Roadtrip durch die USA: Death Valley

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Hier geht’s zu Teil 1 der Roadtrip-Reihe!

Als der Mietwagen, ein großer weißer SUV, die Grenze zwischen Nevada und Kalifornien überquert, hüpft mein Herz. Kalifornien, direkt vor mir. Uiiiiii! Wer aber jetzt an lange Strände, Surfer und Hollywoodglamour denkt, den muss ich enttäuschen. Wir sind auf dem Weg in das Tal des Todes, den tiefsten Punkt auf dem nordamerikanischen Kontinent.

Unsere Route führt uns über Pahrump nach Shoeshone, einen winzigen Ort an der 178. Dort bestaunen wir, was man sich hier unter einem Museum vorstellt: Eine verrostete Karosserie und alte Tanksäulen. In Las Vegas war es schon heiß, aber die Temperaturanzeige klettert weiter unerbittlich in die Höhe. Der Himmel ist strahlend blau, als wir in den Nationalpark fahren.

f34529144_lznf37137896_lznf34549768_lzn f34554848_lznDas „Museum“ von Shoeshone am Eingang des Death Valley Nationalpark

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Als wir bei Badwater, das 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, anhalten, trifft mich die Hitze wie eine Wand. 46 Grad. Innerhalb kürzester Zeit heizt sich mein ganzer Körper auf, meine Haut, meine Haare, und ich habe das Gefühl, dass die Hitze alle Flüssigkeit verdunsten lässt. Trotzdem schwitze ich komischerweise nicht. Vielleicht weiß mein Körper, dass es fatal wäre, hier auch nur eine Winzigkeit Wasser zu verlieren?

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Badwater, das ist ein kleiner Tümpel. Das letzte was man hier vermuten würde. Aber das „Bad“ im Namen kommt nicht von ungefähr. Das Wasser hat einen hohen Salzgehalt und ist ungenießbar. Ich wandere ein paar Schritte in das weite Nichts und lasse meine Fantasie von der Leine. Vor meinem Auge schälen sich Planwagen aus der flirrenden Hitze, Vieh und Menschen am Ende ihrer Kräfte. Wie kann man nur ein solches Gebiet durchqueren? Ohne zu wissen was einen erwartet? Und plötzlich, erst hält man es für eine Fata Morgana, dann ist man sicher: Wasser. Angst wechselt mit Hoffnung, nur um dann in den Abgrund der dumpfen Verzweiflung gestoßen zu werden. Salzwasser. Ich seufze, als ich meine Augen wieder fokussieren lasse. Das muss verdammt furchtbar gewesen sein. Da ist ein SUV mit Klimaanlage doch was Feines.

Als ich zum Auto zurückgehe, habe ich fast das Gefühl, dass die Hitze mich zu Boden drückt. Ich bin gerade mal ein paar Minuten hier draußen und schon fällt mir jeder Schritt schwer. Die Landschaft hat etwas abweisendes, als wolle sie jeden Fremdkörper nicht nur abstoßen, sondern vernichten und sich zu eigen machen, indem sie ihn austrocknet und zu Staub werden lässt… Auf stille Weise erscheint mir meine Umgebung brutal. Überall nichts als Staub und Stein. Nichtsdestotrotz bin ich froh hier zu sein, meine eigene Endlichkeit zu fühlen und das Extrem zu genießen. Als ich wieder im angenehm temperierten Wagen sitze, verschwinden diese hochphilosophischen Gedanken.

Auf unserem Weg zur Furnace Creek Ranch halten wir noch einmal, um uns ein weiteres Naturspektakel anzusehen: die Artist’s Palette. Diese Felsformation erinnert tatsächlich an die Farbpalette eines Malers mit Vorliebe für Pastelltöne. Die Steine sind betupft in lila, rosa, mint und allen möglichen Orangevarianten. Doch das gilt nicht nur für die großen Felsen, sondern auch für die kleinen Steine, die überall hier im Sand liegen.

Las Vegas kam mir unecht vor, aber diese Landschaft erscheint mir genauso wenig real. Der Blick von Dante’s View, einem weiteren Programmpunkt, verliert sich einfach. Es ist kein Horizont auszumachen, so sehr ich auch danach suche. Das Tal, das sich unter meinen Füßen auftut, könnte auch auf einem anderen Planeten zu finden sein.

f34606072_lznDie Artist’s Palettef34600976_lznf37142320_lznf34702232_lznDante’s Viewf34697080_lzn f34691656_lzn

Der letzte Stopp heute ist gleichzeitig der, der sich am meisten in mein Gedächtnis einbrennt. Wir beobachten den Sonnenuntergang am Zabriskie Point. Eingehüllt von warmem Wind, der die Haut streichelt, sitzen wir da und sehen und fühlen, was man sonst nur aus dem Fernsehen kennt: einen absolut perfekten Sonnenuntergang. Und alles, alles glüht.

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Bis bald und gute Reise!

P.S. In der nächsten Folge kapern wir das Wohnmobil und befahren die legendärste Straße des Westens!

Ihr wollt wissen, wie es weitergeht? Route 66 // Sedona & Grand Canyon // Monument Valley // Antelope Canyon // Bryce Canyon // San Francisco // Muir Woods & Point Reyes

23 Gedanken zu “Roadtrip durch die USA: Death Valley

  1. wow, der sonnenuntergang ist wirklich der hammer.
    aus zeitgründen haben wir das death valley links liegen gelassen, aber das, was du erzählst, habe ich bei etwa 42 grad im valley of fire erlebt. diese hitze ist einfach nur verrückt.

    1. Ja, das fand ich auch. Ich hab sowas noch nie vorher erlebt! Das Valley of Fire hätte ich auch gerne gesehen, aber man muss halt irgendwo Abstriche machen 😉

  2. Ohhhh wie wunderschön.. Das ist die Seite von Amerika, die ich unbedingt noch besuchen möchte.. *-* Evtl schaffen wir das auch schon nächstes Jahr.. Eigen wollte ich dieses Jahr eine Freundin, die ein Au Pair Jahr in Denver macht, besuchen und dann mit ihr nach Kalifornien zu fahren, aber ich glaube nicht, dass das noch klappt und sie ist momentan auch schon dort unterwegs.. Deshalb werde ich wohl mit 2 Freundinnen nächstes Jahr hinfahren.. 🙂

      1. Danke! Ja, das glaub ich! Hatten erst letzten Berufsschulblock das Thema (ich lerne Tourismuskauffrau) und ich hab immer wieder gesagt, dass ich dahin möchte.. 😀 Meine Sitznachbarin war bestimmt schon genervt von mir 😀

        1. Ach, das ist ja cool, dass du das lernst! Vielleicht wirst du dann ja Einkäuferin für Hotels für ein Unternehmen und dann musst du natürlich immer vorher hin und die testen! 😉

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