„Bula!“ Willkommen auf der Fidschi-Insel Viwa

Hallo! Willkommen! Schön dich zu sehen! Auf Wiedersehen!

All das und noch vieles mehr bedeutet das Wort „Bula“ in der Sprache der Fidschi-Insulaner. Es sollte nur ein kurzer Abstecher vor unserer Neuseelandreise sein und uns die Möglichkeit geben, uns vom Jetlag zu erholen und uns der Zeitverschiebung allmählich anzupassen. Aber es ist viel mehr geworden und die kleine Insel Viwa in der Yasawa Inselgruppe hat sich tief in Kopf und Herz eingegraben.

Wilkommen auf Fidschi

Von der Hauptinsel des Fidschi Archipels geht es zunächst mittels Wasserflugzeug in Richtung Yasawa Inselgruppe. Wir überfliegen Inseln wie aus dem Bilderbuch, üppiges Grün, weiße Strände, klares Wasser in vielen Blautönen. Da starker Wind herrscht, werden wir mitten auf dem Meer abgesetzt und steigen in ein sehr kleines Boot mit zwei freundlichen Inselbewohnern um.

Am Strand erblicke ich eine Gruppe fröhlich singender und winkender Menschen. Ob die wohl uns meinen? Später sehen wir, dass diese Begrüßungszeremonie für alle Neuankömmlinge gemacht wird. Das aber tut der Herzlichkeit, mit der wir empfangen werden, keinen Abbruch. Und nie wirkt sie aufgesetzt oder berechnend, das Interesse an uns und unseren Lebensbedingungen ist echt.

Zyklon Winston und seine Folgen

Im Februar 2016 rast der Zyklon Winston mit bis zu 325 Stundenkilometern über die Inselgruppe und hinterlässt auch auf Viwa eine Spur der Verwüstung. Fast alle Häuser und Hütten werden zerstört, ebenso das Resort. Die Menschen flüchten in die aus Stein gebaute Kirche. Unvorstellbar für uns, wie man eine solche Katastrophe bewältigen kann, wenn bei uns schon Stürme mit Windstärken um die 100 Stundenkilometer Panik hervorrufen. Sehr schnell beginnen die 500 Inselbewohner mit dem Wiederaufbau. Während sie selbst noch überwiegend in Zelten wohnen, wird zunächst das Resort mit Restaurant und 11 Bungalows wiederaufgebaut. Denn das Resort ist die wirtschaftliche Grundlage für das Dorf.

Tropisches Obst und Menschenfleisch gefällig?

Und nun dürfen wir das Dorf besuchen. Wie machen das die Dorfbewohner nur? Selbst über spitze Steine und scharfkantige Felsen geht es barfuß. Mitten durch wilden Dschungel und angelegte Gärten mit Ananas, Bananen und anderen tropischen Obst- und Gemüsesorten. Im Dorf empfängt uns ein kleiner Markt mit selbst gefertigten Produkten der Frauen des Dorfes. Ein fröhlicher Kontakt ist schnell hergestellt. Bereitwillig zeigt man uns die wiederaufgebauten, einfachen Hütten. Vom Staat gestiftete Sonnenpannels liefern Strom. Hühner und Ziegen laufen frei herum. Fast ein Idyll. Und dann das Denkmal für den armen Missionar Baker. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er verspeist, einschließlich seiner Lederstiefel. Reumütig hat man ihm ein Denkmal gesetzt. Die Zeit der Kannibalen ist vorbei.

Tänze und Gesang der Fidschi Insulaner

Wenn man noch etwas von den einstigen Aggressionen spürt, dann in den Tänzen. Hier werden die Augen gerollt, die Zunge weit herausgestreckt und man springt auf uns zu, um wenige Millimeter vor unserem Gesicht plötzlich zu verharren. Und dann löst sich die Spannung in einem wunderbaren Chorgesang auf.

Tänze und Gesang der Fidschi Insulaner from Rosas Reisen on Vimeo.

Diese Stimmen! Mehrstimmiger Chorgesang, morgens, mittags, abends und zwischendurch. Voller Inbrunst, Rhythmus, an verschiedenen Orten. Sicher, das machen sie jetzt für uns, aber man spürt, dass sie es lieben zu singen.

Und für uns wird der Bungalow jeden Tag mit frischen Hibiskusblüten dekoriert. Für uns gibt es köstliche Gerichte mit frischen Produkten der kleinen Insel. Zubereitet von einer zurückhaltenden Küchencrew, alle von der Insel, die sich aber immer über ein Lob freuen. Man kann ihnen bei ihrer Arbeit in dem Freiluftrestaurant zusehen. Wenn man möchte, kann man sogar an einem kleinen Kochkurs teilnehmen. Und feststellen, dass Inselchili das Schärfste überhaupt ist.

Berührend ist auch das kleine Abschiedsfest abends am Strand. Heute schauen nur zwei Paare zu bei Tanz Gesang und Feuerschlucken. Aber die Umarmungen am Ende zeigen uns, dass wir uns gegenseitig wahrgenommen haben. Und die einzige Bitte an uns zum Schluss ist: Erzählt in eurem Land von uns. Aber gerne, bula!

Abschiedsgesang der Fidschi Insulaner from Rosas Reisen on Vimeo.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag meiner Tante. Von der habe ich wohl das Reise-Gen geerbt und ich durfte sie schon auf viele ihrer Abenteuer begleiten. Auf den Fidschi-Inseln war ich leider nicht dabei, aber jetzt hätte ich schon Lust! 🙂

Bis bald und gute Reise!

Roadtrip durch Südfrankreich – Marseille, Colorado Provençal und die Côte d’Azur

Nach Sault und dem Luberon begeben wir uns nun an die Küste.

Tag 9 – Marseille

Heutre geht es zum ersten mal bis ans Meer. Wir fahren nach Marseille! Die Stadt hat drei Millionen Einwohner und erstreckt sich über eine Bucht, direkt am azurblauen Wasser. Die Sonne brennt vom Himmel, es ist weit über 30°. Wir beschließen, statt uns die Füße platt zu laufen, eine Rundfahrt zu machen. An der Kirche Norte Dame de la Garde steigen wir aus. Die Kirche thront auf einem Hügel, etwa 160m über der Stadt. Der Ausblick ist überwältigend: IM Hintergrund die Berge, auf der Südseite das Mittelmeer, in der Bucht kreuzen kleine Segelboote.

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Roadtrip durch Südfrankreich – Sault, Mont Ventoux, Avignon und Gorges de la Nesque

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