Radreise durch Albanien.</p>
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		<title>Mit dem E-Bike durch Albanien: Ankunft in Tirana</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rosa]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 06:27:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ich betrete Neuland. Ich verlasse meine arktische Komfortzone, um mal etwas Neues auszuprobieren, in ein mir bis dato völlig unbekanntes Land zu reisen und ein Vehikel zu nutzen, das eigentlich seit Jahren bei mir im Keller Rost ansetzt. Wer mich kennt, weiß, dass ich normalerweise am liebsten im hohen Norden unterwegs bin – bei Eis, Schnee und Kälte. Klar, selten verschlägt es mich auch mal in den sonnigen Süden, aber nun wird es Zeit, eine Richtung anzupeilen, die auf meinem Kompass bisher wenig Aufmerksamkeit erfahren hat: auf nach Südosten, auf nach Albanien! Radreise durch Albanien: Zehn Tage zwischen Bergen, Tälern und Geschichte Wie so viele spannende Reisen in meinem Leben verdanke ich auch diese meiner Tante und meinem Onkel. Gemeinsam mit einer Radreisegruppe werden wir zehn Tage lang durch Albanien radeln – von Tirana bis Vlora, über Berge, durch Täler, an Flüssen entlang und durch Städte hindurch. Wer jetzt schon denkt: „So etwas Sportliches ist nichts für mich!“, geht mir doch genauso! Aber keine Sorge: Wir sind mit leistungsstarken E-Bikes unterwegs, die auch 1.500 Höhenmeter am Tag zur Spazierfahrt machen. Wir suchen unseren Weg durch ein junges Land mit uralter Vergangenheit, begegnen Menschen, deren Sprache wir nicht sprechen und die uns trotzdem freundlich begrüßen, und werden Zeugen eines vielleicht etwas hastigen Aufbruchs in die Zukunft. Es wird spannend! Ankunft in Tirana: Erste Eindrücke von Albaniens Hauptstadt Unsere Anreise von Frankfurt in die albanische Hauptstadt Tirana klappt wie am Schnürchen, und nach kurzer Flugzeit betrete ich zum ersten Mal in meinem Leben albanischen Boden. Ein von der Agentur beauftragter Fahrer erwartet uns bereits und bringt uns ins Sky 2 Hotel im Herzen der Stadt – nur eine Minute vom Ufer der Lana entfernt, einem kleinen Kanal, der die Stadt hier durchschneidet. Wir werfen schnell die Koffer in die Zimmer und begeben uns dann direkt auf unsere erste Erkundungstour. Tirana ist eine vergleichsweise junge Hauptstadt mit einer dennoch alten Geschichte. Zwar reichen archäologische Funde in der Region bis in die illyrische und römische Zeit zurück, offiziell gegründet wurde Tirana jedoch erst 1614 durch den osmanischen General Sulejman Pascha. Über Jahrhunderte blieb die Stadt ein eher unbedeutendes Handelszentrum, bis sie 1920 zur Hauptstadt Albaniens erklärt wurde. Im 20. Jahrhundert prägten zunächst die italienische Besatzung und später die jahrzehntelange kommunistische Diktatur unter Enver Hoxha das Stadtbild nachhaltig. Seit dem Ende des Sozialismus Anfang der 1990er-Jahre befindet sich Tirana in einem rasanten Wandel und genau den können wir bei unserem kleinen Spaziergang live und in Farbe erleben. Sehenswürdigkeiten in Tirana: Zu Fuß durch Kunst, Geschichte und Cafés Tirana lässt sich gut zu Fuß entdecken, und wir laufen einfach planlos drauflos und schauen, wo es uns hintreibt. Wir schlendern den Bulevardi Gjergi Fishta entlang bis zum Parku Rinia. Direkt gegenüber befindet sich ein seltsames Metallkonstrukt: „The Cloud“, eine zeitgenössische Kunst- und Architekturinstallation des japanischen Architekten Sou Fujimoto. Die aus weißen Stahlstäben bestehende, wolkenartige Struktur steht vor der Nationalen Kunstgalerie nahe dem Skanderbeg-Platz und wird regelmäßig für kulturelle Veranstaltungen, Performances und gemeinschaftliche Aktivitäten genutzt. Gerade als wir vorbeikommen, proben Musiker für ihren großen Auftritt. Wir biegen ab in die Shëtitorja Murat Toptani, die uns vorbei an Cafés zum Tirana Castle führt. Tirana Castle: Historische Mauern im modernen Stadtzentrum Tirana Castle, auf Albanisch Kalaja e Tiranës, ist keine klassische Burganlage, sorry, sollte sich da jemand schon gefreut haben. Es handelt sich nur um die Überreste der historischen Festung von Tirana, die in das moderne Stadtzentrum integriert wurden. Sie stammt ursprünglich aus der byzantinischen Zeit und wurde später unter den Osmanen erweitert. Heute sieht man aber ehrlicherweise nichts mehr davon, denn die Mauern sind nur noch Teile erhalten, und der Innenbereich wurde in eine kleine Fußgängerzone mit Cafés, Restaurants und Geschäften umgewandelt. Reise-Fail in Tirana: Sonnenbrille vergessen Letztere sind mein Ziel, denn ich habe tatsächlich eine Mission. Intelligenterweise habe ich nämlich meine Sonnenbrille zu Hause vergessen. Zwar ist es schon Oktober und in heimischen Gefilden hat der Herbst Einzug gehalten, doch hier herrschen immer noch spätsommerliche Temperaturen, und die Sonne strahlt vom Himmel. Irgendetwas sagt mir, dass es gerade beim Radfahren schlau wäre, eine Brille aufzusetzen. Schnell finde ich eine Sonnenbrille, die zwar nicht besonders gut sitzt, dafür aber echt viel kostet – juhu. Aber wer schlecht vorbereitet anreist, darf eben nicht wählerisch sein, und ich bin froh, hier im Stadtzentrum überhaupt eine bekommen zu haben, die unter 50 Euro kostet. Für eine „echte“ Ray-Ban ist das natürlich ein Schnäppchen … wer’s glaubt, wird selig. Wer glaubt, hier würden Dumping-Preise herrschen, irrt also. Geld in Albanien: Lek, Karten und ein verräterischer Automat Die Landeswährung ist der albanische Lek (ALL). In touristischen Gegenden werden Euro teilweise akzeptiert, empfohlen wird jedoch trotzdem, Bargeld in Lek dabeizuhaben. Die Sonnenbrille konnte ich noch mit Karte zahlen, aber für die kommenden Tage fühle ich mich mit Cash doch etwas sicherer. Also steuere ich voller Vertrauen und Zuversicht den Geldautomaten neben dem Tirana Castle an. Meine Tante witzelt noch: „Gleich ist die Karte weg!“ Ich lache. Dann zieht der Automat meine Karte ein – und ich lache nicht mehr. Der da ist es, das miese Stück! Direkt neben dem Automaten befindet sich ein Wachhaus der Security-Mitarbeiter:innen des Tirana Castle. Allein deshalb hatte ich dämlicherweise geglaubt, dass der Automat bestimmt vertrauenswürdig sei. Der anwesende Wachmann spricht zwar kein Englisch, und sein Interesse, sich mit unseren Problemen zu beschäftigen, hält sich in überschaubaren Grenzen, aber er leiht mir dennoch sein Handy. Ich weiß die albanische Vorwahl nämlich nicht auswendig und habe natürlich auch kein Internet, um sie zu googeln. Die Telefonnummer der Firma steht glücklicherweise auf dem Automaten. Das Gespräch verläuft ernüchternd: Die Karte wird in vier bis fünf Tagen abgeholt, ich solle doch bitte eine Mail mit all meinen Daten und der Wunschfiliale schreiben, in die die Karte anschließend gebracht werden soll. Dort könne ich sie dann in etwa zwei Wochen abholen. Ja, Pustekuchen. Da wir Tirana bereits am nächsten Morgen verlassen, schleiche ich missmutig ins Hotel, klappe meinen Laptop auf, lasse die Karte sperren und mir eine neue nach Hause schicken. Grummel. Irgendwie nicht die schönste Art, diese Reise zu starten. Tirana im Wandel: Zwischen Baustelle, Beton und Bergen Aber vielleicht ist Tirana auch nicht der beste Ort dafür – ich bin schließlich kein großer Fan von Städten. Sie sind mir meist zu laut, zu voll und irgendwie doch immer gleich. Mein erster Eindruck von Albanien ist zudem aufgrund der Kartengeschichte vielleicht etwas getrübt und nicht ganz fair. Denn ich ahne schon, dass Tirana nicht der schönste Teil des Landes ist, den wir auf unserer Reise entdecken werden. Einerseits ist die Stadt ein bisschen schäbig und heruntergekommen, andererseits wird auch viel gebaut. Schaut man sich die neuesten Hochhäuser an, gewinnt man den Eindruck, jede:r Architekt:in durfte hier einmal Kindheitsfantasien in die Realität umsetzen. Herausgekommen ist ein wildes Durcheinander aus Form, Farbe, Stil und Struktur. Doch wenn man den Blick weiter in die Ferne schweifen lässt, sieht man die Berge. Und da zieht es mich hin. Erwartungen an Albanien: Authentisch, ursprünglich, unentdeckt? Am Abend lernen wir unsere Reisegruppe kennen, und auf die Frage: „Warum seid ihr ausgerechnet nach Albanien gekommen?“ antworten alle mehr oder weniger dasselbe: Wir wollen das Land kennenlernen, bevor es vom Massentourismus überrollt und verändert wird. Wir wollen das ursprüngliche, das authentische Albanien erleben. Ich nicke zustimmend. Im Laufe der Reise werde ich mich manchmal noch kopfschüttelnd an diesen Moment erinnern. Essen in Tirana: Überraschend vegetarisch Aber ich galoppiere voraus, denn noch sitzen wir ja gar nicht in den Sätteln unserer E-Bikes. Stattdessen lassen wir unseren ersten Abend in Tirana in einem kleinen Restaurant &#8220;Vila Ferdinand&#8221; im Botschaftsviertel ausklingen. Es gibt landestypische Speisen, und ich bin überrascht, wie viel davon vegetarisch ist. Klar, die Fleischbällchen lade ich mir nicht auf den Teller, aber das frisch gebackene Maisbrot, die Salate, die Dips und der Tzatziki landen dort genauso wie das überbackene Gemüse und die mit Feta und Spinat gefüllten Blätterteigtaschen. Die albanische Küche ist herzhaft, bodenständig und stark von der osmanischen, mediterranen und balkanischen Küche geprägt. Viele Gerichte basieren auf einfachen, regionalen Zutaten wie Gemüse, Joghurt, Käse, Olivenöl und Kräutern. Erste Learnings aus Albanien</p>
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