Kurztrip-Tipps: 30 Stunden in Antwerpen

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30 Stunden, wie schnell gehen die im Normalfall vorbei? Ein bisschen arbeiten, ein bisschen essen, ein bisschen schlafen – zack: rum! Man kann in 30 Stunden aber auch jede Menge sehen und erleben, zum Beispiel im schönen Städtchen Antwerpen. Letztes Wochenende war ich von Samstag 11 Uhr bis Sonntag 17 Uhr in der belgischen Hafenstadt unterwegs. Hier kommen meine Kurztrip-Tipps!

Wunderschön wohnen in Antwerpen mit Air B’n’B

Zuerst braucht man natürlich eine Unterkunft. Wie wäre es mit einer eigenen Wohnung im Stadtteil Berchem? Mit vier Schlafzimmern, zwei Bädern und einer wunderschönen, geräumigen Wohnküche? Die findet ihr in der Willem-van-Laarstraat 26. Sie gehört Benjamin und Hanne und sie bieten sie bei Air B’n’B an. Der Stil ist schlicht und skandinavisch, aber überall gibt es liebevolle Details zu entdecken. Wie das kleine Tierstillleben am Besteckbecher, die Gelbkäppchen-Kachel in der Gästetoilette oder (natürlich mein absoluter Favorit) die riesige Weltkarte!

Besonders angetan haben es mir auch die schöne Auswahl an Bettwäsche und die kleinen Schreibtische. Wo könnte man schöner Postkarten schreiben? Ein weiteres Highlight: Für jeden Gast hängt ein flauschiger Bademantel im Schrank bereit! Und der Flur wird euch farblich umhauen. 😉 Der passende Link.

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Unterwegs in der Stadt

Von hier geht es nun los auf Erkundungstour ins Stadtzentrum. Wenn man über den Ourdevaartsplats am Theater vorbeigeht und es ist Samstag, kann man direkt in buntes Markttreiben eintauchen. Hier habe ich die größten und leckersten Himbeeren meines Lebens verspeist! Ansonsten gibt es hier die typischen Angebote eines Wochenmarkts.

 

Food Markt in Antwerpen

Viel interessanter war die Fiesta Europa, über die wir am Groenplaats stolperten. Ein bodenständigerer Food Markt ohne das hipsterige, was ihm in unseren Breiten so anhaftet. 🙂 (Bitte nicht denken, ich hätte was gegen Hipster. Im Gegenteil.) Unzählige Stände, gekennzeichnet mit der jeweiligen Landesflagge, bieten hier „typische“ Produkte und Lebensmittel an. Dabei werden natürlich auch Klischees (Einer der deutschen Stände ist natürlich bayerisch. Der andere bietet Edelsteine feil…nun ja.) bedient, alles in allem macht es aber einfach Spaß durch die Gassen zu schlendern und hier und da zu naschen.

Lasst mich kurz zusammenfassen: Sesamring mit Dips von den deutsch sprechenden Griechen, eine Wurst mit Sauerkraut vom Polonia Grill, Mini-Donuts mit heller und dunkler Schokosauce und Slagroom, schottischer Fudge, französischer Nougat, ebensolcher Flammkuchen, Churros mit Nutella, spanische Wildschwein- und Stiersalami, Karamellbutter, komische lilane Geleekegel, ungarischer Kaminkuchen (falls man Chimney-Cake so übersetzen kann) und Spiralkartoffeln mit Gewürzpulver – und das sind nur die Sachen, die wir probiert haben. Am finnischen Stand hab ich mich zwischen Rentierfellen direkt heimisch gefühlt und an einer niederländischen Bude wurden Shirts mit ganz wundervollen minimalistischen Prints verkauft. Außerdem spielte eine mexikanische Band in leuchtend orangener Tracht die Trompeten, dass mir die Füße zuckten.

Jetzt fragt ihr euch: Ist diese Fiesta da immer? Und wenn nicht, was bringt mir dieser Tipp? Ha, keine Sorge, ich habe gute Neuigkeiten. Zumindest für alle, die diesen Artikel in nächster Zeit lesen. Die Fiesta tourt noch ein bisschen länger durch die Benelux-Länder und kommt ganz am Ende sogar nach Deutschland. Und zwar nach Bonn! Als Studentin in Bonn freut mich das natürlich besonders und ich werde auf jeden Fall noch mal hingehen. Schließlich habe ich mich ja in eins dieser Shirts verliebt und muss es mir noch kaufen! Alle Termine findet ihr unter diesem Link.

An der Schelde

Jetzt wollen wir uns aber ein bisschen Wind um die Nase wehen lassen, oder? Auf zum Schelde-Ufer! Dabei kann man wunderbar die Liebfrauenkathedrale mit ihrem unendlich wirkenden Turm bestaunen, am Gebäude mit den vielen Flaggen vorbeigehen (Surprise, es ist das Rathaus!) und schließlich zur Stadtburg Het Steen vorstoßen. Die liegt schon am Wasser und bietet einen schönen Ausblick auf das andere Ufer. Oder würde es, wenn am anderen Ufer etwas interessantes wäre. Ist es aber nicht wirklich. Aber das macht gar nix, unsere Seite ist ja schön genug. Guckt man hier nämlich den Fluss hinauf, sieht man überall alte Lagerhallen. Aber ohne Wände. Also nur so Dächer, versteht ihr? Aber die sehen so schön historisch aus! Leider werden sie momentan als Parkfläche genutzt.

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Am Schelde-Ufer

Auf der Mauer, die Straße und Uferbereich trennt, habe ich dann wieder mein Nilpferd entdeckt. In Bayern hat es ja ein Café (siehe hier), in Belgien flüstert es in Ohren! Und eine weitere Kuriosität: der Panzer im Kinderkarussell!

 

Der Schelde-Tunnel

Wenn man den Fluss nicht nur hinauf blickt, sondern auch ein Stück geht, kommt man zum Sint-Annatunnel aus den 1930er-Jahren. Für Voetgangers, ihr versteht? Der Eingang liegt ein bisschen nach hinten versetzt und dann geht es über urige, holzverkleidete Rolltreppen nach unten. Und für alle deren flämisch ein bisschen eingerostet ist: In den Tunnel, durch den man zu Fuß und vor allem trockenen Fußes das andere Schelde-Ufer erreicht. (Ich weiß, ich hab behauptet, da wär nix. Da war auch nix, aber der Tunnel ist cool!) Wie im alten Elbtunnel in Hamburg (siehe hier) ist die Atmosphäre genau nach meinem Geschmack. Zwar ist der Tunnel nicht ganz so hübsch, aber auch hier weht ein Hauch Industrie-Romantik durch die kalte Röhre.

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Und Abenteuer gibt es auch! Als ich mir mit meiner Mama ein kleines Wettrennen durch den Tunnel lieferte (Ja, was meint ihr denn, von wem ich das Kindische hab? 🙂 ), hörten wir auf einmal ein Grollen hinter uns, das immer lauter wurde. Nanu, dürfen hier etwa Züge durchfahren? Oder sind wir Hals über Kopf in einem Indiana-Jones-Film gelandet und hinter uns rollt eine riesige Steinkugel her? Nee. Nichts davon. War nur ein Skateboard-Fahrer. Aber zu meiner Verteidigung, das Echo im Tunnel hat das Rollen-Geklapper ganz schön verstärkt.

Cafés in Antwerpen

Trotz der Fiesta-Völlerei kommt ja doch irgendwann wieder Hunger auf. Zwei nette Örtchen zum sitzen, Kaffee trinken und Kleinigkeiten essen sind das Café Sébastien und das Maurice Coffee & Knits. Gerade letzteres bietet viel Platz, eine gemütlich zusammengewürfelte, aber durch und durch stylische Einrichtung und sehr leckere, heiße Schokolade. Apropos süß…ihr MÜSST den Schoko-Laden The Chocolate Line besuchen! Ich denke, hier sprechen die Bilder für sich!

 

Ein weiterer Tipp, über den ich aber leider nicht viel berichten kann, ist der Macaron-Laden Ladurée in der Schuttershofstraat. Leider hatte er zu, als wir schnellen Schrittes darauf zueilten, aber schon das Schaufenster war verlockend. (Dumm von mir, dass ich es nicht fotografiert hab…)

Das Fotomuseum

Wer jetzt noch Zeit hat, dem empfehle ich das FoMu, das Fotomuseum am Waalsekaai. Momentan gibt es da drei Ausstellungen, von der mir „Mijn vlakke Land“ besonders gefallen hat. Alles dreht sich um Landschaften und Naturaufnahmen, real, surreal, künstlich, in allen Formen und mit allen Medien.

Beeindruckend waren zum Beispiel die zwei konträren Räume, einer ganz dunkel mit Videoaufnahmen, in denen absolute Schwärze nur von flackernden, nicht zu bestimmenden Lichtern erhellt wurde, die die Fantasie forderten. Der andere, ganz in weiß, zeigt eine Diaprojektion mit Bildern von Schneelandschaften, einsamen Frachtcontainern und noch einsameren Menschen. Toll war auch der Tisch, auf dem hunderte Dias zu einer Collage zusammengelegt waren und die Installation zweier Handys an der Wand, die Bilder von Sonnenauf- und Sonnenuntergang zeigten, zeitgleich am jeweils anderen Ende der Welt aufgenommen. Und, und, und…aber ich will ja nicht alles verraten. Nur, dass das Museum auch einen tollen Shop mit niedlichen und kuriosen Postkarten und Produkten rund ums Fotografieren hat, und das momentan ein Fotoautomat im Foyer steht. Ihr erinnert auch an meine Schwäche dafür? Siehe hier.

Sorry für die schlechte Qualität, in der Ausstellung hab ich mit dem Handy geknipst.

 

Und wenn jetzt noch mal Durst aufkommt, dann sind es nur ein paar Minuten zu Coffee & Vinyl, wo man genau das beides bekommt. Die Platten allerdings zu happigen Preisen! Dafür ist das WLAN umsonst.

Ich denke, mit dem Programm kann man 30 Stunden in Antwerpen gut füllen, oder?

Gute Reise und bis bald!

8 Gedanken zu “Kurztrip-Tipps: 30 Stunden in Antwerpen

  1. Ein toller Beitrag und ich hoffe, dass ich im August, wenn ich mit meiner Mama in Antwerpen bin, den einen oder anderen Tipp von Dir testen kann. Aber jetzt wünsche ich Dir erst einmal eine schöne Zeit an einem kühleren Fleckchen der Erde! 🙂

    1. Dann wünsch ich dir mit deiner Mama genau so viel Spaß, wie ich hatte! Und ich freu mich sehr, wenn meine Tipps dabei helfen!

      1. Das haben sie auf jeden Fall – Antwerpen ist wirklich eine Reise wert. Wenn du magst kannst du ja gerne mal bei meinem kleinen Blog vorbei schauen und dir den Bericht durchlesen, würde mich freuen. Liebe Grüße, Pia

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