Tagesausflug von Dublin: Ireland’s Eye

Es gibt ja Menschen, die planen einen Kurztrip in eine Stadt und wollen sich dann diese Stadt ansehen. Verrückt. Ich bin da ein bisschen…anders. 😀 Denn dass ich dieses Konzept gerne über den Haufen werfe, habe ich ja schon in Schottland bewiesen. Und genauso ging es mir auch in Irland. Natürlich wollte ich mir Dublin angucken, keine Frage, aber wenn man schon mal auf der grünen Insel ist…dann möchte ich auch ein bisschen kitschige Kerrygold-Natur!

Raus ins Grüne – aber wohin?

Also habe ich mich vor unserem Kurztrip schlau gemacht, wo man denn einen Tagesausflug hin unternehmen könnte. Lange waren die Wicklow Mountains mein Favorit, aber da ist die Anreise dann doch ein bisschen lang und auf Grund mangelner Busverbindungen etwas kompliziert. Also rückte das Fischerdorf Howth in den Fokus. Wenn man Dublin anfliegt, sieht man die kleine Halbinsel schon unter sich. Der Stechginster leuchtet gelb und das Wasser schimmert türkis.

Auf nach Howth

Als wir uns Samstag auf den Weg machen, benimmt sich das Wetter nicht unbedingt typisch irisch: Die Sonne straht vom Himmel. Am Irish Life Center steigen wir in den Bus 31 nach Howth, eine Fahrt kostet pro Person 3,30€. (Auch hier nochmal der schon aus Schottland bekannte Tipp: Winken und Kleingeld parat haben!)

Kurzentschlossen nach Ireland’s Eye

Nach ca. 30 Minuten stehen wir am Hafen, vor uns Selgelboote und Fischkutter, über uns kreischende Möwen. Eigentlich wollen wir sofort ins Hinterland und die Halbinsel erkunden, aber dann kommt ein Seebär auf uns zu und fragt, ob wir mit der Fähre nach Ireland’s Eye übersetzen wollen. Erst lehen wir höflich ab, das hatten wir eigentlich für den Nachmittag geplant. Aber dann stehen wir an der Kaimauer und sehen draußen auf dem Meer die verlassenen Insel liegen…und drehen uns um und rennen zum Boot! Gerade noch rechtzeitig springen wir über die niedrige Bootswand, dann legt unser Gefährt auch schon ab.

Im Takt mit dem Boot auf den Wellen hüpft mein Herz, als ich das grüne Eiland näher kommen sehe. Das hier ist genau nach meinem Geschmack.Von Ireland’s Eye habe ich nämlich bereits im Reiseführer gelesen, sie ist unbewohnt, lediglich zwei Ruinen zeugen von menschlicher Besiedlung. Hin- und Rückfahrt belaufen sich auf 15€, und ich kann euch sagen, diese sind bestens investiert.

Mit uns sitzen nur vier weitere Leute in unserer kleinen Nussschale und nach einer Viertelstunde legen wir an. Das Boot kommt jede halbe Stunde wieder und sammelt diejenigen ein, die zurückwollen. Direkt neben dem Anlegeplatz steht die Ruine eines Martello-Turms aus der Zeit der Napoleonischen Kriege.

Alles, was mein Herz begehrt

Ireland’s Eye selbst ist nicht sonderlich groß, sodass man die Insel komplett zu Fuß erkunden kann. Fels und Gras wechseln sich ab und über allem kreisen Möwen, Kormorane und Lummen. Ich persönlich habe hier ein kleines Paradies gefunden. Völlig alleine streifen wir über die Insel, picknicken an einem Felshang mit Blick auf die Irische See. Ich erklettere eine der Felszinnen, wähend meine Mutter sich sorgt und verflucht, dass sie mir sowas mit 27 wohl nicht mehr verbieten kann.

Auf der dem Festland zugewandten Ebene der Insel steht eine weitere Ruine, allerdings ist diese knapp 1000 Jahre älter, als der Turm: Ein Kloster aus dem 8. Jahrhundert. Ich versuche, ganz zufällig wirkende Selbstporträts zu schießen, die aussehen, als ob ich ganz unbeobachtet die Ruine erkunde. Und die einfach nur bescheuert wirken. Deshalb bekommt ihr hier Bilder OHNE mich! 😀

Und als wäre das alles nicht genug, bietet Ireland’s Eye auch noch einen weißen Sandstrand voller Muscheln.

Ich habe das Gefühl, einmal Irland komprimiert auf weniger als einen Quadratkilometer unter den Füßen zu haben, und zwar mit allem, was mir gefällt: Alte Gemäuer, Tiere, Pflanzen, raue Landschaft, ein schöner Strand und vor allem so gut wie keine anderen Menschen. Okay, ich gebe zu, ich klinge wie der letzte Misanthrop, aber gerade Natur erlebe ich gerne nur gemeinsam mit wenigen Leuten. Meine Ma gehört aber definitiv dazu und während wir so über die Insel wandern, sind wir uns völlig im Klaren darüber, was für ein Geschenk dieser Tag ist. Alles ist perfekt.           

Bis bald ung gute Reise!

Roadtrip durch Südfrankreich – Marseille, Colorado Provençal und die Côte d’Azur

Nach Sault und dem Luberon begeben wir uns nun an die Küste.

Tag 9 – Marseille

Heutre geht es zum ersten mal bis ans Meer. Wir fahren nach Marseille! Die Stadt hat drei Millionen Einwohner und erstreckt sich über eine Bucht, direkt am azurblauen Wasser. Die Sonne brennt vom Himmel, es ist weit über 30°. Wir beschließen, statt uns die Füße platt zu laufen, eine Rundfahrt zu machen. An der Kirche Norte Dame de la Garde steigen wir aus. Die Kirche thront auf einem Hügel, etwa 160m über der Stadt. Der Ausblick ist überwältigend: IM Hintergrund die Berge, auf der Südseite das Mittelmeer, in der Bucht kreuzen kleine Segelboote.

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Roadtrip durch Südfrankreich – Sault, Mont Ventoux, Avignon und Gorges de la Nesque

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Zwei Tage Edinburgh: Arthur’s Seat

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Als ich das erste Mal gelesen habe, dass es praktisch mitten in Edinburgh einen Berg gibt, und dass der auch noch Arthur’s Seat heißt, war klar: Da muss ich rauf! Ich träumte direkt mal von König Artus, der auf einem steinernen Sitz wie Amon Hen Ausschau nach Feinden hält. Ganz so war es wohl nicht, denn mein Reiseführer behauptet, die etymologische Herkunft sei „Archer’s Seat“. Auch gut, denke ich, schließlich kann ich selber Bogen schießen. Und ich habe ganz und gar nichts dagegen, einen Aussichtspunkt der Bogenschützen zu besteigen.

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