Echte Liebe

Alle die Fußball allgemein oder den BVB im besonderen blöd finden oder der Ansicht sind, ein Blog sollte sich ganz strikt nur mit einem Thema beschäftigen: bitte weggucken! Ich nehme nämlich das Spiel gestern zum Anlass, euch heute von einer Reise der etwas anderen Art zu erzählen. Und zwar die Reise von Köln nach Dortmund, wie ich sie erlebe und warum sie so schön ist!

Logo BVB Echte Liebe

Sie haben es (fast) geschafft: Das Ballspielfinale! Gestern hat der BVB nach einer zuerst richtig grottigen Saison doch noch im Finale gestanden: DFB-Pokal! Auch wenn sie nicht gewonnen haben, der Verein ist Sieger der Herzen. Und das nehme ich zum Anlass, um euch von einer Reise der etwas anderen Art zu berichten.

Dabei geht es nicht um eine ganz bestimmte, sondern eher um eine Strecke, und zwar die von Köln zum Westfalenstadion in Dortmund. (Ja, Westfalenstadion. Klingt viel besser!) Als ich sie zum ersten Mal gefahren bin, hatte ich noch überhaupt keinen Plan. Wie ein naives Dummchen habe ich „Melonen“ verstanden statt „Pylonen“ und mich eine geschlagene halbe Stunde gefragt, nach was für gelben Früchten ich denn bitte Ausschau halten soll… Dann wurde der Irrtum unter Lachen aufgeklärt. Und auch wenn ich am Anfang keine Ahnung hatte, hat es doch nicht lange gedauert, bis mich die Begeisterung und die echte Liebe für diesen Verein angesteckt haben.

Ich liebe den Weg. Erst mal raus aus Köln, auf die Autobahn. Die Trikots leuchten und die Gesichter auch. Wir singen die Lieder mit, ob „Heja BVB“, „Tage wie diese“ oder mein persönliches Lieblingsfußballlied:

Und dann irgendwann der Satz: „Da ist die BVB-Brücke!“ Der kommt jedes Mal. Man mag sich da jetzt weiß Gott was drunter vorstellen, es handelt sich aber nur um eine Autobahnbrücke, auf die gänzlich ungelenk und unspektakulär der Vereinsname gesprüht ist. Aber sie gehört zum Weg. Genauso wie die Baustellen. Doch das alles steigert nur die Vorfreude. Und dann irgendwann sieht man endlich die „Melonen“ vom schönsten Stadion der Welt.

Runter von der Autobahn, auf den Parkplatz und dann kommt auch schon die erste Gänsehaut. Mit tausenden von Menschen treibt man zum Eingang, alle in Gelb, alle mit einem Wunsch: Siegen! Mit dem Stadiondeckel Laugenstangen und Bier besorgt, und dann ab auf die Ränge. Irgendwie hatte ich bisher immer das Pech bei kaltem Wetter zu Gast zu sein. Aber man kann sich ja warm hüpfen. Außerdem gibt es Mützen und Schals und Handschuhe mit dem Logo. Dafür hatte ich meistens das Glück, ganz nah an der Südtribüne zu sein.

CIMG9772_lzn CIMG2301_lzn Und da ist die Stimmung natürlich am besten. Wobei ich sagen muss, ich bin ja nicht gänzlich unkritisch. Der stiernackige Mann mit den Tattoos in Fraktur, der ruckartig die Arme hochreißt und seine Mitmenschen auffordert, dem Verein gefälligst den geschuldeten Respekt zu zollen, sonst gäb’s was auf die Fresse, ist mir nicht unbedingt sympathisch. Seine „PRUSSIA!“-Rufe machen es nicht besser. Wer mir dafür sehr gut gefällt sind die beiden Jungs, die gucken, als ob Ostern, Weihnachten und Geburtstag auf diesen Tag gefallen sind. Ich schätze sie auf 15 und mit dem Eifer der Jugend entrollen sie ihre Fahne…na, ob Mutti da nicht ihren Besenstil vermissen wird? CIMG2320_lzn Über all dem schwebt die wohlklingende Stimme Nobby Dickels und auf dem Rasen tanzt Emma. Und dann geht es endlich los. Wir sind da! 90 Minuten mitfiebern, lachen, in die Arme fallen, Daumen drücken und Bierduschen ausweichen. Diese Spannung, das Bangen, das Hoffen, ich muss gestehen, das löst kein Sport so aus wie Fußball! Leider, leider, leider war ich nie bei einem der großen Siege dabei, bei denen es wirklich um etwas ging. Stattdessen habe ich sehen müssen, wie der BVB aus der Champions League geflogen ist. Aber auch, wie er den FC vernichtet hat. Für mich nicht ganz einfach! 😉 CIMG2305_lznCIMG2315_lzn Und ich hatte 2012, und das war einfach der Hammer! 578030_283466188410769_1679277476_n Jetzt ist es vorbei. Einerseits für mich, weil ich wohl in nächster Zukunft nicht mehr an Karten kommen werde. Andererseits aber auch, weil eine Reise, nein, eine Ära zu Ende ist. Kehl und Klopp, ehemaliger Kapitän und Trainer dieses Traumvereins hatten gestern ihren letzten Tag auf dem Platz. Leider bleiben sie diese Saison ohne Titel. Aber was macht das schon? Echte Liebe halt. Danke!

4 Gedanken zu “Echte Liebe

  1. Auch wenn meine „Liebe“ blau-weiß (Nein, nicht was du gerade befürchtest:D) ist – ich kann den Text direkt unterschreiben.

    Jedes Mal auf dem Weg nach Bochum (Ja, das ist es 😀 ) hab ich diese Gefühle.:)

    1. Das ist schön! Es freut mich, dass du das Gefühl kennst, diese Vorfreude und das Bangen und Hoffen 🙂 Und selbst wenn du Schalke-Fan wärst, Hauptsache man hat Freude an dem Sport! Ich mag es gar nicht, wenn das Fan-Sein zu Hass und Beleidigungen führt 😉

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