Die Fram in Oslo – Geister der Vergangenheit

Ich sitze im Bus und schaue nervös auf die Uhr. In vier Stunden muss ich wieder am Flughafen von Oslo sein. Das könnte knapp werden und wir fahren schon ewig, ohne dass eine Haltestelle gekommen wäre. Der Busfahrer sagt etwas auf norwegisch durch, die Passagiere lachen. Neugierig frage ich meine Sitznachbarin auf Englisch, was denn los sei. „Oh, he just missed the right turn and now he has to drive a few kilometers, before he can make a u-turn and get back on the correct route.“ Ach was. Das passt natürlich gar nicht in meinen Plan, aber grinsen muss ich auch.

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Mit Schlittenhunden durch die Dunkelheit Svalbards

Pic by Morten Rostille

Die Polarnacht auf Spitzbergen: Drei Tage im hohen Norden

Der Tag, an dem ich auf einem Schlitten durch die Dunkelheit Svalbards gleite
16. Dezember 2017

In den frühen Morgenstunden klingelt mein Handywecker, eine technische Absurdität in dieser rustikalen Umgebung. Mein zweiter Tag auf Svalbard beginnt. Und ich kann mich vor Aufregung kaum beherrschen, denn heute ist der Tag, an dem ich endlich wieder auf einem Hundeschlitten stehen werde!

Da ich nach meiner Nacht in der Trapperhütte mit nur dem Nötigsten ausnahmsweise mal keine Wahl habe, was mein Outfit betrifft, bin ich schnell angezogen. Auch die Katzenwäsche im Toilettenhäuschen ist fix erledigt. Über die Vintage-Ausstattung mit Waschschüssel in Belle-Epoque-Optik muss ich lachen. Sie steht doch in krassem Kontrast zur mobilen Plastiktoilette direkt daneben.

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Spitzbergen – Ankunft auf dem 78. Breitengrad

Kopf hoch, Kätzchen, bald gehst du auf Reisen!

Dass man mich zum Reisen ermuntern muss ist definitiv nicht normal. In der Regel mache ich nichts lieber, als meinen Koffer zu packen, meine Wohnung abzuschließen und mich zum Flughafen zu begeben. Mich voll und ganz auf eine Reise einzulassen und sie mit Kopf und Herz zu genießen. Gerade, wenn es in die Arktis geht. Und meine Reise nach Spitzbergen war auch ein lange gehegter Traum. Nachdem ich im Sommer bereits in Grönland gewesen war, wollte ich den Norden jetzt noch einmal im Winter erleben. Manchmal, ach was, immer, kommt es aber anders als man denkt und das ist auch die Erklärung, warum es seit einiger Zeit so still auf dem Blog ist. In meinem Privatleben hat sich eine Menge getan und wer bis über beide Ohren verknallt ist, der vernachlässigt auch mal sträflich seine Internetpräsenz.

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Grönland-Reisetagebuch: You’re now leaving the arctic – Come back soon

Cape Race, Grönland

Reistagebuch:
15. bis 23. Juni 2017

Umrundung der Disko-Insel an Bord der MS Cape Race

23. Juni 2017
Ganze vierzig Minuten habe ich geschlafen, dann klingelt der Wecker. Die letzten Stunden auf der Cape Race sind angebrochen, ich muss dringend duschen und packen. Mit allem habe ich leichte, nein, seien wir ehrlich, gravierende Koordinationsschwierigkeiten, die Folgen der letzten feuchtfröhlichen Nacht. Als ich Elke vor meiner Tür besorgt fragen höre „Did you bring her back alive?“ will ich das natürlich bestätigen, die Jungs sollen wegen mir und unseres gestrigen Abenteuers keinen Ärger bekommen. Hastig stolpere ich zur Tür, falle über meinen Koffer, lege mich auf die Fresse und fluche laut. Die Jungs vor der geschlossenen Tür lachen. „As you hear.“

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Grönland-Reisetagebuch: Stupid, reckless things

Reistagebuch:
15. bis 23. Juni 2017

Umrundung der Disko-Insel an Bord der MS Cape Race

22. Juni 2017
Heute fahren wir zurück zum Ausgangspunkt unserer Reise, an den Kangia-Gletscher. Diesmal wollen wir uns den Eisfjord von der anderen Seite ansehen. Als wir aus den Zodiacs krabbeln, erwartet uns eine Mückenplage. Wir können Gott auf Knien danken, dass wir bisher von den Biestern verschont wurden, dann sie rauben einem den letzten Nerv. Die Viecher stechen dir mal locker durch deine Klamotten, aber es ist heute so warm, dass man einfach keine Lust hat, sich komplett zu vermummen. Das beste Mittel ist meiner Meinung nach flottes Gehen, dann lässt man die Mücken wenigstens zum Teil hinter sich.

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