Hamburg im Regen: Was kann man drinnen unternehmen?

Zoologisches Museum

Als ich „Hamburg im Regen“ google, finde ich zuallererst einen ganz furchtbaren Schlager von Mary Roos. Nach ausführlicherer Recherche habe ich aber doch einige Programmpunkte zusammen, mit denen man trotz Schietwetter einen schönen Tag in Hamburg verbringen kann. Hier findet ihr meine Tipps, die alle auch für’s Studentenportemonnaie geeignet sind!

Museen

Das Zoologische Museum

Dieses Museum, das zur Uni gehört, überrascht uns wirklich. Ein bisschen im Hinterhof versteckt, strahlt es zuerst 70er-Jahre-Beton-Campus-Flair aus, aber dieser Eindruck täuscht. Es ist modern und gut aufgebaut. Dass die Ausstellung regelmäßig erneuert wird, sieht man zum Beispiel an der „Vogel-des-Jahres-Vitrine“. Zwar sind hier alle möglichen Tierarten vertreten, ein Schwerpunkt liegt aber eindeutig bei den Walen. Es gibt einen Blau- und einen Pottwalschädel zu bewundern, ebenso wie den eines mutierten Narwals mit zwei Zähnen. Was sonst noch? Das Erdferkel sieht aus wie einer etwas wirren Märchenfantasie entsprungen und die Antilope von 1836 hat sich erstaunlich gut gehalten. Zudem gibt es auch einen kleinen künstlerischen Bereich mit Knochencollagen und bunten Drucken. Und all das ist völlig kostenlos, wer will kann am Ende des Besuchs eine kleine Spende einwerfen! Wenn man ein Problem mit ausgestopften Tieren hat, sollte man hier allerdings nicht hingehen.

Schädel eines Finnwals Narwalschädel mit zwei ZähnenCrazy Erdferkel Knochenkunst SchädelcollageMensch und Flosse im GrößenvergleichSkelett eines PottwalsIch und ein Blick auf die Evolution

Das Schifffahrtsmuseum

Auch so ein Google-Ergebnis, von dem ich zuerst gar nicht viel erwarte. Klar, Hamburg ist das Tor zur Welt und so, aber wer weiß, ob das allein ein gutes Museum garantiert… Mit 12,50€ (ermäßigt 9,00€) ist der Eintritt auch ganz schön happig. Aber es regnet und ich will nicht den ganzen Tag drinnen verbringen. Und was soll ich sagen, das Museum haut mich ziemlich aus den Latschen. Mitten in der Speicherstadt in einem wunderschönen Backsteinbau wartet es mit neun Etagen, jede einem anderen Thema gewidmet. Es gibt ein Deck nur über Schiffs-Bilder, eines zur Meeresforschung, eines zu Krieg und Frieden auf See, eine Schatzkammer mit Schiffen aus Knochen, Glas und Gold und und und! Da steht ein Modell der Polarstern (<3!) und dort sogar ein Nachbau der Nussschale, mit der Ernest Shackleton von Elephant Island nach Südgeorgien gesegelt ist, um seine Mannschaft zu retten!

Ich bewundere Seemannskleidung aus aller Welt, informiere mich über weibliche Piraten und buzzer mich durch ein Ratequiz. Die zwei Stunden, die ich für den Besuch veranschlagt habe sind viel zu kurz, ich kann nur einen Bruchteil der Infotafeln lesen und der Filme gucken. Also, ich komme wieder!

Das Museum für Schifffahrt in der Hamburger SpeicherstadtFoyer des Schifffahrtmuseums HamburgMiniaturmodellschiffe auf Deck 9Die Aussicht des Kapitäns Buzzerquiz im SchifffahrtmuseumContainerschiffeSchifffahrtsroutenGemälde mit deutschen EisbrechernDas Ungeheuer von Loch Ness oder doch eher ein Drachenboot? Marineuniformen aus aller Welt  Nachbau des Begelibootes der Endurance 20 000 Meilen unter dem Meer Filmmaterial von der Endurance-Expedition Unterlagen der deutschen Antarktis-Expedition Modell der Polarstern

Cafés

Lieblingsplatz

Kommen wir zum leiblichen Wohl! Wenn man wie ich mit einer Begleitung unterwegs ist, die sich nicht so wahnsinnig für Schifffahrtsgeschichte interessiert, bietet es sich an, diese im „Lieblingsplatz“ zu parken. Das Café liegt direkt gegenüber vom Museum, hat eine große und leckere Auswahl an Herzhaftem und Süßem, kostenloses WLAN und eine wahnsinnig nette Bedienung. Mit der großen Glasfront wird es auch nicht langweilig, falls man Buch oder Smartphone vergessen hat und wenn draußen der Regen strömt fühlt man sich drinnen mit einer weißen Karamell-Schokolade sehr wohl!

Leckere Stulle im LieblingsplatzWeiße Karamellschokolade und ein Heidelbeer-Donut

Zuckermonarchie

Wer in St. Pauli unterwegs ist und bei vom Himmel fallendem Wasser Unterschlupf sucht, sollte es in der Zuckermonarchie versuchen. Irgendwie erwartet man so einen zuckersüßen, hauchzarten Traum in Pastell gar nicht in einer Nebenstraße der Reeperbahn. Vorbei an Leuchtreklame und Postkartenständern, gefüllt mit barbusigen Motiven, bierkonsumierenden Menschen und lauter Musik und dann Zack! rosane Riesenmacarons mit Himbeeren. Dass ich diese besonders liebe erwähnte ich ja schon hier. Auch die Einrichtung ist ganz nach meinem Geschmack: mintfarbene Eames-Stühle wechseln sich mit selbstbemalten Holzmodellen ab, in der Ecke hängen pinke Pompoms und das Geländer schmückt eine kupferfarbene Tasselgirlande. Hach ja, ein wahr gewordener Mädchentraum…

Riesenmacaron in der Zuckermonarchie Interieur der Zuckermonarchie Cookie-Zutaten in der FlaschePompom-Deko in der Zuckermonarchie Meringue-Küsschen gefällig?

Happy Waffel

Ähnlich pastellig geht es bei Happy Waffel zu, welches wiederum ganz in der Nähe vom Zoologischen Museum ist. (Ihr seht, wir sind sehr auf den Wechsel Bildung-Essen-Bildung-Essen bedacht!) Hier kann man sich eine klassische Waffel (die, die aus sechs Herzen besteht) ganz nach Gusto belegen: Grundlage bildet eine Schokocreme, dann kommen zwei verschiedene Früchte dazu, es gibt eine Auswahl an großen (Oreos, Raffaello usw.) und kleineren (Streusel, Haselnusskrokant usw.) Toppings und nachdem man vielleicht noch Sahne oder eine Kugel Eis dazu nimmt, wird das Ganze mit verschiedenen Saucen übergossen. Und all das ist nicht mal teuer! Im Kühlschrank warten die gängigen Fritz-Brausen und man kann sogar ein Schokofondue bestellen. Und auch hier hätte ich mir am liebsten den ein oder anderen Stuhl für zu Hause mitgenommen.

Happy WaffelSo geht's: Schritt für Schritt zur glücklichen WaffelInterieur bei Happy WaffelWaffelparty Himbeer-Karamell-Waffel

Und sonst so?

Wir haben uns ein Tagesticket gekauft, also können wir auch die Fähren benutzen. Und das macht sogar bei Regen Spaß! Deswegen schippern wir gemütlich im Kreis herum, während ich versuche, meinen rechten Socken zu trocknen. Nach anderthalb Runden durch den Hafen muss ich mir eingestehen, dass das nicht funktioniert und meine Begleitung vermeldet Halsschmerzen. Also entscheiden wir uns gegen den geplanten Kinobesuch am Abend. Stattdessen fahren wir mit dem Bus in die Hamburg-Passagen, kaufen reduzierte DVDs (natürlich mit Reise-Thematik) und ein Malbuch für Erwachsene und machen es uns auf der Couch gemütlich. Wen da der kleine Hunger packt, für den habe ich auch noch einen Lieferservice-Tipp: BurgerMe! Richtig leckere Burger für kleines Geld, die schnell da sind! Und den Regen bekommt der Lieferant ab. Herrlich!

P11Hamburg im Regen, Blick von der Fähre 72

Bis bald und gute Reise!

2 Gedanken zu “Hamburg im Regen: Was kann man drinnen unternehmen?

  1. Liebe Anuschka,

    Zum Glück bietet eine Stadt wie Hamburg genügend Ideen bei schlechtem Wetter. Museen wir das Zoologische Museum sind da eine Idee. Sieht spannend aus. Allein in der Speicherstadt sind schon 6 verschiedene Museen. Im Schifffahrtsmuseum waren wir auch!

    Liebe Grüße
    Renate

    1. Hallo Renate,
      schön, dass du vorbeischaust! Ja, Hamburg bietet einfach wahnsinnig viel Möglichkeiten, aber im Sonnenschein gefällt es mir doch ein bisschen besser als im Regen 😉
      Liebe Grüße

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