Strand, Shoppen, Schlemmen, Schlafen – Ein Wochenende in Haarlem

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Einmal im Jahr werden alle Wünsche wahr – und zwar dann, wenn ich mit meiner Familie einen Wochenendtrip mache! Wir waren schon in Brügge, Amsterdam, Lissabon und Antwerpen und dieses Jahr fiel die Wahl auf das kleine Städtchen Haarlem an der Nordsee. Am Samstag ging es also los von Köln, mit Freund, Schwester, Schwager, Mama und natürlich Rosa hab ich mich auf den Weg gemacht. Falls ihr auch mal nach Haarlem wollt, hier kommen meine Tipps!

Schlafen

Zuerst braucht man natürlich einen Schlafplatz und da meine Ma an diversen Unverträglichkeiten leidet, kochen wir am liebsten selbst. Außerdem haben wir gern einen Raum zum spielen, quatschen und ESC gucken, also haben wir wie übich über Air B’n’B gebucht. Ich weiß, das Portal ist nicht unumstritten und ich bin auch jederzeit bereit, eine richtige Ferienwohnung zu buchen – wären die nicht immer so abgrundtief hässlich, ungemütlich und unmodern!

Wir haben mal wieder einen Glücksgriff getätigt, unsere Gastgeberin Tine überlässt uns die Schlüssel zu ihrem Wahnsinns-Haus in Overveen: Fünf Schlafzimmer, Räume mit Flügeltüren und ein Whirlpool erwarten uns. Nach einigen Schwierigkeiten findet mein Schwager heraus, wie die zwei (!) Backöfen funktionieren und wir sind rundum zufrieden. Kleiner Hinweis: Es ist normal, dass der Whirlpool eine halbe Stunde nachdem das Wasser raus ist, noch mal angeht, er pustet die verbliebene Feuchtigkeit aus den Düsen. Blöd nur, wenn das nachts um halb eins passiert…

 

Shoppen & Schlemmen

Je nach Wetter und Öffnungszeiten zieht es uns entweder an den Strand, bzw. in die Dünen oder in die Stadt. Von Overveen kann man zu Fuß nach Haarlem laufen, das dauert etwa 20 Minuten. Dann findet man sich in hübschen Gässchen wieder. Die Türen sehen aus wie in der Baker Street und ab zu liegt ein schlafendes Kätzchen davor.

Einkaufen in Haarlem

Und obwohl man teilweise glauben mag, dass es hier so auch vor 100 Jahren ausgesehen haben mag, haben die Haarlemmer doch alle Geschäfte, die man braucht und noch ein paar mehr. Dazu gehören große Ketten wie Blokker und H&M, aber auch kleinere Läden. Meine Empfehlung: Dille & Kamille. Das ist zwar auch eine Kette, aber mit wirklich besonders schönen Dingen rund um Küche und Kochen.

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Das Auge isst mit

Apropos Essen! Zwischendurch regnet es immer wieder, aber wir machen alles richtig und sitzen jedes Mal drinnen, wenn das passiert. Wir futtern uns durch die Stadt und neben der obligatorischen Frikandell gibt es auch ein paar exquisite Köstlichkeiten. Zum Beispiel bei Korenbeurs. Da bestelle ich ohne große Erwartungen ein Brot mit Mozzarella und Tomate und bekomme ein Geschmackserlebnis. Der Büffelmozzarella, das Pesto, der Salat und das leckere Dressing sind ihren Preis von knapp 9 € dann wirklich wert. Auch die Bitterballen und der Apfelkuchen machen happy!

Life’s short, eat dessert first

Wer noch Platz im Dessertmagen hat gehe bitte zur  „Dessert Bar – Life is sweet, we are sweeter“. Wir bestellen Karamellkäsekuchen, süße Bällchen, einen Zitronen Pie und eine Schokoladentarte mit flüssigem Kern und roten Beeren und verstummen in Verzückung. Ich habe den Käsekuchen und weiß gar nicht, wie ich ihn beschreiben soll. (Ein Foto gibt’s leider auch nicht, der war zu schnell weg!) Probiert ihn am besten selbst!

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Der nicht ganz so gelungene Nervenkitzel

Nicht ganz so wohl fühlen wir uns bei Thrill Grill. Der Burgerladen wurde uns empfohlen, kann uns verwöhnte Burgerliebhaber aber nicht vom Hocker hauen. Der einzige Veggie-Burger im Angebot wird ohne Käse und richtige Sauce serviert, der Krautsalat hat viel zu viel Sellerie intus und die Bedienung ist etwas verschlufft und nicht sonderlich kompetent. Auch die Burger schmecken nicht besonders gut. Vielleicht hat der Laden aber auch einfach einen schlechten Tag.

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Eine Bar in den Dünen

Auch die Bar „Gestrand“ in den Dünen überzeugt uns nicht ganz. Durch ihre direkte Nähe zum Campingplatz ist es sehr voll und das gemischte Publikum aus Jugendlichen und Kindern sorgt mehr für Action denn für Entspannung. Aber an der Bar gibt es Schaukeln und drinnen sogar ein Plätzchen am Kamin! Leider sind die belegt, als wir kommen. Als ich versuche, auf Englisch zu bestellen, schaut der Mann hinter der Bar mich nur an, um dann weiter zu spülen und der nächste reicht mir entsetzt die Getränke-Karte. Sooo schlecht ist mein Englisch nun auch wieder nicht…hoffe ich.

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Sonne & Strand

Schon am ersten Tag fahren wir die fünf Kilometer nach Bloemendaal aan Zee und lassen uns vom Meereswind so richtig durchpusten. Feiner weißer Sand und Wellenschaum rieseln über den Strand, Wolken jagen über den Himmel und die Kitesurfer pflügen mit ihren Boards durch die Wellen. Und die sind richtig beeindruckend, bis weit hinaus brechen sich die Fluten zu schäumendem Weißwasser. Schaut man nach links kann man die Hochhäuser von Zaandfoort sehen, nach rechts kommt erst mal nur Strand. Überall stehen die kleinen, für Holland so typischen Häuschen. Obwohl es sonnig ist, ist es kalt und ich bin froh, den dicken Schal eingepackt zu haben. Sollte es hier im Sommer windstill und sonnig sein, muss der Strand ein Traum sein! Wahrscheinlich ist es dann aber auch voller.

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Wenn man ein bisschen aus dem Wind möchte, bietet sich ein Spaziergang durch die Dünen an. Ich kenne es von anderen Orten so, dass man strikt auf den Wegen zu bleiben hat und bloß nicht auf eigenen Pfaden wandeln soll. In den Kennemeerduinen ist das anders. Viele verschlungene Wege laden geradezu dazu ein, sich zu verlaufen, zu erkunden, zu entdecken. Unter Bäumen hindurch geht es plötzlich auf eine große, freie Wiese, die zum Spielen genutzt werden darf und soll. Wir lassen es uns nicht nehmen, eine Runde Plumpssack zu veranstalten. (Ja, meine Mama ist Erzieherin in einer KiTa.) Eine Wiese weiter treffen wir auf eine Yoga-Gruppe.

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Het-Wed, das Dünenemeer

Während wir so durch die unglaublich schöne Landschaft streifen, huschen plötzlich zwei gefleckte Rehe an uns vorbei. Nur ein paar Meter weiter springt ein Kaninchen aus seinem Bau. Und während ich das „Get lost“-Feeling voll auskoste und denke: Schöner wird’s nicht, werde ich eines besseren belehrt. Plötzlich blitzt es blau zwischen den Blättern und dem Sand. Wir kommen an Het Wed, ein sogenanntes Dünenmeer. Ich würde es eher einen kleinen runden See nennen.

Das Wasser ist absolut klar, auch hier hat man den feinen weißen Sand und alles ist picobello sauber. Den Hang hoch gibt es sogar Toiletten und die Infotafel verrät mir, dass ich hier schwimmen kann. (Würd ich glatt, wenn’s grad nicht so frisch wär!) Dieser Ort strahlt Ruhe und Entspannung aus und ich würde nichts lieber, als hier ein Picknick veranstalten. Aber heute reicht die Zeit nicht. Vielleicht beim nächsten Mal, ich würde gern noch einmal wiederkommen.

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Haarlem, du hast den Familytrip gerockt! Danke!

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Bis bald und gute Reise!

 

 

5 Gedanken zu “Strand, Shoppen, Schlemmen, Schlafen – Ein Wochenende in Haarlem

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