Roadtrip durch die USA: Muir Woods & Point Reyes

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Hier geht es zu Teil 1 bis 8
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Die letzten Tage unseres Abenteuers sind angebrochen. Wir verlassen die heute nebelige Bucht von San Francisco und fahren an der Küste nach Norden. Ein paar Wunder gibt es noch zu bestaunen. Zum Beispiel die Muir Woods. Hier stehen die letzten Küstenmammutbäume, die größten Bäume der Welt. Das höchste Exemplar misst um die 80 Meter, das älteste soll über 1000 Jahre alt sein. Dieser Baum stand hier also schon, als die Normannen England eroberten. Als Heinrich VIII. seine diversen Ehefrauen um die Ecke brachte. Als Luther seine Thesen annagelte (oder auch nicht, man ist sich da ja nicht ganz einig). Und er stand hier schon ewig, als Scott und Amundsen zum Südpol aufbrachen. Seien wir ehrlich, er hat nix von all dem mitgekriegt. No drama overhere, baby! Auch schön.

Wie winzig man sich vorkommt, wenn man so einen Riesen umrundet. Wie eine Fee, die auf einer Waldlichtung spielt. Das Gefühl intensiviert sich, wenn dann noch ein scheues Rehlein im Unterholz auftaucht! Hach! Mit meiner kleinen Digitalkamera schaffe ich es nicht, den Baum auf ein Foto zu bekommen, drei müssen es schon sein. Man verzeihe mir die unprofessionelle Montage!

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Weiter geht es die Küste hinauf und ich muss schon sagen: landschaftlich superb! Wir fahren nach Point Reyes und checken ein im wunderschönen Black Heron Inn. Das Holzhaus steht mitten im Nirgendwo, einzige Gesellschaft bieten ein paar Kühe.

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Am nächsten Tag erkunden wir die Gegend, besuchen einen Leuchtturm und begeben uns auf eine Wanderung. Der Wind fegt Nebelfetzen über die Küste mit ihren steilen Abbruchkanten, mich fröstelt. Und dennoch gefällt es mir hier. Es gefällt mir, unser Abenteuer in aller Ruhe und mit Bedacht ausklingen zu lassen. Mit heißem Tee auf der Veranda und blassroten Sonnenuntergängen. Und mit einer Begegnung der besonderen Art.

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Während eines Strandspaziergangs entdecke ich etwas in einer Bucht. Erst denke ich, es wäre ein Haufen Seetang, aber als ich näher komme, entpuppt sich der braune Klumpen als Seelöwe. Völlig regungslos liegt er da und in mir steigt Entsetzen hoch, weil ich denke, er sei tot oder zumindest krank. Ratlos setze ich mich auf den Sand. Was soll ich denn jetzt machen? Ich kann grundsätzlich kein Tier leiden sehen und überlege, ob ich ihm irgendwie helfen kann. Bewegt er sich überhaupt noch? Vorsichtig rutsche ich näher ran.

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Und dann, dann rollt sich mein kleiner Freund gemütlich auf die Seite und gähnt ausgiebig! Anscheinend störe ich ihn nur bei seinem Mittagsschlaf. Dem Himmel sei Dank! Gut, dass ich ihn nicht angefasst habe und noch besser, dass ihm anscheinend nichts fehlt. Ich bleibe noch ein paar Momente und genieße die jetzt entspannte Ruhe. Morgen geht es zum Flughafen. Ich freue mich auf zu Hause, ich war so lange weg. Ich freue mich darauf, den Rest des Sommers zu genießen und dann mein Studium zu beginnen.

Und wüsste ich es, ich würde mich darauf freuen den Roadtrip acht Jahre später zu verbloggen!

Bis bald und gute Reise!

3 Gedanken zu “Roadtrip durch die USA: Muir Woods & Point Reyes

  1. Ein wirklich toller Abschluss und es hat mich gefreut 8 Jahre später von dieser anscheinend sehr tollen Reise zu lesen.. 🙂 Ich bin seit einigen Wochen auch am überlegen unsere damalige Reise an die Ostküste der USA zu verbloggen.. Ich hab sooo viele Bilder, die eigentlich alle noch iwie verbloggt werden müssten.. 😀
    Liebe Grüße,
    Nadja

    1. Danke, dass du mich so schön mit deinen Kommentaren auf dieser Reise begleitet hast, das hat mich wirklich gefreut! Und was die Ostküste angeht: Ran an den Speck! Ich bin gespannt! 🙂

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